Portrait von Rex Harrison 1976 in seiner Wohnung im Londoner Stadtteil Belgravia; Urheber: Allan Warren*) (britischer Fotograf; www.allanwarren.com); Lizenz: CC BY-SA 3.0; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons Rex Harrison (Reginald Carey Harrison) wurde am 5. März 1908 im britischen Huyton (Lancashire) als Sohn eines Stahlarbeiters geboren und wuchs in einem Vorort von Liverpool auf. Mit 16 Jahren verließ er das College in Liverpool und übernahm bereits kleinere Bühnenrollen, während er eine Schauspielschule besuchte. Drei Jahre lang ging er dann mit einem Repertoir-Theater auf Tournee durch ganz England. Er spielte in Stücken von Shakespeare, Shaw, Noel Coward und begeisterte die Zuschauer. Im Jahre 1930 stand er erstmals in London auf den "Brettern, die die Welt bedeuten" und begründete dort in Salonstücken seinen Ruf als elegant-blasierter Komödiant.
1936 gab Harrison in dem Stück "Sweet Alois" sein Broadway-Debüt und war fortan auf beiden Seiten des Atlantiks ein umjubelter Theaterstar. Erste größere Filmrollen folgten, wie beispielsweise 1937 in "Men Are Not Gods" oder ein Jahr später als Dr. Lawford in King Vidors Cronin-Adaption "Die Zitadelle"1) (1938, The Citadel). Der Zweite Weltkrieg unterbrach die beginnende Leinwandkarriere, da der Schauspieler als Pilot bei der "Royal Air Force" verpflichtet wurde und nur noch wenige Verpflichtungen wie in David Leans "Geisterkomödie"1)  (1944, Blithe Spirit) vor der Kamera übernehmen konnte.
 
Portrait von Rex Harrison 1976 in seiner Wohnung im Londoner Stadtteil Belgravia1)
Urheber: Allan Warren*) (britischer Fotograf; www.allanwarren.com)
Lizenz: CC BY-SA 3.0; weitere Angaben zur Lizenz siehe hier
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons
*) Link Wikipedia, englisch
Nach Kriegsende zog Harrison mit seiner zweiten Frau Lilli Palmer nach Hollywood und unterschrieb einen Vertrag bei der "Centfox". Er zeigte 1946 neben Irene Dunne eine hervorragende darstellerische Leistung als König Mongkut in "Anna und der König von Siam"1)  (Anna and the King of Siam) und war nun auch in den USA ein Star. Doch die anschließenden Filme "Ein Gespenst auf Freiersfüßen"1) (1947, The Ghost and Mrs. Muir) und "Die Ungetreue" (1948, Unfaithfully Yours) erwiesen sich als Flop an den Kinokassen. Er überwarf sich mit Lilli Palmer, verscherzte es sich mit der Presse und brachte das Fass zum Überlaufen, als Hollywood-Diva Carole Landis1) (1919 – 1948) sich das Leben nahm und jedermann Harrison damit in Verbindung brachte.
Doch mit einigen Kinoproduktionen hat der Schauspieler nachhaltig seine Erinnerung bewahrt, glänzend sein Part des britischen Geschäftsmanns Anthony Preston neben Doris Day in dem spannungsgeladenen Psychothriller "Mitternachtsspitzen"2) (1960, Midnight Lace1)), ebenso wie die Verkörperung des Papstes Julius II.
1) in Carol Reeds Historienspektakel "Michelangelo – Inferno und Ekstase"1) (1965, The Agony and the Ecstasy) an der Seite von Charlton Heston als berühmtem italienischer Künstler Michelangelo1). Neben Rita Hayworth machte er als liebenswerter Gauner James Bourne eine gute Figur in der Filmkomödie "Rendezvous in Madrid"1) (1962, The Happy Thieves),  in Joseph L. Mankiewicz' preisgekröntem Monumentalfilm "Cleopatra"1) (1963) sah man ihn neben Elizabeth Taylor und Richard Burton mit dem Part des Julius Caesar. Als "Doctor Dolittle", der der 498 Tiersprachen beherrscht und nach einer Riesen-Meeresschnecke sucht, brillierte Harrison 1967 in dem gleichnamigen, von Richard  Fleischer in Szene gesetzten farbenprächtigen Filmmusical1). Ebenfalls 1967 stand er zwischen Susan Hayward und Capucine in Mankiewiczs Krimikomödie "Venedig sehen – und erben" (The Honey Pot) für Regisseur  Gianni di Venanzo vor der Kamera: Er verkörperte einen reichen Junggesellen, der in einem prunkvollen venezianischen Palazzo aus dem 17. Jahrhundert lebt, einen kultivierten Müßiggänger – eine Paraderolle für Harrison. Geistreich, schlagfertig und witzig, scharfer Intellekt, vor allem aber ein unterschwelliger Humor sind die Charakteristika dieser Figur, die Harrison durch seine schauspielerische Leistung exzellent darstellte → film.at.
Anfang der 1970er Jahren zog sich Harrison krankheitsbedingt zeitweise von der Leinwand zurück, danach war er bis auf einige Ausnahmen – wie mit der Figur des fanatischen Sklavereigegners Brian Walker in dem Abenteuer "Ashanti"1) (1979) – in eher zu vernachlässigenden Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen. Die letzten Filme drehte er fürs Fernsehen, darunter 1986 eine zweiteilige, hochkarätig besetzte Version über die jüngste Zarentochter Anastasia1)  bzw. Anna Anderson1) (Anastasia: The Mystery of Anna3)) mit Amy Irving1) in der Titelrolle; hier verlieh Harrison dem russischen Großfürsten Kyrill Wladimirowitsch Romanow1) (1876 – 1938), Oberhaupt des Hauses Romanow, Kontur → fernsehserien.de.
 
Bereits 1956 war die Bühnenpremiere von "My Fair Lady", der Musicalversion von Shaws "Pygmalion", gefeiert worden und Hauptdarsteller Rex Harrison seitdem mit der Figur des "Professor Higgins" identifiziert. Er gestaltete den Lehrmeister des guten Benehmens über 3.000 Mal, erst am Broadway, dann monatelang in London und erhielt schließlich für die Filmversion1) 1964 einen Oscar als "Bester Hauptdarsteller". Die aufwendige Verfilmung des Musicals war ein riesiger Erfolg, nicht zuletzt auch wegen der unvergessenen Audrey Hepburn4), die grandios das Blumenmädchen Eliza Doolittle spielte. Als 73-Jähriger kehrte Harrison mit diesem Part nochmals auf die Bühne zurück. 
 
Harrison, wegen seiner zahllosen Amouren oft als "Sexy Rexy" apostrophiert und Lieblingsfigur für die Klatschkolumnisten, war fünf Mal verheiratet: Die erste Ehe ging er 1934 mit der Schauspielerin Majorie Noel Colette Thomas ein, am 29. Januar 1934 erblickte der gemeinsame Sohn Noel das Licht der Welt; Noel Harrison3), der sich später als Sänger und Schauspieler einen Namen machte, starb am 19. Oktober 2013. Nach der Scheidung (1942) war Harrison von 1943 bis 1957 mit seiner deutschstämmigen Kollegin Lilli Palmer4) (1914 – 1986) verheiratet, aus dieser Ehe stammt der gemeinsame Sohn und spätere Schriftsteller Carey Harrison3), der 1944 geboren wurde. Ehefrau Nummer 3 wurde 1957 bis zu deren Tod am 6. September 1959 Schauspielerin Kay Kendall1), danach war von 1962 bis 1971 Schauspielerin Rachel Roberts1) (1927 – 1980) an seiner Seite. Wenig später ehelichte der Star Elizabeth Rees-Williams3), erste Ehefrau des britischen Mimen Richard Harris4), um sich nach vier Jahren wieder scheiden zu lassen. Bis zu seinem Tod war Harrison seit Mitte Dezember 1978 mit der Schriftstellerin Mercia Tinker verheiratet. Viel war die Rede von den stürmischen Ehen und für ein großes Publikum verkörperte er den gutaussehenden, weltmännischen, makellos gekleideten Gentleman mit diesem eigenwilligen, unverkennbaren, leicht hintergründigen Lächeln. Am 25. Juli 1989 wurde Harrison von der britischen Königin mit dem Ritterschlag geehrt und trug fortan den Titel "Sir" im Namen.
Der Schauspieler, der den Typus des vollendeten britischen Gentleman, nonchalant, distinguiert, ein wenig schlaksig, aber stets vornehm verkörperte, erlag am 2. Juni 1990 kurz nach seinem 82. Geburtstag in New York seiner Bauchspeicheldrüsenkrebs-Erkrankung. Laut www.findagrave.com wurde sein Leichnam eingeäschert, ein Teil der Asche im italienischen Portofino verstreut, ein andere Teil auf dem Grab von Lilli Palmer ("Forest Lawn Memorial Park" in Glendale (Kalifornien) → Foto der Grabstelle bei knerger.de).
DER SPIEGEL (24/1990) schrieb unter anderem in einem kurzen Nachruf: "Ein nobler, stilsicherer Komödiant, beherrschte er die Rolle des englischen Gentleman so perfekt, daß sie ihm auch im Leben zur zweiten Natur wurde. Seine Arroganz trug er wie einen Maßanzug, mit eleganter Ironie salopp unterfüttert, und seine Wirkung beruhte immer auch auf der leisen Verachtung für seine Umgebung."
Seine ersten Memoiren hatte der Schauspieler 1975 unter dem Titel "Rex: An Autobiography" veröffentlicht, ein zweites Buch mit Erinnerungen, "A Damned Serious Business: My Life in Comedy", wurde 1991 posthum publiziert.
 
 

Portrait von Rex Harrison 1976 in seiner Wohnung im Londoner Stadtteil Belgravia
Urheber: Allan Warren*) (britischer Fotograf; www.allanwarren.com)
Lizenz: CC BY-SA 3.0; weitere Angaben zur Lizenz siehe hier
Quelle: Wikimedia Commons
*) Link Wikipedia, englisch

Portrait von Rex Harrison 1976 in seiner  Wohnung im Londoner Stadtteil Belgravia; Urheber: Allan Warren (britischer Fotograf; www.allanwarren.com); Lizenz: CC BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia
Link: 1) Wikipedia (deutsch), 2)  prism.de, 3) Wikipedia (englisch), 4) Kurzportrait innerhalb dieser HP
Lizenz Foto Rex Harrison (Urheber Allan Warren): Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
Um zur Seite der Leinwandstars zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de