George Kennedy
George Kennedy (George Harris Kennedy, Jr.) wurde am 18. Februar 1925 in New York geboren. Er stammt aus einer musisch veranlagten Familie, sein Vater George Harris Kennedy war Pianist, Komponist und Dirigent eines Theaterorchesters, seine Mutter Helen Meade tanzte im "New Yorker Ballet Classique". Bereits mit zwei Jahren stand der kleine George in einer Rolle erstmals auf der Bühne. Seine Kindheit wurde von dem frühen Tod seines Vaters überschattet, der starb, als sein Sohn grade vier Jahre alt war. Seine Mutter musste sich zeitweilig als Kellnerin und Verkäuferin durchschlagen, um die Familie über Wasser zu halten.
Bereis mit sieben Jahren moderierte Kennedy seine eigene Kinderfunkshow im Radio und war später der jüngste Disc Jockey auf Long Island. Da ihm seine Mutter jedoch vom Showbusiness abriet, meldete er sich mit 17 Jahren zur Armee und war 15 Jahre Berufssoldat bei der US Army. Als solcher betreute er Shows im Soldatensender, die er auch produzierte und inszenierte. Eine Rückverletzung zwang ihn Ende der 1950er Jahre, die militärische Laufbahn an den Nagel zu hängen.
 
Nach Hollywood kam Kennedy 1955 als militärischer Berater der TV-Serie "Sergeant Bilko", übernahm auch schon erste Rollen in dieser sowie anderen Serien und etablierte sich im Kinofilm bald als ausgekochter "Fiesling"; 1961 gab er sein Leinwand-Debüt in "Little Shepard of Kingdom Come". Bedingt durch seine Statur – er ist 1,93 m groß – wurde Kennedy zunächst hauptsächlich für kleinere Rollen eingesetzt, die auch physisch beeindrucken sollten. Man erkannte aber sein Talent, die Aufgaben wurden größer, und bald wurden auch namhafte Regisseure auf ihn aufmerksam.
Zu seinen frühen Kinoauftritten von Bedeutung zählen 1962 Dalton Trumbos Western "Lonely Are The Brave"
1) (Einsam sind die Tapferen) mit Kirk Douglas und ein Jahr später die amüsante Kriminalkomödie "Charade"1) von Stanley Donen; Kennedy war Mitglied einer Bande von Bösewichten, die Audrey Hepburn und Cary Grant schwer zu schaffen machten. In den späten 1960er Jahren war es vor allem Robert Aldrich, der Kennedy gern in seinen Filmen besetzte. So sah man ihn unter anderem mit prägnanten Rollen in dem Psychothriller "Hush … Hush, Sweet Charlotte"1) (1964, Wiegenlied für eine Leiche) mit Bette Davis sowie in dem Abenteuer "Flight of the Phoenix"1) (1965, Der Flug des Phoenix) neben James Stewart und Hardy Krüger. 1967/68 gehörte er zur Starbesetzung in dem Kriegsfilm "The Dirty Dozen"1) (1967, Das dreckige Dutzend) und dem Melodram "The Legend of Lylah Clare"1) (1968, Große Lüge Lylah Clare). In "Cool Hand Luke"1) (1967, Der Unbeugsame) spielte er Paul Newmans Gefängniskumpel Dragline, der vom Gegner zum Freund wird, und erhielt für seine darstellerische Leistung einen Oscar als "Bester Nebendarsteller" – den einzigen Oscar während seiner langen Filmkarriere.

Dieser entscheidende Film wandelte Kennedys Image zum verlässlichen, imposanten Draufgänger von väterlich gutmütiger Bärbeißigkeit. Ende der 1960er Jahre wurde der Schauspieler für ein Genre erschlossen, mit dem sein Gesicht untrennbar verbunden ist  – der Flugzeug-Katastrophenfilm. Es begann 1970 mit George Seatons Kassenschlager "Airport"1), wo Kennedy überzeugend den technischen Flughafenleiter Petroni spielte, den er auch in allen weiteren Fortsetzungen dieses erfolgreichen Films verkörperte: So 1974 in dem Aufguss "Airport 1975: Giganten am Himmel"1), zwei Jahre später in "Airport 1977 – Verschollen im Bermuda-Dreieck"1) und 1979 in "Airport 1980 – Die Concorde"1). Außerdem sah man Kennedy 1974 als Polizist Lew Slade in dem Katastrophenstreifen "Earthquake"1) (Erdbeben) neben Charlton Heston und im gleichen Jahr als Gauner und Clint Eastwoods Widersacher in "Thunderbolt and Lightfoot"1) (Die letzten beißen die Hunde). Auch als trotteliger Captain Ed Hocken in der Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre gedrehten "Naked Gun"-Trilogie (Die nackte Kanone/Die nackte Kanone 2 1/2/ Die nackte Kanone 33 1/31)) bleibt der Schauspieler in Erinnerung.

In den 1970er und 1980er Jahren war Kennedy bei seinen Rollen nicht immer besonders wählerisch und stand im Verlauf der Jahre für eine Vielzahl von qualitativ wenig bemerkenswerten Produktionen vor der Kamera. Seit den 1990er Jahren war er nur noch selten auf der Leinwand präsent. Neben Thomas Gottschalk trat er 1991 noch einmal in dem unsäglichen Streifen "Trabbi goes to Hollywood"1) auf; seine Arbeiten nach 1993 entstanden fast ausschließlich für das Fernsehen, eine Ausnahme bildet die Satire "Small Soldiers"1) (1998). George Kennedy agierte zwar überwiegend nur mit Nebenrollen auf der Leinwand oder in B-Filmen, dennoch war er ein populärer, aus der Filmszene nicht wegzudenkender Schauspieler der 1960er und 1970er Jahre. Insgesamt brachte er es auf über 200 Filme im Kino und im Fernsehen. Ende der 1990er Jahre zog sich der Hollywood-Star mehr und mehr vom Filmgeschäft zurück, in jüngerer Zeit übernahm er sporadisch kleinere Aufgaben, so 2003 in der TV-Serie "The Young and the Restless" (Schatten der Leidenschaft) sowie in den Kinostreifen "Flight Girls"1) (2003) und "Don't Come Knocking"1) (2005), der Geschichte eines alternden Westernhelden (Sam Shephard) auf der Suche nach seiner Vergangenheit und der Hoffnung auf die Zukunft, von Regisseur Wim Wenders. Danach zeigte er sich in den Kinoproduktionen "The Man Who Came Back"2) (2008), "Six Days in Paradise" (2010), "Mad Mad Wagon Party" (2010) und "Another Happy Day"2) (2011, Und trotzdem ist es meine Familie → www.daserste.de). Zuletzt stand Kennedy neben Protagonist Mark Wahlberg als spielsüchtigem Literaturprofessor für den Thriller "The Gambler"3) vor der Kinokamera; der Streifen ging in Deutschland am 15. Januar 2015 an den Start → Wikipedia.
Auch als Autor war Kennedy erfolgreich und schrieb drei Bücher, unter anderem 1983 den Krimi "Murder On Location". Seine Memoiren veröffentlichte er 2011 unter dem Titel "Trust Me".
 
George Kennedy starb am 28. Februar 2016 in Boise (Idaho) – 10 Tage nach seinem 91. Geburtstag; die letzte Ruhe fand er auf dem dortigen "Idaho State Veterans Cemetery".
Aus der Ehe mit der Schauspielerin Revel Wurman, mit der Kennedy zwischen 1959 und 1978 zwei Mal verheiratet war, stammen die Kinder Karianne und Christopher George. Mit seiner dritten Frau Joan McCarthy, die im September 2014 verstarb, war der Schauspieler seit 1978 verheiratet; mit ihr hatte er Tochter Shaunna. Die beiden adoptierten 1998 die eigenen Enkel Taylor und Cory, da sich die Tochter als unfähig erwiesen hatte, die Kinder zu erziehen.
  

Siehe auch www.prisma.de, Wikipedia (deutsch), Wikipedia (englisch)
Filmografie bei Wikipedia (Auswahl) sowie Internet Movie Database
Link: 1) Wikipedia (deutsch), 2) Wikipedia (englisch), 3) prisma.de
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