Sir Anthony Hopkins 2009 anlässlich des "Tuscan Sun Festivals" in Cortona (Italien); Urheber: Elena Torre, Viareggio (Italien); Quelle: www.flickr.com; Lizenz CC-BY-2.0; Veröffentlicht bei Wikipedia bzw. Wikimedia Commons Anthony Hopkins (Philip Anthony Hopkins) wurde am 31. Dezember 1937 im südwalisischen Fischerdorf Port Talbot (Großbritannien) als einziger Sohn des Bäckers Richard Hopkins und dessen Frau Muriel geboren. Der Großvater soll eigenen Aussagen zufolge "ein sentimentales Scheusal" gewesen sein und der Vater litt an Depressionen und so war Hopkins schon als Junge ein Außenseiter und introvertierter Eigenbrötler. Durch die familiären Verhältnisse litt er unter Versagensängsten und wurde von seinen Mitschülern mit dem Spitznamen "Mad Hopkins" gehänselt, so dass er sich völlig in sich zurück zog und oft wochenlang kein Wort sprach. Seine Eltern, die mit ihrem Sohn nicht fertig wurden, schickten das psychisch gestörte Kind ab seinem elften Lebensjahr auf ein drittklassiges Internat, wo er sich als nur mäßiger Schüler erwies. Hopkins über diese Zeit: "Ich war ein Außenseiter, dem es nie gelang, sich anzupassen. Ich fühlte mich immer als schrecklicher Versager. Das hinterlässt tiefe Narben im Bild, das man von sich selbst hat… Das einzig Gute an dieser furchtbaren Zeit war, dass mich der Ehrgeiz packte. Ich wollte unbedingt Erfolg haben."
Hopkins besuchte bis zu seinem 17. Lebensjahr die "Cowbridge Grammar School", bis er an einer Amateurtheater-Produktion des örtlichen Christlichen Vereins Junger Männer (YMCA) teilnahm und seine Leidenschaft für die Schauspielerei entdeckte. 1955 erhielt er wegen seiner enormen Musikalität ein Stipendium am "Welsh College Of Music & Drama" in Cardiff und studierte dort zwei Jahre lang. Ursprünglich wollte er ein berühmter Pianist werden, musste aber bald einsehen, dass er am Klavier zwar einige Begabung, aber kein außergewöhnliches Talent besaß. 
 
Foto: Sir Anthony Hopkins 2009 anlässlich des "Tuscan Sun Festivals" in Cortona (Italien)
Urheber: Elena Torre, Viareggio (Italien); Quelle: www.flickr.com; Lizenz CC-BY-2.0
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1958 absolvierte er noch einen zweijährigen Militärdienst bei der "Royal Artillery" in Bulford, bevor er endgültig die Theaterlaufbahn einschlug. 1960 arbeitete er am "Library Theatre" in Manchester und besuchte anschließend von 1961 bis 1963 die "Royal Academy Of Dramatic Arts" in London sowie nochmals in Cardiff das "College of Drama". Sein großes Vorbild war Richard Burton, der, ebenfalls aus ärmlichen Verhältnissen stammend, den Sprung in die erste Riege der Theaterschauspieler geschafft hatte; 1963 schloss Hopkins seine Studien als "Silver Medalist" ab.
Mit ersten kleinen Engagements am "Phoenix Theatre" in Leicester, am "Liverpool Playhouse" und am "Hornchurch Repertory" hielt er sich über Wasser und gab dann 1964 sein Bühnendebüt in London. Hier wurde 1965 Sir Laurence Olivier, der damals Intendant des "National Theatre At The Old Vic" war, auf das jungen Nachwuchsschauspieler aufmerksam und lud ihn zum Vorsprechen ein. Hopkins bekam ein Engagement und bereits zwei Jahre später war er die Zweitbesetzung für Laurence Olivier in Strindbergs Drama "Totentanz". Sowohl Kritiker als auch Publikum wurden auf sein Talent aufmerksam und Hopkins hatte die Aussicht auf eine ganz große Theaterkarriere. Er avancierte zu einem gefeierten Bühnenstar und man sah ihn als würdigen Nachfolger von Sir Laurence Oliver und Richard Burton.
Doch Hopkins hatte große Schwierigkeiten sich einzugliedern und verfiel immer stärker dem Alkohol. Bald war er als Choleriker bekannt, mit dem es oftmals Auseinandersetzungen gab. Seine Alkoholsucht führte dazu, dass seine 1967 geschlossene Ehe mit der Schauspielerin Petronella Barker zerbrach. Aus dieser ersten Ehe stammt Hopkins einzige Tochter Abigail.
Trotz allem war er auf der Bühne in allen großen klassischen Rollen, von denen ein jeder Schauspieler nur träumt, zu sehen und bis 1973 blieb er dem "National Theatre" verbunden. Mit Hilfe seiner zweiten Frau Jennifer Lynton, die er nach seiner Scheidung von Petronella Barker 1973 heiratete, sowie den Anonymen Alkoholikern, denen er sich 1975 anschloss, schaffte es Hopkins seine 15-jährige Alkoholsucht zu besiegen.

1967 gab Hopkins sein Filmdebüt in "The White Bus" und ein Jahr später brillierte er neben Katherine Hepburn und Peter O'Toole als junger Richard Löwenherz1) in dem Oscar-gekrönten Historienfilm "Der Löwe im Winter"1) (The Lion in Winter) von Regisseur Anthony Harvey nach dem Bühnenstück von James Goldman. Für seine Rolle erhielt der junge Schauspieler eine Auszeichnung der "British Academy of Film & Television Arts". 1969 folgte die Rolle des Geheimdienstmitarbeiters John Avery in dem  psychedelischen Agenten-Thriller "The Looking Glass War" (Krieg im Spiegel) nach einem Roman von John Le Carrè → Info zum Roman bei Wikipedia.
1972 siedelte Hopkins in die USA, war dort aber zunächst nur im Fernsehen erfolgreich, so z. B. 1976 als Entführer Bruno Hauptmann1) in dem auf Tatsachen beruhenden Film "The Lindbergh Kidnapping Case"1) (Die Entführung des Lindbergh-Babys) oder 1980 als Adolf Hitler1) in "Der Bunker"1) (The Bunker), gedreht nach dem Buch "Die Katakombe" von Peter O’Donnell und Uwe Bahnsen; für beide Rollen wurde Hopkins mit dem "Emmy"1) als "Bester Männlicher Hauptdarsteller" ausgezeichnet. 1975 war Hopkins auch am Broadway überaus erfolgreich, für sein Debüt als Psychiater Martin Dysart in der Uraufführung von Peter Shaffers Stück "Equus"1) konnte der Schauspieler hochrangige Auszeichnungen entgegennehmen. In der späteren Kinofassung übernahm jedoch Richard Burton seinen Part.
Es folgten zahlreiche Fernseh-Produktionen, auf der Leinwand war er weiter auf Nebenrollen als Charakterdarsteller festgelegt. Eine eindringliche Rolle spielte er 1980 als Arzt Dr. Frederick Treves in David Lynchs Drama"The Elephant Man"2) (Der Elefantenmensch1)) oder 1984 als gewaltiger, grausamer Kapitän Bligh neben Mel Gibson als Fletcher Christian und Laurence Olivier als Admiral Hood in Roger Donaldsons Abenteuer "The Bounty"1) (Die Bounty), einem Remake des schon mehrfach verfilmten Klassikers "Meuterei auf der Bounty".
Ab Mitte der 1980er Jahre kehrte Hopkins regelmäßig nach London zurück und spielte dort überaus erfolgreich Shakespeare-Rollen am Theater wie in "Antonius und Kleopatra" oder "King Lear". Nebenbei trat er in so intimen und unspektakulären Kinofilmen wie dem Drama "Between the Lines"1) (1987, Zwischen den Zeilen) auf und arbeitete weiter für das Fernsehen. Wegen seiner eindringlichen Stimme wurde er auch für unzählige Werbespots engagiert.
Erst 1991 bekam Hopkins' Karriere mit 54 Jahren den endgültigen Auftrieb in Jonathan Demmes erfolgreichem Hollywood-Thriller "The Silence of the Lambs"2) (Das Schweigen der Lämmer1)) an der Seite einer ausgezeichneten Jodie Foster. Als gefährlicher Serienmörder Hannibal Lecter gelang ihm der internationale Durchbruch und für seine Rolle erhielt er einen "Oscar" als "Bester Hauptdarsteller". Kinogänger wie Kritiker faszinierte die Intensität seiner Darstellung gleichermaßen. Den extrem gefährlichen Kannibalen mit einer Vorliebe für rohe (Menschen-)Leber, Favabohnen und Chianti verkörperte er mit atemberaubender Präsenz und einem erotischen Touch, der das Blut in den Adern gefrieren ließ. 2001 drehte er dann mit Regisseur Ridley Scott die Fortsetzung dieses Gruselstücks unter dem Titel "Hannibal1)  und im Oktober 2002 kam er erneut als Dr. Hannibal Lecter in "Red Dragon"1) (Roter Drache) auf die Leinwand.
Der dritte Teil des Horror-Thrillers, in dem Anthony Hopkins wieder sein Katz- und Mausspiel mit der US-Bundeskriminalpolizei FBI treibt, landete nach dem Kinostart auf Platz 1 der nordamerikanischen Kinocharts und brachte dem "Universal Studio" am ersten Wochenende 37,5 Millionen Dollar (38,2 Millionen Euro) in US- und kanadischen Filmtheatern ein. Im "Roten Drachen" wird Hannibal Lecter von seinem Erzfeind, dem jungen FBI-Agenten Will Graham (Edward Norton) gebeten, sich in die Psyche eines neuen Serienmörders hinein zu versetzen und zu seiner Ergreifung beizutragen. Der neue Killer Francis Dolarhyde wird von Ralph Fiennes mit größter Ambivalenz als innerlich zerrissener und zutiefst gestörter Mann dargestellt.
  

Das Schweigen der Lämmer
Titel USA: The Silence Of The Lambs
Genre: Thriller
USA, 1991
Regie: Jonathan Demme
Drehbuch: Ted Tally
Musik: Howard Shore
Kamera: Tak Fujimoto
Darsteller:
Jodie Foster: Clarice Starling, Anthony Hopkins: Dr. Hannibal Lecter,
Scott Glenn: Jack Crawford, Ted Levine: Jame Gumb/"Buffalo Bill",
Anthony Heald: Dr. Frederick Chilton, Brooke Smith: Catherine Martin,
Diane Baker: Senatorin Ruth Martin, Kasi Lemmons: Ardelia Mapp,
Charles Napier: Lt. Boyle, Tracey Walter: Lamar,
Roger Corman: FBI-Direktor Hayden Burke, Ron Vawter: Paul Krendler,
Danny Darst: Sgt. Tate, Frankie Faison: Barney Matthews,
Paul Lazar: Pilcher, Dan Butler: Roden,
Chris Isaak: SWAT-Einsatzleiter, Obba Babatundé: Fernsehmoderator,
Alex Coleman: Sgt. Jim Pembry, Daniel von Bargen: SWAT-Mitglied,
George A. Romero: FBI-Agent in Memphis, und andere
(Die Links führen zu Wikipedia)

Kurzinhalt:
Die junge, psychologisch geschulte FBI-Akademie-Schülerin Clarice Starling (Jodie Foster) soll eine vermisste Frau finden, die in den Händen eines gefährlichen Serienkillers vermutet wird. Buffalo Bill, wie die Presse den Psychopathen nennt, tötet zumeist junge Mädchen, zieht ihnen die Haut ab und versenkt die Körper in abgelegenen Seen. Der psychologische Dienst des FBI kann trotzdem keine Anhaltspunkte auf den möglichen Täter finden und befindet sich in einer Sackgasse. Um Hinweise auf Motiv und Täter zu bekommen, will Clarice Starling einen anderen Massenmörder interviewen, den inhaftierten Dr. Hannibal Lecter (Anthony Hopkins).
Dieser sitzt streng bewacht in Isolationshaft, darauf bedacht, dass niemand auch nur in seine Nähe kommt. Der Psychopath Dr. Lecter war einst selbst ein renommierter Psychiater, ist distinguiert und hochintelligent. Er trägt den Namen "Hannibal, der Kannibale" weil er einst seine Opfer zu verspeisen pflegte. Lecter ist einverstanden, verlangt aber im Gegenzug Haftvergünstigungen und detaillierte Informationen über die Psyche von Agentin Starling. Er durchschaut die Absicht der Agentin und macht sie zum Spielball seiner kühl kalkulierenden, grausamen Lust und zieht sie in seinen Bann. Zwischen Lecter und Starling entwickelt sich eine intime, seltsame und gefährliche geistige Bindung. Schließlich kann Clarice Starling mit seiner teuer erkauften Hilfe den Täter ausfindig machen. Da bricht Lecter aus …

Der Film wurde nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Harris inszeniert; Regisseur Jonathan Demme schuf einen perfekten, hypnotisierender Psychothriller, der geschickt Tabuthemen anfasst und die Phantasie anheizt. "Das Schweigen der Lämmer" erzielte mit seiner düsteren Atmosphäre eine erschütternde Wirkung und erlangte alsbald verdienten Kultstatus. Der Film schaffte als einer der ersten überhaupt fünf Oscars auf einen Streich, Lecter-Darsteller Anthony Hopkins und Jodie Foster, die als FBI-Agintin Starling in der Rolle der Gegenspielerin zu sehen war, machte er zu Weltstars.
 
Lexikon des internationalen Films
Eine perfekt inszenierte grauenerregende Geschichte, die weniger auf blutige Effekte als auf einer Atmosphäre bedrückender Angst aufgebaut ist. Im Mittelpunkt steht eine resolute Frau, deren Mut und Kraft einer extremistischen Männerwelt gegenübergestellt wird. Fesselnde Spannungsunterhaltung; hervorragend gespielt.
 
Prisma (www.prisma.de):
Der Zuschauer wird hier durch präzise platzierte Anspielungen, durch geschickte Kameraführungen und Schnitte in die Falle gelockt. 
  

Oscar 1992 für
"Das Schweigen der Lämmer": Bester Film
Jonathan Demme: Beste Regie
Ted Tally: Bestes Drehbuch nach einer Vorlage
Anthony Hopkins: Bester Hauptdarsteller
Jodie Foster: Beste Hauptdarstellerin

Oscar-Nominierung 1992 für
Craig McKay (Schnitt)
Tom Fleischmann, Christopher Newman (Ton)

  

Thomas Harris erfand für seine Romane den feingeistigen Serienmörder Dr. Hannibal Lecter1) und landete damit einen Mega-Erfolg: Die Bücher erreichten Bestseller-Auflagen, und im Film ist Lecter ebenfalls ein Hit. Im Spätfrühling 1989 bot die Produktionsgesellschaft ORION dem Kultfilmer Jonathan Demme die Verfilmung von Thomas Harris' intelligentem Reißer an. Der Regisseur hielt sich konsequent an die Vorlage. Gedreht wurde der Authentizität halber auch in einem echten Gefängnis und einer Anstalt für Geisteskranke. (Quelle: www.kinopolis.de; Seite nicht mehr abrufbar)
 
Eine Fortsetzung war unvermeidlich; da Autor Harris in seiner vielfach verkauften Roman-Fortsetzung jedoch ein für Hollywood-Verhältnisse unverfilmbares Ende vorgelegt hatte, verweigerten Regisseur Demme und Jodie Foster ihre Mitarbeit.
Deswegen kam bei "Hannibal", der die Geschichte um den genial-bösartigen Serienmörder inhaltlich fortsetzt, Regisseur Ridley Scott zum Zuge. Er holte erneut Anthony Hopkins als Hannibal Lecter vor die Kamera, den Part der FBI-Agentin Starling besetzte er mit Julianne Moore, deren etwas kühlere Note der Rolle gut zu Gesicht steht. Mit Ausnahme des Endes, das durch ein nicht minder trickreiches Finale ersetzt wurde, hielt sich Scott in seinem Film eng an die Vorlage von Harris – herausgekommen ist ein bösartiges Schauermärchen mit wohldosierten blutigen Effekten, das ebenso wie "Das Schweigen der Lämmer" das Zeug zum Klassiker hat: Agentin Clarice Starling wird in einem grausigen Intrigenspiel um Rache und Korruption von der Jägerin erst zur Beschützerin und schließlich selbst zum Opfer.

Thomas Harris wurde 1940 in Mississippi geboren. Er arbeitete als Gerichtsreporter in den USA und in Mexiko, war Redakteur der "Associated Press" in New York, bevor er zum Thrillerautor wurde. Sein Erstlingswerk "Schwarzer Sonntag" konnte Kritiker und Leser gleichermaßen begeistern. Mit seinem zweiten Buch gelang ihm sein bisher bestes Roman; "Roter Drache", der zugleich auch der Auftakt zur bis heute dreiteiligen Hannibal Lecter-Serie war. Die Fortsetzung "Das Schweigen der Lämmer" hielt sich wochenlang an der Spitze der internationalen Bestsellerlisten. Der Fortsetzung, schlicht "Hannibal", erging es ähnlich, jedoch war der Erfolg in Deutschland wesentlich geringer als in den USA. Alle drei "Lecter"-Bücher wurden verfilmt; siehe auch das Kurzportrait zu Thomas Harris bei Wikipedia.
 
Quellen: Wikipedia, www.filmzentrale.com, www.moviemaster.de, www.dieterwunderlich.de, Dirk Jasper FilmLexikon

  
Hopkins avancierte nun in den 1990er Jahren zu einem der gefragtesten Hollywood-Darsteller und seine Rollen wurden abwechslungsreicher. Mit Filmen wie James Ivorys E. M. Foster-Verfilmung "Howards End"2) (1992, Wiedersehen in Howards End1)), wo Hopkins den Henry Wilcox an der Seite von Vanessa Redgrave spielte, oder 1992 als stiller Butler – wohl seine brillanteste Rolle – in Ivorys Romanadaption "Remains of the Day"2) (Was vom Tage übrig blieb1)), oder ein Jahr später an der Seite von Debra Winger in Richard Attenboroughs Liebesdrama "Shadowlands"2) (1993, Shadowlands – Ein Geschenk des Augenblicks) verlor er endgültig sein Grusel-Image und wurde als "charismatischer Meister des Gefühlskinos", so die "News", gefeiert. Als Kurarzt Dr. Kellogg trat er 1994 in der Satire "The Road to Wellville"2) (Willkommen in Wellville1)) in Erscheinung und bei "August" (1996), einer nach Wales verlegten Adaption von Anton Tschechows "Onkel Vanja" war er neben der Hauptrolle auch für Regie und Filmmusik verantwortlich. 1994 gab der Mime einen alten Colonel an der Seite von Brad Pitt in dem Streifen "Legends of the Fall"1) (Legenden der Leidenschaft) und 1995 lief Oliver Stones Polit-Drama "Nixon"1) mit Hopkins in der Titelrolle des 37. Präsidenten der Vereinigten Staaten in den US-Kinos mit großem Erfolg. "Oscar"-Nominierungen erhielt er 1993 als "Bester Hauptdarsteller" in "Was vom Tage übrig blieb" und 1995 für seine Rolle in " Nixon". Im Jahre 1998 erkannte die "Amerikanische Filmakademie" dem Charakterdarsteller eine weitere "Oscar"-Nominierung zu, diesmal in der Kategorie "Bester Nebendarsteller" für die glänzende Verkörperung des 6. US-Präsidenten John Quincy Adams1) (1767 – 1848) in Steven Spielbergs Sklavendrama "Amistad"2) (1997, Amistad1)).

Neben Alec Baldwin agierte Hopkins im gleichen Jahr unter der Regie von Lee Tamahoris in dem Experimentaldrama "The Edge"2) (1997, Auf Messers Schneide – Rivalen am Abgrund1)), dessen Drehbuch David Mamet verfasst hatte, sowie an der Seite von Latin Lover Antonio Banderas und Catherine Zeta-Jones in Martin Campbells romantischem Abenteuer "The Mask of Zorro"1) (Die Maske des Zorro), der 1998 in die Kinos kam und in dem Hopkins den Don Diego de la Vega bzw. den gealterten Zorro mimt. Im selben Jahr erschien Hopkins außerdem neben Brad Pitt in Martin Brests Drama "Meet Joe Black"1) (Rendezvous mit Joe Black), einem Remake des von Mitchell Leisen gedrehten "Death Takes a Holiday" aus dem Jahre 1934, auf der Leinwand sowie 1999 in Jon Turtletaubs Psycho-Thriller "Instinct1). Ebenfalls 1999 beendete der umtriebige Brite die Dreharbeiten für "Titus"1), Juliet Taymors Filmadaption von Shakespeares Tragödie "Titus Andronicus". Unmittelbar nach "Hannibal" sprach Hopkins 2000 die Erzählerstimme in der englischsprachigen Fassung des Hollywood-Weihnachtsmärchen "Dr. Seuss's How the Grinch Stole Christmas"1) (Der Grinch) und 2001 stand der vielfach ausgezeichnete Mime für Scott Hicks' Verfilmung des Stephen-King-Romans "Hearts in Atlantis"1) vor der Kamera.
Anthony Hopkins bei der Berlinale 2001

Zu Hopkins' jüngeren Kinoproduktionen zählt der eher zu vernachlässigende Thriller "Bad Company"2) (2002, Die Welt ist in guten Händen1)), nach der 3. Geschichte um Dr. Hannibal Lecter und "Red Dragon" (2002) spielte er in Robert Bentons Drama "The Human Stain"2) (2003, Der menschliche Makel1)) an der Seite von Nicole Kidman den 71-jährigen Universitätsprofessor Coleman, der seine Anstellung verliert, weil man ihm Rassismus vorwirft. In Oliver Stones opulenten Historienspektakel "Alexander"1) (2004) mimte er den alten Ptolemaios1) und einstigen Mitstreiter Alexanders, der lange nach dem Tod des legendären Eroberers dessen Geschichte erzählt. John Madden besetzte den Star in dem Drama "Proof"1) (2005, Der Beweis – Liebe zwischen Genie und Wahnsinn) als dominanten Mathematikprofessor, der mehr und mehr seinen brillanten Verstand verliert, eine eindrucksvolle Rolle gestaltete Hopkins ein Jahr später in Roger Donaldsons Biopic "The World's Fastest Indian"2) (2005, Mit Herz und Hand1)); der Film ging am 26. Oktober 2006 in Deutschland an den Start. Authentisch verkörpert Hopkins hier den Neuseeländer Burt Munro1) (1899 – 1979), der 1967 in der Salzwüste von Utah mit seinem bereits als junger Mann zusammengebastelten Motorrad einen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt hat: In den 60er Jahren nimmt sich neuseeländische Rentner Burt Munro vor, der schnellste Mann der Welt zu werden. Obwohl ihn seine Freunde für verrückt erklären, hält er an seinem Traum fest und investiert all seine Ersparnisse in ein 1920 erbautes Motorrad. Nach dem Umbau beginnt er schließlich die lange und ereignisreiche Reise zur Speed Week in der Wüste von Utah. (Quelle: www.moviemaze.de)
 
Foto: Anthony Hopkins bei der Berlinale 2001 bzw. der 
Vorstellung des Films "Hannibal" (11.02.2001)
Foto mit freundlicher Genehmigung von Bodo Petermann
© Bodo Petermann, BP PHOTO (www.bpphoto.de)

Hopkins stand für Emilio Estevez' hochkarätig besetzen Episodenfilm "Bobby"2) (2006, Bobby1)) vor der Kamera, in dem fiktive Ereignisse im Hotel Ambassador in den letzten Stunden des Lebens von Robert F. Kennedy1) in der Nacht zum 6. Juni 1968 gezeigt werden und spielte den Hotelportier John Casey; in Deutschland kam der Film im März 2007 in die Kinos. Eine eher kleinere, dennoch prägnante Rolle übernahm er in Steven Zaillians "All the King's Men"1) (2006, Das Spiel der Macht), der Thriller "Fracture"1) (2007, Das perfekte Verbrechen) zeigt Hopkins wieder mit einer brillant gespielten Hauptrolle. Für Regisseur James Ivory hatte er gerade das Leinwanddrama "City of Your Final Destination" (Kinostart: 2008) abgedreht, für den Filmemacher Robert Zemeckis schlüpfte er in dem digitalisierten Fantasy-Abenteuer "Beowulf"1) (2007, Die Legende von Beowulf) in die Maske des korrupten Königs Hrothgar. Die Geschichte, welche bereits mehrfach verfilmt wurde, handelt von der Legende des Wikingerkriegers Beowulf (Ray Winstone1)) im 5. und 6. Jahrhundert, der mit 14 Gefährten zum Hof von König Hrodgar aufbricht, um diesen im Kampf gegen das Monster Grendel zu unterstützen. Alle Akteure erscheinen auf der Leinwand als computeranimierte Figuren, die Darsteller werden wie für eine "normale" Produktion gefilmt, ihre Gesichtszüge, Bewegungen und Ausdrucksweise im Anschluss jedoch digital auf die Trickfiguren übertragen. Angelina Jolie1) mimt die verführerische Mutter des Dämons Grendel alias Crispin Glover1); Kinostart in Deutschland war der 15. November 2007. Wenig später, im Dezember 2007, begannen die Dreharbeiten zu Mark Romaneks Horrorstreifen "The Wolf Man"1) (Wolfman), der am 11. Februar 2010 in die deutschen Kinos kam und in dem Hopkins die Rolle des Sir John Talbot, Vater des Protagonisten Lawrence Talbot (Benicio del Toro1)) übernommen hatte.
Weitere Arbeiten der letzten Jahre sind Woody Allens Tragikomödie "You Will Meet a Tall Dark Stranger"1) (Ich sehe den Mann deiner Träume), der am 2. Dezember 2010 in Deutschland Premiere feierte und in dem Hopkins neben Antonio Banderas1), Josh Brolin1) und Naomi Watts1) ebenfalls in einer Hauptrolle zu sehen ist und den 73-jährigen Alfie spielt, der sein Alter nicht akzeptieren kann. In dem Biopic "Hemingway & Fuentes" von Regisseur Andy Garcia verkörpert er den berühmten Schriftsteller Ernest Hemingway1) (1899 – 1961), Andy Garcia1), der auch das Drehbuch in Zusammenarbeit mit Hemingways Enkeltochter Hilary Hemingway verfasste, spielt den Freund des Schriftstellers Gregorio Fuentes1) (1897 – 2002). Als vierte Ehefrau Hemingways, Mary Welsh Hemingway (1908 – 1986), konnte Annette Bening1) gewonnen werden; der Kinostart ist noch offen. Abgedreht ist Kenneth Branaghs Spektakel "Thor"1), eine Realverfilmung der im amerikanischen Comicverlag "Marvel" erschienenen Storys um den Superhelden und nordischen Donnergotts Thor1). Neben Chris Hemsworth1) in der Titelrolle des Thors bzw. des Doktors Don Blakes zeigt sich Hopkins als Göttervater Odin1); Kinostart in Deutschland war der 28. April 2011.
Zwei Wochen zuvor, am 17. März 2011, feierte Mikael Håfströms Horrorthriller "The Rite"1) (The Rite – Das Ritual) seine Deutschlandpremiere. In dem aufwendig produzierten Streifen nach dem gleichnamigen Roman von Matt Baglio geht es um das Thema Exorzismus, Hopkins erscheint in der Rolle des frommen Priesters Lucas, der Experte auf dem Gebiet des Exorzismus ist und unkonventionelle Methoden anwendet, um Dämonen auszutreiben.

Foto: Anthony Hopkins 2010 beim "International Film Festival" in Toronto
Quelle: Wikimedia Commons bzw. www.flickr.com
Urheber: Gordon Correll (gdcgraphics bei www.flickr.com)
Lizenz: CC BY 2.0

Anthony Hopkins 2010 beim "International Film Festival" in Toronto; Quelle: Wikimedia Commons bzw. www.flickr.com; Urheber: Gordon Correll (gdcgraphics bei www.flickr.com); Lizenz: CC BY 2.0
Der Episodenfilm "360"1) (2011, 360 – Jede Begegnung hat Folgen) startete bei uns am 16. August 2012, Sacha Gervasi' Hommage "Hitchcock"1) (2012), gedreht nach der Biografie "Alfred Hitchcock and the Making of Psycho" von Stephen Rebello, am 14. März 2013. Hier überzeugt Hopkins einmal mehr mit der Verkörperung des legendären Regisseurs Alfred Hitchcock1) als herausragender Charakterdarsteller, fand in Helen Mirren1) als Hitchcocks Ehefrau Alma Reville1) eine kongeniale Partnerin. "Die Verfilmung des Buches von Stephen Rebello über die Entstehung von PSYCHO macht Hitchcock selbst zur Filmfigur. Dass dies so fabelhaft gelingt, ist auch den genialen Schauspielern zu danken, die in die historischen Rollen schlüpfen. Anthony Hopkins gibt das egomane Genie mit einer Präzision an Mimik und Körpergestik, die Hitchcock auf den Punkt genau beschreibt. Und Helen Mirren ist ihm als Alma nicht nur eine unterhaltsame und würdige Partnerin in spritzigen Dialoggefechten, sondern vor allem eine starke Frau, ohne die Hitchcock nie seine Ziele hätte erreichen können. Auch die Nebendarsteller überzeugen, wie etwa Scarlett Johannsen als Janet Leigh, die als kühle Blondine oft unter Hitchcocks manischen Phasen leiden musste." schreibt die "Deutsche Film- und Medienbewertung".
Wie Helen Mirren gehörte auch Hopkins als brillanter Physiker Dr. Edward Bailey zur Besetzung der Action-Komödie "RED 2"1) (2013), die am 12. September 2013 bei uns anlief. Die überwiegend in gleicher Besetzung gedrehte "Thor"-Fortsetzung "Thor: The Dark World"1) (2013) wurde in Deutschland unter dem Titel "Thor – The Dark Kingdom" veröffentlicht – somit sieht man Hopkins erneut als Odin, König von Asgard. Eine weitere mythologische Figur, diesmal aus dem "Alten Testament", ist der Methusalem1) in dem Bibel-Epos "Noah"1) (2014) mit Russell Crowe in der Titelrolle (Kinostart Deutschland: 3. April 2014). Bisher auf DVD erschien Ende April 2015 das Krimi-Drama "Kidnapping Freddy Heineken" mit Hopkins als Bier-Magnat Alfred "Freddy" Heineken bzw. Erbe des Brauerei-Imperiums "Heineken", der von der Verbrecherbande um Cor Van Hout1) (Jim Sturgess) und Willem Holleeder1) (Sam Worthington) entführt wird → www.filmstarts.de. Alfred (Freddy) Heineken (1923 – 2002) wurde am 9. November 1983 von Cor van Hout entführt. "Nach drei Wochen konnte die Polizei ihn sowie seinen ebenfalls gefangen gehaltenen Chauffeur befreien. Allerdings konnten Heinekens Entführer ein Lösegeld von umgerechnet fast 35 Millionen Gulden erpressen. Nach der Festnahme der Kidnapper konnte lediglich die Hälfte des erpressten Geldes wieder ausfindig gemacht werden, der Rest blieb unauffindbar. Aufgrund dieser Entführung mied der bis dahin kontaktfreudige Heineken die Öffentlichkeit." notiert Wikipedia.
Aktuell hat Hopkins auch wieder eine markante Rolle in einer Fernsehproduktion übernommen, in der mit Science Fiction-Elementen durchsetzten US-amerikanischen Krimi-Serie "Westworld" wird er als genialer Dr. Robert Ford, Direktor des futuristischen Parks "Westworld", zu sehen sein; als Ausstrahlung beim Sender "Home Box Office" (HBO) wird 2016 genannt → Wikipedia (englisch).

Der wandlungsfähige Schauspieler Hopkins erhielt im Verlauf seiner Karriere zahlreiche Ehrungen, die größte Auszeichnung wurde wohl an seinem 55. Geburtstag zuteil, an dem sein Ritterschlag in London bekannt gegeben wurde. Die Zeremonie wurde am 23. Februar 1993 im Buckingham Palace abgehalten und seitdem darf sich Anthony Hopkins mit dem kleinen, aber bedeutungsvollen Wörtchen "Sir" anreden lassen. Seit Juni 1987 trägt er außerdem den Titel "Commander Of The Order Of The British Empire"; weitere Auszeichnungen siehe Wikipedia.
 
Hopkins war von 1966 bis 1972 mit der Schauspielerin Petronella Barker3) verheiratet, aus der Verbindung stammt die gemeinsame, 1968 geborene Tochter Abigail Hopkins3), die sich inzwischen einen Namen als Sängerin, Schauspielerin und Theater-Regisseurin gemacht hat. Wenig später ehelichte er Mitte Januar 1973 die Produktionsassistentin Jennifer Lynton; seit 1995 lebte der Schauspieler, dem mehrere Affären nachgesagt werden, jedoch meist von seiner zweiten Frau getrennt in Pacific Palisades in der Nähe von Hollywood; am 30. April 2002 wurde das Paar offiziell geschieden. Am 1. März 2003 heiratete Hopkins in dritter Ehe die ehemalige Antiquitätenhändlerin und heutige Schauspielerin bzw. Produzentin Stella Arroyave3). Die Hochzeit fand im kleinen Kreis in dem kalifornischen Küstenort Malibu unweit von Hollywood statt, wo Hopkins seit Jahren lebt.
Im Jahre 2000 nahm Hopkins die amerikanische Staatsbürgerschaft an, behielt aber gleichzeitig die britische.

Siehe auch Wikipedia, www.prisma.de, Dirk Jasper FilmLexikon, www.whoswho.de
sowie die deutsche Fan-Seite www.hopkinsville.de 
Link: 1) Wikipedia (deutsch), 2)  prisma..de,  3) Wikipedia (englisch) Stand Juli 2015
    
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Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
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