Sammy Davis jr. wurde am 8. Dezember 1925 in Harlem, New York City geboren. Seine Eltern Sammy Davis sr.1) (1900 –- 1988) und Elvera Davis waren Varieté-Künstler bzw. Vaudeville-Tänzer und tingelten mit kleinen Shows durch das Land; die Eltern trennten sich, da war Sohn Sammy erst drei Jahre alt. Schon mit zwei Jahren stand der kleine Sammy auf der Bühne, als er acht war holten sein Vater und sein Adoptivonkel Will Mastin (1878 – 1975) ihn in ihre Show und das "Will Mastin Trio" bereiste die gesamten Vereinigten Staaten. Eine richtige Schulausbildung bekam der Junge nicht, dafür wurde er Meister im Stepptanz und bald ein Profi auf der Bühne.
Mit Beginn des 2. Weltkrieges wurde die Karriere von Sammy Davis jr. unterbrochen und er meldete sich 1943 zur Luftwaffe; doch dort wollte man ihn wegen seiner Hautfarbe nicht haben und so wurde er bei der Truppenbetreuung eingesetzt. Nach Kriegsende trat er mit Vater und Onkel wieder in den Shows auf, perfektionierte sein Tanztalent, lernte Trompete spielen, Schlagzeug, Klavier sowie andere Instrumente.

Foto: Sammy Davis jr. 1986 in seinem Heim in Beverly Hills
Quelle: Wikimedia Commons bzw. Wikipedia
Urheber: Allan Warren*) (www.allanwarren.com); Lizenz: CC BY-SA 3.0
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Sammy Davis jr. 1986 in seinem Heim in Beverly Hills; Quelle: commons.wikimedia.org bzw. Wikipedia; Urheber: Allan Warren (www.allanwarren.com); Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
1954 stieß er auf das legendäre und berühmt-berüchtigte "Rat Pack"1), den Freundeskreis um Frank Sinatra2), Shirley MacLaine2), Peter Lawford2) und Dean Martin2); diese Freundschaft beeinflusste seine Karriere in den folgenden Jahren maßgeblich. Erfolg stellte sich ein, er veröffentlichte sein erstes Album mit dem Titel "Starring Sammy Davis jr.". Privat musste er einiges einstecken: Am 19. November 1954 verlor er bei einen schweren Autounfall sein linkes Auge und brach sich die Nase; kurz nach dem Unfall trat er zum jüdischen Glauben über.
Seither musste Sammy Davis jr. mit einem Glasauge leben, welches seinen Erfolg jedoch nicht beeinträchtigte. Dennoch musste er wegen seines Aussehens manche Intoleranz einstecken, die er oftmals zum Gegenstand seines bissigen und sarkastischen Humors machte. Als er einmal nach seinem Golf-Handicap gefragt wurde, antwortete er: "My handicap? Man, I am a one-eyed, black Jew! THAT'S my handicap!" (Mein Handicap? Mann, ich bin ein einäugiger schwarzer Jude, das ist mein Handicap). Eine weitere Aussage von ihm lautet: "Als ich in das Showgeschäft kam, hieß es, für jede Art von Geschmack sei Platz. Deshalb nannte man das auch Varieté. Von Vielfalt ist im heutigen Showgeschäft nichts mehr zu spüren."

In den Hitparaden wurde Sammy Davis jr. erstmals 1954 erwähnt, Mitte 1955 konnte er mit "Something's Gotta Give" seinen ersten "Top 10"-Erfolg landen, ein weiterer Riesenerfolg wurde im gleichen Jahr "Love Me Or Leave Me". Weitere bekannte Titel von ihm sind beispielsweise "Hey There", "Birth of the Blues", "Old Black Magic" oder "My Funny Valentine". Seinen größten Hit hatte das Allround-Talent im März 1972 mit "The Candy Man", der zum Spitzenreiter in den USA wurde und sich millionenfach verkaufte. Der Song stammte aus dem Film "Charlie und die Schokoladenfabrik"1) (1971, Willy Wonka And the Chocolate Factory), in dem Gene Wilder die Hauptrolle des Willy Wonka spielte.
1956 war Davis jr. am Broadway der Star des Erfolgsmusicals "Mister Wonderful", stand dort als "Charlie Welch" in 383 Vorstellungen auf der Bühne; danach rissen sich Fernsehstudios, Konzeragenturen und Plattenfirmen um den kleinen Schwarzen, den man nicht selten den hässlichsten Mann Hollywoods nannte. Er erhielt eine eine eigene TV-Show und bei seinen legendären Auftritten in Las Vegas begeisterte er Millionen Fans; er selbst bezeichnete diesen Ort oftmals als seine wahre "Heimat".

Ein Höhepunkt des Jahres 1959 war seine Mitwirkung in Otto Premingers großartiger Verfilmung der George Gershwin-Oper "Porgy and Bess"1). Schon 1933 hatte Sammy Davis jr. sein Filmdebüt mit der Titelrolle in "Rufus Jones for President" gegeben, doch mit dem Part des "Sportin' Life" in "Porgy and Bess" gelang ihm der Durchbruch als Filmschauspieler. Weitere Filme folgten, so erlebte man ihn 1960 mit seinen "Rat Pack"-Freunden in "Frankie und seine Spießgesellen"1) (Ocean’s Eleven), 1962 war er der Moritatensänger mit dem Lied des "Mackie Messer" in Wolfgang Staudtes Remake der "Dreigroschenoper"1). Im gleichen Jahr sah man ihn als Jonah Williams neben Dean Martin und Frank Sinatra in dem komischen Western "Die siegreichen Drei"1) (Sergeants 3) von John Sturges, 1963 gab er den passionierten Spieler in William Ashers Kult-Gangsterfilm "Die Rache des Johnny Cool" (Johnny Cool) und unter der Regie von Gordon Douglas mimte er 1964 den Will in der Gangsterparodie "Sieben gegen Chicago"1) (Robin and the 7 Hoods). Zu seinen erfolgreichen Filmen gehören auch Bob Fosses Musical "Sweet Charity"1), wo er 1969 als "Big Daddy" neben Shirley MacLaine auf der Leinwand zu sehen war, ebenfalls 1969 die Komödie "Die Pechvögel" (One More Time) von und mit Jerry Lewis sowie die beiden Action-Komödien "Auf dem Highway ist die Hölle los"1) (1981, The Cannonball Run) und "Auf dem Highway ist wieder die Hölle los"1) (1984, Cannonball Run II). Zu seinen letzten Leinwandauftritten zählt Paul Mazurskys "Mond über Parador"1) (1988, Moon Over Parador), wo er sich selbst spielte und der Film "Tap Dance"1) (1989, Tap).

Sammy Davis jr. engagierte sich stets für die Belange seiner schwarzen Mitbürger, kämpfte gegen Rassismus, den er oftmals schmerzlich im wahrsten Sinne des Wortes am eigenen Leib erfahren musste; so z. B. noch 1960, als er die blonde schwedische Schauspielerin May Britt1) ehelichte; die Heirat war überschattet von Demonstrationen und Morddrohungen. Trotz "Starstatus" wurde er oftmals diskriminiert, so durfte er beispielsweise bis in die späten 1950er Jahre nicht in den Hotels wohnen, in denen er auftrat. Davis jr. setzte sich stets für die Menschenrechte ein, marschierte an der Seite von Martin Luther King und unterstützte Lyndon B. Johnson, Robert Kennedy und später auch für Richard Nixon bei deren Präsidentenwahlkämpfen.
Der Künstler stand auch noch im fortgeschrittenen Alter regelmäßig auf der Bühne, gab Konzerte rund um den Globus oder trat in Shows auf – trotz Hüftleiden und Stimmbandproblemen, die ihm ab den 80er Jahren zu schaffen machten. Noch ein Jahr vor seinem Tod trat er im Mai 1989 zu seinem 60-jährigen Bühnenjubiläum in der Münchner Olympiahalle gemeinsam mit Frank Sinatra und Liza Minnelli auf.

Mitte der 1980er Jahre wurde bei ihm Kehlkopfkrebs diagnostiziert, am 16. Mai 1990 erlag das Multitalent Sammy Davis jr. mit 64 Jahren in Beverly Hills seiner Krankheit; die letzte Ruhe fand er an der Seite seines Vaters auf dem "Forest Lawn Memorial Park" in Glendale (Kalifornien) → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Er hinterließ Tochter Tracy aus seiner Verbindung mit May Britt, von der er sich 1968 wieder hatte scheiden lassen, sowie sie Adoptivsöhne Mark und Jeff. Vor seiner Ehe mit May Britt war Sammy Davis jr. von 1958 bis 1959 mit Loray White verheiratet gewesen, seit 11. Mai 1970 in dritter Ehe mit der Tänzerin und Schauspielerin Altovise Joanne Gore3) (1943 – 2009).
 

Foto: Sammy Davis jr. mit seiner Frau Altovise
1986 in seinem Heim in Beverly Hills
Quelle: Wikimedia Commons bzw. Wikipedia
Urheber: Allan Warren*) (www.allanwarren.com); Lizenz: CC BY-SA 3.0
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Sammy Davis jr. mit seiner Frau Altovise 1986 in seinem Heim in Beverly Hills; Quelle: commons.wikimedia.org bzw. Wikipedia; Urheber: Allan Warren (www.allanwarren.com); Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
Die Witwe des legendären "Rat Pack"-Sängers und Tänzers starb am 14. März 2009 im "Cedars-Sinai Medical Center" von Los Angeles an den Folgen eines Schlaganfalls. Altovise Davis wurde 65 Jahre alt, nach dem Tod ihres berühmten Mannes hatte sie nicht mehr geheiratet und fast 19 Jahre allein gelebt. Sie hinterließ Sohn Manny Davis, den das Paar 1989 adoptiert hatte.

Kurz nach Bekannt werden seiner Krebserkrankung hatte der Entertainer, der noch heute als einer der Größten im Showbusiness gilt, seine zweite Biografie unter dem Titel "Warum ich?" (Why Me?) veröffentlicht und damit auch Einblicke hinter die Kulissen seines berühmten Lebens gewährt. Seine ersten Lebenserinnerungen "Yes, I Can" waren in Zusammenarbeit mit Jane und Burt Boyar bereits 1965 erschienen. Im Dezember 2000 erschien wiederum mit Jane und Burt Boyar als Co-Autoren "Sammy: An Autobiography". Im Oktober 2001 schrieb Gerald Lyn Early das Buch "The Sammy Davis, Jr., Reader"; von Tochter Tracey Davis kam 1996 "Sammy Davis jr.: My Father" auf den Markt, worin sie von dem turbulenten Leben mit ihrem berühmten Vater erzählt.  
Textbausteine von von www.prisma.de
Offizielle Webpräsenz (englischsprachig): www.sammydavis-jr.com
Siehe auch Wikipedia, www.whoswho.de
Link: 1) Wikipedia (deutsch), 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) Wikipedia (englisch)
Lizenz
Fotos Sammy Davis jr. (Urheber Allan Warren): Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia)
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