Claire Bloom am 18. Mai 2011 anlässlich des "STR Theatre Book Prize" im Londoner "Drury Lane Theatre"; Urheber: Wikimedia-User John Thaxter; Lizenz CC-BY-3.0 Claire Bloom wurde am 15. Februar 1931 als Patricia Claire Blume im Londoner Stadtteil North-Finchley (Großbritannien) geboren. Die Tochter des Kaufmanns Edward Max und der Schriftstellerin Elizabeth Grew musste als Neunjährige während der deutschen Angriffe ihre Geburtsstadt verlassen und wurde in die Vereinigten Staaten evakuiert. Nachdem ihre Mutter den Bildhauer Edward Bloom heiratete, nahm sie nicht nur dessen Familienname an, sondern wurde auch die Halbschwester des späteren Oscarprämierten Cutters John Bloom1).2)
1943 kehrte Claire Bloom nach Großbritannien zurück, besuchte bereits als 12-Jährige die Musik- und Schauspielschule in Guildhall und wurde bereits drei Jahre später Mitglied des "Oxford Repertory Theatre", wo sie bis 1949 auf der Bühne stand. Dann wechselte sie an das "Shakespeare Memorial Theatre" in Stratford-upon-Avon, brillierte dort bereits mit 17 Jahren als "Ophelia" in "Hamlet" und als "Julia" in "Romeo und Julia". Ihren ersten Auftritt in London hatte sie mit der Figur der Alizon Eliot in Christopher Frys Komödie "Die Dame ist nicht fürs Feuer" (The Lady is Not for Burning), ihr damaliger Partner war Richard Burton.
Auf der Leinwand debütierte sie 1948 in dem Film "The Blind Goddess" mit einer Episodenrolle.
Über Nacht weltberühmt wurde Claire Bloom, als Charlie Chaplin sie 1952 in seinem letzten amerikanischen Film "Limelight"1) (Rampenlicht) mit den Part des gelähmten Mädchens Terry besetzte, einer kleinen Tänzerin, die aus Verzweiflung über Fehlschläge Selbstmord begehen will und von einem alternden Clown – gespielt von Chaplin selbst – gerettet wird. 
 

Foto: Claire Bloom am 18. Mai 2011 anlässlich des "STR Theatre Book Prize"
im Londoner "Drury Lane Theatre"
Urheber: Wikimedia-User John Thaxter; Lizenz CC-BY-3.0
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Danach arbeitete Claire Bloom als Filmschauspielerin sowohl in England als auch in den USA; in Amerika wurde sie vor allem in historischen Filmen besetzt, so als Barsine, Geliebte Alexander des Großen (Richard Burton) in Robert Rossens monumentalem Historienepos "Alexander the Great"1) (1956, Alexander der Große) oder als Katja in Richard Brooks' Dostojewsky-Adaption "The Brothers Karamasow"1) (1958, Die Brüder Karamasow) an der Seite von Yul Brynner und Maria Schell. Claire Bloom verkörperte in ambitionierten Kino- bzw. Literaturverfilmungen prägnante Figuren, etwa die Irene Andreny neben Curd Jürgens in Gerd Oswalds "Schachnovelle"1) (1960) nach Stefan Zweigs berühmten, gleichnamigen Novelle. Als Lady Anne zeigte sie sich in Laurence Oliviers Verfilmung von Shakespeares "Richard III." (1955), als Helena in Tony Richardsons Osborne-Adaption "Look Back in Anger" (1959, Blick zurück im Zorn) oder als Dorothea Grimm in "The Wonderful World of the Brothers Grimm"1) (1962, Die Wunderwelt der Gebrüder Grimm). Erneut an der Seite von Richard Burton präsentierte sie sich mit der weiblichen Hauptrolle in Martin Ritts "The Spy Who Came in from the Cold"1) (1965, Der Spion, der aus der Kälte kam) nach dem Bestseller von John le Carré.
 
Claire Bloom, die neben so berühmten Stars wie Richard Burton, Yul Brynner, Vivien Leigh oder Laurence Olivier auf der Leinwand ihre schauspielerische Vielseitigkeit unter Beweis stellen konnte, blieb trotz umfangreicher Filmarbeit in erster Linie Theaterschauspielerin und übernahm vor allem seit den 1970er Jahre nur noch sporadisch Aufgaben vor der Kamera, beispielsweise als Protagonistin neben Anthony Hopkins (Torvald Helmer) in "A Doll's House" (1973, Ein Puppenheim) nach dem Ibsen-Drama "Nora oder Ein Puppenheim".
Im Fernsehen erlebte man die Charaktermimin ebenfalls mit herausragenden Interpretationen, so schon 1961 mit der Titelrolle in der Tolstoi-Adaption "Anna Karenina" an der Seite von Sean Connery als Annas Geliebtem Graf Wronskij, in "Wuthering Heights" (1962, Die Sturmhöhe) nach dem Klassiker1) der englischen Schriftstellerin Emily Brontë gab sie die junge Cathy. In den 1980er war Claire Bloom dann wieder öfter auf dem Bildschirm präsent. So unter anderem 1981 als Lady Teresa Flyte in der melodramatischen britischen TV-Serie "Brideshead Revisited"1) (Wiedersehen mit Brideshead) nach dem gleichnamigen Roman von Evelyn Waugh. Die Erstausstrahlung der knapp elfstündigen Handlung fand von Oktober bis Dezember 1981 in elf Teilen im gemeinsamen Rahmenprogramm der regionalen britischen ITV-Sender statt. Für die deutsche Synchronfassung wurde das Material dagegen in sieben Folgen unterschiedlicher Länge eingeteilt, die vom 7. bis zum 23. Dezember 1983 in unregelmäßigen Abständen durch das Erste Programm der ARD erstausgestrahlt wurden.2)

In den letzten Jahrzehnten agierte Claire Bloom nur in wenigen Kinofilmen, dafür aber in um so mehr überzeugenderen Rollen. In dem Abenteuer "Clash of the Titans"1) (1981, Kampf der Titanen) schlüpfte sie in die Rolle der Zeus-Schwester bzw. griechischen Göttin Hera, trat in der bitteren Sozialkomödie "Sammy and Rosie Get Laid"1) (1987, Sammy and Rosie get laid) von Regisseur Stephen Frears in Erscheinung oder mimte die Miriam Rosenthal in dem von Woody Allen in Szene gesetzten tragischen Gesellschaftsbild "Crimes and Misdemeanors"1) (1989, Verbrechen und andere Kleinigkeiten). Es folgten Rollen in Kinoproduktionen wie dem Drama "A Village Affair" (1994, Eine unerhörte Affäre), der Woody Allen-Komödie "Mighty Aphrodite"1) (1995, Geliebte Aphrodite) oder dem Action-Streifen "Daylight"1) (1996). Neben Auftritten in verschiedensten ambitionierten TV-Produktionen erlebte man die Schauspielerin dann beispielsweise mit der Hauptrolle in dem Liebesfilm "The Book of Eve"1) (2002, Das Buch Eva – Ticket ins Paradies). "Das Buch Eva – Ticket ins Paradies" ist ein ebenso außergewöhnlicher wie zauberhafter Film über eine Frau, die nach dem Motto "Besser spät als nie!" ihr von erdrückenden Konventionen ersticktes Leben hinter sich lässt und einen Neuanfang wagt. Romantisch, mit viel Gespür für emotionale Zwischentöne sowie einem Schuss Humor erzählt der Film von spätem Glück und neuer Liebe. In den Hauptrollen brillieren Claire Bloom und der französische Kultsänger und Schauspieler Daniel Lavoie als anrührendes Traumpaar., notierte unter anderem einsfestival.de. 
Nach den Kinoproduktionen "The Republic of Love"3) (2003) und "Imagining Argentina"3) (2003) tauchte Claire in Bloom in dem kanadischen Kinderfilm "Daniel and the Superdogs" (2004, Daniel und die Superhunde) auf. Als Königin Mary1), Mutter von König Georg VI.1) (Colin Firth) überzeugte sie in dem mit vielen Preisen ausgezeichneten bzw. Oscar-prämierten Biopic "The King's Speech"1) (2010) von Regisseur Tom Hooper. Zuletzt sah man sie in dem ganz auf Altstar Jerry Lewis4) zugeschnittenen, von Daniel Noah in Szene gesetzten Drama "Max Rose" (2013) als dessen verstorbene Ehefrau Eva. Die Geschichte handelt von dem Witwer und ehemaligen Jazz-Pianisten Max Rose, dem berechtigte Zweifel an einer jahrzehntelangen glücklichen Ehe mit seiner Frau kommen und sich nun auf eine Reise in die eigene Vergangenheit begibt. Der Streifen wurde am 24. Mai 2013 erstmals bei den Filmfestspielen in Cannes vorgestellt und fand auch deshalb Aufmerksamkeit, weil der über 85-jährige Jerry Lewis seit "Funny Bones – Tödliche Scherze"1) (1995) nach knapp zwei Jahrzehnten erstmals wieder vor der Kinokamera gestanden hatte.
Neben ihrer Arbeit für das Theater und Film arbeitet Claire Bloom als Rezitatorin mit führenden Orchestern zusammen, darunter die New Yorker Philharmoniker, die Los Angeles Philharmoniker, die BBC Symphoniker, die London Philharmoniker, die Chicago Symphoniker, die Jerusalem Symphoniker und die Brooklyn Philharmoniker.

Claire Bloom war von 1959 bis 1969 mit dem Schauspieler Rod Steiger4) (1925 – 2002) verheiratet; die gemeinsame, 1960 geborene Tochter Anna Steiger3) machte später als Opernsängerin bzw. Mezzosopranistin Karriere. Ihre zweite, kurze Ehe mit dem Theater-Intendanten bzw. Filmproduzenten Hillard Elkins3) (1929 – 2010) dauerte von 1969 bis 1972, seit 1975 war die Schauspielerin mit den Schriftsteller Philip Roth1) liiert, den sie 1990 heiratete. 1995 endete auch diese Verbindung vor dem Scheidungsrichter.
1987 veröffentlichte Claire Bloom in London ihre Erinnerungen unter dem Titel "Limelight and After – The Education of an Actress" und 1996 eine weitere Autobiographie " Leaving A Doll's House – A Memoir".

Siehe auch Wikipedia, Dirk Jasper FilmLexikon 
Link: 1) Wikipedia (deutsch), 3) Wikipedia (englisch), 4) Kurzportrait innerhalb dieser HP
2) Quelle: Wikipedia (abgerufen 21.07.2011
Stand Mai 2015
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia)
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