Lana Turner
Lana Turner (Julia Jean Mildred Frances Turner) wurde am 8. Februar 1921 in der Bergarbeiterstadt Wallace (Idaho) geboren. Sie kam aus einfachen Verhältnissen und als sie neun Jahre alt war, soll ihr Vater, der ein Hang zum Glückspiel hatte, auf der Straße seines Gewinnes beraubt und erschlagen worden sein. Die mittellose Mutter gab das Kind zunächst zu Pflegeeltern, später zogen beide nach Kalifornien, wo die Mutter ab 1936 in Los Angeles einen Schönheitssalon eröffnete; die junge Lana Turner besuchte dann in Hollywood die Klosterschule "Convent of Immaculate Conception". Über ihre Entdeckung für das Filmgeschäft gibt es mehrere Varianten, an hartnäckigsten hält sich die Geschichte, dass das junge Mädchen, als sie einmal die Schule schwänzte, in einer Eisdiele am Sunset Boulevard von einem Redakteur des "Hollywood Reporter" entdeckt und dem Regisseur Mervyn Le-Roy vorgestellt worden sei. Bei diesem Gespräch habe der Teenager einen viel zu engen Pullover getragen, was MGM-Bosse später auf die Idee gebracht haben soll, Lana Turner als "Sweater-Girl" (Sweater = Pullover) ins Showbusiness zu bringen.
Nach ihrem Leinwanddebüt als Statistin in William A. Wellmans Melodram "A Star is Born"1) (1937, Ein Stern geht auf), musste sie bei ihrem ersten richtigen Leinwandauftritt 1937 in dem Justizdrama "Der dritte Grad" (They Won't Forget) deshalb in einem hautengen Pullover durchs Bild laufen. In der ersten Zeit erhielt die Turner kleine Rollen in Musikfilmen und anderen unterhalternden Produktionen sowie in beliebten Film-Reihen wie "Andy Hardy" mit Mickey Rooney oder "Dr. Kildare" mit Lew Ayres. Dann wurden ihr größere Aufgaben übertragen, die Turner agierte aber weiterhin hauptsächlich als attraktiver Blickfang in simpel gestrickten Streifen wie "Die Abenteuer des Marco Polo"1) (1937, The Adventures of Marco Polo) oder "Nicht schwindeln Liebling" (1939, Dancing Co-Ed). Den ersten schauspielerischen Erfolg konnte Lana Turner Jahre später als geheimnisvolle, verführerische bzw. mörderische Ehebrecherin Cora Smith in dem Film noir "Im Netz der Leidenschaften"1) (1946, The Postman Always Rings Twice2)) verbuchen, von Tay Garnett gedreht nach dem mehrfach verfilmten Krimi "Wenn der Postmann zweimal klingelt"1) von James M. Cain. Obwohl sie anfangs nie so richtig durch schauspielerisches Können überzeugen konnte, avancierte die Turner schon bald zu einem gefragten Leinwandstar.
 
Als Verlobte von Spencer Tracy spielte sie bereits 1941 in der Jekyll- und Hyde-Variante "Arzt und Dämon"1) (Dr. Jekyll and Mr. Hyde) und sechs Jahre später 1947 erneut an Spencers Seite als dessen junge Ehefrau in George Sidneys Melodram "Fesseln der Liebe"2) (Cass Timberlane). Lana Turner musste den  windigen Spieler Candy Johnson alias Frauenschwarm Clark Gable in der Western-Romanze "Ein toller Bursche" (1941, Honky Tonk) "bändigen" und verdrehte Gable auch in "Manila" (1942, Somewhere I'll Find You) den Kopf → film.at. Mit Robert Taylor spielte sie in dem Gangsterstreifen "Der Tote lebt" (1942, Johnny Eager), als lebenslustige Marianne kam sie in dem Melodram "Taifun"1) (1947, Green Dolphin Street) daher. Die elegante, selbstsichere Schauspielerin wurde häufig in Melodramen besetzt, so gestaltete sie 1952 neben Kirk Douglas in Vincente Minnellis "Stadt der Illusionen"1) (The Bad and the Beautiful2)) eindrucksvoll den alkoholkranken Filmstar Georgia Lorrison. Einmal mehr mit Clark Gable agierte sie in dem eher mittelmäßigen Spionagethriller "Verraten!"2) (1954, Betrayed), als neurotische Witwe MacKenzie war sie in dem Kleinstadt-Drama "Glut unter der Asche"1) (1957, Peyton Place) zu sehen Für diese Darstellung in Mark Robsons Verfilmung des Enthüllungsromans "Die Leute von Peyton Place" (OT: Peyton Place) von Grace Metalious1) wurde Lara Turner für einen "Oscar" als "Beste weibliche Hauptdarstellerin" nominiert, musste die begehrte Trophäe jedoch Joanne Woodward1) in "Eva mit den drei Gesichtern"1) (1957) überlassen. Die Schauspielerin überzeugte aber auch in Abenteuern wie "Die drei Musketiere"1) (1948, The Three Musketeers), wo sie an der Seite Gene Kelly als D'Artagnan die Lady de Winter mimte, oder neben John Wayne in "Der Seefuchs"1) (1955, The Sea Chase) mit der Rolle der Nazi-Spionin Elsa Keller.
Die Interpretation der ehrgeizigen Schauspielerin Lola Meredith in Douglas Sirks Mutter-Kind-Drama "So lange es Menschen gibt"1) (1959, Imitation of Life) war neben der weiblichen Hauptrolle in der Komödie "Junggeselle im Paradies"1) (1961, Bachelor in Paradise) als Partnerin von Bob Hope wohl eine ihrer letzten bedeutenden Rollen.

Während Lana Turner auf der Leinwand als blonder, männermordender Vamp die Kinosäle füllte, sorgte die Schauspielerin durch private Eskapaden immer wieder für Schlagzeilen. Das platinblonde "Glamour-Girl", wie sie von den Medien bezeichnet wurde, war acht Mal verheiratet, unter anderem 1940 vier Monate lang mit dem Musiker und Bandleader Artie Shaw1) (1910  2004) sowie dem Schauspielerkollegen Lex Barker3) (1919  1973), den sie 1952 kennen gelernt hatte, Anfang September 1953 vor den Traualtar trat und von dem sie sich Mitte Juli 1957 offiziell wieder trennte. Ihrem 2. Ehemann, dem Schauspieler bzw. Restaurator Joseph Stephen Crane4) (1916  1985), gab sie gleich zwei Mal das Ja-Wort, die erste, am 17. Juli 1942 geschlossene Verbindung wurde am 4. Juli 1943 annulliert, doch bereits wenige Wochen später heiratete das Paar am 14. März 1943 erneut, um sich dann Mitte August 1944 endgültig scheiden zu lassen; aus dieser Beziehung stammt Lana Turners einziges Kind, die 1943 geborene Tochter Cheryl Crane4), welche 1988 ein Buch über ihre berühmte Mutter mit dem Titel "Detour: A Hollywood Story" veröffentlichte, in dem sie über ihr Leben mit dem Hollywoodstar, deren sieben Ehemännern und diversen Beziehungen erzählt.
Der Zinn-Millionär Henry J. Topping Jr. wurde Ende April 1948 ihr nächster Ehemann, mit ihm hielt sie es immerhin bis Mitte Dezember 1952 aus. Kurz zuvor war ja Lex Barker auf den Plan getreten, doch auch mit ihm verbrachte sie nur knappe vier Ehejahre. Der Viehzüchter Fred May (1960–1962), der Filmkaufmann Robert Eaton (1965–1969) und der Nachtclub-Hypnotiseur Ronald Peller4) (Künstlername: Ronald Dante; 1969–1972) wurden dann ihre nächsten Ehemänner. Daneben sagte man ihr auch zahlreiche Affären nach, Howard Hughes
1) (1905  1976), Tyrone Power4) (1914  1958) und Frank Sinatra3) (1915  1998) sollen zu den "Glücklichen" gehört haben. 
1958 stand die Leinwand-Diva im Mittelpunkt eines der größten Hollywood-Skandale: Ihre damals erst 14-jährige Tochter Cheryl hatte Lana Turners Halbwelt-Geliebten, den Playboy und Bodyguard Johnny Stompanato4), am 4. April 1958 in Notwehr mit einem Messer niedergestochen, als dieser versucht hatte, die Schauspielerin anzugreifen. Die Gerichtsverhandlung, in der auch Lana Turners mögliche Mitschuld an der Tragödie geklärt werden sollte, geriet zu einem riesigen Medienspektakel, in dessen Verlauf Lana Turners Liebesbriefe veröffentlich wurden. Der Gangster Mickey Cohen1), dessen Leibwächter und Freund Stompanato gewesen war, rächte sich, indem er Liebesbriefe, die die Turner an Stompanato geschrieben hatte an die Presse weitergab. Tagelang beherrschten die Briefe die Titelseiten der amerikanischen Zeitungen und heizten den Skandal weiter an. Harold Robbins1) verwendete die Geschichte 1964 nur unwesentlich verändert in seinem Roman "Where Love Has Gone" (dt.: Wohin die Liebe führt). In der gleichnamigen Verfilmung1) spielte Susan Hayward3) die Hauptrolle.5)

"So lange es Menschen gibt" von Douglas Sirk, der erste Film, den die Turner 1958 nach dem Freispruch ihrer Tochter drehte, erreichte Rekordergebnisse. Sie verkörperte eine Schauspielerin, die der Karriere ihr Privatleben opfert. Sie versteht die eigene Tochter nicht mehr und gibt ihre große Liebe auf. Eine Rolle, die Lana Turner auf den Leib geschneidert war, zumal vieles mit ihrem tatsächlichen Leben überein stimmte. Bis in die 1960er, 1970er Jahre blieb die Schauspielerin ein gefragter Star. Sie verlagerte in dieser Zeit ihre Arbeit auf das Fernsehen. So trat sie 1969 in 15 Folgen der Serie "The Survivors" (Die Macht des Geldes) auf und hatte am Ende ihrer Karriere zwischen 1982 und 1983 Gastauftritte in dem Dauerbrenner "Falcon Crest"1). Sporadisch übernahm sie Aufgaben am Theater, Anfang der 1970er Jahre feierte sie noch einmal auf der Bühne Erfolge mit der Komödie "40 Carats"4) von Jay Presson Allen4).

1982 erschienen ihre Memoiren "Lana: The Lady, the Legend, the Truth" (Lana: Die Lady, die Legende, die Wahrheit): Die Autobiographie steckt voller Peinlichkeiten, es sind Bettgeschichten und detaillierte Beschreibungen von verunglückten Liaisons. Man erfährt, dass es bei dem Gatten Artie Shaw gar nicht geklappt hat und dass Howard Hughes keine Unterhosen trug. Es gibt kaum einen Hollywood-Star dessen Privatleben so öffentlich bekannt wurde. So gibt die Autobiographie des Stars auch Auskunft darüber, warum das so war. Ihre zahlreichen Heiraten und Scheidungen  samt Wiederheirat desselben Manns Steve Crane, gaben genügend Stoff. (Quelle: www.prisma.de)
 
Lana Turner erlag am 29. Juni 1995 im Alter von 74 Jahren im kalifornischen Century City ihrem Krebsleiden; 1992 hatten die Ärzte bei ihr Kehlkopfkrebs diagnostiziert und die Hollywood-Legende musste sich einer Operation unterziehen.
Heute erinnert ein "Stern" auf dem "Hollywood Walk of Fame"1) (6241 Hollywood Boulevard) an die glamouröse Film-Diva.

Textbausteine des Kurzportaits von www.prisma.de
Offizielle Website: www.cmgww.com
Siehe auch Wikipedia; Fotos bei www.virtual-history.com
Link: 1) Wikipedia (deutsch), 2)  prisma.de, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 4) Wikipedia (englisch)
Quelle: 5) Wikipedia
 
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
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