Lee Van Cleef
Lee Van Cleef (Clarence Leroy Van Cleef Jr.) wurde am 9. Januar 1925 auf einer Farm in Sommerville (New Jersey) geboren, seine Vorfahren stammten überwiegend aus den Niederlanden; der Vater war zunächst Buchhalter, später Farmer, die Mutter Sängerin. Van Cleef ging nach seinem Schulabschluss mit 18 Jahren zur US Navy und ließ sich nach Kriegsende mit seiner Frau Patsy Ruth, die er 1943 geheiratet hatte, ebenfalls auf einer Farm nieder; die beiden hatten drei Kinder, Alan, Deborah und Davis, die Ehe wurde 1960 geschieden.
Während dieser Zeit arbeitete Van Cleef als Farmer, später managte er ein Sommercamp, war als Bücherrevisor und Journalist tätig. Ohne die Absicht, Schauspieler zu werden, spielte er nebenbei als Amateur am Theater. 1950 ging er erstmals als Profi mit dem Stück "Mister Roberts" auf Tournee, wo ihn Produzent Stanley Kramer während einer Vorstellung in Los Angeles sah und ihn für die Rolle des Banditen Jack Colby in Fred Zinnemanns Western-Klassiker "Zwölf Uhr mittags"1) (1952, High Noon) engagierte.
In seinem Leinwanddebüt mimte Van Cleef einen der vier gesetzlosen Bösewichte, gegen die der aufrechte, einsamen Sheriff Will Kane alias Gary Cooper antreten muss – es ist eine stumme, aber dennoch eindrucksvolle Rolle. Van Cleefs scharf gebogene Nase, seine stechenden schmalen Augen prädestinierten ihn als idealen Klischee-Schurken und während der 50er Jahre spielte er entsprechend einschlägige Figuren mit monotoner Regelmäßigkeit neben den Stars des Genres wie Burt Lancaster, John Wayne und Randolph Scott. So erlebte man ihn beispielsweise mit prägnanten Rollen in den Gangsterstreifen "Der vierte Mann"2) (1952, Kansas City Confidential) und "Geheimring 99"2) (1953, The Big Combo), selten bekam er so wie in Samuel Fullers Kriegsdrama "China-Legionär" (1957, China Gate) mehr als ein paar Sätze zu sagen, grundsätzlich musste er vor dem Finale ins Gras beißen.
 
Ende der 1950er Jahre wäre Van Cleefs Karriere als Filmschauspieler beinahe jäh beendet worden. Bei einem Autounfall zog er sich eine Knieverletzung zu und die Ärzte meinten, dass er niemals mehr auf einem Pferd reiten könne – undenkbar für einen Wester-Darsteller. Er schaffte es dennoch, zog sich zwar für eine Zeitlang aus dem Filmgeschäft zurück, versuchte sich dann aber erneut mit mehr oder weniger Erfolg.
Neben seinen Leinwandrollen bediente Van Cleef vor allem in den 1960er Jahren auch in etlichen TV-Westernserien das Image des Bösewichts, etwa in Quotenrennern wie "Bonanza", " Am Fuß der blauen Berge" (Laramie) oder " Tausend Meilen Staub" (Rawhide). So richtig profilieren konnte er sich in diesen Kultserien jedoch nicht.
Seine schauspielerischen Fähigkeiten blieben in den USA zwar begrenzt – nicht zuletzt durch die stereotypen Rollen – aber für den europäischen Markt war er dennoch attraktiv. Sergio Leone besetzte ihn in zwei Filmen seiner berühmten "Dollar-Trilogie". Mit "Für ein paar Dollar mehr"1) (Per qualche dollaro in pi), in dem er den Kopfgeldjäger Colonel Mortimer spielte, wurde er ebenso wie Clint Eastwood zum Superstar des Spaghetti-Western. Über Nacht avancierte der hochgewachsene Mann mit dem scharfgeschnittenen, wettergegerbten Gesicht, dem finsteren Blick und dem tief ins Gesicht gezogenen Hut zum Star. Als Leone 1966 seinen meisterhaften Western "Zwei glorreiche Halunken"1) (Il buono, il brutto, il cattivo) drehte, war Van Cleef als Profikiller Sentenza wieder mit von der Partie. Von nun an brauchte er die Westernklamotten nicht mehr abzulegen, zählte in den nächsten Jahren zum Stammpersonal des Italowestern. So war er unter anderem der geheimnisvolle Revolverheld "Sabata"1) (1970, Ehi amico … c' Sabata, hai chiuso!2)) in Frank Kramers (=Gianfranco Parolini) gleichnamigem, berühmtem Italowestern, eine Figur, die Van Cleef auch in der Fortsetzung "Sabata kehrt zurück"1) (1971, Il ritorno di Sabata) glänzend mimte; im dritten Teil "Adis, Sabata" (1971) musste er die Rolle dann allerdings an Yul Brynner abgeben.
 
Van Cleef profilierte sich als einer der führenden Protagonisten des Genres in stoisch-brutalen Antiheldenrollen. Wie Clint Eastwood und Charles Bronson bekam er bald auch wieder Angebote aus Hollywood, doch ihm fehlte das Charisma eines Vollblutschauspielers, abgesehen von ein paar Ausnahmen begnügte er sich in den 1970ern mit den anspruchslosen, dennoch lukrativen Angeboten aus der italienischen Filmmetropole. Nach dem Abebben der Western-Welle trat er in einigen Mafia-Thrillern auf und fand dann in den kassenträchtigen Söldner-Actionfilmen der 1980er ein weiteres Betätigungsfeld. In etwa 100 Kinofilmen und über 200 TV-Spielen blieb Van Cleef stets der Schurke vom Dienst; überwiegend waren es Western, darunter auch anspruchsvolle wie John Sturges' "Zwei rechnen ab"1) (1957, Gunfight at the O.K. Corral), Henry Kings "Bravados"1) (1958, The Bravados) oder "Der Mann, der Liberty Valance erschoss"1) (1961, The Man Who Shot Liberty Valance2)) von Regisseur John Ford, der ihn auch in einer Episode von "Das war der wilde Westen"1) (1962, How the West Was Won) besetzte. Zu Van Cleefs letzten Arbeiten für das Kino zählt die eher zu vernachlässigende Actionkomödie "
Cannonball-Fieber – Auf dem Highway geht's erst richtig los"1) (1989, Speed Zone!).
 
Nach der Scheidung 1960 von seiner ersten Frau
Frau Patsy Ruth ging Van Cleef noch im gleichen Jahr die zweite Ehe mit Joan Miller ein, doch auch diese Verbindung wurde nach kurzer Zeit 1964 offiziell getrennt. Ebenso wie Joan war auch seine dritte Frau Barbara Greer, der er Mitte Juli 1976 das Ja-Wort gegeben hatte, Künstlerin bzw. als Konzertpianistin sehr erfolgreich.
Lee Van Cleef starb am 16. Dezember 1989 im Alter von 64 Jahren im kalifornischen Oxnard an den Folgen eines Herzinfarktes; seine letzte Ruhe fand der Leinwandstar auf dem "Forest Lawn Memorial Park"1) in Hollywood (Kalifornien) → Foto der Grabstelle bei knerger.de. 
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de (mit Film-Auswahl)
Siehe auch Wikipedia
Link: 1) Wikipedia, 2)  prisma.de
 
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Links: Wikipedia)
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