Robert Hossein wurde am 30. Dezember 1927 als Robert Hosseinoff in der französischen Hauptstadt Paris geboren. Der Sohn des verstorbenen russisch-iranischen Komponisten Aminollah (André) Hossein1) (1905 – 1983) nahm Unterricht bei der russisch-stämmigen Schauspielerin Tania Balachova (1902 – 1973) sowie bei dem renommierten Theaterschauspieler Jean Marchat (1902 – 1966) und trat danach an Pariser Bühnen unter anderem in Stücken von Genet und Sartre auf. Eigene Versuche als Bühnenautor waren wenig erfolgreich, seine Regiearbeiten fanden größere Beachtung; so inszenierte Hossein in Montmartre am "Grand-Guignol"-Theater vornehmlich Boulevard-Stücke.
 
Ab Mitte der 1950er Jahre arbeitete der Schauspieler auch für den Film, war häufig in Gangsterrollen zu sehen und wurde mit zwielichtigen und ambivalenten Typen besetzt. Auch die von ihm seit 1955 inszenierten Filme wie "Les salauds vont en enfer" (Die Lumpen fahren zur Hölle) waren zumeist düstere Thriller-Varianten in der Tradition des "film noir."

Foto: Robert Hossein in den 1980er Jahren bei den 
Internationalen Filmfestspielen in Cannes
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Robert Hossein in den 80er Jahren bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes; Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Georges Biard; Lizenz CC-BY-SA 3.0.; Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported lizenziert.
1962 war Hossein der Partner von der Bardot in Roger Vadims "Le repos du guerrier" (Das Ruhekissen), der ihn auch in seinem Drama "Le vice et la vertu"1) (1963, Laster und Tugend) besetzte. Große Popularität brachten ihm dann vor allem Rollen in Historienfilmen ein. Hier verkörperte er abenteuerlustige Liebhaber wie in der seichten "Angélique"-Reihe oder – etwas klischeehaft – dubiose Gestalten wie 1967 den Serge Sukhotin in "J'ai tué Raspoutine" (Ich tötete Rasputin/Donner über St. Petersburg).
Besonders seine Rolle des mysteriösen "Jeoffrey, Comte de Peyrac" und Liebhaber von Angélique alias Michèle Mercier1) brachte Hossein in den frühen 1960er Jahren einen internationale Bekanntheitsgrad ein. Die romantischen Angélique-Filme basierten auf den populären Romanen der französischen Schriftstellerin Anne Golon1) und wurden weltweite Straßenfeger. Der erste Streifen "Angélique, marquise des anges"1) (Angélique) nach dem ersten Roman der mehrbändigen Serie gelangte 1964 in die Kinos. Bis 1968 folgten "Merveilleuse Angélique"1) (1965, Angélique, 2. Teil), "Angélique et le roy"1) (1966, Angélique und der König), "Indomptable Angélique"1) (1967, Unbezähmbare Angélique) und "Angélique et le sultan"1) (1968, Angélique und der Sultan). Dazwischen lagen Produktionen wie beispielsweise der starbesetzte Thriller "Spione unter sich1) (1965) oder der Italo-Western "Une corde, un colt…"1) (1968, Friedhof ohne Kreuze), wo er auch als Regisseur seine Handschrift hinterließ.
In den 1970er und 1980er Jahren zeigte er sich beispielsweise im Fernsehen in dem Zölibats- und Résistance-Drama "Prêtres interdits"1) (1973, Der Abbé und die Liebe), spielte die Hauptrolle des Pianisten Simon Meyer in dem von Claude Lelouch inszenierten Sechsteiler "Les uns et les autres"1) (1981, Ein jeglicher wird seinen Lohn empfangen…) oder war im Kino an der Seite von Jean Paul Belmondo in dem Actionfilm "Le Professionnel"1) (1981, Der Profi) als krankhaft ehrgeiziger Kommissar Rosen zu erleben. In den nachfolgenden Jahrzehnten trat Hossein nur noch sporadisch vor die Kamera, gehörte unter anderem zur Besetzung der Komödie "Vénus beauté (institut)"1) (1997, Schöne Venus) oder trat in dem Belmondo-Film "Un homme et son chien"1) (2008, Ein Mann und sein Hund) mit einer kleinen Nebenrolle in Erscheinung.
Robert Hossein am 10. April 2013; Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Georges Biard; Lizenz CC-BY-SA 3.0 Mit seiner konventionell gedrehten, aufwendigen Victor-Hugo-Verfilmung "Les misérables"1) (Legion der Verdammten) bewies er sich 1982/83 auch als kompetenter Regisseur abseits seiner üblichen Klischees. 
Als Regisseur arbeitete Hossein öfter mit seinem Vater zusammen, der als Komponist die Soundtracks zu seinen Filmen beisteuerte, wie beispielsweise bei dem Revolutionsepos "Le goût de la violence"1) (1961, Haut für Haut), wo Mario Adorf an der Seite von Hossein als Haudegen Chamaco eine weitere Hauptrolle spielte.
Hossein, der in über 100 Filmen mitspielte, ist heute zu einem bedeutenden kulturellen Botschafter des französischen Theaters geworden; zwischen 2000 und 20008 leitete er als Direktor das "Théâtre Marigny", übernahm aber immer mal Aufgaben für Film und Fernsehen.
1978 veröffentlichte Hossein seine Erinnerungen "La sentinelle aveugle" und 2002 brachte er sein neues Buch "Entre lumière et ténèbres" auf den Markt, das von seinem Glauben an die Menschheit und der Begegnung mit Gott handelt. Zwei seiner neuen Inszenierungen "Un homme nommé Jésus" und "Jésus était son nom" sind in engem Zusammenhang mit seiner christlichen Überzeugung zu sehen.
  
 
Foto: Robert Hossein am 10. April 2013
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Hossein war drei Mal verheiratet, seine erste Ende 1955 geschlossene Ehe mit Filmpartnerin Marina Vlady2) endete vor dem Scheidungsrichter; aus dieser Verbindung stammen die Söhne Igor and Pierre. Von seiner zweiten Frau, der heutigen Psychoanalytikerin und Autorin Caroline Eliacheff1), mit der er Sohn Nicolas hat, ließ er sich 1964 ebenfalls scheiden. Die damals 14-Jährige Caroline konnte er am 7. Juni 1962 nur mit Sondererlaubnis des Staatspräsidenten de Gaulles heiraten. Heute lebt der Schauspieler und Regisseur mit der Schauspielerin Candice Patou, seiner dritten Frau zusammen, die er am 28. Juni 1976 ehelichte; aus der Verbindung stammt Sohn Julien.
Siehe auch Wikipedia
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP
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Kinofilme als Darsteller (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia)
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