Tony Curtis bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 1997;  Quelle: Wikimedia Commons; es handelt sich um einen Ausschnitt des Fotos Tony Curtis 1997.jpg; Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Georges Biard; Lizenz CC-BY-SA 3.0.; Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported lizenziert. Tony Curtis wurde am 3. Juni 1925 als Bernard Schwartz und Sohn ungarischer Einwanderer jüdischen Glaubens im New Yorker Armenviertel Bronx geboren, wo er zusammen mit mit zwei Brüdern auch aufwuchs und als 11-Jähriger bereits Mitglied einer Straßengang war; bis zu seinem sechsten Lebensjahr sprach Curtis nur Ungarisch und Jiddisch. Erste schauspielerische Erfahrungen sammelte "Bernie" als Pfadfinder in Laienaufführungen und später, Anfang der 1940er Jahre, als Soldat bei der US-Marine in diversen Amateuraufführungen. In den Marine-Ausbildungsstätten sah er zum ersten Mal etwas anderes als New York, tat sich als erstklassiger Sportler hervor und entdeckte, zusammen mit seinen Kameraden, die Liebe zum anderen Geschlecht. Die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges verbrachte der mittlerweile 20-Jährige auf der Insel Guam, ohne jedoch in echte Kämpfe verwickelt zu werden. Bedingt durch eine Kriegsverletzung, die er sich auf einem U-Boot zugezogen hatte, wurde er frühzeitig aus der Wehrpflicht entlassen, begann, sich nun ernsthaft der Schauspielerei zu widmen.
 
 
Foto: Tony Curtis bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 1997
Quelle: Wikimedia Commons; es handelt sich um einen Ausschnitt des Fotos Tony Curtis 1997.jpg
Urheber: Georges Biard;  Lizenz CC-BY-SA 3.0.
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Er lernte ab 1946 im "Dramatic Workshop" in New York unter Erwin Piscator, der einst schon mit Bertolt Brecht zusammengearbeitet hatte, die Grundregeln der Schauspielerei. Zu seinen Mitstudenten und Freunden zählten unter anderem die etwa gleichaltrigen späteren Stars Walter Matthau1) (1920 – 2000) und Harry Belafonte1). Curtis spielte nach der Ausbildung zunächst kleinere Rollen am Theater und tingelte mit einer Wandertruppe übers Land. Als er dann 1948 auf der Bühne die Titelfigur in dem Drama "Golden Boy" von Clifford Odets verkörperte, die zehn Jahre zuvor das Trittbrett für William Holdens Starkarriere gewesen war, wurde er von Bob Goldstein, Talentsucher der "Universal Studios", entdeckt und unter Vertrag genommen. Zunächst bekam das hoffnungsfrohe Nachwuchstalent kleinste Nebenrollen wie 1946 in "Gilda" neben der attraktiven Rita Hayworth oder in dem Burt Lancaster-Streifen "Gewagtes Alibi"1) (1949, Criss Cross), wurde nun aber regelrecht zum Star aufgebaut. 
Ab 1949 gehörte "Bernie Schwartz" zu jener legendären Nachwuchsdarstellerriege, die von "Universal" von der Pike auf zu Filmstars getrimmt wurden. Und genauso wie aus seinem Kollegen bzw. Konkurrenten Roy Scherer "Rock Hudson" wurde, verpasste man auch Bernie einen neuen Namen, man "taufte" ihn auf Anthony Curtis. In diesen Jahren, in denen Tony (das "Anthony" wurde bald fallengelassen) reiten, schießen, tanzen, singen, fechten u. Ä. erlernte, prägte sich bereits sein Sinn für die Weiblichkeit voll aus. Innerhalb weniger Jahre avancierte der athletische Adonis zum Abgott der Teenager-Massen; sein blendendes Aussehen bewirkte allerdings, dass er vorzugsweise in Kostüm- und Abenteuerstreifen einfachster Machart – wie als heißblütiger Araber mit verträumtem Schlafzimmerblick in zwei kunterbunten Orient-Abenteuern mit Piper Laurie, "Die Diebe von Marschan" (1951, The Prince Who Was a Thief) und "Der Sohn von Ali Baba" (1952, Son of Ali Baba) – eingesetzt wurde. Er selbst tat diese Filme "mit einem Mädchen, einem Pferd und einem großen Kampf am Ende" später als "gorilla-pictures" ab.

Schnell konnte er sich jedoch schauspielerisch verbessern, ersten Starruhm erspielte sich der attraktive Schwarzhaarige auch in einer Reihe von Abenteuer-Produktionen: So machte er als Held  in Filmen wie "Houdini, der König des Varieté"2) (1953, Houdini) oder "Der eiserne Ritter von Falsworth"2) (1954, The Black Shield of Falworth) Furore. Regisseur Rudolf Maté hatte mit diesem Streifen ein farbenprächtiges "Ritterspektakel mit Waffengeklirr, Mannesstolz, romantischer Minne und einer erstaunlich genauen Schilderung kriegerischer Bräuche" (Lexikon des Internationalen Films) inszeniert. Bis zum Ende dieser Karrierephase im Jahre 1957 hatte Curtis in insgesamt 16 ganz verschiedenen "Universal"-Produktionen die Hauptrolle gespielt. Vor seiner "Starwerdung" feierte er noch Hochzeit mit einer wahren Traumfrau: Die zwei Jahre jüngere, aufstrebende Schauspielerin Janet Leigh1), welche bereits zwei Mal verheiratet gewesen war, wurde seine erste Frau. Die Ehe hielt elf Jahre und brachte zwei Kinder hervor, die in die Fußstapfen ihrer Eltern traten  – die Schauspielerinnen Kelly Lee Curtis2) (geb. 1956) und Jamie Lee Curtis2) (geb. 1958) – hervor.
 
Tony Curtis war nun über 30 Jahre alt und sein Aussehen war zwar durchaus nicht mehr jugendlich, aber noch überaus attraktiv. Er wollte sich nun unbedingt als ernsthafter Schauspieler präsentieren. Den ersten Schritt dazu hatte Curtis zwar bereits mit Carol Reeds Zirkusabenteuer "Trapez"3) (1956, Trapeze2)) unternommen, in dem er sich zwar Produzent und Hauptdarsteller Burt Lancaster unterordnen musste, der schauspielerisch jedoch mehr von ihm verlangte und außerdem an ein größeres Publikum gerichtet war als seine üblichen seichten Streifen. Die beiden Schauspieler verstanden sich gut und so gab Lancaster dem Flehen von Curtis nach, ihm 1957 die Rolle des Sidney Falco in dem von Lancaster völlig gegen die Normen produzierten Meisterwerk "Dein Schicksal in meiner Hand"2) (Sweet Smell of Success) zu geben. In diesem kompromisslos realistischen, wegen seiner unüblichen Härte und Erzählweise zunächst mäßig erfolgreichen, später zum Kultfilm avancierten, düsteren Streifen brillierte Curtis als fieser, skrupelloser, kriecherischer Presseagent, der sich im Spiel um die Macht schließlich gegen den noch fieseren Starjournalisten Lancaster wendet und dabei untergeht. Das von Stanley Kramer gedrehte packende antirassistische Drama "Flucht in Ketten"3) (1958, The Defiant Ones2)) brachte Curtis dann – ebenso wie seinem Partner Sidney Poitier –  eine "Oscar"-Nominierung ein. In diesem Film hatte Curtis wohl seinen erfolgreichsten und besten Part überhaupt – er spielte überaus überzeugend den zynischen, rassistischen Verbrecher Joker.
Seinen wohl größten und nachhaltigsten Erfolg feierte Curtis dann 1959 in der wahrscheinlich besten Filmkomödie aller Zeiten, in Billy Wilders herrlichen Geschichte "Manche mögen's heiß"3) (Some Like It Hot2)) brillierte er als abgebrannter Jazzmusiker Joe  bzw. hinreißend komischer Partner von Jack Lemmon und Marilyn Monroe. Mehr zu dem Film gibt es hier innerhalb dieser Homepage.
Mit  Monumental-Produktionen wie "Die Wikinger"2) (1958, The Vikings) und der Figur des jungen Eric oder dem Antonius in dem glanzvollen Historienepos "Spartacus"2) (1960) – beide Male neben Kirk Douglas – gehörte Tony Curtis zu den ganz Großen der Hollywood-Szene, konnte auch als Protagonist in Robert Mulligans schwungvoll inszenierten Literatur-Adaption in "Ein charmanter Hochstapler"2) (1961, The Great Impostor) das Publikum für sich einnehmen.
Ein opulenter Film ist das aufwendige Historiendrama "Taras Bulba"2) aus dem Jahre 1962 nach dem gleichnamigen Roman von Nicolai Gogol, in dem Curtis als der mutige aber leichtfertige Sohn des Titelhelden, einem Kosakenführers, zum Schluss in einer maßlos ergreifenden Szene von Taras alias Yul Brynner getötet werden muss. Der Film zeigte auch eindrucksvoll den Starstatus, den Curtis damals bereits genoss. Yul Brynner, der selbst auf dem Höhepunkt seiner Karriere stand, musste, obwohl er die Titelrolle verkörperte, sowohl im Vorspann als auch in der Präsenz auf der Leinwand Curtis den ersten Platz überlassen.
 

Taras Bulba
Genre: Abenteuer
USA 1962
Kinostart Deutschland: 21.12.1962
Regie: J. Lee Thompson
Drehbuch: Waldo Salt, Karl Tunberg,
frei nach der gleichnamigen Erzählung von Nicolai Gogol
Musik: Franz Waxman
Kamera: Joseph MacDonald
Darsteller:
Yul Brynner: Taras Bulba, Tony Curtis: Andrei Bulba,
Perry Lopez: Ostap Bulba, Christine Kaufmann: Natalia,
Sam Wanamaker: Filipenko, Brad Dexter: Shilo,
Guy Rolfe: Prinz Grigori, George Macready: Gouverneur,
Vladimir Sokoloff: Stepan, Abraham Sofaer: Abbot
und andere
(Die Links f¨hren zu Wikipedia bzw. zum Kurportrait innerhalb dieser HP)
Kurzinhalt:
Als die Türken zu Beginn des 16. Jahrhunderts in die Ukraine vordringen, kämpfen Kosaken und Polen gegen den gemeinsamen Feind. Kosakenoberst Taras Bulba (Yul Brynner) erringt mit seinen Männern einen glänzenden Sieg über die Türken, sieht sich aber nach der Schlacht von den Polen verraten.
Die Kosaken verlassen daraufhin die ukrainische Steppe und ziehen sich in die Berge zurück, sind aber fest entschlossen, ihre Heimat wieder zu erobern. Als Taras Bulbas Söhne Andrei (Tony Curtis) und Ostap (Perry Lopez) herangewachsen sind, müssen sie auf Geheiß des Vaters in Kiew studieren. Dort begegnet Andrei der schönen jungen Polin Natalia (Christine Kaufmann). Beide verlieben sich ineinander. Natalias Familie ist empört und schickt sie fort nach Dubno, Andrei und sein Bruder kehren zu ihrem Vater in die Berge zurück. Bald darauf bricht Taras Bulba an der Spitze eines Kosakenheers zum Kampf gegen die Polen auf. Als die Kosaken das befestigte Dubno belagern, bangt Andrei um seine Geliebte und wagt sich nachts heimlich in die Stadt zu Natalia. Er wird gefasst, und Natalia soll hingerichtet werden. Um sie zu retten, muss Andrei mit den Polen gemeinsame Sache machen, und das führt zu einer tödlichen Konfrontation mit seinem Vater …
 
Quelle: br.de (Seite nicht mehr abrufbar)
 
Lexikon des internationalen Films:
Inszeniert als aufwendiges Kolossalgemälde einer heldischen Zeit, das Barbarismus und Verworrenheit, Banalität und Pathos oberflächlich effektvoll verbindet. Eindrucksvoll in den Massenszenen.
  
Siehe auch www.prisma.de und Wikipedia
 
Während der Dreharbeiten zu dem Monumentalfilm "Taras Bulba" hatte Curtis die blutjunge Christine Kaufmann1) kennen- und lieben gelernt. Er ließ sich im Juni 1962 von seiner ersten Ehefrau Janet Leigh1) scheiden, um am 8. Februar 1963 in Las Vegas die attraktive 17-jährige Deutsch-Österreicherin zu heiraten. Diese "Schauspieler-Ehe" funktionierte nicht mehr so gut wie die erste und nach vielen Streitereien trennte sich das Paar trotz zweier gemeinsamer Kinder – den Töchtern Alexandra (geb. 11.07.1964) und Allegra2) (geb. 11.07.1966). Ende 1967 scheiterte nach gut vier Jahren die Beziehung, Christine Kaufmann zog mit den gemeinsamen Kindern aus Curtis' Haus aus. Schlagzeilen machte Tony Curtis 1972 aber aus anderem Grund: So ließ er seine Töchter Alexandra und Allegra nach einem Besuch in London nicht nach Deutschland zurückkehren, sondern nahm sie mit in die USA. Dies wurde vor allem in der deutschen Presse als "Entführung" gewertet; dennoch erwirkte Curtis in den USA das alleinige Sorgerecht für die Kinder.4)  Erst 1980 kehrten die beiden Töchter zu ihrer Mutter zurück, nachdem Christine Kaufmann dann doch das Sorgerecht erhalten hatte. 
Am 20. April 1968 – nur vier Tage nach der Scheidung von Christine Kaufmann – heiratete Curtis in Las Vegas das Fotomodell Leslie Allen, mit der er noch zwei weitere Kinder hatte, die Söhne Nicholas (1970–1994) und Benjamin (geb. 02.05.1973). 1982 ließen sich die beiden scheiden und auch die vierte, zwei Jahre später geschlossene Ehe mit der 21-Jährigen Andrea Savio endete 1992 vor dem Scheidungsrichter. Eine noch kürzere Dauer war der Verbindung mit der 32-jährigen Rechtsanwältin Lisa Deutsch (von 1993 bis 1994) beschieden. Im Gegensatz zu seinen Ehefrauen war das Verhältnis, das Curtis zu seinen Kindern hatte, immer sehr herzlich und er verbrachte viel Zeit mit ihnen. Um so tiefer muss es ihn getroffen haben, als sein älterer Sohn Nicholas 1994 im Alter von 23 Jahren, vermutlich an einer Überdosis Heroin, an einem Herzanfall starb.
  

Doch zurück zu Curtis' filmischen Aktivitäten, ab Mitte der 1960er Jahre sah man Curtis vermehrt in eher seichten Unterhaltungsstreifen wie "Boeing-Boeing"2) (1965), "Arrivederci, Baby" (1966, Drop Dead Darling) oder "Finger weg von meiner Frau" (1966, Not with My Wife, You Don't!). Ausnahmen blieben Produktionen die Komödie "Die nackten Tatsachen"2) (1967, Don't Make Waves) und seiner Rolle des charmanten Carlo Cofield sowie der Krimi "Der Frauenmörder von Boston"2) (1968, The Boston Strangler), wo er durchaus sehenswert den Serienmörder Albert DeSalvo2) verkörperte.
Nach seiner Trennung von Christine Kaufmann begann Curtis mit den Dreharbeiten zu einer der beliebtesten TV-Serien der 1970er Jahre: Als kongenialer Partner von Roger Moore1) blödelte er auf den Fernsehschirmen in der Serie "Die Zwei"1) (The Persuaders), die vor allem in Deutschland wegen der herausragend-witzigen Dialoge ein Riesenhit wurde; Curtis –  zwar gealtert, jedoch immer noch sehr attraktiv – war hier in erfreulicher Spiellaune zu sehen. Nach vier Jahren Kino-Abstinenz kehrte Tony Curtis 1974 mit der Hauptrolle in "Der Gangsterboss von New York" (Lepke) auf die Leinwand zurück. Der Film stieß 1975 bei den Filmfestspielen in Cannes bei Kritik und Publikum auf positive Resonanz und war ein weiterer Meilenstein in Curtis' Karriere. Unmittelbar danach war er in der englischen Fernsehverfilmung von "Der Graf von Monte Cristo"3) (1975, The Count of Monte-Cristo) als Fernand Mondego der Gegenspieler von Edmond Dantes (Richard Chamberlain).4)
 
Anfang der 1980er Jahre gehörte auch Tony Curtis als skrupelloser Produzent Martin N. Fenn zur Starbesetzung von Guy Hamiltons Agatha Christie-Adaption "Mord im Spiegel"2) (1981, The Mirror Crack'd), doch gegen Ende des Jahres 1981 gewannen Drogen und Alkohol die Oberhand: Curtis wurde mit immer neuen jungen Frauen abgelichtet, es folgte die Trennung von Leslie Allen, er trat betrunken in der Öffentlichkeit auf und war wegen seiner Exzesse und Affären mit Negativschlagzeilen in der internationalen Regenbogenpresse präsent. (…) Nach diversen privaten und beruflichen Tiefschlägen und einem Zusammenbruch in seiner Villa in Bel Air gelang Tony Curtis im Sommer 1984 eine Entziehungskur im "Betty Ford Center".4) Er schaffte es zurück auf die Leinwand, 1985 machte er durch seinen glänzenden Auftritt als bösartiger US-Senator in Nicolas Roegs britischem Spielfilm "Insignifcance – Die verflixte Nacht" (Insignifcance) wieder positiv von sich reden und wurde von Publikum und Kritik mit Lob bedacht. Weitere Rollenangebote schlossen sich an, so mimte er unter anderem mit Peter Ustinov als berühmtem belgischen Detektiv Hercule Poirot in dem für das Fernsehen verfilmten Agatha Christie-Krimi "Tödliche Parties" (1986, Murder in Three Acts) den Schauspieler Sir Charles Cartwright → Inhalt des Romans bei Wikipedia. Unter der Regie von Thomas Brasch zeigte er sich in der psychologischen Studie "Der Passagier – Welcome to Germany "2) (1988) mit der Hauptrolle des jüdischen Filmregisseurs Mr. Cornfield, der aus Amerika nach Deutschland zurückkehrt, wo er 1942 gemeinsam mit anderen KZ-Häftlingen als Statist in einem antisemitischen Film der Nazis mitwirken musste.
Ab Mitte der 1980er Jahre begann Curtis eine eine neue Karriere als Maler und bildender Künstler, im Sommer 1986 zog er sich nach nach Hawaii zurück und präsentierte dort seine Bilder erstmals der Öffentlichkeit. Die Ausstellung erregte große Aufmerksamkeit und seither fanden seine Bilder auch unter Kunstkennern Beachtung. Bis zu seinem Tod machte Curtis seine Werke regelmäßig in den USA, Europa und Asien dem Publikum zugänglich, die Preise für einen "echten Curtis" beweg(t)en sich zwischen 20.000 und 100.000 US-Dollar. Zudem blieb er bis zuletzt auf der Leinwand und im Fernsehen präsent, übernahm immer wieder sporadisch kleinere Aufgaben vor der Kamera oder Arbeiten als Sprecher wie als Stimme von Gott in dem Kurzfilm "The Blacksmith and The Carpenter" (2007).
1993 veröffentlichte Tony Curtis seine Autobiographie, welche in Deutschland zwei Jahre später unter dem Titel "Ich mag's heiß“ auch in Deutschland auf den Markt kam. 
Curtis hatte seine "wilden Jahre" offensichtlich überstanden, nach seiner Scheidung von Lisa Deutsch heiratete der Star am 6. November 1998 unter großem Medienrummel in sechster Ehe die mehr als 40 Jahre jüngere Reitlehrerin Jill Vandenberg; mit ihr lebte er in der Nähe von Las Vegas.
Tony Curtis während der Verleihung der "Goldenen Kamera 2004" Curtis, der zu den großen Leinwand-Legenden Hollywoods zählte, war auch im hohen Alter nach wie vor populär und ein gern gesehener Gast bei Talkshows und zahlreichen Filmfestivals bzw. Veranstaltungen rund um den Globus. Noch 2002/2003 tourte er erfolgreich mit der Musicalfassung seines Filmhits "Manche mögen's heiß" durch die USA und gab den lüsternen alten Millionär Osgood Fielding III., dessen Satz "Nobody's perfect" zum geflügelten Wort wurde.
Seinen 80. Geburtstag am 3. Juni 2005 feierte Curtis mit einer großen Party im Hotel "MGM Grand", Anlass für zahlreiche Würdigungen und Retrospektiven. Auf eine weitere Ehrung konnte der Mime wenige Monate später stolz sein, als das New Yorker "Museum of Modern Art" eines seiner Bilder in die Dauerausstellung aufnahm.

Tony Curtis während der Verleihung der "Goldenen Kamera 2004"
Foto mit freundlicher Genehmigung von Bodo Petermann
© Bodo Petermann, BP PHOTO (www.bpphoto.de)
Im Dezember 2006 musste sich Tony Curtis kurz nach Beendigung der Dreharbeiten zu "The Blacksmith and The Carpenter" einer Darmoperation unterziehen, sein Zustand war zeitweise durch eine hinzugekommene Lungenentzündung lebensbedrohlich. Doch er schaffte es, seit Mitte März 2007 zeigte sich Tony Curtis, wenn auch sichtbar geschwächt, wieder in der Öffentlichkeit, Mitte Mai 2007 begann er mit den Dreharbeiten zu "David & Fatima" (2008), einer von Regisseur Alain Zaloum in Szene gesetzten modernen Version von "Romeo & Julia", die im heutigen Jerusalem spielt. Hier tritt Curtis mit der kleinen Rolle des Mr. Schwartz in Erscheinung – es sollte sein letzter Auftritt in einem Kinofilm sein.
Im April 2008 unternahm Curtis eine zweiwöchige Reise nach England und Frankreich und wurde dort von Fans und Presse förmlich überrannt. Er gab unzählige Interviews, war Gast in mehreren TV-Sendungen und Ehrengast des Pariser Jules Verne Film Festival 2008; der amerikanische Botschafter in Frankreich gab einen großen offiziellen Empfang zu Curtis' Ehren. Darüber hinaus eröffnete Curtis im Londoner Kaufhaus Harrods in Anwesenheit des Inhabers Mohamed Al-Fayed und in einer Pariser Galerie Ausstellungen seiner Bilder und noch vor Curtis' Rückreise in die USA waren sämtliche Exponate verkauft. Zur selben Zeit kam der erst unmittelbar zuvor gedrehte Dokumentarfilm "The Jill & Tony Curtis Story" auf den Markt, in dem Curtis Einblicke in sein privates Umfeld gewährt.4)
Die in Zusammenarbeit mit Peter Golenbock entstandene zweite Autobiografie des Alt-Stars mit dem Titel "American Prince: A Memoir" kam im Oktober 2008 auf den englischsprachigen Markt. Das Buch schaffte es in den USA auf Anhieb in die Bestsellerliste der New York Times und fand weltweite Beachtung. Seit Oktober 2008 absolvierte Curtis zahlreiche Lese- und Signierreisen für sein neues Buch in den USA, nach Kanada, England und Irland und war dabei wiederum Gast in einer Vielzahl von Fernsehtalkshows. Seine bloße Anwesenheit sorgte dabei stets für standing ovations; das Publikum nahm seine Anekdoten begeistert auf. In der englischen TV-Talkshow "Friday Night" gab es dabei ein kurzweiliges Zusammentreffen mit seinem Freund und Co-Star aus "Die Zwei", Roger Moore.4)

Nur wenige Monate nach seinem 85. Geburtstag starb Tony Curtis am 29. September 2010 nach längerer Krankheit in seinem Haus in Henderson (Nevada); die letzte Ruhe fand er auf dem "Palm Memorial Park Cemetery" in Las Vegas → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons.
Der Schauspieler, der in den 1950er und 1960er Jahren zu den meistbeschäftigten und bestbezahlten Darstellern der Branche zählte, war rund 60 Jahre im Showbusiness tätig und bleibt nicht nur mit seinen mehr als 140 Filmen in nachhaltiger Erinnerung. Die ganz große Anerkennung blieb ihm jedoch als Leinwandstar versagt, nur einmal erhielt er eine Oscar-Nominierung – für seine eindringliche Darstellung des an seinen Mitgefangenen gefesselte John "Joker" Jackson in "Flucht in Ketten"; weitere Auszeichnungen bei Wikipedia.
"Aber wie groß die Anerkennung wirklich war, sieht man eben auch jetzt wieder, wo klar wird, wie sehr er mit etwas identifiziert wurde, was mehr war als die Summe seiner Rollen und auch seiner Skandale." schrieb Michael Althen in seinem Nachruf in der "Frankfurter Allgemeine (www.faz.net). Für www.stern.de war Tony Curtis "Hollywoods tragischer Herzensbrecher", "einer der letzten großen Hollywoodlegenden. Er spielte Frauenmörder und Transvestiten, Drahtseiltänzer und Seeräuber. Aber vor allem war er Herzensbrecher – im Film wie im Leben. (…) Curtis war ein Mann mit Abgründen. Der von vielen angehimmelte Star hatte eine empfindliche Seele. Er verkörperte Draufgängertum und Verletzlichkeit – auf der Leinwand wie im wahren Leben war das eine machtvolle Kombination."


Offizielle Webpräsenz (in englisch): www.tonycurtis.com
Siehe auch www.prisma.de, Wikipedia, www.whoswho.de
Fotos bei film.virtual-history.com

Anmerkung: Das Kurzportrait zu Tony Curtis stammt mit freundlicher Genehmigung auszugsweise von der (nicht mehr aufrufbaren) Homepage www.curtis-barker.de.
Link: 1) Kurzportrait bzw. zur Beschreibung innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia, 3) prisma.de
4) Quelle Wikipedia
Lizenz Foto Tony Curtis (Urheber: Georges Biard): Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.

 
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Databse sowie
Wikipedia (englisch)
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
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