Janet Leigh wurde am 6. Juli 1927 als Jeanette Helen Morrison in Merced (Kalifornien) und einzige Tochter eines Versicherungs- bzw. Grundstückmaklers geboren. Die Familie zog mehrmals um und ließ sich schließlich im kalifornischen Stockton nieder. Der grade 15-jährige Teenager riss 1942 von zu Hause aus und heiratete seine große Liebe John Crlyle; die Ehe wurde jedoch nach vier Monaten annulliert. Sie besuchte dann wieder das "College of the Pacific" in Stockton, belegte die Fächer Musik und Psychologie, lernte den Studenten Stanley Reames kennen und heiratete ihn 1945; auch diese Verbindung scheiterte und wurde 1949 offiziell getrennt.
Janet Leighs Eltern arbeiteten zu der Zeit in einem großen Ski-Hotel im Norden Kaliforniens, ihre Mutter als Dienstmädchen und ihr Vater an der Rezeption; dort hatte er ein Bild seiner Tochter aufgestellt, welches von der Schauspielerin Norma Shearer gesehen und an MGM geschickt wurde; die Filmfirma lud Janet Leigh zu Probeaufnahmen ein, da sie zu grade auf der Suche nach einem jungen, naiv wirkenden Gesicht waren und gaben ihr 1946 einen 7-Jahres- Vertrag. MGM änderte den Namen des Filmneulings und bildete sie im Schnellverfahren zur Schauspielerin aus. Ihr Leinwanddebüt gab die 19-Jährige dann in dem Streifen "The Romance of Rosy Ridge" (1947) und wurde zunächst auf den Typ des netten, unschuldigen blonden Mädchens wie in Fred Zinnemanns Psychothriller "Act of Violence"1) (1948, Akt der Gewalt2)) festgelegt. Diesem Image blieb sie zunächst auch in Streifen wie "Hills of Home"2)  1948, Lassies Heimat), "Words and Music"2) (1948), "Little Women"2) (1949, Kleine tapfere Jo) oder "That Forsyte Woman"
2) (1949, Das Schicksal der Irene Forsyte) treu.

Durch ihre überraschende dritte Heirat mit dem Film-Idol Tony Curtis3) (1925 – 2010) erregte Janet Leigh 1951 die Aufmerksamkeit der Medien. In verschiedenen Filmen – hauptsächlich Komödien und Kostümfilme –  war sie nun seine Partnerin, so unter anderem als Lady Ann in Rudolph MatÚ's Film "The Black Shield of Falworth"2) (1954, Der eiserne Ritter von Falworth) oder in Richard Fleischers farbenprächtigem Historienspektakel "The Vikings"1) (1958, Die Wikinger2)). Janet Leigh reifte langsam, trotz zum Teil schwacher Rollen, zu einem der verführerischsten und bestbezahlten Stars der 1950er Jahre heran. Das glamouröse Paar wurde zum Publikumsliebling jener Jahre und die Ehe bot den einschlägigen Magazinen jede Menge Stoff für ausgiebige Berichterstattungen. Schon äußerlich vollzog sich zu dieser Zeit eine Wandlung mit Janet Leigh: Sie färbte sich das Haar blond und erschien nun mehr als "sexy girl" auf den Titelseiten. Doch auch neben anderen Stars gab sie eine gute Figur ab, so spielte sie unter anderem mit James Stewart in Anthony Manns Western "The Naked Spur"1) (1952, Nackte Gewalt) und in dem Abenteuer "Scaramouche"2) (1952, Scaramouche, der galante Marquis) oder mit Robert Taylor in dem Gangsterstreifen "Rogue Cop"1) (1954, Heißes Pflaster). John Wayne war ihr Partner in dem Agentenabenteuer "Jet Pilot"1) (1957, Düsenjäger), den endgültigen Bruch mit ihrem bisherigen Image vollzog sie dann 1957 mit ihrer Rolle der Susan Vargas in dem Orson Welles'  Klassiker "Touch of Evil"2) (Im Zeichen des Bösen) an der Seite von Charlton Heston.
 
Höhepunkt von Janet Leighs Karriere war 1960 die Nebenrolle des duschenden Mordopfers Marion in Hitchcocks Thriller "Psycho"1). Der Kino-Klassiker (siehe auch Wikipedia) katapultierte sie in die erste Riege der Hollywood-Stars, obwohl sie in dem Film bereits nach 45 Minuten ermordet wurde. Aber was für 45 Minuten! Die Entwicklung von der schuldbeladenen Kriminellen hin zum hilflosen Opfer brachten ihr eine Oscar-Nominierung, einen "Golden Globe" sowie unvergessenen Ruhm bis heute ein. Der Film selbst wurde zu einem der Besten aller Zeiten gekürt: Im Juni 2001 wählte das amerikanische Filminstitut Hitchcocks Meisterwerk zu einem der 100 spannendsten Krimis aller Zeiten.
1962 überzeugte Janet Leigh dann als Rosie in John Frankenheimers Polit-Thriller "The Manchurian Candidate"2) (Botschafter der Angst) neben Frank Sinatra; 1963 folgte das Musical "Bye Bye Birdie" sowie die heitere Geschichte "Wives and Lovers"2) (Ach Liebling… nicht hier!) mit Van Johnson als Partner. 1966 spielte sie in dem Krimi "Harper"2) (Ein Fall für Harper) neben Paul Newman mit und in der Komödie "Three on a Couch" (Drei auf einer Couch) war sie Partnerin von Jerry Lewis. Es folgten eher zu vernachlässigende Streifen wie die internationale Produktion "Ad ogni costo"2) (1966, Top Job), ein Krimi, wo sie an der Seite von Klaus Kinski auftauchte.
Bereits Ende der 1950er Jahre hatte Janet Leigh neben der Filmarbeit auch schon für das Fernsehen gearbeitet, seit den 1970er Jahren konzentrierte sich fast ausschließlich auf dieses Medium. Sie spielte vor allem in TV-Movies wie "The Name of the Game" oder in Serien wie "Columbo". Auf der Leinwand machte sie sich rar oder erschien nur in Nebenrollen. Zu ihren letzten Arbeiten vor der Kinokamera zählt der Horrorfilm "John Carpenter's The Fog"2) (1980, The Fog – Nebel des Grauens).
1975 feierte sie noch einmal einen großen Bühnenerfolg am Broadway mit dem Stück "Murder Among Friends".
Janet Leigh (Mitte) mit ihren T÷chtern Kelly Curtis (links) und Jamie Lee Curtis (rechts) bei der "National Film Society Convention" im Mai 1979; Urheber: Alan Light; Lizenz: CC BY 2.0; Quelle: Wikimedia Commons bzw. www.flickr.com (= Originalfoto)

1962 war ihre Ehe mit Tony Curtis nach über 10 Jahren  geschieden worden und noch im selben Jahr ehelichte die Schauspielerin in Las Vegas den Börsenmakler Robert "Bob" Brandt (1927 – 2009), mit dem sie bis zuletzt glücklich verheiratet blieb. Aus der Ehe mit Curtis stammen die beiden Töchter Kelly Lee2) (geb. 1956) und Jamie Lee2) (geb. 1958), die ebenfalls Schauspielerin wurde. Zusammen mit Tochter Jamie Lee stand die gealterte Schauspielerin nach vielen Jahren 1998 noch einmal vor der Kamera, für eine weitere Halloween-Fortsetzung "Halloween H20: Twenty Years Later"2) (Halloween H20).

Die Schauspielerin Janet Leigh starb am 3. Oktober 2004 im Alter von 77 Jahren in ihrem Haus im kalifornischen Beverly Hills an Kreislaufstillstand; laut Pressemeldungen wachten ihr Mann sowie ihre beiden Töchter an ihrem Sterbebett. Die letzte Ruhe fand sie auf dem "Westwood Village Memorial Park Cemetery"2) in Los Angeles → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
 

Janet Leigh (Mitte) mit ihren Töchtern Kelly Curtis (links) und Jamie Lee Curtis (rechts)
bei der "National Film Society Convention" im Mai 1979
Urheber: Alan Light; Lizenz: CC BY 2.0
Quelle: Wikimedia Commons bzw. www.flickr.com (= Originalfoto)

Janet Leigh hat sich auch als Schriftstellerin einen Namen gemacht: 1984 veröffentlichte sie ihre Biographie unter dem Titel "There Really Was A Hollywood"; es folgten 1990 ein Buch über die Entstehung von "Psycho" unter dem Titel "Behind the Scenes of the Classic Chiller" sowie der Roman "House of Destiny".  

Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia; Fotos bei www.virtual-history.com
Link: 1) prisma.de, 2) Wikipedia, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP
   
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
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