Catherine Deneuve 01; Copyright Virginia Shue Catherine Deneuve wurde am 22. Oktober 1943 als Catherine Dorléac in der französischen Hauptstadt Paris geboren. Die dritte Tochter der Schauspielerin Renée Deneuve und des Bühnenautors Maurice Dorléac sowie Schwester der älteren, 1942 geborenen Françoise Dorléac1), gab 1956 mit 13 Jahren ihr Filmdebüt in "Junge Rosen im Wind" (Les collégiennes). Schwester Françoise, die zu dieser Zeit bereits eine der beliebtesten jungen Schauspielerinnen des französischen Films war, hatte sie dazu überredet, eine Rolle zu übernehmen. 1960 war Catherine Deneuve bereits erstmals mit ihrer Schwester Françoise in Jacques Poitrenauds "Die kleinen Sünderinnen" (Les portes claquent) gemeinsam aufgetreten, 1967 war sie letztmalig mit ihr in Jacques Demys Filmmusical "Die Mädchen von Rochefort"1) (Die Fräulein von Rochefort) zu sehen; Françoise Dorléac starb 1967 an den Folgen eines Autounfalls.
Drei Jahre nach ihrem Leinwanddebüt war die junge Catherine Deneuve unter ihrem Künstlernamen "Deneuve" – dem Mädchennamen ihrer Mutter – in "Die kleinen Katzen (Les petit chats) zu sehen. Anschließend spielte sie kleinere Rollen in diversen Unterhaltungsfilmen. Anfang der 1960er Jahre lernte sie Regisseur Roger Vadim1) (1928 – 2000) kennen und lieben und dieser gab ihr 1962 eine erste größere Rolle in seinem Film "Laster und Tugend"1) (La vice et la vertu), wo die Deneuve die Tugend verkörperte.
  
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
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Ein Jahr später gelang ihr in Jacques Demys ungewöhnlichen Musical "Die Regenschirme von Cherbourg"1) (Les parapluies de Cherbourg) der internationale Durchbruch und sie erhielt für ihre Leistung den Preis der französischen Filmakademie. Der Film erzählte die gefühlvolle Geschichte über die junge Verkäuferin Geneviève, die sich hoffnungslos in einen Tankwart verliebt, der sie schwängert, in den Krieg zieht und sie in eine sorglose, jedoch auch lieblose Ehe mit einem anderen Mann treibt.
Trotz – oder grade wegen – des Erfolgs dosierte die Schauspielerin ihre Auftritte und drehte pro Jahr nicht mehr als ein oder zwei Filme. 1964 engagierte Roman Polanski1) die bildhübsche Französin für die Hauptrolle der schizophrenen Mörderin Carole Ledoux in seinem makabren Film "Ekel"1) (1965, Répulsion) und ein Jahr später erhielt sie die Titelrolle der distinguiert-kühlen, großbürgerlichen Teilzeitprostituierten Sévérine in dem Meisterwerk "Belle De Jour – Schöne des Tages"1) (1967, Belle de jour) von dem damals 67-jährigen Luis Buñuel1) (1990 – 2003), dessen favorisierte Hauptdarstellerin sie dann wurde. Bei der Uraufführung sorgte "Belle de jour" aufgrund der Thematik anfänglich für ziemliche Aufregung; die Deneuve spielte darin eine wohlhabende, aber gelangweilte Hausfrau, die einen Nachmittagsjob in einem von Paris elegantesten Bordells annimmt.

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Catherine Deneuve 02; Copyright Virginia Shue
Es folgten Produktionen wie "Herzklopfen"1) (1968, La chamade), "Mayerling"1) (1968, Mayerling)" (1968), "Das Geheimnis der falschen Braut"1) (1969, La sirène du Mississippi) oder "Tristana"1) (1970). Die Filmografie der 1970er Jahre weist Produktionen wie "Berühre nicht die weiße Frau"1) (1974, Touche pas à la femme blanche), "Die schönen Wilden"1) (1975, Le sauvage), "Marschier oder stirb"1) (1977, March or die) oder "Allein zu zweit"1) (1979, À nous deux) auf. Zu den prägnantesten Filmen der 1980er Jahre gehören 1986 André Techinés Familiendrama "Schauplatz des Verbrechens"1) (Le lieu de crime) und im folgenden Jahr ihre Rolle des "späten Mädchens" in Jean-Pierre Mockys "Agent Trouble – Mord aus Versehen"1) (1987, Agent Trouble).
Die letzte Metro; Copyright Einhorn-Film 1981 erhielt die Deneuve den französischen Filmpreis "César"1) für ihre Rolle der Theaterchefin Marion Steiner in François Truffauts "Die letzte Metro"1) (1980, Le dernier métro). Der Film mit Gérard Depardieu als Partner war auch an den Kinokassen ein riesiger Erfolg: Das Drama, das im Nazi-besetzten Paris spielt, entfaltet sich im Theater Montmartre, während eine Gruppe von Schauspielern probt. Catherine Deneuve verkörpert die Direktorin des Theaters und Mitglied des Ensembles. Sie hält ihren jüdischen Ehemann, der sich versteckt, auf dem Laufenden und berichtet ihm Neuigkeiten von der Außenwelt und dem Theater, einschließlich der Feindschaft mit einem Nazi-freundlichen Theaterkritiker und der sexuellen Spannung, die von einem jungen Schauspieler ausgeht, der sich in sie verliebt hat…
 
Foto mit freundlicher Genehmigung von Einhorn-Film
© Einhorn-Film/Weltlichtspiele Kino GmbH
In der Liebesgeschichte von André Téchiné "Begegnung in Biarritz"1) (1982, Hôtel des Amériques) zeigte sich die Deneuve als elegante, selbstsichere Ärztin Héléne, die sich in den heruntergekommenen Gilles (Patrick Dewaere) verliebt, in dem Gangsterstreifen "Der Schock"1) (1982, Le choc) kam sie als Partnerin des Berufskillers Christian alias Alain Delon daher. "Begierde"1) 1983, The Hunger) hieß der britische Thriller unter anderem mit David Bowie, "Hoffen wir, daß es ein Mädchen wird"1) (1985, Speriamo che sia femmina) der preisgekrönte Film des italienischen Regisseurs Mario Monicelli.
1985 wurde Catherine Deneuve als Nachfolgerin von Brigitte Bardot offizielles Modell der französischen Symbolfigur "Marianne". 1993 erhielt Régis Wagniers melodramatischer Film "Indochine"1) (1992), der wesentlich durch Deneuves Spiel lebt, eine Oscar-Nominierung als bester fremdsprachiger Film: Das Epos spielt im französischen Indochina zwischen 1930 und 1954; Eliane alias Catherine Deneuve, eine kühle Besitzerin einer Kautschuk-Plantage, hat eine elternlose anamesische Prinzessin adoptiert. Die Handlung konzentriert sich auf Elianes Leben, in dem sie sich mit dem sich verändernden Vietnam auseinandersetzen muss und anfängt, sich gegen Nationalismus, Kommunismus und gegen ein korruptes und grausames Establishment aufzulehnen.

Das Foto, welches Catherine Deneuve mit François Truffaut1) (1932–1984) zeigt,
wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
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Catherine Deneuve und Regisseur Truffaut; Copyright Virginia Shue
Danach glänzte die Deneuve unter der Regie von André Téchiné in dem sensiblen Geschwisterportrait "Meine liebste Jahreszeit"1) (1993, Ma saison préférée) an der Seite von Daniel Auteuil, in "Hundert und eine Nacht"1) (1995, Les cent et une nuit de Simon Cinéma), einer Hommage der französischen Filmlegende Agnès Varda zum hundertsten Geburtstag des Kinos, gehörte sie neben dem Protagonisten Simon Cinèma (Michel Piccoli) zu den Stars des europäischen und amerikanischen Kinos – Marcello Mastroianni, Fanny Ardant, Jean-Paul Belmondo, Alain Delon, Robert de Niro oder Hanna Schygulla sind hier zu sehen.
In "Diebe der Nacht"1) (Les voleurs) gestaltete sie dann 1996 die Hochschulprofessorin Marie, die, nachdem sie verheiratet gewesen und Mutter geworden ist, herausfindet, dass sie sich in ihre Studentin Juliette alias Laurence Cote verliebt hat. Zu den jüngeren erfolgreichen Kinoproduktionen zählt unter anderem Raoúl Ruiz' Melodram "Die wiedergefundene Zeit" (1999, Le temps retrouvé), die schrille Krimi-Musical-Farce "8 Frauen"1) (2002, 8 femmes) von François Ozon sowie die internationale Produktion "Dem Paradies ganz nah"1) (2002, Au plus près du paradis). In dem mehrteiligen, von Josée Dayan 2003 inszenierten französischen Fernsehfilm "Gefährliche Liebschaften"1) nach dem französischen Briefroman "Les Liaisons dangereuses" von Choderlos de Laclos1) (1741 – 1803) mimte sie die intrigante Marquise Isabelle Merteuil. In "Marie und Freud"2) (2004, Princesse Marie), einer von Benoît Jacquot in Szene gesetzten halbdokumentarischen TV-Filmbiografie über Marie Bonaparte1) (1882 – 1962), der Urgroßnichte von Napoléon, und deren engen Freund Sigmund Freud1) (1856 – 1939, zeigte sie sich als Marie Bonaparte, der berühmte Tiefenpsychologe Freud wurde von Heinz Bennent3) verkörpert (siehe auch www.filmstills.at).  
Es folgten Produktionen wie Tragikomödie "Das Leben ist seltsam"1) (2004, Rois et reine), die amüsante Geschichte "Le héros de la famille" (2006; → Filmlexikon
) oder der deutsche TV-Film "Frühstück mit einer Unbekannten"1). Der Star spielte Hauptrollen in Filmen wie den Drama "Après lui" (2007) oder dem von Arnaud Desplechin in Szene gesetzten, bewegenden "Weihnachtsmärchen" "Un conte de Noël"1) (2008), das ihr Ende Mai 2008 einen Spezialpreis bei den 61. Filmfestspielen in Cannes einbrachte. Ebenfalls in Cannes gezeigt wurde das dokumentarische Kino-Abenteuer der beiden libanesischen Regisseure Joana Hadjithomas und Khalil Joreige "Lass es mich sehen (2008, Je veux voir), mit dem an den Krieg im Libanon erinnert werden soll.
Catherine Deneuve, die als "Frankreichs ungekrönte Königin des Films" gilt, gehört nach wie vor zu den gefragten Leinwanddarstellerinnen des französischen Kinos. Allein 2008 gingen vier Produktionen mit ihr an den Start, neben den genannten auch die Komödie "Mes stars et moi" (Kinostart: 29. Oktober 2008) von Laëtitia Colombani, in der sie neben Kad Merad, Emmanuelle Béart und Mélanie Bernier einmal mehr eine Hauptrolle spielte. Drei weitere Streifen mit der Deneuve sind für 2009 zu nennen: Im Herbst 2008 begannen die Dreharbeiten zu dem Drama "La cuisine", dem dritten Spielfilm der jungen Regisseurin Julie Lopès-Curval, am 27. August 2009 kam der Film in der Schweiz und Deutschland die Kinos. Auch in dem Film von André Téchiné "La fille du RER" (The Girl on the Train), gedreht nach der wahren Geschichte einer mythomanischen jungen Frau (dargestellt von Émilie Dequenne), die 2004 die französischen Medien wissen ließ, sie sei in der Pariser Untergrundbahn Opfer antisemtischer Angriffe geworden, hatte Catherine Deneuve eine prägnante Rolle übernommen, sie verkörperte die herrische Mutter der jungen Alice; der deutschsprachige Kinostart war am 9. Juli 2009 in der Schweiz → Filmlexikon. Schließlich ist noch David Charhons Komödie "Cyprien", mit Elie Semoun in der Hauptrolle zu nennen, wo die französische Schauspielerin als Mutter von Laurent Stocker zu sehen ist; der Kinostart war am 16. Juli 2009.

Foto: Catherine Deneuve während der Berlinale 2005
Foto mit freundlicher Genehmigung von Bodo Petermann
© Bodo Petermann, BP PHOTO (www.bpphoto.de)
 

Catherine Deneuve während der Berlinale 2005; Copyright Bodo Petermann, BP PHOTO
Eine erneute Zusammenarbeit mit Julie Lopès-Curval ergab sich mit dem Drama "Mères et Filles" (2009), wo sie eine reservierte Mutter spielte, die von ihrer schwangeren Tochter Audrey (Marina Hands) besucht wird. Während der Begegnung brechen Konflikte auf, als Audrey das Tagebuch ihrer Großmutter entdeckt, kommen dunkle Familiengeheimnisses ans Licht. Die von François Ozon in Szene gesetzte, liebevoll-ironische Komödie "Das Schmuckstück1) (2010, Potiche), in der sie wieder einmal mit Gérard Depardieu vor der Kamera stand, startete am 24. März 2011 in den deutschen Kinos. François Ozons neuerliches Meisterwerk, das einen gleichnamigen Theatererfolg aus dem Jahre 1980 adaptiert, erstürmte im November 2010 bei der Premiere in Frankreich mit über 750.000 Besuchern auf Anhieb Platz 1 der Kinocharts. "Potiche" ist ganz der großen Catherine Deneuve gewidmet, die in einer Parodie auf die sozialen Komödien der Siebziger Jahre eine frustrierte Unternehmergattin spielt. (…). Deneuve dominiert den Film genauso unangefochten wie sie das Unternehmen leitet – und vertritt dabei einen so volkstümlichen Feminismus, als hätte sich Mary Poppins mit den Suffragetten verbündet. Zurecht feiert man sie am Lido für ihre geballte Einzigartigkeit. notiert Daniel Kothenschulte1) in der "Berliner Zeitung" (06.09.2010).

Foto: Catherine Deneuve bei der "César"-Verleihung 20111)  
im Pariser "Théâtre du Châtelet"
Quelle: Wikimedia Commons 
Urheber: Georges Biard;  Lizenz CC-BY-SA 3.0

Abgedreht war das Drama "Les yeux de sa mère" (2011) von Regisseur Thierry Klifa mit der Deneuve in der Hauptrolle einer einst weltberühmten Fernsehjournalistin, ebenso wie Christophe Honorés1) Film "Die Liebenden – von der Last, glücklich zu sein"1) (2011, Les Bien-aimés; Kinostart Deutschland: 03.05.2012). In der 3D-Neuverfilmung von "Asterix bei den Briten" mit dem Titel "Asterix & Obelix – Im Auftrag ihrer Majestät"1) (Astérix et Obélix: Au service de sa Majesté)" hatte sie neben Gérard Depardieu, der zum vierten Mal den Part des schwergewichtigen Obelix mimte, die Rolle der britischen Königin übernommen haben; der Filmspaß kam am 18. Oktober 2012 in die deutschen Kinos. Ebenfalls 2012 wurde die von Valeria Sarmiento1) aufwendig inszenierte portugiesisch-französische Produktion "Lines of Wellington – Sturm über Portugal"1) mit John Malkovich als General Wellington1) auf verschiedenen Filmfestivals gezeigt; in dem Historienepos präsentierte sich Catherine Deneuve mit der Nebenrolle der Severina. Im Rahmen des Wettbewerbs der "63. Internationalen Filmfestspiele"1) in Berlin feierte Mitte Februar 2013 Emmanuelle Bercots1) Geschichte "Madame empfiehlt sich"1) (Elle s'en va) seine Premiere, in der die Deneuve als eine Frau glänzte, die aus ihrem Alltag ausbricht und am Ende einer Reise durch Frankreich eine neue Liebe zu einem Mann (Gérard Garouste) aus der eigenen Familie findet. Der Lohn für Deneuves schauspielerische Leistung war 2013 der "Darstellerpreis" des Filmfestivals von Cabourg sowie 2014 eine "César"-Nominierung als "Beste Hauptdarstellerin".
 

Foto: Catherine Deneuve 2013 beim Filmfestival in Cabourg1)
Quelle: Wikimedia Commons 
Urheber: Georges Biard;  Lizenz CC-BY-SA 3.0

Catherine Deneuve 2013 beim Filmfestival in Cabourg; Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Georges Biard;  Lizenz CC-BY-SA 3.0
Catherine Deneuve 2014 bei den "Internationalen Filmfestspielen von Cannes"; Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Georges Biard;  Lizenz CC-BY-SA 3.0 Am 5. März 2014 ging in Frankreich ein weiterer Film mit Catherine Deneuve in der Hauptrolle an den Start, "Dans la cour" heißt das von Pierre Salvadori1) in Szene gesetzte Drama, welches anlässlich der "64. Internationale Filmfestspiele" von Berlin (Berlinale 20141)) im Rahmen "Berlinale Special" im Friedrichstadtpalast auf dem Programm stand: "Ein Pariser Hinterhof, seine liebenswerten, skurrilen Bewohner und Bewohnerinnen, ihre Sorgen und Sehnsüchte stehen im Mittelpunkt der schrägen Tragikomödie. Mit den Augen des neuen Hausmeisters Antoine (Gustave Kervern) lernen wir die Mieter kennen. Da ist der mit Drogen dealende Fahrraddieb, der den Hof mit seinen Rädern zustellt. Und der Zwangsneurotiker, der alles sauber und leer geräumt sehen möchte. Im obersten Stock wohnt Mathilde (Deneuve) mit ihrem Mann, sie ist gerade in Rente gegangen und versucht nun, ihren Alltag neu zu gestalten. In der verunsicherten Frau erkennt Antoine eine Seelenverwandte, denn auch sein Leben befindet sich im Umbruch. (…)" (Quelle: www.berlinale.de).
Am 19. März 2015 kam dann auch bei uns Benoît Jacquots1) dramatische Romanze über eine "Ménage à trois" mit dem Titel "3 Herzen"2) (3 coeurs) in die Kinos, in der Catherine Deneuve als Madame Berger, Mutter der Töchter Sylvie (Charlotte Gainsbourg1)) und Sophie (Chiara Mastroianni1)) zu sehen ist – letztere auch im wahren Leben Deneuves Tochter. Erzählt wird die Geschichte zweier ungleicher Schwestern, die sich unwissentlich in denselben Mann (Benoît Poelvoorde1)) verlieben; die WDR-Koproduktion feierte ihre Weltpremiere am 30. August 2014 im Wettbewerb der "Internationalen Filmfestspiele von Venedig"1).
  
Foto: Catherine Deneuve 2014 bei den "Internationalen Filmfestspielen von Cannes"
Quelle: Wikimedia Commons 
Urheber: Georges Biard;  Lizenz CC-BY-SA 3.0
In "La tête haute" (dt. etwa "Erhobenen Hauptes"), einem Sozialdrama von Emmanuelle Bercot, überzeugte die Deneuve einmal mehr, diesmal als die in der französischen Provinz tätige einfühlsam-verständnisvolle Jugendrichterin Florence Blaque, welche über Jahre mit dem Leben des Kleinkriminellen Malony (Rod Paradot) konfrontiert wird; die Produktion eröffnete am 13. Mai 2015 die "68. Internationalen Filmfestspiele von Cannes"1). In der surrealen "Götter"-Komödie des Belgiers Jaco Van Dormaels1) "Le tout nouveau testament" (2015) präsentiert sie sich als gelangweilte, reiche Hausfrau Martine und spielt in diesem Film, der ebenfalls seine Weltpremiere in Cannes in der Nebenreihe "Quinzaine des Réalisateurs" (dt.: "Zwei Wochen der Regisseure") gezeigt wurde, erneut zusammen mit Benoît Poelvoorde (Gott) → www.kino-zeit.de.
   
Die spielerische Bandbreite von Catherine Deneuve ist enorm: Sie kann Verruchtheit und Distinguiertheit ebenso darstellen, wie Angst und weibliche Überlegenheit demonstrieren. Ihr Spiel wirkt dabei stets kontrolliert, unexzessiv und geheimnisvoll bis unnahbar und unterkühlt. Sie ließ sich nie an ein bestimmtes Genre binden, ob Thriller, Musical, Melodram oder Komödie – jedem ihrer Filme verlieh sie ihr spezifisches "Deneuve-Charisma". Dementsprechend können sich die Auszeichnungen der Schauspielerin sehen lassen: Beispielsweise erhielt sie neben den erwähnten Preisen 1980 in Rom den "David di Donatello"1) als "Beste ausländische Schauspielerin" für "Le dernier métro" (Die letzte Metro), für ihre Leistung in "8 Frauen" konnte sie gemeinsam mit ihren sieben anderen Mitspielerinnen 2002 den "European Film Award" sowie in Berlin den "Silbernen Bären"1) entgegennehmen. 2005 überreichte man Catherine Deneuve in Cannes die "Ehrenpalme" für ihr Lebenswerk, ein weiterer Preis für ihr Lebenswerk wurde ihr 2013 anlässlich der Verleihung der "Europäischen Filmpreise"1) überreicht. Zuletzt ehrte man die "Grande Dame" des französischen Films am 7. Februar 2014 beim "Dresdner Opernball"1) mit dem "St. Georgs Orden": Wie Ballorganisator Hans-Joachim Frey am Donnerstag mitteilte, erhält die 70-Jährige den Preis für ihr Lebenswerk und ihr karitatives Engagement. Catherine Deneuve habe Kinogeschichte geschrieben, begründete Frey die Wahl der Deneuve. Außerdem setze sie sich seit Jahrzehnten für Menschenrechte und die Opfer von Landminen ein. Die Schauspielerin kommt als Botschafterin der Initiative "Cinema for Peace" nach Dresden. Die Stiftung, die weltweit auf soziale, politische und humanitäre Missstände aufmerksam macht, ist erstmals Partner des Semperopernballs. schrieb unter anderem der MDR; siehe auch Liste der Auszeichnungen bei Wikipedia.
  
Anlässlich des 65. Geburtstages der inzwischen mehrfachen Großmutter titelte der "Kölner Stadt-Anzeiger" "Klug, makellos, unergründlich" und schrieb unter anderem: … In der Tat bezieht Catherine Deneuve ihre Ausstrahlung aus der Kunst, die Makellosigkeit ihres Äußeren mit einer verletzlich wirkenden Zurückgezogenheit zu verbinden, mit einer Scheu, die nicht selten wie eine Abweisung wirken kann: Luis Buñuels "La Belle de Jour" ist nicht zuletzt deshalb eine so großartige Provokation, weil Séverine mit größtmöglicher Radikalität aus dem Gefängnis ihrer Unnahbarkeit ausbricht und sich als Prostituierte in einem Bordell verdingt. Neben der Schauspielerei ist Catherine Deneuve auch als Geschäftsfrau überaus erfolgreich. 1971 gründete sie ihre eigene Produktionsfirma "Les Films de la Citrouille". In den 1980er Jahren machte sie im amerikanischen Fernsehen erfolgreich Werbung für Chanel-Parfum und 1986 kam ein eigener Duft unter ihrem Namen auf den Markt.
Im Gegensatz zu anderen französischen Schauspielerinnen hat Catherine Deneuve – die Grande Dame des französischen Kinos –  nie Theater gespielt und war ausschließlich auf der Leinwand zu sehen. Sie schirmte ihr Privatleben, so gut es ging, von der Öffentlichkeit ab. Einige Jahre war sie mit dem britischen Modefotografen David Bailey1) verheiratet; die 1965 geschlossene Ehe wurde 1972 geschieden. Aus der Liaison mit ihrem Entdecker Roger Vadim stammt Sohn Christian (geb. 1963), der heute selbst Schauspieler ist; ein zweites Kind, Tochter Chiara1) (geb. 1972), stammt aus Catherine Deneuves Beziehung mit Schauspielerkollege Marcello Mastroianni3) (1924 – 1996).

Foto: Catherine Deneuve anlässlich der "Cinema for Peace"-Verleihung im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt (15.02.2010)
Foto mit freundlicher Genehmigung des Berliner Fotografen Christian Behring
© Christian Behring (www.christian-behring.com)

Catherine Deneuve anlässlich der "Cinema for Peace"-Verleihung im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt (15.02.2010); Foto mit freundlicher Genehmigung des Berliner Fotografen Christian Behring/Copyright Christian Behring
Für die Filmemacherin Anne Andreu machte die Film-Diva erstmals eine Ausnahme und ließ sich portraitieren, entstanden ist "ein Film über das Geheimnis Deneuve und das Abenteuer des modernen Kinos". Der Kultur-Sender ARTE zeigte das Portrait erstmals am 11. April 2010 unter dem Titel "Catherine Deneuve. Schön und geheimnisvoll" (OT: Catherine Deneuve, belle et bien là). Das Porträt von Anne Andreu beleuchtet "die Deneuve" von allen Seiten, mit ihrer Begeisterungsfähigkeit und ihren Ansprüchen, ihren Vorlieben und Zweifeln – die dank ihrer Charakterstärke meist rasch überwunden sind. "Never complain, never explain". Sie lässt andere nicht leicht an sich heran, aber wem sie ihr Vertrauen schenkt, der liest in ihrem Leben wie in einem offenen Buch. (Quelle: www.arte.tv
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
siehe auch Wikipedia, www.whoswho.de, www.film-zeit.de sowie
verschiedene Artikel bei www.spiegel.de
Link: 1) Wikipedia, 2) prisma.de, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP Stand Juni 2015
     
Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
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