Tony Randall
Tony Randall wurde am 26. Februar 1920 als Leonard Rosenberg in Tulsa (Oklahoma) geboren. Der Sohn eines Kunsthändlers belegte bereits auf dem College das Hauptfach "Drama" und studierte dann drei Jahre am "Neighborhood Playhouse" in New York.
Sein Broadwaydebüt gab er 1941 noch unter dem Pseudonym "Anthony Randall" in "A Circle of Chalk" ("Kreidekreis") des chinesischen Dramatikers Li Xingdao (13./14. Jh.); Bertolt Brecht benutzte das Motiv in dem Stück "Der kaukasische Kreidekreis"1) (1948). Weitere Theaterauftritte folgten, dann ging Randall jedoch als Ansager zum Rundfunk, nach dem Krieg führte ihn sein Weg wieder auf die Bühne und zum Hörfunk. Sein erster Nachkriegsauftritt am Broadway war 1946 der stotternde Bruder der weiblichen Protagonistin (Katherine Cornell) in dem Stück "The Barretts of Wimpole Street" von Rudolf Besier über die Liebesbeziehung zwischen der englischen Dichterin Elizabeth Barrett Browning1) und dem Dichter und Dramatiker Robert Browning1) und Randall avancierte am Broadway zum beliebten Darsteller sowohl in dramatischen als auch in komischen Rollen.
Von 1955 bis 1956 spielte er 17 Monate lang in dem Theaterhit "Wer den Wind sät" (Inherit the Wind) von Jerome Lawrence und Robert E. Lee. Verfilmungen von Broadway-Erfolgen brachten ihn 1957 nach Hollywood und besonders als quirliger und genervter Manager in Frank Tashlins Persiflage "Sirene in Blond"1) (Will Success Spoil Rock Hunter?) setzte er Maßstäbe für das Image, das ihm auf der Leinwand auf ewig anhing. Das Magazin "Life" nannte ihn nach diesem Film den feinsten Komödianten, den das Kino seit Jahrzehnten entdeckt hatte.
 
In den Hit-Komödien aus der New Yorker Geschäftwelt wie "Bettgeflüster"1) (1959, Pillow Talk), "Ein Pyjama für zwei"1) (1961, Lover Come Back) und "Schick mir keine Blumen"1) (1963, Send Me No Flowers), die Rock Hudson und Doris Day zu Superstars machten, war Randall regelmäßig als Hudsons leicht trotteliger und hausbackener Kumpel zu sehen, der mit seiner Komik wesentlich zum Erfolg der Filme beitrug, ohne selbst als Star anerkannt zu werden. Den ewig Zweiten mimte er auch in George Cukors heiteren Geschichte "Machen wir's in Liebe"1) (1960, Let's Make Love) an der Seite von Marilyn Monroe und Yves Montand, und in der Komödie "Sexy!"1) (1962, Boys' Night Out) mit James Garner und Kim Novak. In "Abenteuer am Mississippi"1) (1960, The Adventures of Huckleberry Finn), einer Michael-Curtiz-Verfilmung des berühmten Romans "Huckleberry Finns Abenteuer" von Mark Twain, konnte er dann einmal seinem Image entfliehen und mimte den Hochstapler "König von Frankreich", als "Der mysteriöse Dr. Lao" kam er in dem gleichnamigen Fantasy-Film (1963, 7 Faces of Dr. Lao) daher.
 
Seine eigene Nische fand Randall dann vor allem in den 1970er Jahren beim Fernsehen, wo er zu den gefragtesten Darstellern gehörte – sowohl in Action- wie auch Komödienrollen. Er war schlagfertiger Stargast in Talkshows, spielte in zahlreichen Serien wie "One Man's Family" (1950 – 1952), "Mr.Peepers" (1952 – 1955) und hatte zwischen 1976 und 1978 unter anderem eine eigene TV-Show "The Tony Randall Show". Seine bekannteste TV-Rolle dürfte aber wohl zwischen 1970 und 1975 die des ordnungsfanatischen Fotografen Felix Unger in der auf Neil Simons gleichnamigem Theaterstück basierenden Serie "Männerwirtschaft"1) (Odd Couple) gewesen sein, wo er an der Seite von Jack Klugman, der den Sportjournalisten Oscar Madison mimte, äußerst erfolgreich Jack Lemmons Rolle aus dem Kinofilm "Ein seltsames Paar"1) (1967) spielte und für seine Darstellung nach Ende der Serie mit einem "Emmy"1) ausgezeichnet wurde.
Nur wenige Male agierte Randall noch auf der Leinwand, etwa in der Woody Allen-Satire "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten"1) (1972), seine letzten Auftritte im Kino hatte er mit kleineren Rollen in der Krimikomödie "Crazy Instinct"1) (1992, Fatal Instinct) und in der heiteren Romanze "Down with Love – Zum Teufel mit der Liebe!"1) (2003, Down with Love).

Nach dem Tod seiner Ehefrau Florence Gibbs, mit der Randall seit 1942 bis zu deren Tod im Jahre 1992 glücklich verheiratet gewesen war, lernte der Schauspieler wenig später die 50 Jahre jüngere Kollegin Heather Harlan kennen. Die beiden heirateten 1995 und mit 77 Jahren wurde Randall erstmals Vater; Tony Randall lebte bis zu seinem Tod mit seiner Familie in New York. Der beliebte Schauspieler starb am 17. Mai 2004 mit 84 Jahren nach längerer Krankheit einer New Yorker Universitätsklinik; er hatte sich 2003 einer Herzoperation unterziehen müssen und litt seitdem an einer Lungenentzündung. Randall hinterließ seine Ehefrau und zwei Kinder im Alter von fünf und sieben Jahren; Tochter Julia Laurette war am 11. April 1997, Sohn Jefferson Salvini am 15. Juni 1998 geboren worden.
Die letzte Ruhe fand er auf dem "Westchester Hills Cemetery" in Hastings-on-Hudson (New York) → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons sowie knerger.de.

Für seine herausragenden Leistungen als TV-Darsteller erhielt Randall im Jahre 1998 einen "Stern" auf Hollywoods legendärem " Walk of Fame". Überragend war aber auch das soziale und politische Engagement des Darstellers: Er setzte sich für ein Rauchverbot an öffentlichen Plätzen ein, demonstrierte in den 1980er Jahren in Washington gegen Apartheid und sammelte Geld für die AIDS-Hilfe. 1989 hatte er einen Erzählband mit Anekdoten aus seinem Leben unter dem Titel "Which Reminds Me" veröffentlicht.
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de 
Siehe auch Wikipedia
Link: 1) Wikipedia
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
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