Marina Vlady Ende Oktober 2009 in Straßburg anlässlich der Präsentation ihres Buches "Le fol enfant"; Urheber: Wikimedia User Ji-Elle; Lizenz CC-BY-3.0 Marina Vlady wurde am 10. Mai 1938 mit dem klingenden Namen Marina Catharina de Poliakoff-Baïdaroff im französischen Clichy-la-Garenne geboren. Die Tochter des aus Russland emigrierten Opernsängers Wladimir de Poliakoff und dessen Frau, der Tänzerin Militza Enwald, trat schon als Kind unter dem Namen Marina Versois im Ballett der Pariser Oper auf und wurde 1949 mit elf Jahren für den Film entdeckt. Auch ihre älteren Schwestern Olga Baidar-Poliakoff (1928 – 2009), Odile Versois1) (1930 – 1980) und Helene Vallier (1932 – 1988) waren künstlerisch erfolgreich, Olga als TV-Regisseurin, Odile und Helene als Schauspielerinnen.
Marina Vlady spielte zunächst als verführerischen Teenager Rollen in italienischen, französischen und deutschen Produktionen der 1950er Jahre. 1954 wurde sie mit dem "Prix Suzanne Bianchetti" für ihre Darstellung der Liliane Noblet in André Cayattes "Avant le déluge" (Vor der Sintflut) ausgezeichnet. Nach den aufreizenden Teenager-Rollen wandelte die Vlady sich zum verführerischen Vamp und die Rolle der Ina in André Michels "La sorcière" (Die blonde Hexe) geriet 1955 zum größten Publikumserfolg ihrer Karriere. Im gleichen Jahr hatte sie ihren Kollegen Robert Hossein2) geheiratet und trat mit diesem auch mehrfach auf der Leinwand auf; aus der Verbindung, die nur wenige Jahre später scheiterte, stammen die Söhne Igor und Pierre.

Foto: Marina Vlady Ende Oktober 2009 in Straßburg anlässlich
der Präsentation ihres Buches "Le fol enfant"
Urheber: Wikimedia User Ji-Elle; Lizenz CC-BY-3.0
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Ab Mitte der 1950er Jahre war die attraktive Schauspielerin in eher konventionellen Filmen zu sehen, wie etwa in dem Krimi "Le crâneur"1) (1955, Mädchen in schlechter Gesellschaft) oder in Jean Delannoys Melodram "Princesse de Clèves"3) (1960, Prinzessin Cleve). Es gelang ihr jedoch das Image des Sexstars abzulegen, so lehnte sie beispielsweise die Hauptrolle in den "Angélique"-Filmen1) ab, in denen dann Michèle Mercier1) neben Ex-Ehemann Robert Hossein Berühmtheit erlangte.
1963 erhielt Marina Vlady bei den Filmfestspielen von Cannes den Darstellerpreis für ihre Titelrolle als sich emanzipierende Ehefrau Regina in Marco Ferreris moralkritischem Film "Una storia moderna"3) (Die Bienenkönigin). Drei Jahre später arbeitete sie mit Orson Welles in dessen Falstaff-Variante "Campanadas a medianoche"1) zusammen, übernahm dann 1967 die Hauptrolle der Juliette Jeanson in Jean-Luc Godards Parabel "Deux ou trois choses que je sais d'elle"1) (Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß3)).
Während ihrer umfangreichen Arbeit für den Film gab Marina Vlady zudem Theatergastspiele, unter anderem in Rumänien und der Sowjetunion, wo sie 1967 den Schauspieler und Sänger Wladimir Semjonowitsch Wyssozki1) (1938 – 1980) kennen und lieben lernte. Das Paar heiratete im Dezember 1969, in Márta Mészarós "Ök ketten" (1977, Marie und Julie) traten sie auch einmal gemeinsam vor die Filmkamera.
Nach Produktionen wie dem Abenteuer "Il triangolo delle Bermude"1) (1977, SOS-SOS-SOS Bermuda-Dreieck) wirkte Marina Vlady nur noch sporadisch in Kinoproduktionen mit. In den 1980er Jahren war sie neben ihrer umfangreichen Tätigkeit für das Fernsehen auf der Leinwand mit der herausragenden Rolle der Bordellwirtin in Maria Knillis Emigrationsstudie "Follow Me"3) (1989) zu sehen sowie als Partnerin Marcello Mastroiannis in Ettore Scolas Abgesang auf bessere Kinozeiten "Splendor" (1989). Nach längerer Pause zeigte sie sich 2001 im Fernsehen noch einmal in der italienisch-französisch-deutschen Tolstoi-Adaption "Die Auferstehung"1).
 
1987 veröffentlichte Marina Vlady ihre Erinnerungen an ihren 1980 verstorbenen Mann Wladimir Wyssozki, die in der Sowjetunion zum Bestseller wurden; in Deutschland kam das Buch 1991 mit dem Titel "Eine Liebe zwischen zwei Welten – Mein Leben mit Wladimir Wyssozki" in die Buchhandlungen. Im Laufe der kommenden Jahre publizierte Marina Vlady weitere Bücher, unter anderem die Erinnerungen "24 images/seconde" (2005) sowie zuletzt Anfang September 2009 "Le fol enfant". Hier schildert sie den langen Weg ihres ältesten Sohnes Igor aus dem Koma, er war von einem betrunkenen Autofahrer angefahren und schwer verletzt worden → Übersicht der Buchveröffentlichungen bei Wikipedia (französisch).
Die erste Ehe des Stars mit Robert Hossein war 1959 geschieden worden, auch die 1963 geschlossene Ehe mit dem Geschäftsmann Jean-Claude Brouillet war nach nur drei Jahren gescheitert. Nach dem Ableben von Wladimir Wyssozki ehelichte Marina Vlady den Krebsforscher Professor Dr. Léon Schwartzenberg, mit dem sie bis zu dessen Tod im Jahre 2003 verheiratet blieb.
Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP,  3) prisma.de
   
Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
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