Robert Redford (Charles Robert Redford Jr.) wurde am 18. August 1936 als Sohn des Angestellten Charles Robert Redford, Sr. (1914 – 1991) und dessen Ehefrau Martha (1914 – 1955) im kalifornischen Santa Monica geboren, wuchs gemeinsam mit Halbbruder William in einfachen Verhältnissen auf. Während der Schulzeit galt er als jugendlicher Rebell ohne Ambitionen und seine Leistungen in der High School ließen zu wünschen übrig. Im Sport jedoch war er ein As, er brillierte im Tennisteam der Schule und spielte in der Baseball-Mannschaft des späteren Dodgers-Stars Don Drysdale. Doch sein Baseball-Stipendium am College verlor er wegen wiederholter Trunkenheit, der frühe Tod seiner Mutter im Jahre 1955 machte ihm zu schaffen. Nach dem College ging er nach Paris und Florenz, um dort Malerei und Kunstgeschichte zu studieren; ein Jahr später kehrte er jedoch bereits wieder nach New York zurück.
Er blieb bei seiner Rückkehr in die Staaten der Kunst treu und – motiviert von seiner Frau Lola Jean Van Wagenen, die er 1958 geheiratet hatte – schrieb sich schließlich im "Pratt Institute", einer renommierten Kunsthochschule im New Yorker Stadtteil Brooklyn ein, wo er unter anderem Theaterdesign studierte. Auf Vorschlag seines Lehrers ging er dann auf die "American Academy of Dramatic Art" und entdeckte seine Leidenschaft für die darstellende Kunst, die Schauspielerei. Er begann seine Schauspiellaufbahn Anfang der 1960er Jahre am Theater und in verschiedenen Fernsehproduktionen. 1962 war er zum ersten Mal in dem Kriegsstreifen "Hinter feindlichen Linien" (War Hunt) in einer Nebenrolle als junger Rekrut Roy Loomis auf der Leinwand zu sehen.

Foto: Robert Redford 2013 anlässlich der
"Internationalen Filmfestspiele" in Cannes
Urheber: Georges Biard; Lizenz CC-BY-SA 3.0
Quelle: Wikimedia Commons

Robert Redford 2013 anlässlich der "Internationalen Filmfestspiele" in Cannes; Urheber: Georges Biard; Lizenz CC-BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons
Nach den 1965 bzw. 1966 gedrehten Produktionen "Verdammte süße Welt" (Inside Daisy Clover), "Ein Mann wird gejagt"1) (The Chase2)) und "Dieses Mädchen ist für alle"1) (This Property is Condemned)" konnte 1967 seinen ersten größeren Erfolg als Paul Bratter neben Jane Fonda in der Neil Simon-Komödie "Barfuß im Park"2) (Barefoot in the Park) verbuchen. Diese Hauptrolle, die Redford bereits 1963 mit Erfolg auf der Bühne gespielt hatte, legte den Grundstein für seinen kometenhaften Leinwand-Aufstieg. Er wurde zwar von Jane Fonda in diesem Film noch glatt an die Wand gespielt, konnte aber sein Image des "ausschließlich gutaussehenden jungenhaften Darstellers" bald ablegen. An der Seite von Paul Newman stieg er 1968 zum internationalen Star auf, als der gemeinsame Western "Zwei Banditen"1) (Butch Cassidy and the Sundance Kid2)) ein riesiger Erfolg an den Kinokassen wurde. Als Revolverheld Harry "Sundance Kid" Longabaugh katapultierte sich der gutaussehende Redford auf Anhieb in die erste Riege Hollywoods. Er gründete seine eigene Produktionsfirma "Wildwood Enterprises" und engagierte 1969 den noch unbekannten Regisseur Michael Ritchie2) für den Skifahrerfilm "Schussfahrt" (Downhill Racer), im gleichen Jahr folgte der Western "Blutige Spur"2) (Tell Them Willie Boy Is Here) von Abraham Polonsky.

1970 mimte Robert Redford einen Motorradrennfahrer in "Stromer der Landstraße" (Little Fauss and Big Halsy), 1972 einen politisch engagierten Rechtsanwalt in "Bill MacKay – Der Kandidat"1) (The Candidate). Nach der Krimikomödie "Vier schräge Vögel"1) (1971, The Hot Rock2)) und dem beeindruckenden Western "Jeremiah Johnson"1) (1972) drehte er 1973 – wieder mit Paul Newman – die Gangsterkomödie "Der Clou"1) (The Sting2)), in dem er unter der Regie von George Roy Hill den Ganoven und Glücksspieler Johnny Hooker darstellte. Die Rolle brachte Redford eine "Oscar"-Nominierung ein, der Film selbst wurde mit sieben "Oscars" ausgezeichnet, unter anderem für die "Beste Regie", die "Beste Musik" und das "Beste Drehbuch". Redford galt nach diesem Film und dem im gleichen Jahr gedrehten Erfolg bzw. seiner Titelrolle in "Der große Gatsby"1) (The Graet Gatsby2)) als der beliebteste Schauspieler Hollywoods.
Mit seinem außergewöhnlich guten Aussehen war der blonde, blauäugige Mime vor allem für weibliche Verehrer der Inbegriff des männlichen Sexsymbols geworden. Der Starrummel wurde ihm jedoch bald zuviel und Redford zog sich 1975 nach dem Abenteuer "Tollkühne Flieger"1) (1974, The Great Waldo Pepper) und dem Thriller "Die drei Tage des Condors"1) (1975, Three Days of the Condor2)) für einige Zeit auf seine Ranch in Utah zurück. 1976 spielten er und Dustin Hoffman in dem Politthriller "Die Unbestechlichen"1) (All The President's Men2)) das Reporterduo Bob Woodward und Carl Bernstein, das die Watergate-Affäre2) aufdeckt, 1978 folgte Sydney Pollacks sehenswerte Westernkomödie "Der elektrische Reiter"1) (The Electric Horseman) mit Redford als abgewracktem Rodeoreiter sowie Jane Fonda als Partnerin.
 
In den 1980ern verlagerten sich Redfords Interessen und immer seltener stand er selbst vor der Kamera, denn neben seinen darstellerischen Aufgaben wurde Redford auch hinter der Kamera aktiv. Zwischen 1980 und 1990 konnte man ihn in nur fünf Filmen auf der Leinwand erleben: In dem Gefängnisfilm "Brubaker"1) (1980, Brubaker2)), in dem Dreißigerjahre-Baseball-Epos "Der Unbeugsame"1) (1984, The Natural2)), in dem "Oscar"-prämiierten Tanja Blixen-Melodram "Jenseits von Afrika"1) (1985, Out of Africa2)), in der Krimikomödie "Staatsanwälte küsst man nicht"1) (1986, Legal Eagles2)) sowie in dem monumentalen Revolutionsdrama "Havanna"2) (1990), in dem Redford, wie viele meinen, der falsche Mann für die Hauptrolle war und Sydney Pollack sich im Epischen verlor. Dafür jedoch startete Redford 1980 mit dem sensiblen Melodram "Eine ganz normale Familie"2) (Ordinary People) eine nicht minder erfolgreiche Karriere als Regisseur und Produzent. Sein Regiedebüt bescherte Redford den ersten "Oscar" seiner Karriere sowie einen "Golden Globe". Er wartete dann jedoch acht Jahre, bis er 1988 seine zweite Regiearbeit präsentierte: "Milagro – Der Krieg im Bohnenfeld"1) (The Milagro Beanfield War2)); eine weitere vielbeachtete Arbeit hinter der Kamera wurde die Familienchronik "Aus der Mitte entspringt ein Fluss"1) (1991, A River Runs through It2)).
Anfang der 1990er Jahre aber meldete sich der engagierte Umweltschützer Redford – er gründete das "Institute for Resource Menagement", das Forschern und Umweltschützern ein gemeinsames Forum bietet – als Darsteller auf der Leinwand zurück. Eindrucksvoll bewies er 1992 mit der Actionkomödie "Sneakers – Die Lautlosen"1) (Sneakers2)) und dem Melodram "Ein unmoralisches Angebot"1) (Indecent Proposal2), mit Demi Moore) sowie 1996 mit dem Liebesfilm "Aus nächster Nähe"1) (Up Close and Personal2), mit Michelle Pfeiffer), dass er längst noch nicht zum alten Eisen gehörte, sondern immer noch zum romantischen Helden taugte.
 
1998 dann war Redford neben Kirstin Scott Thomas als Hauptdarsteller und Regisseur des Abenteuerfilms "Der Pferdeflüsterer"1) (The Horse Whisperer2)) nach dem gleichnamigen Bestseller-Roman des englischen Newcomers Nicholas Evans auf der Leinwand zu sehen – wieder international ein riesiger Erfolg für den Schauspieler. Kaum war die Produktion endlich abgedreht, begann Redford bereits mit den Vorbereitungen seines nächsten Projekts, "Die Legende von Bagger Vance"1) (The Legend of Bagger Vance2)), ein Film, der 2000 mit Will Smith in der Titelrolle in die Kinos kam – hier war Redford Regisseur und Produzent in Personalunion. Nach der Hauptrolle in Rod Luries Drama "Die letzte Festung"1) (2001, The Last Castle2)) sowie der Figur des alternden Agenten Nathan D. Muir in dem Streifen "Spy Game – Der finale Countdown"2) (2001, The Spy Game), verkörperte er als nächstes ein Entführungsopfer: In dem Thriller "Anatomie einer Entführung"1) (The Clearing2)) stellt der Oscar-Gewinner einen reichen Unternehmer dar, der von einem früheren Angestellten gekidnappt und in einem Waldstück gefangenen gehalten wird. Die Ehefrau – gespielt von Helen Mirren – soll das Lösegeld für ihn beschaffen. Debüt-Regisseur Pieter Jan Bruegge begann Mitte September 2002 in North Carolina mit den Dreharbeiten, Kinostart war Ende Oktober 2003. Zu den weiteren Arbeiten Redfords für das Kino zählt Lasse Hallströms sensible Familiengeschichte "Ein ungezähmtes Leben"1) (2005, An Unfinished Life2)) sowie das Polit-Drama "Von Löwen und Lämmern"2) (2007, Lions for Lambs), mit dem Redford zudem seine siebte Regiearbeit ablieferte. Lediglich hinter der Kamera stand er für seinen Streifen "Die Lincoln Verschwörung" (The Conspirator), mit dem er die wahren Ereignisse nach der Ermordung von US-Präsident Abraham Lincoln thematisiert; deutscher Kinostart war der 15. April 2011. Danach folgte mit sich in der männlichen Hauptrolle eines Linksradikalen, der in die Fänge des FBI gerät, der Polit-Triller "The Company You Keep – Die Akte Grant"2) (The Company You Keep), der bei uns am 25. Juli 2013 an den Start ging → weitere Infos zum Film bei www.film-zeit.de. "Die Akte Grant" zeigt ihn auf der Höhe einer Kinokunst, die manche überholt finden." notierte unter anderem der Filmkritiker Andreas Kilb in die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (24.07.2013, S. 27). Als "Stummes Drama mit Oscar-Ambitionen" bezeichnete www.sueddeutsche.de das Segler-Drama "All Is Lost"2) (2013) mit Redford in der Rolle eines Einhand-Seglers, der auf einem Kunststoff-Rettungsfloß im Indischen Ozean treibend um sein Überleben kämpft; in Deutschland feierte der Film am 9. Januar 2014 seine Premiere.
Bei "The Return of the First Avenger"2) (OT: Captain America: The Winter Soldier) handelt es sich um einen Action- und Science-Fiction-Spielfilm, der als Comicverfilmung auf der Superhelden-Comicfigur Captain America2) des Verlages "Marvel" basiert. Hier tritt Redford neben Protagonist Chris Evans als Mitglied des Weltsicherheitsrates Alexander Pierce in Erscheinung; Kinostart dieses "Superheldenspektakels" im deutschsprachigen Raum war der 27. März 2014. Das abenteuerlich-amüsante Biopic "A Walk in the Woods" feierte seine Premiere am 23. Januar 2015 beim "Sundance Film Festival" in Utah und basiert auf dem gleichnamigen Reiseroman des von Redford dargestellten US-amerikanischen Journalisten und Schriftstellers Bill Bryson2), der vor allem durch seine ebenso informativen wie humorvollen Reiseberichte aus Europa, den Vereinigten Staaten und Australien berühmt wurde. "A Walk in the Woods: Rediscovering America on the Appalachian" (1997) erschien in deutscher Sprache unter dem Titel "Picknick mit Bären", dementsprechend lautet im deutschsprachigen Raum auch die Kinokomödie, die bei uns am 15. Oktober 2015 an den Start ging. Erzählt wird die Geschichte der zwei ungleichen alten Freunden Bill Bryson (Redford) und Stephen Katz (Nick Nolte2)), die sich nach jahrzehntelanger Entfremdung auf ihrer Kilometer langen Wanderung auf dem Appalachian Trail2) zusammenraufen müssen. "Während Redford ganz auf die Mimik seiner zerfurchten Gesichtslandschaft setzt, japst, hechelt und stolpert Nolte voluminös durch die Botanik. Zwei alte Zausel höchst unterschiedlicher Prägung spannen sich da also zusammen, um sich noch einmal zu beweisen, dass das Leben noch längst nicht verronnen ist und sie ohne Notarzt als ständigen Begleiter auskommen." notierte www.welt.de.
Einmal mehr eine bekannte Persönlichkeit verkörpert Redford in dem Spielfilm "Truth" (2015), diesmal den US-amerikanischen Journalisten Dan Rather2), der zwischen 1981 und 2005 als Nachrichtensprecher der CBS-Abendnachrichten tätig war. Verfilmt wurde das Buch "Truth and Duty: The Press, The President And The Priviliege Of Power" der Journalistin und früheren TV-Nachrichten-Produzentin Mary Mapes3), dargestellt von Cate Blanchett. Premiere feierte die Produktion beim "International Film Festival" im kanadischen Toronto und soll am 16. Oktober 2015 in den USA veröffentlicht werden. Für Mitte August 2016 ist "Pete's Dragon" angekündigt, einer Mischung aus Animation und Live-Action bzw. einem Remake des Walt Disney-Films "Elliot, das Schmunzelmonster"2) (Pete's Dragon) aus dem Jahre 1977. Hier wird der Hollywood-Star als Vater von Grace bzw. als Geschichtenerzähler zu sehen sein.
 
Mittlerweile gilt Robert Redford als einer der attraktivsten Schauspieler aller Zeiten und lebende Legende. Die Liste seiner Erfolge ist lang, fast 40 Kinohits als Darsteller, acht gefeierte Filme als Regisseur und zahlreiche Erfolge als Produzent. Dazu kommen verschiedenste Gastauftritte im Fernsehen, fünf Produktionen, in denen er als Erzähler fungierte, wie etwa in dem Dokumentarfilm "Zwischenfall in Oglala" (1992, Incident at Oglala) sowie Sprecherrollen wie in "Schweinchen Wilbur und seine Freunde"2) (2006, Charlotte's Web) nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Elwyn Brooks White, wo er dem Pferd Ike seine Stimme lieh. 
Redford hat sich auch immer als Anwalt des unabhängigen Films verstanden. 1980 gründete er in Park City, Utah, das "Sundance Film Institute" als Workshop und Ausbildungsstätte für junge Filmemacher – eine Organisation, die sich der Unterstützung und der Entwicklung von Nachwuchsautoren und Regisseuren des nationalen und internationalen unabhängigen Kinos verschrieben hat. Längst ist das daraus entsprungene "Sundance Film Festival"2) zum wichtigsten Treffpunkt und Markt für die "Independent"-Szene in den USA avanciert. 2005 erklärte Redford, dass er eine Kinokette für anspruchsvolle Filme gründen wolle, in denen Autorenfilme, ausländische Produktionen, Dokumentationen und Interviews mit Kinoschaffenden gezeigt werden sollen. Der Hollywood-Star, der am 18. August 2011 seinen 75. Geburtstag feierte und als Schauspieler bisher nie einen "Oscar" erhielt, wurde 2002 mit einem "Ehrenoscar"2) für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Die am 12. September 1958 geschlossene Ehe Redfords mit der Historikerin und Umweltaktivistin Lola Van Wagenen3) wurde 1985 geschieden. Mit ihr hat er vier Kinder, Tochter Amy Hart Redford2) (geb. 1970) und Sohn David James Redford (geb. 1962) sind als Schauspieler bzw. Produzenten in die Fußstapfen ihres berühmten Vaters getreten, der 1959 geborene Sohn Scott starb kurz nach der Geburt, Tochter Shauna hatte 1960 das Licht der Welt erblickt. Nach der Scheidung waren die brasilianische Schauspielerin Sônia Braga2) und die Kostümdesignerin Kathy O'Rear Redfords Lebensgefährtinnen, seit Mitte der 1990er Jahre ist die in Hamburg geborene Malerin Sibylle Szaggars seine Partnerin. Nach mehr als zwölf Jahren Beziehung haben der Filmstar und die Malerin am 11. Juli 2009 geheiratet. Die Trauung im Hamburger Nobelhotel "Louis C. Jacob" war zunächst geheim gehalten worden, erst Tage später berichteten die Medien darüber.
Seit Jahren lebt Robert Redford, inzwischen mehrfacher Großvater und einer der führenden Persönlichkeiten des amerikanischen Films, abwechselnd im Napa Valley bei San Francisco, in New York sowie, ganz im Einklang mit der Natur, auf seinem Anwesen im Bergland von Provo in Utah.
Mitte Mai 2012 veröffentlichte der irische Schriftsteller Michael Feeney Callan3) nach 15-jähriger Recherche und Unterstützung Redfords das Buch "Robert Redford: The Biography".

Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de und Dirk Jasper FilmstarLexikon
Siehe auch Wikipedia, www.whoswho.de
Link: 1)  prisma.de, 2) Wikipedia (deutsch), 3) Wikipedia (englisch) Stand Oktober 2015
    
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(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
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