Yves Montand wurde am 13. Oktober 1921 mit dem bürgerlichen Namen Ivo Livi als jüngstes von drei Kindern im italienischen Monsummano Terme nahe Florenz (Toskana) geboren. Sein Vater Giovanni Livi war selbständiger Besenbinder und radikaler Kommunist, der ca. 1920 zunächst ohne seine Familie das faschistische Italien verließ. Eigentlich wollte er nach Amerika auswandern, blieb aber in Marseille hängen und versuchte dort eine selbständige Existenz als Besenbinder aufzubauen. Drei Jahre später (1924) folgte ihm die Familie, die 1929 die französische Staatsbürgerschaft erhielt. 1932 machte sein Vater wegen der nun auch nach Europa übergreifenden Weltwirtschaftskrise bankrott. Yves musste die Schule verlassen und arbeitete u.a. im Friseursalon seiner Schwester.1) In Marseille verbrachte Ivo seine Kindheit in ärmlichen Verhältnissen, bereits mit elf Jahren musste der junge Ivo die Schule abbrechen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er arbeitete in Fabriken und Bars, war mit 14 Friseurgehilfe bei seiner Schwester, später Hafenarbeiter und Botenjunge, ehe er als 18-Jähriger zum erstenmal in einer Bar von Marseille als Chansonnier auftrat. Später nahm er Tanz- und Gesangsstunden und tingelte durch die Provinz.
Seinen Künstlernamen soll Montand übrigens 1938 von der Aufforderung seiner Mutter "Ivo! Monta!" abgeleitet haben, die ihn als Kind so rief, wenn ins Haus kommen sollte –  was soviel heißt wie "Ivo, steh auf" oder "Ivo, komm her".

Foto: Yves Montand 1987 bei dem Internationalen Filmfestspielen von Cannes
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons;
Urheber: Georges Biard;  Lizenz CC-BY-SA 3.0.
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Yves Montand 1987 bei dem Internationalen Filmfestspielen von Cannes; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Urheber: Georges Biard; Lizenz CC-BY-SA 3.0.
1944 kam Montand nach Paris, wo er durch Vermittlung von Édith Piaf2) (1915 – 1963) in deren Shows bei den "Folies-Bergère" und im "Moulin Rouge" auftrat. Die Piaf förderte ihren Schützling, die beiden verliebten sich ineinander und hatten zwei Jahre lang eine Liebesbeziehung. 1945 erhielt Montand im Pariser " Théâtre de L'étoile" seine erste eigene abendfüllende Show, die ihn schnell in Frankreich populär machte. Mit der legendären Édith Piaf gab er 1946 auch sein Filmdebüt in Marcel Blistènes "Étoile sans lumière" (Chanson der Liebe). Ein Jahr später erhielt er die Hauptrolle in Marcel Carnès "Les portes de la nuit" (Pforten der Nacht), der an den Kinokassen jedoch kein großer Erfolg wurde.
Zunächst blieb Montand bis Anfang der 1950er Jahre hauptsächlich als Chansonnier bekannt und spielte beim Film nur recht schematische Rollen – Typ "selbstbewusster Proletarier" – in wenig bedeutenden Filmen.
 
1949 lernte Montand die Schauspielerin Simone Signoret2) (1921 – 1985) kennen, die zu dieser Zeit noch mit dem Regisseur Yves Allegrét3) (1907 – 1987) verheiratet war. Nach der Scheidung heirate das Paar 1951 und diese Ehe war trotz zahlreicher Affären Montands eine der wenigen dauerhaften Verbindungen im Showgeschäft; sie hielt bis zum Tod von Simone Signoret im Jahre 1985.
Einen ersten internationalen Erfolg verzeichnete Montand 1953 als Korse Mario neben Charles Vanels und Peter van Eyck in Henri-Georges Clouzots Dynamit-Thriller "Le salaire de la peur"3) (Lohn der Angst). Immer wieder war er aber auch der glühende Liebhaber von schönen Frauen wie 1956 von Silvana Mangano in "Uomini e lupi" (Frauen und Wölfe) oder 1958 von Gina Lollobrigida in "La legge" (Wo der heiße Wind weht). Große Beachtung fand der Schauspieler dann mit der Hauptrolle in "Les héros sont fatigués"3) (1955, Die Helden sind müde), ebenso wie mit seiner Rolle des John Proctor in Raymond Rouleaus "Les sorcières de Salem"3) (1957, Die Hexen von Salem), in dem er gemeinsam mit seiner Frau auftrat; die Arthur-Miller-Verfilmung war in Co-Produktion zwischen Frankreich und der damaligen DDR entstanden und Montand erhielt für seine Darstellung eine Auszeichnung auf dem Filmfest in Karlovy Vary.

1960 erhielt der Franzose auch einen Filmvertrag von der "20th Century Fox" und mimte neben Marilyn Monroe, mit der ihm eine Romanze nachgesagt wurde, den Millionär Jean-Marc Clement in George Cukors romantischer Komödie "Let's Make Love"3) (Machen wir's in Liebe), in Anatole Litvaks Sagan-Adaption "Aimez-vous Brahms …"3) (1961, Lieben Sie Brahms?) war er dann ein Jahr später als Partner von Ingrid Bergman zu sehen.
Nach Filmen wie der heiteren Geschichte "My Geisha"3) (1962, Meine Geisha) begann für Montand eine enge Zusammenarbeit mit dem radikalen Filme-Macher Konstantinos Costa-Gavras, die 1965 mit dessen Debütfilm "Compartiment tueurs"3) (Mord im Fahrpreis inbegriffen) seinen Anfang nahm; auch hier spielte Montand wieder zusammen mit seiner Frau Simone Signoret.
1966 wurde der Künstler für seine Verkörperung des Exil-Franzosen Diego in Alain Resnais' "La guerre est finie"3) (Der Krieg ist vorbei) in Frankreich als bester Schauspieler ausgezeichnet. Ein Jahr später trat er vorerst zum letzten Mal als Sänger auf die Bühne und konzentrierte sich bis zu seinem vielumjubelten Comeback im Jahre 1980 auf seine Arbeit vor der Kamera.
 
Nach seiner Rolle des Ferrari-Fahrer Sarti in John Frankenheimers Rennfahrerfilm "Grand Prix"3) (1966) feierte Montand Welterfolge mit Costa-Gavras' Polit-Thrillern "Z"3) (1969) und "L'aveu"4) (1970, Das Geständnis). Mit Alain Corneau drehte er dann Ende der 1970er Jahren drei Thriller, die zu großen Publikumserfolgen wurden: 1976 kam "Police Python 357"3) (Im tödlichen Kreis) in die Kinos, ein Jahr später folgte "La menace" (1977, Lohn der Giganten) und 1981 "Le choix des armes"3) (Wahl der Waffen). Von seiner romantischen Seite konnte sich der Star 1970 neben Barbra Streisand in dem Vincente Minnelli-Musical "On a Clear Day You Can See Forever" (Einst kommt der Tag…) zeigen oder 1972 neben Romy Schneider in "César et Rosalie"3) (Cesar und Rosalie). Gute Kritiken erhielt auch Claude Sautets subtiles Gruppenportrait "Vincent, François, Paul… et les autres"3) (1974, Vincent, François, Paul und die anderen), wo Montand zusammen mit Michel Piccoli, Serge Reggiani und Gérard Depardieu einmal mehr seine darstellerische Vielseitigkeit unter Beweis stellen konnte. Als "Einfallsreich pointierte Komödie, die mit geistvollem Charme die Weltfluchtromantik verulkt und ungeachtet einiger Mängel schwungvoll unterhält." bezeichnet das "Lexikon des internationalen Film die mit Montand und Catherine Deneuve realisierte Produktion "Le sauvage"3) (1975, Die schönen Wilden). Seine gelungensten komödiantischen Rollen hatte er 1986 an der Seite von Gérard Depardieu in Claude Berris Pagnol-Verfilmungen "Jean de Florette"3) sowie mit Emmanuelle Béart in "Manon des sources
"3) Manons Rache).

Montand machte nicht nur als Schauspieler und Sänger von sich reden, sondern engagierte sich auch politisch; 1950 unterschrieb er ein Papier gegen die Atombombe und wurde prominentes Mitglied der kommunistischen Partei. Nach dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Armee in der CSSR richtete er dann spektakuläre Absagen an jegliche Form des Sozialismus, den er bis 1968 noch in seiner bürokratischen Form verteidigt hatte und trat aus der kommunistischen Partei aus.
Während seiner Arbeit für den Film setzte Montand seine Karriere als einer der führenden französischen Chansonniers fort: Trotz Protest seiner Landsleute – die Russen hatten grade Ungarn besetzt – ging er 1956 auf eine Tournee durch Osteuropa, die in auch nach Russland führte. 1959/60 feierte er in Amerika Erfolge und trat acht Wochen lang im "Golden Theatre" am Broadway auf; später folgten Tourneen durch Japan und England.

Montand avancierte im Kreis um Édith Piaf – und nicht zuletzt durch sie – zu einem der beliebtesten Chansonniers Frankreichs und mit seinem Liedern traf er das Pariser Lebensgefühl der 1950er und 1960er Jahre. Es waren zumeist zärtliche, manchmal melancholische Stücke, die aber immer melodisch waren. Die großen Vorbilder des Sängers waren Maurice Chevalier2) (1888 – 1972) und Fred Astaire2) (1899 – 1987), doch er fand seinen eigenen Stil und schuf urfranzösische Lieder, die Welthits wurden. Im Ausland waren es vor allem die Chansons nach Texten von Jacques Prévert3) (1900 – 1977), die ihn berühmt machen. Auch nach seinem Tod sind seine Lieder ungemein populär geblieben.
Von dem spanischen Romancier Jorge Semprún3) (1923 – 2011) stammt das 1983 in Frankreich veröffentlichte Buch "Montand, la vie continue", das bei uns in deutscher Übersetzung als "Yves Montand, das Leben geht weiter" 1986 auf den Markt kam. Im Heyne-Verlag erschien 1989 "Yves Montand. Seine Filme – sein Leben", gemeinsam mit Yves Montand schrieben Herve Hamon und Patrick Rotman "Yves Montand. Du siehst, ich habe nicht vergessen. Ein Leben in diesem Jahrhundert."
1994 widmete die französische Post Yves Montand eine Briefmarke.

Der Schauspieler und Sänger Yves Montand starb am 9. November 1991 im Alter von 70 Jahren in Senlis bei Paris an den Folgen eines Herzanfalls, den er bei den Dreharbeiten zu seinem letzten Film "IP5: L'île aux pachydermes" (Insel der Dickhäuter) erlitten hatte. Er hinterließ die Stieftochter Catherine Allegrét3), seine Lebensgefährtin und frühere Assistentin Carole Amiel, die er 1987 geheiratet hatte, sowie den 1988 geborenen Sohn Valentin aus dieser Verbindung. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Pariser Prominentenfriedhof "Père lachaise" an der Seite von Ehefrau Simone Signoret → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons.
Im März 1998 sorgte der verstorbene Montand noch einmal für Schlagzeilen, als sein Leichnam wegen eines Vaterschaftstests exhumiert wurde. Aurore Drossart hatte schon zu Montands Lebzeiten gemeinsam mit ihrer Mutter Anne-Gilberte Drossart, die Montand 1974 bei Dreharbeiten kennengelernt hatte, dafür gekämpft, als Tochter des Stars anerkannt zu werden. Dieser hatte sich 1990, als ein Gericht ihn zu einer Blutprobe aufforderte, geweigert. Drei Experten kamen in ihren genetischen Untersuchungen unabhängig voneinander zum Schluss, dass Yves Montand nicht der Vater der am 6. Oktober 1975 geborenen Aurore Drossard sei.

Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch, www.whoswho.de
Quelle: 1) Wikipedia (abgerufen 28.07.2011)
Link: 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) Wikipedia, 4) prisma.de
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(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
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