Portrait von Danny Kaye, aufgenommen Mitte August 1986 in seiner Wohnung in Kalifornien; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia; Urheber: Allan Warren (britischer Fotograf; www.allanwarren.com);  Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar. Danny Kaye wurde am 18. Januar 1911*) als David Daniel Kaminski im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren. Kaye war der dritte und letzte Sohn des aus der heutigen Ukraine emigrierten Schneiders Jacob Nemerovsky Kaminsky und dessen Ehefrau Clara, der nicht grade mit Reichtümern gesegnet war. Er besuchte die "Thomas Jefferson High School", musste diese mit 13 Jahren jedoch verlassen, da sein Vater Bankrott gemacht hatte – an ein Studium war unter diesen Umständen nicht zu denken. Kaye versuchte sich zunächst in allen möglichen Berufen, war Kellner, Laufbursche, Buchhalter und Versicherungsagent, tingelte später – bereits unter dem Namen Danny Kaye – als Komiker und Sänger durch die Lande, bis er schließlich 1926 als Clown und Artist in einem Varieté landete; daneben trat er im Radio auf und unternahm kurze Gastspiele bei Tourneetheatern. Der Erfolg begann, als seine spätere Frau Sylvia Fine Texte und Songs für ihn schrieb. 1939 gab der rothaarige Mime sein Broadway-Debüt in dem Stück "The Straw Hat Revue", mit dem Musical "Lady in the Dark"1) (1940, Musik von Kurt Weill) und der Figur des Russell Paxton gelang ihm der Durchbruch zum Bühnenstar. Vor allem mit seiner Schnellsprechleistung machte er Furore, in dem inzwischen berühmt gewordenen Song "Tschaikowsky"1) rasselte Kaye die Namen von 54, zum Teil erfundenen russischen Komponisten in 38 Sekunden herunter.
 
Portrait von Danny Kaye, aufgenommen Mitte August 1986 in seiner Wohnung in Kalifornien
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia
Urheber: Allan Warren*) (www.allanwarren.com); Lizenz: CC BY-SA 3.0
Weitere Angaben zur Lizenz siehe hier
*) Link: Wikipedia, englisch
1944 verpflichtete ihn Filmproduzent Samuel Goldwyn1) nach Hollywood. Gerüchten zufolge wollte Goldwyn anfangs, dass Kaye sein Aussehen – speziell was seine Nase anbelangte – ändern solle, damit er mehr wie ein "all american boy" wirke. Als Kaye ablehnte, veranlasste Goldwyn ihn jedoch sein Haar zu blondieren, was Kaye auch für eine kurze Zeit tat. Kayes erster Leinwanderfolg war die Militärkomödie "Up in Arms" (1944) von Elliott Nugent. Der Streifen wurde ein Kassenschlager, nicht zuletzt dank der Gags und Texte, die Kayes Frau für ihren Mann geschrieben hatte. Schon bald war der Komiker berühmt für seine überzogene Grimassen- und Zungenfertigkeit. Mit unterhaltsamen Streifen wie "Der Wundermann"1) (1945, Wonder Man) oder "Das Doppelleben des Herrn Mitty"1) (1947, The Secret Life of Walter Mitty) katapultierte sich Danny Kaye in die erste Riege der Hollywood-Schauspieler. Sein Image war das des etwas naiven, aber liebenswerten Jünglings, der immer wieder in haarsträubende Situationen stolperte. Ein Image, das er 1952 in der Titelrolle von "Hans Christian Andersen und die Tänzerin" (Hans Christian Andersen) als sensibler und etwas weltfremder Märchenerzähler beibehielt; aus diesem Film stammt der Song "Wonderful Copenhagen". Nach der ganz auf Kaye zugeschnittenen Spionagefilm-Parodie "Die Lachbombe"1) (1954, Knock on Wood) tauchte der Mime noch im gleichen Jahr unter der Regie von Michael Curtiz zusammen mit Bing Crosby in dem nicht zuletzt durch den von Crosby interpretierten gleichnamigen Titelsong1) berühmt gewordenen Film "Weiße Weihnachten"1) (1954, White Christmas) auf. Zwar konnte er seinem Partner bei den Gesangsnummern nicht das Wasser reichen, komödiantisch war er ihm jedoch weit überlegen. 
Mit seiner slapstickhaften Komik machte Danny Kaye dann 1956 den Historienspaß "Der Hofnarr"1) (The Court Jester) zu einem eindrucksvollen Kassenerfolg. Es war einer seiner schönsten Filme, den Kaye selbst für die "Paramount" produziert hatte. Hier zeigte er gerade die verschiedenen Formen seiner Begabung: Pantomime, die Kunst der Sprachverwirrung und sein schauspielerisches Komödiantentum: Die amüsanten Parodie auf die ernsten Ritterfilme und ihre kühnen Helden erzählt die Geschichte des Wanderkomödianten Hubert Hawkins (Kaye), der in der Verkleidung eines italienischen Hofnarren die tollsten Abenteuer am Königshof im England des 12. Jahrhunderts erlebt und schließlich mit Hilfe des Rebellen "Schwarzer Fuchs" einen unrechtmäßig auf den Thron gekommenen Tyrannen stürzt. Um der schönen Jungfrau Jean zu gefallen, schmuggelt er sich in die Burg des Usurpators Roderich (Cecil Parker), wo er lebensgefährliche Hofkabalen, Liebesabenteuer und gar ein Ritterturnier zu bestehen hat. Kaye brillierte in dieser überdrehten Komödie mit seinen sängerischen und parodistischen Talenten. Die intelligenten Dialoge und zahlreichen Bissigkeiten machten den Film zu einem der komischsten der 1950er Jahre. Kaye wurde dabei unterstützt von Basil Rathbone1) (Lord Ravenhurst), Glynis Johns1) (Jungfer Jean) und Angela Lansbury1) (Prinzessin Gwendolyn). Die Songs sind ein Ohrenschmaus, und auch hier überzeugte Kaye mit flinker Zunge und Wortwitz, besonders "The Maladjusted Jester" und "Outfox The Fox" mit Texten und Musik seiner Frau Sylvia Fine sind unvergessene Lieder aus diesem Film.

Hier zwei Zitate aus dem Film:

  • Der Wein mit der Pille ist im Becher mit dem Fächer. Im Pokal mit dem Portal ist der Wein gut und fein. Der Becher mit dem Fächer ist zerbrochen. Im Kelch mit dem Elch ist der Wein gut und fein. Im Pokal mit dem Portal ist der Wein mit der Pille.
    (The pellet with the poison's in the vessel with the pestle, the chalice from the palace has the brew that is true)
  • Wäre der Doge über den Herzog hergezogen, weil die Herzogin sich zum Dogen hingezogen fühlte?
Jedoch, bei all den großen Erfolgen bleibt "Das Doppelleben des Herrn Mitty" (1947, The Secret Life of Walter Mitty) für viele Kritiker der Glanzfilm seiner Karriere, jener Film, der ihn, intensiver noch als der "Der Held des Tages – The Kid from Brooklyn" (1946), ebenfalls von Norman Z. McLeod, zu jenem typisch amerikanischen Helden formt, der Danny Kaye bekannt und beliebt macht. Hier ist er der schüchterne Jüngling, vollgestopft mit Komplexen und zerquetscht von der Metropole, und nach und nach findet er durch die Liebe einer faszinierenden jungen Frau zu sich selbst, er gewinnt Vertrauen in sich und besteht bravourös die tollsten Abenteuer. (…) In "König der Spaßmacher" (1958, Merry Andrew) spielt der brillante Komiker einen College-Lehrer, der die verrücktesten Dinge anstellt, um bei seinem Vater in Achtung zu steigen. Die Musik von Saul Chaplin ist nicht immer originell, die Story hauchdünn, aber Kaye ist fabelhaft.2)
 
Dass Kaye darüber hinaus Talent zur Satire besaß, bewies er 1958 in dem von Peter Glenville nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Franz Werfel in Szene gesetzten Tragikomödie "Jakobowsky und der Oberst"1) (Me and the Colonel) an der Seite von Curd Jürgens mit der tragisch-komischen Rolle des kleinen jüdischen Chauffeurs Samuel L. Jakobowsky: Als polnisch-jüdischer Zivilist muss dieser, zusammen mit einem antisemitisch eingestellten Adeligen, vor den Nazis fliehen. Für seine darstellerische Leistung erhielt Kaye nach der musikalischen Komödie "An der Riviera" (1952, On the Riviera) seinen zweiten "Golden Globe"1).
Seit Ende der 1950er Jahre sah man Kaye nur noch selten auf der Leinwand, in Bestform zeigte er sich noch einmal in "General Pfeifendeckel"1) (1961, On the Double), einem "launigen Lustspiel mit viel Klamauk, ganz zugeschnitten auf den glänzend spielenden Danny Kaye, dessen Sprachwitz die deutsche Synchronisation nie angemessen ist." notiert das "Lexikon des internationalen Films" → www.zweitausendeins.de
Nach diesem Film zeigte sich Danny Kaye bis 1969 nur noch zwei weitere Kinoproduktionen, so erlebte man ihn als Titelheld in der "liebenswürdigen Danny Kaye-Komödie gehobenen Niveaus"3) mit dem Titel "Der Mann vom Diners Club" (1963, The Man from the Diners' Club), neben Protagonistin Katharine Hepburn übernahm er noch einmal die kleine Aufgabe eines Lumpensammlers in Bryan Forbes' Giraudoux-Adaption "Die Irre von Chaillot" (1969, The Madwoman of Chaillot). Danach zog er sich völlig von der Leinwand zurück, trat unter anderem in dem Musical "Two by Two" am Broadway auf. In den 1960er Jahren arbeitete der Künstler verstärkt fürs Fernsehen und bekam mit "The Danny Kaye Show" 1963 seine eigene Unterhaltungssendung.
1976 verkörperte er neben Sandy Duncan in der Titelrolle den Holzschnitzer Geppetto in der TV-Musical-Version von "Pinocchio", den Mr. Darling bzw. Captain Hook in "Peter Pan" sowie einen Überlebenden des Holocaust in dem TV-Film "Kreuz der Gewalt" (1981, Skookie)
→ Filmlexikon. Seinen letzten Auftritt hatte er 1986 in der "Bill-Cosby-Show", wo er in der Folge "Wer hat Angst vorm Zahnarzt?" den Zahnarzt Dr. Burns mimte.

Neben der Musik galt Kayes größte Liebe den Kindern. Seit Mitte der 1950er Jahre war er UNICEF-Botschafter und reiste quer durch die Welt, sang Opernarien, dirigierte Symphonieorchester mit einer Leidenschaft und einem Kunstverstand, der erstaunte. Hierin teilte er Begabung und Engagement mit dem genialen Sir Peter Ustinov. Er trat vor Kindern in der Dritten Welt auf und spendete einen Großteil seiner Gagen. Dieses Engagement brachte ihm den inoffiziellen Titel "Der Engel von Brooklyn" ein, und UNICEF ernannte ihn 1983 zum Ehrendelegierten.
1954 erhielt er gemeinsam mit Greta Garbo den "Ehrenoscar"1) für sein Gesamtwerk, 1981 wurde er noch einmal von der "Amerikanischen Filmakademie" ausgezeichnet: Für seine humanitäre Arbeit verlieh man ihm den "Jean-Hersholt Humanitarian Award"1).
 
Am 3. März 1987 starb Danny Kaye im Alter von 76 Jahren in Los Angeles an den Folgen eines Herzanfalls nach einer Hepatitis, die durch eine verseuchte Bluttransfusion während einer vier Jahre vorher erfolgten Bypass-Operation ausgelöst worden war. Die letzte Ruhe fand er auf dem "Kensico Cemetery" in Valhalla (Westchester County) im Bundesstaat New York, wo später auch seine Ehefrau beigesetzt wurde → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Seit 3. Januar 1940 war der Star mit Sylvia Fine1) (1913 – 1991) verheiratet, die auch als Managerin ihres Mannes fungierte sowie praktisch alle seine Liedtexte und viele seiner Moderationen verfasste; aus der Verbindung stammt die am 17. Dezember 1946 geborene Tochter Dena Kaye.
Danny Kaye war ein wunderbarer Schauspieler und meisterhafter Grimassenschneider, Sänger, Tänzer und Komödiant, ein Allround-Genie der Unterhaltungsbranche. Sein intelligenter Humor machte ihn zu einem der beliebtesten Entertainer seiner Zeit. Als Kind wollte Danny Kaye Arzt werden, in seiner eigenen Art wurde er es: Lachen ist die beste Medizin.  

Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia sowie
den ausführlichen Artikel bei Wikipedia (englisch) mit einer Übersicht der Auszeichnungen
*) Danny Kaye gab später aus unbekannten Gründen 1913 an → www.unicefusa.org, (UNICEF USA), Wikipedia (englisch)
Link: 1) Wikipedia
Quelle:
2) gilthserano.de; Domain bzw. Seite nicht mehr existent
3) Filmlexikon (www.zweitausendeins.de)
Lizenz Foto Danny Kaye (Urheber Allan Warren): Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
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