Faye Dunaway (Dorothy Faye Dunaway) wurde am 14. Januar 1941 als Tochter eines Armee-Offiziers mit deutschen und irischen Vorfahren in Bascom (Florida) geboren. Als Kind besuchte sie, bedingt durch den Beruf ihres Vaters, verschiedenste High Schools der US Army in Texas, Arkansas und Utah sowie auch kurze Zeit im deutschen Mannheim. Schon als junges Mädchen fasste sie den Entschluss, reich und berühmt zu werden und ging konsequent ihren Weg. Als Kellnerin und Bardame verdiente sie sich das Geld für ihr Studium der Theaterwissenschaften an der Universität von Florida und nach der Ausbildung an der Bostoner "University School of Fine and Applied Arts" machte sie ihren Abschluss am "Lincoln Center" in New York. Dort spielte sie mehrere Jahre an kleinen Bühnen, bis sie 1962 am Broadway ihren ersten Erfolg als Margaret, Tochter von Thomas Morus, in Robert Bolts Schauspiel "A Man for All Seasons" (Ein Mann zu jeder Jahreszeit) verzeichnen konnte; in der von Fred Zinnemann in Szene gesetzten Filmfassung spielte 1966 Susannah York diese Rolle.

Faye Dunaway während der Berlinale 2002 (Event: European Shooting Stars)
Foto mit freundlicher Genehmigung von Bodo Petermann
© Bodo Petermann, BP PHOTO (www.bpphoto.de)

Faye Dunaway während der Berlinale 2002 (Event: European Shooting Stars)
1964 arbeitete Faye Dunaway am Theater mit Elia Kazan in Arthur Millers "After the Fall" (Nach dem Sündenfall) zusammen, gab dann 1967 ihr Filmdebüt in Otto Premingers Melodram "Hurry Sundown" (Morgen ist ein neuer Tag) und Eliot Silversteins Komödie "The Happening" (Die Meute). Ein Jahr später spielte sie die Gangsterbraut Bonnie Parker in Arthur Penns erfolgreichem Gangsterfilm "Bonnie und Clyde", der inzwischen Kult-Status erreicht hat, und wurde für ihre Darstellung mit einer Oscar-Nominierung ausgezeichnet. Presse und Kritiker überschlugen sich in Lobeshymnen auf die eigenwillige Schönheit mit der kühlen, aber unwiderstehlich-erotischen Ausstrahlung und sie konnte sich aus einer Unmenge von Angeboten nun die Besten heraussuchen. Während der Film in den Kinos lief, erschien sie auf den Titelblättern unzähliger Magazinen und beeinflusste internationale Modetrends mit ihrem "Bonnie Parker"-Outfit. Ebenfalls 1968 war sie in Norman Jewisons Krimikomödie "The Thomas Crown Affair"1) (Thomas Crown ist nicht zu fassen2)) und glänzte an der Seite von Steve McQueen.
  
Bonny und Clyde
Originaltitel USA: Bonny and Clyde
USA, 1967
Genre: Gangster-Drama
Regie: Arthur Penn
Drehbuch: David Newman, Robert Benton, Robert Towne
Produktion: Warren Beatty
Musik: Lester Flatt, Charles E. Henderson,
Earl Scruggs, Charles Strouse, Mitch Murray
Kamera: Burnett Guffey
Darsteller:
Warren Beatty: Clyde Barrow, Faye Dunaway: Bonnie Parker,
Michael J. Pollard: C. W. Moss, Gene Hackman: Buck Barrow,
Estelle Parsons: Blanche, Denver Pyle: Frank Hamer,
Dub Taylor: Ivan Moss, Evans Evans: Velma Davis,
Gene Wilder: Eugene Grizzard, und andere
(Die Links führen zu Wikipedia bzw. zum Kurportrait innerhalb dieser HP)
 
Verfilmung der authentischen Geschichte des berühmt-berüchtigten Gangsterpaares Clyde Barrow (1909 – 1934) und Bonnie Parker (1910 – 1934), das den amerikanischen Südwesten zur Zeit der großen Depression ab Ende der 1920er Jahre unsicher machten. Das Pärchen Bonnie und Clyde1) überfiel zusammen mit einigen Komplizen zahllose Banken, töteten Polizisten und versetzte den gesamten Südwesten der USA in Angst und Schrecken. Man schätzt, dass sie dreizehn Morde, etwa ein dutzend Mal Bankraub und ungezählte Überfälle auf Läden und Tankstellen verübten.1)
Kurzinhalt:
Das Paar Bonnie Parker (Faye Dunaway) und Clyde Barrow (Warren Beatty) aus Texas beschließt, eine Gangsterkarriere zu beginnen. Sie fahren mit gestohlenen Autos und übernachten in verschiedenen Unterkünften. Die erste Bank, die sie überfallen, hat kein Geld; danach rauben sie ein Lebensmittelgeschäft aus, wobei Clyde einen tätlichen Angriff eben noch abwehren kann. Unterwegs lernen die beiden C. W. Moss (Michael J. Pollard) kennen und nehmen ihn in die Bande auf. Der nächste Banküberfall ist ein Erfolg, jedoch muss Clyde einen Verfolger erschießen. Es folgt ein Besuch von Clydes Bruder Buck (Gene Hackman) und dessen Frau Blanche (Estelle Parsons), die von nun an auch Teil der Bande sind. Einen Übergriff der Polizei kann die Bande abwehren, dann führen sie einen weiteren Banküberfall durch und fliehen in einen Nachbarstaat. Zwischen Clyde und Bonnie entsteht ein Zwist, weil sie sich mit Blanche nicht verträgt. Beim nächsten Autodiebstahl nimmt die Bande zwei weitere Personen mit, die dann aber auf Bonnies Wunsch wieder ausgeschlossen werden. Zwischendurch fährt die Bande zu Bonnies Familie, nachher steht erneut die Polizei vor der Tür. Bei der Flucht werden Buck und Blanche verletzt. Auf offenem Felde wird die Bande von Polizisten umzingelt, wobei Buck erschossen und Blanche gefangen genommen wird. Bonnie und Clyde werden angeschossen, werden aber von C. W. zu dessen Vater gebracht. Dieser kooperiert mit der Polizei und stellt dem Gangsterpaar, das ohne C. W. weggefahren ist, eine Falle: Am Straßenrand werden die beiden aus dem Hinterhalt erschossen.
 
Quelle: Wikipedia
  
Lexikon des Internationalen Films:
Ausgehend von tatsächlichen Ereignissen, entwickelt Penn seine Außenseiter-Ballade zum Spiegelbild amerikanischen Bewusstseins in den 60er Jahren; der Mythos des "guten Gangsters" wird beschworen und zugleich einer kritischen Revision unterzogen.
 
Reclams Filmführer:
Ein ungewöhnlicher Gangsterfilm, ungewöhnlich schon deshalb, weil er nicht in engen Großstadtstraßen, sondern in der weiten Landschaft der Südstaaten spielt. Blühende Felder sind der Hintergrund für Raub und Mord; Bonnie und Clyde betreiben ihr Gewerbe mit einer gewissen Fröhlichkeit. Doch was man als Zynismus missverstehen könnte, weist in Wirklichkeit über den Film hinaus. In der heillosen Zeit der Wirtschaftskrise konnte man Raub zu seinem Geschäft machen, konnte man sich mit den Worten vorstellen: "Wir rauben Banken aus!" und auf ein verständnisvolles Nicken rechnen. Bonnie und Clyde, das sind zwei Menschen, die in den Jahren der Verzweiflung den uralten Traum vom freien Leben träumen.
 
Siehe auch Wikipedia, www.djfl.de sowie www.prisma.de

  
Oscar 1968 für
Estelle Parsons: Beste Nebendarstellerin
Burnett Guffey: Beste Kamera
Oscar-Nomimierung 1968 für
Warren Beatty: Bester Film, Bester Hauptdarsteller
Arthur Penn: Beste Regie, 
Faye Dunaway: Beste Hauptdarstellerin
Gene Hackman: Bester Nebendarsteller
Michael J. Pollard: Bester Nebendarsteller,
David Newman, Robert Benton, Robert Towne: Bestes Original-Drehbuch
sowie eine Oscar-Nominierung für das "Beste Kostümdesign"
Weitere Auszeichnungen bei Wikipedia

1) Link und Quelle: Wikipedia

  
Die 1970er Jahre brachten Faye Dunaway eine Reihe von facettenreichen Charakterrollen, so als kinderlose Pfarrersfrau Mrs. Pendrake neben Dustin Hoffman in dem Anti-Western "Little Big Man"2) (1970), als kühle und berechnende Lady Evelyn Mulwray brillierte sie in Roman Polanskys Thriller "Chinatown"2) (1974) an der Seite von Jack Nicholson und erhielt wie er eine Oscar-Nominierung. Ein Jahr später spielte sie mit Robert Redford in Sydney Pollacks packendem Polit-Thriller "Three Days of the Condor"1) (1975, Die drei Tage des Condor2)), als schurkische Milady de Winter tauchte sie in Richard Lesters Dumas-Adaption "The Three Musketeers"1) (1974, Die drei Musketiere2)) sowie in der Fortsetzung "The Four Musketeers"2) (1975, Die vier Musketiere – Die Rache der Mylady) auf der Leinwand auf. 1976 erhielt sie dann ihren ersten Oscar für den Part der rücksichtlosen TV-Produzentin Diana Christensen in Sidney Lumets schwarzer Gesellschaftssatire "Network"1) (Network2)). Sehenswert ist auch der von Frank Perry in Szene gesetzte Western "Doc"2) (1970, Doc), eine Variante um die legendären Ordnungshüter Wyatt Earp2) und Doc Holliday2), gespielt von Stacy Keach (Doc Holliday) und Harris Yulin (Wyatt Earp).
 
Ab den 1980er Jahren war Faye Dunaway nur noch selten in herausragenden Rollen zu sehen, was weniger an ihrem Talent als Schauspielerin als an den Rollenangeboten lag. Ein Höhepunkt in ihrer Laufbahn war 1981 die Darstellung der Schauspielerin Joan Crawford3) in dem Biopic "Mommie Dearest"2) (Meine liebe Rabenmutter), welches Regisseur Frank Perry nach dem gleichnamigen Buch von Crawfords Adoptivtochter Christina in Szene gesetzt hatte. Faye Dunaway verkörperte die ehemalige Hollywood-Diva überzeugend als gewissenlose, herrische "Femme fatale" mit unerträglichen Starallüren. Überzeugend und von Kritikern und Publikum positiv gewürdigt war 1987 ihr Part der ausgelaugten Alkoholikerin Wanda Wilcox an der Seite von Mickey Rourke in Babet Schroeders Bukowski-Verfilmung "Barfly"2) sowie 1990 die Figur der unfruchtbaren Serena Joy in Volker Schlöndorffs tristen Utopie "The Handmaid's Tale"1) (Die Geschichte der Dienerin2)); mit diesen Rollen versuchte die Schauspielerin ihrem Image der kalten, erfolgsorientierten Frau entgegenzuwirken. Eher annehmbar ist das Melodram "Burning Secret"1) (1988, Brennendes Geheimnis).
Faye Dunaway 2011 anlässlich des Filmfestivals in Cannes; Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Georges Biard; Lizenz CC-BY-SA 3.0 In den letzten Jahren ist es um den Star eher etwas ruhiger geworden, auf der Leinwand war sie 1993 in "Arizona Dream"2) von Regisseur Emir Kusturica vorerst zum letzten Mal in einem kassenträchtigen Kinofilm zu sehen, danach stand sie für Produktionen wie Kevin Spaceys Regiedebüt "Albino Alligator"1) (1996; siehe auch Wikipedia) vor der Kamera, welches jedoch nur Filmliebhaber zu schätzen wussten, an den Kinokassen jedoch eher floppte. William Tannens stimmungsvolle und spannende Neuverfilmung der "Jack the Ripper"-Geschichte "Love Lies Bleeding"1) (1998, Jack the Ripper lebt) zeigt Faye Dunaway als Journalistin Catherine Winnwood, Arbeiten für das Fernsehen wie der melodramatische Krimi "A Family Divided"1) (1995, Blutiges Familiengeheimnis) gehören ebenfalls zur Filmografie der Schauspielerin. Nach Ron Lagomarcinos Politsatire "Running Mates"1) (2000, Die Nominierung2)) legte Faye Dunaway mit "The Yellow Bird" dann 2001 ihr Regiedebüt vor, hatte das Drehbuch geschrieben und übernahm in diesem Film auch die Hauptrolle. Die Figur einer tablettensüchtigen Mutter mimte sie in dem Drama "The Rules of Attraction"2) (2002, Die Regeln des Spiels), danach zeigte sie sich mit eher kleineren Auftritten in verschiedenen Kinostreifen wie beispielsweise dem Thriller "Blind Horizon"2) (2003, Blind Horizon – Der Feind in mir). Die von ihr 2005 angetretene Moderation in einer Reality-Show des US-Fernsehens geriet zum Flop und wurde recht schnell wieder abgesetzt.

Foto: Faye Dunaway 2011 anlässlich des Filmfestivals in Cannes
Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Georges Biard; Lizenz CC-BY-SA 3.0
Lizenz zur Veröffentlichung siehe hier

Bis vor ein paar Jahren stand die Schauspielerin regelmäßig vor der Kamera, auch wenn es nicht mehr die ganz großen Rollen wie zu ihren Glanzzeiten waren. Zwischen den umfangreichen Film- und Fernseharbeiten blieb sie stets für der Theaterbühne treu, verkörperte beispielsweise 1996 die Sängerin und langjährige Geliebte von Aristoteles Onassis, Maria Callas, in dem Stück "Master Class".
Die Begabung von Faye Dunaway ist es, ebenbürtige, starke und zerrissene Charaktere zu spielen, die einen perfekten Schein bewahren. Sie kann genauso überzeugend als unschuldiger Engel wie auch als verruchte Dame auftreten. Doch stets ist sie von einer Aura der Unerreichbarkeit umgeben, der betörenden Schönheit, um die ein Hauch von Kälte weht. Zuletzt wurde die Künstlerin am 15. Mai 2011 beim Filmfestival Cannes (11.–22.05.2011) mit dem renommierten französischen "Orden der schönen Künste und der Literatur" für ihre außergewöhnliche Karriere bzw. ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Mit ihrer "bedrohlichen Schönheit", ihrer Raffinesse und ihrer Intelligenz verkörpere die 70-Jährige "den Traum vom Kino", hieß es unter anderem in der Laudatio von Kulturminister Frédéric Mitterrand, der die Leinwandlegende zum "Officier des Arts et Lettres"2) kürte. Ein Foto von Faye Dunaway aus dem Jahre 1970, aufgenommen von Jerry Schatzberg, warb überdies für das 64. Filmfestival von Cannes. Auf dem schwarzen Plakat war Dunaways Figur in die Zahl 64 hineinmontiert worden.
 
Die auch im fortgeschrittenen Alter attraktive Kinodiva, welche in der Filmbranche als extravagant und kapriziös gilt, war von 1974 bis 1979 mit dem Leadsänger der "J. Geils Band"2), Peter Wolf2) verheiratet. 1983 heiratete sie den britischen Fotografen Terry O'Neil2), mit dem sie den 1980 geborenen Sohn Liam hat; die Ehe wurde 1987 wieder geschieden.  
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de 
Siehe auch Wikipedia und www.whoswho.de sowie
den Artikel zum 70. Geburtstag bei www.faz.net
Link: 1)  prisma.de, 2) Wikipedia, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP Stand Juli 2015
Lizenz Foto Faye Dunaway  (Urheber: Georges Biard): Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
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