June Allyson
June Allyson wurde am 7. Oktober 1917 als Eleanor Geisman und Tochter eines Hausmeisters in der New Yorker Bronx in nicht grade begüterte Verhältnisse hineingeboren. Schon seit ihrer Kindheit war sie vom Showbusiness fasziniert, liebte vor allem die Filme von Fred Astaire1) (1899 – 1987) und Ginger Rogers1) (1911 – 1995). Obwohl sie aufgrund eines schweren Unfalls Jahre lang mit erheblichen Rückenproblemen zu kämpfen hatte – die Ärzte glaubten anfangs, das damals neunjährige Mädchen könne eine gravierende Behinderung davon tragen – brachte sich die junge June selbst das Tanzen bei, erlangte eine gewisse Professionalität als Stepptänzerin, die sie schließlich zum Vortanzen an den Broadway brachte. Ihren ersten Auftritt hatte sie 1938 als Revuetänzerin in dem Musical "Sing Out the News", verschiedene weitere Revuen schlossen sich noch während ihrer Zeit an der Highschool an.
Nach der Schule nahm June Allyson weitere Verpflichtungen als Tänzerin an, um sich ihr Medizinstudium zu finanzieren, bei den Proben zu einer dieser Shows sah sie der Broadway-Produzent George Abbott und war von der Anmut des jungen Mädchens so begeistert, dass er ihr eine Rolle in dem Musical "Best Foot Forward"2) anbot, bei der Gene Kelly1) (1912 – 1996) für die Choreografie verantwortlich zeichnete. Die Aufführung wurde ein großer Erfolg, 1943 brachte MGM eine Filmversion heraus, in der auch June Allyson zu sehen war.
Erste Erfahrungen vor der Kamera hatte die Tänzerin und angehende Schauspielerin schon in kurzen musikalischen Streifen wie "Ups and Downs" (1937) oder "The Prisoner of Swing" (1938) gesammelt, mit "Best Foot Forward" gelang ihr über Nacht der Durchbruch zur vielgefragten Darstellerin. Es folgten unbeschwerte Unterhaltungsfilme wie "Girl Crazy"2) (1943), "Meet the People" (1944) oder "Music for Millions"2) (1944, Musik für Millionen), in Richard Thorpes musikalischer Komödie "Two Girls and a Sailor"2) (1944, Mein Schatz ist ein Matrose) spielte sie erstmals eine Hauptrolle an der Seite von Van Johnson und Gloria DeHaven.
  
June Allyson wurde ungemein beliebt, innerhalb kürzester Zeit avancierte sie zu einer der populären Hollywoodstars, gewann zahlreiche Preise und ihr Konterfei erschien auf Dutzenden von Titelblättern. Fast zehn Jahre lang stand sie an der Spitze der damaligen Filmidole, begeisterte mit ihrer frischen unkomplizierten Art nicht nur das amerikanische Publikum. Ihr frisches, warmes Lächeln und ihr offensichtlich sonniges Gemüt wurden zu ihrem Markenzeichen, Ginger Rogers sagte einmal über sie "June Allyson ist ein Mädchen, das jeder Mann heiraten und jede Frau zur Freundin haben möchte."
Die kleine, zierliche Schauspielerin drehte zahlreiche, meist heitere oder melodramatische Kassenschlager an der Seite ebenso beliebter Kollegen: George Sidney beispielsweise besetzte sie neben Lana Turner und Gene Kelly in dem Abenteuer "The Three Musketeers"2) (1948, Die Drei Musketiere), mit Peter Lawford, Margaret O'Brien, Elizabeth Taylor und Janet Leigh drehte sie "Little Women"2) (1949, Kleine tapfere Jo) nach dem Roman von Louisa May Alcott, 1950 sah man sie in der romantischen Komödie "The Reformer and the Redhead"2) (Das Raubtier ist los) mit Dick Powell als Partner, der fünf Jahre zuvor auch im richtigen Leben ihr Ehemann geworden war. Mit Powell drehte June Allyson zudem das Boxerdrama "Right Cross"3) (1950, Der Einsame Champion), Van Johnson war ihr Partner in der amüsanten Verwechslungskomödie "Too Young to Kiss" (1951, Zu jung zum Küssen), für den June Allyson einen "Golden Globe Award" erhielt. An der Seite von Humphrey Bogart agierte sie eindrucksvoll als Militärkrankenschwester Ruth McGara in der Kriegsromanze "Battle Circus"2) (1953, Arzt im Zwielicht3)), in nachhaltiger Erinnerung bleibt June Allyson mit der Rolle der Ehefrau des Bandleaders Glenn Miller (James Stewart) in Anthony Manns Biopic "The Glenn Miller Story"2) (1953, Die Glenn Miller Story). Mit Stewart spielte sie – erneut unter der Regie von Anthony Mann – auch in dem Abenteuer "Strategic Air Command"2) (1955, In geheimer Kommandosache). Robert Wise besetzte sie als Partnerin bzw. Filmehefrau von William Holden in der Literaturadaption "Executive Suite"2) (1954, Die Intriganten), eine schöne Figur war auch die der "Tochter aus gutem Hause" Irene Bullock in Henry Kosters heiter-besinnlichen Geschichte "My Man Godfrey"2) (1957, Mein Mann Gottfried) mit David Niven, ebenso wie die der Helen Banning in Douglas Sirks Melodram "Interlude" (1957, Der Letzte Akkord) mit Rossano Brazzi. Einer der letzten Filme mit June Allyson in der Hauptrolle war 1959 Helmut Käutners Melodram "A Stranger in My Arms" (Ein Fremder in meinen Armen) mit Jeff Chandler als Partner.
Im gleichen Jahr erhielt June Allyson als eine der wenigen Topstars der Filmszene eine eigene TV-Show, die von Ehemann Dick Powell produzierte Reihe "The Dupont Show with June Allyson" wurde wöchentlich ausgestrahlt, Ehefrau June moderierte die Sendung und stellte unter anderem auch andere berühmte Kollegen vor.
In den 1960er Jahren zog sich June Allyson mehr und mehr vom Filmgeschäft zurück, trat in den folgenden Jahrzehnten nur noch sporadisch vor die Kamera. 1970 hatte sie nach über zwanzig Jahren noch einmal einen Bühnenauftritt in dem Broadway-Musical "Forty Carats" – der Erfolg war phänomenal. Ein Jahr später übernahm sie die Hauptrolle in "No, No Nanette", tourte mit dem Stück durch Amerika und konzentrierte sich in den nächsten Jahren hauptsächlich auf ihre Arbeit am Theater.
1982 brachte June Allyson in Zusammenarbeit mit Frances Spatz ihre Erinnerungen heraus und erzählt darin von ihrer außergewöhnlichen Karriere, aber auch von persönlichen Höhen und Tiefen, die sie nach dem Tod ihres Mannes Dick Powell durchlebte. Seit Mitte der 1980er Jahre setzte sie sich außerdem aktiv für Menschen ein, die an Inkontinenz leiden, 1997 wurde mit ihrer Hilfe die "June Allyson Foundation" gegründet.

Der legendäre Leinwandstar June Allyson starb am 8. Juli 2006 im Alter von 88 Jahren nach längerer Krankheit an Atemwegsproblemen im kalifornischen Ojai. Die Schauspielerin war vier Mal verheiratet: Ihre erste, 1945 geschlossene Ehe mit dem Regisseur, Entertainer und Filmstar Dick Powell2) (geb. 1904) hielt bis zu dessen Tod im Jahre 1963; aus der Verbindung stammt der 1950 geborene Sohn Richard Powell Jr., der ebenfalls in der Filmindustrie tätig ist, sowie die 1948 adoptiere Tochter Pamela Allyson Powell. Nach dem Tod von Powell ehelichte June Allyson Mitte Oktober 1963 den Geschäftsmann bzw. Besitzer einer Frisör-Kette Glenn Maxwell, von dem sie sich Ende April 1965 scheiden ließ, um ihn fast auf den Tag genau zwei Jahre später erneut zu heiraten. Am 17. März 1970 trennte sich das Paar endgültig. June Allysons dritter bzw. vierter Ehemann wurde der pensionierte Zahnarzt Dr. David Ashrow (1920 – 2007), dem die Schauspielerin im Oktober 1976 das Ja-Wort gegeben hatte und der bis zu ihrem Tod an ihrer Seite war.  
Englischsprachige Website: www.juneallyson.com
Siehe auch Wikipedia
Fotos bei www.virtual-history.com
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia, 3) prisma.de
  

Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie
Wikipedia (englisch)
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)

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