Robert Vaughn (Robert Francis Vaughn) wurde am 22. November 1932 als Sohn eines Schauspieler-Paares in New York geboren. Sein Vater Gerald Walter Vaughn war ein bekannter Rundfunk- und Hörspieldarsteller, seine Mutter Marcella Frances (geb. Gaudel) eine renommierte Bühnenschauspielerin; das Paar trennte sich, als Sohn Robert noch sehr klein war, aufgezogen wurde er anschließend allein von seiner Mutter. Nach seinem High School-Abschluss im Jahre 1950 wollte Vaughn ursprünglich Journalist werden, begeisterte sich aber schon auf dem "Los Angeles City College" fürs Theater, spielte dort unter anderem den Hamlet und bekam 1951 einen Preis als Hörfunksprecher. Nach dem College-Abschluss ging Vaughn 1956 zunächst für ein Jahr zur "US Army", wechselte dann aber auf die "University of Southern California", wo er  1970 seinen Doktor in politischen Wissenschaften machte.
Seiner Liebe zum Theater  blieb er jedoch immer treu, aufgrund eines Bühnenauftritts in Los Angeles bekam er einen Filmvertrag und gab sein Leinwanddebüt mit einer winzigen Rolle in Cecil B. DeMilles Monumental-Epos "Die zehn Gebote"1) (1956, The Ten Commandments). Anschließend spielte er in mehreren Teenie-Filmen mit, der Durchbruch gelang ihm mit der Nebenrolle des unter Mordanklage gestellten Chester "Chet" Gwynn bzw. Jugendfreund des Titelhelden (Paul Newman) in Vincent Shermans Drama "Der Mann aus Philadelphia" (1959, The Young Philadelphians) – eine Oscar-Nominierung war der Lohn für seine darstellerische Leistung. 

Robert Vaughn 2009
Urheber: Wikimedia-User The Yeti; Lizenz: CC BY-SA 3.0
Quelle: Wikimedia Commons

Robert Vaughn 2009; Urheber: Wikimedia-User The Yeti; Lizenz: CC BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons
Ein Jahr später gehörte er als Revolverheld Lee zu den "Glorreichen Sieben"1) (1960, The Magnificent Seven), dem Kult-Western von Regisseur John Sturges. Vaughns Leinwandkarriere stagnierte jedoch, sodass er sich vermehrt der Fernseharbeit zuwandte. Er fand zunehmend Beschäftigung mit Gastrollen in zahlreichen, auch bei uns populären TV-Serien wie "Am Fuß der Blauen Berge" (Laramie), "Asphaltdschungel" (The Asphalt Jungle), "Bonanza", "Die Leute von der Shiloh Ranch" (The Virginian) oder "77-Sunset-Strip" – um nur einiges zu nennen. Nach seiner recht erfolgreichen Dauerrolle des Captain Ray Rambridge in der Serie "The Lieutenant" (1963/64) gelang Vaughn dann 1964 der Durchbruch zum Weltstar – mit der Figur des "Napoleon Solo" in der äußerst erfolgreichen Bond-Parodie "Solo für O.N.C.E.L."2), in der er vier Jahre lang im Fernsehen auftrat. 25 Millionen Zuschauer haben nach Statistiken einmal die Woche vor der Mattscheibe gesessen, wenn das Agenten-Team die Welt vor dem internationalen Verbrechersyndikat "Trash" rettete. Mit mehreren Abenteuern hatten Napoleon und sein russischer Kollege Ilya Kuryakin (David McCallum) auch im Kino Erfolg, so unter anderem 1966 in "Krieg der Spione" (One of Our Spies Is Missing) und 1968 in "Wie stehle ich die Welt" (How to Steal the World).
Ebenfalls 1968 war Vaughn als ambitionierter Politiker Walter Chalmers an der Seite von Steve McQueen in dem erfolgreichen Thriller "Bullitt"1) zu sehen und auch in John Guillermins Kriegsfilm "Die Brücke von Remagen"1) (The Bridge at Remagen) konnte er 1969 als Major Paul Krüger überzeugen. 1971 spielte er die Hauptrolle in der TV-Serie "Kein Pardon für Schutzengel" (The Protectors), als Senator Gary Parker tauchte er in dem Katastrophenfilm "Flammendes Inferno"1) (1974, The Towering Inferno) auf. 1978 hatte er einen Part er in der "Colorado-Saga", 1980 mimte er in dem humorigen Science-Fiction-Streifen "Sador – Herrscher im Weltraum"1) (Battle Beyond the Stars) den irdischen Cowboy bzw. Mörder Gelt.

Zahllose Auftritte in verschiedensten populären TV-Serien und Einzelproduktionen sollten im Verlauf der nachfolgenden Jahrzehnte folgen, die Arbeit vor der Kinokamera war eher sporadisch. Vereinzelt stand Vaughn in den 1970er Jahren auch hinter der Kamera, so für die Folge "It Could Be Practically Anywhere on the Island" (1973) aus der TV-Serie "Kein Pardon für Schutzengel" (The Protectors) und der Episode "The Melting Point of Ice" (1976) aus der Serie "Make-Up und Pistolen" (Police Woman).
Bis zuletzt gehört Robert Vaughn zu den vielbeschäftigten Darstellern der Branche, auch wenn sein Ruhm, den er in den 1960er Jahren genoss, ein wenig verblasst war. An Aktivitäten für das Kino ist etwa die Figur des Chefs einer Autoschieberbande in der Action-Krimi "Black Moon Rising"1) (1986, Black Moon) zu nennen, der geheimnisvolle Land- und Grundstücksspekulant Lawson in dem Terence Hill-Streifen "Renegade"1) (1987) oder der KZ-Arzt Dr. Wolfgang Manteuffel in "River of Death – Fluß des Grauens"1) (1989, River of Death). Weitere Auftritte hatte er unter anderem in den Kinoproduktionen "Die U-Boot Academy" (1990, Going Under), "Joes Apartment – Das große Krabbeln" (1996, Joe's Apartment), "Die Hawking Affäre"1) (1997, Motel Blue) und "Die Sportskanonen"1) (1998, BASEketball).
Ab 1998 mimte er zwei Jahre lang den Richter Oren Travis in der britischen Wester-Serie "Die glorreichen Sieben"1) (The Magnificent Seven), auch in der Serie "Der Sentinel – Im Auge des Jägers"1) (The Sentinel) war er Ende der 1990er Jahre zu sehen. Zu Vaughns jüngeren TV-Arbeiten zählte seit 2004 die erfolgreiche BBC-Krimiserie um fünf Gentleman-Trickbetrüger (einer von ihnen ist Albert Stroller alias Robert Vaughn) "Hustle – Unehrlich währt am längsten"1), die seit Anfang Oktober 2007 beim Pay-TV-Sender "RTL Crime" bzw. seit 6. November 2009 auf "ZDFneo"  ausgestrahlt wurde.
Vaughn stand unter anderem für dreizehn Folgen der britischen Serie "Coronation Street"1) vor der Kamera und mimte 2012 den reichen Amerikaner Milton Fanshaw, auch bei Irvine Welshs Komödie "The Magnificent Eleven" (2013) gehörte er zur Besetzung. Der Streifen ist eine eine moderne Nacherzählung des Klassikers "Die glorreichen Sieben" aus dem Jahre 1960, in dem neben Vaughn – als letztem Überlebenden der legendären "glorreichen Sieben" – unter anderem Sean Bean1) und Dougray Scott1) mitwirkten. "In dem Remake "The Magnificent Eleven" werden Motive des Westernklassikers allerdings in die heutige Zeit portiert: Die Cowboys sind Fußballspieler einer Amateurmannschaft und die Indianer betreiben ein Restaurant." notiert hierzu www.filmreporter.de.

Privat engagierte Vaughn sich für politisch progressive Belange. 1967 auf dem Höhepunkt seines Star-Ruhms tauschte der Schauspieler häufig das Studio mit der Rednertribüne. Er ließ sich in Kalifornien zum Vorsitzenden einer Gruppe wählen, die sich "unzufriedene Demokraten" nannte und gegen Lyndon B. Johnson und seine Vietnam-Politik zu Feld zog. Vaughn erklärte, dass die Schauspielerei nur Übergang sei und er anstrebe, Politiker zu werden. Als sein großes Vorbild hing ein signiertes Bild des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy über seinem Schreibtisch. 1972 erschien sein Buch "Only Victims", das mit der McCarthy-Ära abrechnete.
Mehrfach verkörperte er in seiner Karriere Politiker, besonders prominent waren seine Darstellungen amerikanischer Präsidenten: Franklin D. Roosevelt1) im Fernsehen in "That Man, F.D.R." (1982) und in "Ed Murrow – Reporter aus Leidenschaft" (1986, Murrow), Harry S. Truman1) in "Portrait: The Man from Independence" (1974) sowie Woodrow Wilson1) in der TV-Miniserie "Weißes Haus, Hintereingang"1) (1979, Backstairs at the White House).
 
Robert Vaughn starb am 11.November 2016 – elf Tage vor seinem 84. Geburtstag – im Beisein seiner Familie in einem New Yorker Krankenhaus3), wo er sich wegen einer akuten Leukämie-Erkrankung behandeln ließ. Seit 1974 war er mit der Schauspielerin Linda Staab verheirate und lebte mit seiner Familie in Ridgefield (Connecticutt). Das Paar adoptierte zwei Kinder, Cassidy (geb. 1975) und Caitlin (geb. 1981).
Der Filmproduzent und Unternehmer Matthew Vaughn1) trägt zwar den Nachnamen von Robert Vaugn, ist jedoch nicht dessen leiblicher Sohn. Wikipedia notiert: "Vaughn wurde im Glauben erzogen, sein biologischer Vater sei der Schauspieler Robert Vaughn. Vaughns Mutter, die Schauspielerin Kathy Ceaton, war mit Robert Vaughn zusammen, als sie ihr Kind bekam. Die Beziehung stand aber bereits kurz vor dem Scheitern. Robert Vaughn seinerseits hat zu jeder Zeit abgestritten, der Vater von Vaughn zu sein. Die Vaterschaft wurde schließlich in den 1980er Jahren untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass der leibliche Vater der britische Aristokrat George Albert Harley Drummond (auch bekannt als George de Vere Drummond) ist. (…) Vaughn nahm daher für den privaten Gebrauch den Namen Matthew de Vere Drummond an."

Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia sowie
die englischsprachige Webpräsenz www.officialrobertvaughn.com
Link: 1) Wikipedia, 2) Beschreibung innerhalb dieser HP
 
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie
Wikipedia (englisch)
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
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