Monica Vitti wurde am 3. November 1931 als Maria Luisa Ceciarelli in der italienischen Hauptstadt Rom geboren und wuchs in einer gut bürgerlichen Familie auf. Nach dem Besuch der "Accademia D'Arte Drammatica" in Rom, gab sie 1954 ihr Bühnendebüt, spielte bei der Theatergruppe von Sergio Tofano (1883 – 1973) in Stücken von Molière, Shakespeare, Brecht und Ionesco und trat auch schon in zahlreichen Fernsehproduktionen auf. Ebenfalls 1954 war sie erstmals – noch ungenannt – mit einer kleinen Nebenrolle in Edoardo Antons Film "Ridere! Ridere! Ridere!" zu sehen. Eine erste bedeutendere Aufgabe erhielt Monica Vitti dann 1957 in Mario Amendolas Komödie "I dritti". In der Zwischenzeit hatte sie Michelangelo Antonioni1) (1912 – 2007) kennen gelernt, unter dessen Regie sie im Theater unter anderem in John Osbornes "Blick zurück im Zorn" spielte.
Monica Vitti im Juli 1965 zusammen mit Filmpartner Terence Stamp anlässlich der Dreharbeiten zu "Modesty Blaise" in Amsterdam; Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 917-9562); Urheber/Fotograf: Nijs, Jac. de / Anefo; Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz: www.gahetna.nl/over-ons/open-data / CC BY-SA 3.0 NL. Vittis Begegnung mit Antonioni, mit dem sie auch acht Jahre lang privat eine enge Beziehung einging, markierte einen Einschnitt in ihrer Karriere. 1960 gab er ihr die Hauptrolle in seinem Meisterwerk "L'avventura"1) (Die mit der Liebe spielen); in dem Film, der eine Drehzeit von drei Jahren in Anspruch nahm, verkörperte sie meisterhaft die Claudia, eine junge Frau in einer Lebenskrise. Diesen Frauentypus entwickelte Monica Vitti dann in Antonionis Filmen "La notte"1) (1961, Die Nacht), "L'eclisse"1) (1962, Liebe 1962) und "Il deserto rosso"1) (1964, Die rote Wüste) weiter und fand nun auch internationale Beachtung
In den 1960er und 1970er Jahren war Monica Vitti auch häufig im Ausland tätig und spielte unter anderem 1963 die Eleanore Falsen in Roger Vadims Sagan-Adaption "Château en Suède" (Ein Schloss in Schweden) 1966 parodierte sie brillant als "Modesty Blaise" den Superagenten James Bond in Joseph Loseys gleichnamigem Film (Modesty Blaise – Die tödliche Lady), der jedoch von einigen Kritikern verrissen wurde.

Foto: Monica Vitti im Juli 1965 zusammen mit Filmpartner Terence Stamp1)
anlässlich der Dreharbeiten zu "Modesty Blaise" in Amsterdam
Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 917-9562)
Urheber/Fotograf: Nijs, Jac. de / Anefo; mehr bei → www.gahetna.nl
Quelle: Wikimedia Commons;
Lizenz: www.gahetna.nl/over-ons/open-data / CC BY-SA 3.0 NL

Nach der Trennung von Antonioni zeigte sich Vitti in Komödien und konnte auch in diesem Genre überzeugen, ihr Typus wurde zu einem Markenzeichen des italienischen Films. Erfolge verzeichnete sie unter anderem in Mario Monicellis "La ragazza con la pistola"1) (1968, Mit Pistolen fängt man keine Männer) und erhielt die Filmpreise "Nastro d’Argento"1) und "David di Donatello"1) als "Beste Hauptdarstellerin". An der Seite von Marcello Mastroianni und Giancarlo Giannini glänzte sie in Ettore Scolas Dreieckskomödie "Dramma della gelosia"1) (1970, Eifersucht auf Italienisch2), sehenswert ist auch ihr Auftritt in Luis Buñuels Episodenfilm "Le fantome de la liberté"1) (1974, Das Gespenst der Freiheit2)) mit Jean-Claude Brialy als Partner.
Ende der 1970er Jahre kam es noch einmal zu einer Zusammenarbeit mit Antonioni, der ihr die Hauptrolle in seinem experimentellen Fernsehfilm "Il mistero di Oberwald" (1981, Das Geheimnis von Oberwald) anvertraute.
1984 wurde Monica Vitti auf der "Berlinale" für ihre Leistung in "Flirt" mit einem "Silbernen Bär" ausgezeichnet, dem Debütfilm ihres langjährigen Lebensgefährten Roberto Russo, den sie 1995 nach 20 Jahren "wilder Ehe" heiratete; mit ihm zusammen hatte sie auch das Drehbuch geschrieben.
Nach der Realisierung ihres Filmes "Scandalo segreto" (1989) als Regisseurin, Autorin und Darstellerin zog sich die Schauspielerin vom Filmgeschäft zurück, übernahm jedoch noch sporadisch Aufgaben für das Fernsehen und das Theater. In den letzten Jahren betätigte sich Monica Vitti zunehmend erfolgreich als Schriftstellerin; ihr erstes Buch war 1993 die geistreiche Autobiografie "Sette sottane" (Sieben Röcke).
Die zwischen 1971 und 1979  vier Mal mit dem bedeutendsten italienischen Filmpreis "David di Donatello" ausgezeichnete Künstlerin konnte 1995 anlässlich der Biennale in Venedig den "Goldenen Löwen"1) für ihr Lebenswerk entgegennehmen → Auszeichnungen bei Wikipedia.

Foto: Monica Vitti 1990
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Monica Vitti 1990; Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Georges Biard; Lizenz CC-BY-SA 3.0
Siehe auch Wikipedia
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Kinofilme
Filmografie Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
  • 1954: Ridere! Ridere! Ridere!
  • 1954: Una pelliccia di visone (Der Nerzmantel)
  • 1956: Adriana Lecouvreur
  • 1958: I dritte
  • 1960: L'avventura (Die mit der Liebe spielen)
  • 1960: La notte (Die Nacht)
  • 1962: L'eclisse (Liebe 1962)
  • 1962: Les quatre vérités (Die vier Wahrheiten)
  • 1963: Château en suède (Ein Schloss in Schweden)
  • 1963: Dragées au poivre
  • 1963: Follie d'estate
  • 1964: Alta infedeltà (Ehen zu dritt)
  • 1964: Il deserto rosso (Die rote Wüste)
  • 1964: Il disco volante
  • 1965: Le bambole
  • 1966: Le fate (Die Gespielinnen)
  • 1966: Modesty Blaise (Modesty Blaise – Die tödliche Lady)
  • 1967: Fai in fretta ad uccidermi… ho freddo! (Mach mich kalt, ich friere)
  • 1967: Ti ho sposato per allegria
  • 1968: La femme écarlate (Kalte Augen)
  • 1968: La ragazza con la pistola (Mit Pistolen fängt man keine Männer)
  • 1969: Amore mio aiutami
  • 1969: La cintura di castità (Der Keuscheitsgürtel)
  • 1970: Dramma della gelosia (Eifersucht auf Italienisch)
  • 1970: La pacifista
  • 1970: Le coppie
  • 1970: Ninì Tirabusciò: la donna che inventò la mossa
  • 1971: Noi donne siamo fatte così
  • 1971: La supertestimone
  • 1972: Gli ordini sono ordini
  • 1972: Teresa la ladra (Teresa, die Diebin)
  • 1973: Polvere di stelle
  • 1973: La Tosca
  • 1974: Le fantome de la liberté (Das Gespenst der Freiheit)
  • 1975: A mezzanotte va la ronda del piacere (Eine Laus im Pelz)
  • 1975: Qui comincia l'avventura
  • 1975: L'anatra all'arancia (Ente auf Orange)
  • 1976: Basta che non si sappia in giro!…
  • 1977: L'altra metà del cielo
  • 1977: La raison d'état (Staatsraison)
  • 1977: Mimì Bluette … fiore del mio giardino
  • 1979: Amori miei
  • 1979: An Almost Perfect Affair
  • 1979: Letti selvaggi (Wilde Betten -Lippenstift Tigerinnen)
  • 1980: Il tango della gelosia
  • 1980: Il mistero di Oberwald (Das Geheimnis von Oberwald)
  • 1980: Non ti conosco più amore
  • 1981: Camera d'albergo
  • 1982: Io so che tu sai che io so
  • 1982: Scusa se è poco
  • 1983: Flirt
  • 1986: Francesca è mia
  • 1989: Scandalo segreto
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