Jacqueline Bisset (Winnifred Jacqueline Fraser-Bisset) wurde am 13. September 1944 als Tochter eines englischen Landarztes und einer französischen Anwältin in Weybridge (Surrey, Großbritannien), geboren. Als junges Mädchen musste sie sich um ihre kranke Mutter kümmern und mit für den Lebensunterhalt sorgen, als die Ehe ihrer Eltern in Scheidung endete. So wurde sie bereits mit 18 Jahren Fotomodell und spielte kleinere Rollen beim Fernsehen. Auf einem der Werbeplakate, auf dem Jacqueline Bisset für ein Schaumbad Reklame machte, sah Regisseur Richard Lester die attraktive junge Frau und bot ihr eine winzige, im Abspann noch ungenannte Rolle in seinem Film "The Knack… and How to Get it"1) (Der gewisse Kniff) an. 
Zunächst übernahm die angehende Filmschauspielerin noch unter dem Namen Jackie Bisset kleinere Aufgaben in britischen Streifen wie 1966 in Roman Polanskis bitterbösen Parabel "Cul-de-Sac"1) (Wenn Katelbach kommt) oder ein Jahr später in der Bond-Parodie "Casino Royale"1). Erst 1967 erhielt sie eine anspruchsvolleren Part in Robert D. Webbs südafrikanischer Produktion "The Cape Town Affair". Im Verlaufe der nächsten Jahre folgten nun eine Reihe amerikanische, britische und französische Filme, in denen Jacqueline Bisset mit prägnanten Nebenrollen besetzt wurde. Sie entwickelte sich zu einer vielseitigen und ernsthaften Schauspielerin und reifte künstlerisch, spielte beispielsweise 1970 die Stewardess in George Seatons "Airport" an der Seite von Burt Lancaster und Dean Martin sowie 1973 hervorragend die Titelrolle des Filmstars Julie Baker in François Truffauts Tragikomödie "La nuit américaine"1) (Die amerikanische Nacht2)) – hier zeigte sich Jacqueline Bisset von einer neuen Seite, anrührend und schön; 1973 lief der Film in Cannes und war die Sensation des Festivals.

Foto: Jacqueline Bisset im September 2007 in Almaty (Kasachstan)
Urheber: Andrey Lunin (bei www.flickr.com); Lizenz CC-BY-SA 2.0
Quelle: Wikimedia Commons (von www.flickr.com)

Jacqueline Bisset im September 2007 in Almaty (Kasachstan); Urheber: Andrey Lunin (bei www.flickr.com); Lizenz CC-BY-SA 2.0; Quelle: Wikimedia Commons (von www.flickr.com)
Es folgten große Rollen wie 1974 die Figur der Gräfin Andrenyi in Sidney Lumets hochkarätig besetzten Agatha Christie-Adaption "Murder on the Orient Express"1) (Mord im Orient-Express2)) mit Albert Finney, Lauren Bacall und Ingrid Bergman oder 1975 die Anna Crawley in "Der Richter und sein Henker" nach dem Dürrenmatt-Roman unter der Regie von Maximilian Schell. 1981 spielte sie die Rolle einer Schriftstellerin in George Cukors "Rich and Famous" (Reich und Berühmt) sowie 1984 die Gattin eines ehemaligen britischen Konsuls in Mexiko in John Hustons Alkoholiker-Drama "Under the Vulcano"2) (Unter dem Vulkan) – wohl eine ihrer besten Leinwand-Interpretationen.
Daneben war sie aber auch in weniger anspruchsvollen Streifen zu sehen, dafür aber in um so spektakuläreren Rollen: So agierte sie beispielsweise 1977 skandalträchtig im nassen T-Shirt in Peter Yates streckenweise fesselndem Taucherfilm "The Deep"1) (Die Tiefe2)) neben Robert Shaw und Nick Nolte oder war 1978 als Jackie Onassis neben Anthony Quinn in dem unsäglichen Streifen "The Great Tycoon"2) (Der große Grieche) zu sehen. Danach ging ihre Kino-Karriere leider rapide abwärts. Denn ihre Auftritte mit Mickey Rourke in Zalman Kings 1989 gedrehten Soft-Porno "Wild Orchid1) (Wilde Orchidee) oder mit Martin Sheen und Jean-Pierre Cassel in der durchschnittlichen TV-Komödie "The Maid"2) (1991, Anthony, das Kindermädchen) trugen nicht gerade zu ihrer Popularität bei.
 
In den letzten Jahren tritt die Schauspielerin nur noch sporadisch in Kinofilmen oder TV-Produktionen auf. Im Kino zeigte sie in Produktionen wie "Dangerous Beauty"1) (1998, Gefährliche Schönheit – Die Kurtisane von Venedig"), "Joan of Arc: The Virgin Warrior" (2000), "Latter Days" (2003) oder "Mr. & Mrs. Smith" (2005), wo sie einen kleineren Part spielte, der jedoch in der Post-Produktionsphase dem Schnitt zum Opfer fiel. In dem Video-Tanzfilm "Save the Last Dance 2"1) (2006) tauchte sie als Monique Delacroix auf, danach wirkte sie mit Hauptrollen in dem Psychothriller "Death in Love"3) (2008) sowie in "Two Jacks"3) (2011) mit, ein Film, den Bernard Rose nach einer Kurzgeschichte von Leo Tolstoi realisiert hat; ein Kinostart ist noch offen. Fertiggestellt ist Boris Damasts musikalische Biografie über den Komponisten Antonio Vivaldi ("Vivaldi"), wo Jacqueline Bisset an der Seite der titelgebenden Figur (Joseph Fiennes) eine Gräfin mimt.
Auf dem Fernsehbildschirm erlebte man die Britin beispielsweise in zwei Bibel-Verfilmungen, so als Mutter Maria in Roger Youngs "Jesus"1) (1999) und als Sarah (neben Martin Landau als Abraham) in "In the Beginning" (2001, Am Anfang). In dem TV-Drama "Britannic"1) (2000), der Geschichte der als Lazarettschiff eingesetzten, am 21. November 1916 vor Griechenland untergegangenen "HMHS Britannic"1), mimte sie die zentrale Figur der wohlhabenden Witwe Lady Lewis. 2003 schlüpfte sie in "America's Prince: The John F. Kennedy Jr. Story" (Amerikas Sohn – Die John F. Kennedy Jr. Story), einem weiteren TV-Drama um den Kennedy-Clan, in die Rolle der Jacqueline Bouvier Kennedy Onassis. 2005 agierte Jacqueline Bisset neben Jan Niklas in dem Pilcher-Melodram "Zauber der Liebe", seit 2007 war sie in der 4. Staffel der amerikanischen TV-Serie "Nip/Tuck – Schönheit hat ihren Preis"1) auf dem Bildschirm präsent. 2007 entstand auch der Thriller "Carolina Moon"1) (Nora Roberts – Lilien im Sommerwind), in dem sie als Margaret Lavelle, Mutter der vor fast zwei Jahrzehnten ermordeten Hope, zu sehen war. Seit 2011 bzw. der 2. Staffel mimt sie in der US-amerikanischen TV-Serie "Rizzoli & Isles"1) die Nebenrolle der Constance Isles.
   
Jacqueline Bisset war zwar niemals verheiratet, hatte jedoch mehrere publicityträchtige Beziehungen; so lebte sie sieben Jahre mit dem russischen Balletttänzer Alexander Boris Godunow1) (1949 – 1995) sowie 10 Jahre mit ihrem kanadischen Kollegen Michael Sarrazin1) (1940 – 2011) zusammen. Seit 1989 war sie fast zehn Jahre mit dem 17 Jahre jüngeren Schauspieler und Regisseur Vincent Perez1) liiert.
Die Schauspielerin ist die Taufpatin von Angelina Jolie1).
  
Link: 1)  Wikipedia (deutsch), 2) prisma-online.de, 3) Wikipedia (englisch) Stand April 2013
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de
Siehe auch Wikipedia
 
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, prisma-online.de)
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