Robert Atzorn 01; Copyright Ruth Kappus Robert Atzorn wurde 2. Februar 1945 im heute polnischen Bad Polzin als Sohn eines Journalisten geboren. Er wuchs in Oldenburg und Hamburg auf, besuchte ein Gymnasium, welches er mit dem Abitur abschloss. Anschließend begann er in Hamburg an der Kunstschule Alsterdamm ein Grafik-Studium, brach dieses jedoch zugunsten der Schauspielerei ab. 1967 bewarb er sich an der "Neuen Münchener Schauspielschule"1), absolvierte dort eine Ausbildung und erhielt zwei Jahre später ein erstes Engagement mit kleineren Rollen an der "Württembergischen Landesbühne". Ab 1970 stand Atzorn dann für ein Jahr in Zürich auf der Bühne, wechselte dann in der Spielzeit 1971/72 nach Münster und spielte ab 1973 zwei Jahre lang in Dortmund Theater; ab 1977 war er dann bis 1983 am "Bayerischen Staatsschauspiel" in München engagiert. Zu seinem Rollenrepertoire zählten die klassischen Helden wie der Hamlet, der Faust oder der Marquis Posa – um nur einige seiner beachtenswerten Bühneninterpretationen zu nennen.
 
 
 
Foto mit freundlicher Genehmigung von Ruth Kappus (Portrait Art, München).
Das Copyright liegt bei Ruth Kappus, (© Ruth Kappus
Bereits Mitte der 1970er Jahre wurde Atzorn mit Rollen in zahlreichen Fernsehspielen einem breiten Publikum bekannt; neben Auftritten in so beliebten Krimiserien wie "Derrick", "Der Alte", "Tatort" oder "Ein Fall für zwei" agierte er vor allem in den 1980er Jahren vermehrt auf dem Bildschirm, wie beispielsweise 1984 als Chemiker Dr. Michael Brandt in "Das Schöne Ende dieser Welt"1) oder 1986 als Vater Michael Maass in der ZDF-Weihnachtsserie "Oliver Maas"2). Zum Serienstar wurde Atzorn dann selbst ab 1988 als unkonventioneller Pastor Hermann Wiegandt in "Oh Gott, Herr Pfarrer"1) und erhielt für seine Leistung 1989 die "Goldene Kamera"1). Einen noch größerem Publikumserfolg verzeichnete er dann ab 1992 als engagiert-unkonventioneller Titelheld in der beliebten Serie "Unser Lehrer Dr. Specht"1), eine Rolle, die er erfolgreich bis 1999 verkörperte und für die er 1993 mit dem "TeleStar"1) ausgezeichnet wurde. 
  
Daneben präsentierte sich der wandlungsfähige Schauspieler in Fernsehspielen unterschiedlichster Thematik, er überzeugt gleichermaßen in Komödien, Melodramen oder Action-Krimis und gehört durch seine Rollen in vielen deutsch-italienischen Co-Produktionen auch in Italien zu den Publikumslieblingen, wo er 1995 in Salerno die Auszeichnung " Bester Darsteller" für seine Rolle des TV-Auslandskorrespondenten Rainer Fischer bzw. Vater der Kinderpsychologin Chiara Basile (Barbara De Rossi) in dem melodramatischen Zweiteiler "Herzen im Sturm" (La Storia di Chiara) gewann → fernsehserien.de

Robert Atzorn in "Oh Gott, Herr Pfarrer"
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; © SWR

Robert Atzorn in "Oh Gott, Herr Pfarrer": Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; Copyright SWR
Zu seinen herausragenden Fernsehrollen gehört beispielsweise 1980 der Peter Egermann in dem Prostituiertenmord-Drama "Aus dem Leben der Marionetten"1) unter der Regie von Ingmar Bergman, 1983 der Olaf in Rolf von Sydows Verwechslungskomödie "Wie hätten Sie's denn gern?" an der Seite von Jutta Speidel oder ein Jahr später der Michael Brandt in dem Umweltschutz-Thriller "Das Schöne Ende dieser Welt"1). In "Killer kennen keine Furcht" (→ Ziegler Film) mimte er 1989 den geheimnisvollen " Herrn X ", in Hartmut Griesmayrs Komödie "Ein Mann für meine Frau"3) glänzte er 1993 als Pilot Robert Ahlemann, der vor der Trennung von seiner Frau alias Iris Berben für diese einen Nachfolger auftreiben soll. In "Die Herzkiste" agierte er ein Jahr später als Journalist, der gegen die Boulevardmafia ankämpft, spielte 1995 den Robert Reben zusammen mit Gerit Kling in dem Melodram "Ein Herz für Laura" – wieder unter der Regie von Hartmut Griesmayr – oder den Staatsanwalt Frank Coswig in "Coswig und Sohn", der sich nach der Scheidung von seiner Frau um den zehnjährige Sohn Felix kümmert und anfangs hilflos einem Chaos gegenüber steht.
Ab 1997 sah man Atzorn als Titelhelden in "Der Kapitän"1), den abenteuerlichen Folgen auf hoher See um den Kapitän Harmsen sowie 1999 hinreißend als polygamen Tausendsassa Johannes Müller in der turbulenten Familienkomödie "Ich bin kein Mann für eine Frau" zusammen mit Christine Neubauer. Im gleichen Jahr begeisterte er die Fernsehzuschauer als zunächst im Rollstuhl sitzender Kommissar Anton Stein in dem Thriller "Ein Mann steht auf"3) neben Tina Ruland, Michael Mendl und Tilo Prückner sowie 2000 als deutschen Archäologen Marcus Schwartz in dem spannenden Entführungsdrama "Ein Mann gibt nicht auf"3). Ebenfalls 2000 verkörperte er eindrucksvoll den Germanistik-Professor Jan Altenberg, der in Matti Geschonnecks Kriminal-Drama "Jenseits der Liebe"3) seiner eigenen Familiengeschichte nachforscht; hier hatte Atzorn Martina Gedeck als Partnerin.

Seit dem 28. Oktober 2001 war Atzorn als nachdenklicher Hauptkommissar Jan Casstorff der neue Ermittler in den "Tatort"-Folgen aus Hamburg – als Nachfolger des legendären Ermittler-Duos Manfred Krug2) und Charles Brauer2). Gemeinsam mit Oberkommissar Eduard Holicek alias Tilo Prückner2) löste er seither so manchen kniffligen Fall. Anfang April 2007 gab Atzorn seinen Ausstieg aus der beliebten Krimi-Reihe bekannt, der am 24. Februar 2008 ausgestrahlte 15. Tatort aus Hamburg mit dem bezeichnenden Titel "Und Tschüss" war nach sieben Jahren sein letzter Film in der Rolle des Jan Casstorff. "Wir haben die Gestalt Casstorff konsequent weiter entwickelt, jetzt aber alle Geschichten erzählt … und wenn's am schönsten ist, soll man aufhören. Wassermänner wie ich möchten Veränderungen, jetzt reizen mich neue Rollen." sagte Atzorn in einem Interview. Der 35-jährige, türkischstämmige Schauspieler Mehmet Kurtulus trat vorerst die Nachfolge Atzorns in den NDR-Tatort-Folgen aus Hamburg an.

Die "Tatort"-Folgen mit KHK Jan Casstorff und
Oberkommissar Eduard Holicek
(Link: tatort-fundus.de)
  
Außerdem sah man Atzorn in den letzten Jahren unter anderem als Bürgermeister Dr. Klaus Hennig in Dieter Wedels vielbeachtetem Mehrteiler "Die Affäre Semmeling"1) (2002), mit der Titelrolle in Ernst Josef Lauschers Thriller "Tanners letzte Chance"3) (2002), als Arthur Boysen zusammen mit Suzanne von Borsody in Sigi Rothemunds Drama "Nicht ohne deine Liebe"3) (2002) sowie 2003 beeindruckend als Architekt Arnold Sundstrom in Diethard Klantes Drama "Die Frau des Architekten"3), mit Jeanette Hain als Partnerin. 2004 erlebte man Atzorn als Bundeskanzler Ben Bischof, der sich in Ulrich Starks romantischer Komödie "Küss mich, Kanzler!"4) nach seiner gescheiterten Ehe in die Putzfrau Mila alias Andrea Sawatzki verliebt. Das Kanzleramt ließ Atzorn dann wohl nicht mehr los, ab März 2005 mimte er den Kanzleramts-Chef Norbert Kraft, der in der ZDF-Serie "Kanzleramt", den scheinbar fiktiven Geschichten hinter den Kulissen der Macht mit Politintrigen und menschlichen Dramen, alle Fäden in der Hand hält und Bundeskanzler Weyer (Klaus J. Behrendt) zur Seite steht.
Eine interessante, gänzlich anders geartete Aufgabe war Anfang 2007 die komplexe Rolle des preußischen Oberst Richard von Strahlberg in dem von Carlo Rola in Szene gesetzten packenden, aufwendig produzierten ZDF-Dreiteiler "Afrika, mon amour"3) . Erzählt wird die bewegende und zugleich spannende Geschichte einer bemerkenswerten Frau (Iris Berben) auf der Suche nach Gleichberechtigung und der großen Liebe ihres Lebens kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Durch die Trennung von ihrem Mann Richard von der Gesellschaft geächtet und als Mensch zweiter Klasse betrachtet, versucht die großbürgerliche Katharina von Strahlberg sich in den deutschen Kolonien Afrikas ein neues Leben aufzubauen und gerät in dem fremden Land nicht nur in die Wirren des 1. Weltkrieges. Überzeugend verkörperte Atzorn den harten und unnachgiebigen Mann, der dem Ideal der damaligen Gesellschaft entsprach aber auch deren engen moralischen Zwängen unterlag. 
Seit Februar 2008 stand Atzorn in der Rolle des Frachtschiffkapitäns Frank Harmsen für die Neuauflage der ZDF-Abenteuer-Reihe "Der Kapitän" vor der Kamera und stach nun erneut mit seiner Crew in See. Bereits ab 1997 hatte er, wie erwähnt, diese Figur in insgesamt sieben Episoden gespielt, sich dann mit der Geschichte "Das Geheimnis der Viking" Mitte Januar 2000 vorerst von den Zuschauern als "Kapitän" verabschiedet (siehe auch www.fernsehserien.de). Am 20. Februar 2009 zeigte das ZDF mit dem Abenteuer "Piraten" eine hochbrisante Story: Harmsen wird in den Kampf um internationale Piraterie verwickelt, als er auf seinem alten Trawler tagsüber Touristen vor dem Horn von Afrika hinaus zu den Walen schippert. Die zweite neue Folge mit dem Titel "Packeis" geht eine Woche später auf Sendung. Dann wird der Seebär Harmsen ein paar Wissenschaftler aus dem Südpolargebiet abholen. Aber die Forscher bringen ein offenbar tödliches Geheimnis mit an Bord …
Robert Atzorn in "Mein Mann, der Trinker"; Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; Copyright SWR Als "Paradevorstellung seines schauspielerischen Könnens" bezeichnet prisma.de Atzorns Darstellung eines alkoholkranken Professors in Bodo Fürneisens TV-Drama "Mein Mann, der Trinker"3), welches Anfang September 2008 in der ARD lief. Einfühlsam und vielschichtig wird die Geschichte des angesehenen Kunstpädagogen Ludwig Wohlstedt erzählt, der seine Alkoholsucht ebenso verdrängt wie seine heimliche, langjährige Beziehung zu seiner Geliebten, mit der er einen kleinen Sohn hat. Als seine Frau Annemarie (Franziska Walser) erkennen muss, dass die bisher so "heile Welt" nichts als Fassade ist, kommt es zum offenen Ausbruch der Konflikte, aber auch zum körperlichen Zusammenruch des Alkoholikers. Bewusst hat Regisseur Bodo Fürneisen das Ende der Geschichte offen gelassen und überlässt es dem Zuschauer zu spekulieren, ob Wohlstedt und seine Frau wieder zueinander finden.
 
Robert Atzorn in "Mein Mann, der Trinker"
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; © SWR
"Im Gehege"3) hieß der am 1. Dezember 2008 ausgestrahlte spannende ZDF-Thriller, den Kai Wessel nach dem gleichnamigen Roman des erfolgreichen Autoren-Duos Martina Borger und Maria Elisabeth Straub inszeniert hatte. Mehr als 15 Jahre nach seinem Erfolg als "Lehrer Dr. Specht" schlüpfte Atzorn erneut in die Rolle eines Pädagogen, diesmal jedoch ist es die schillernde Figur eines verheirateten, scheinbar normalen Mannes, dessen Leben durch seine eigenen obsessiven Gefühle aus den Fugen geraten ist und dadurch zum Mörder wird: Mit Anfang 50 entdeckt der charismatische Lehrer Jon Ewermann angeblich die wahre Liebe. Für die schöne, junge und geheimnisvolle Kollegin Julie (Judith Rosmair) will er sein bisheriges bequemes Leben aufgeben, sich scheiden lassen und noch einmal ganz neu anfangen. Doch sein Liebeswahn führt in eine Spirale der Gewalt … (Quelle: www.prisma-online.de; siehe auch www.dieterwunderlich.de)
In dem vielbeachteten Drama "Bis nichts mehr bleibt"1) (EA: 31.03.2010), der fiktionalen Geschichte zum Thema der "Scientology-Kirche", spielte Atzorn den Ludwig Clasen, Vater der jungen Gine Reiners (Silke Bodenbender), die sich dem Scientology-System mit Haut und Haaren verschrieben hat (siehe auch prisma.de).
Die Dreharbeiten für die poetische Komödie "Das Glück ist eine Katze"3) mit Eva Mattes als Partnerin hatten bereits Anfang Oktober 2008 begonnen, gesendet wurde der Film dann am 1. Oktober 2010 in der  ARD. Atzorn mimt darin den gerade verwitweten bzw. frischgebackenen Rentner Frido Schulz, der seit drei Jahrzehnten mit der geschiedene Anwältin Rosa Schätzlein (Eva Mattes) im Dauerstreit liegt. Ein streunenden Kater, auf der Suche nach einem warmen Winterquartier, bringt die beiden Streithähne erneut in Rage … Das Drehbuch zu dieser heiteren, manchmal auch tagikomischen Geschichte der etwas anderen Art, in der ein niedlicher schwarzer Kater die menschlichen "Dosenöffner" begleitet und deren Verhaltensweisen spöttisch kommentiert, stammt von Edda Leesch, die zudem als intrigante Nachbarin auftritt.
Dann ist da die Weihnachtskomödie "Zimtstern und Halbmond"4) (EA: 17.12.2010) zu nennen, in der Atzorn erneut eine Vaterfigur spielt, diesmal musste er sich als pensionierter Kapitän mit dem Gedanken anfreunden, dass seine Tochter Barbara (Lisa Maria Potthoff) ihm zu Weihnachten einen Palästinenser (Omar El-Saeidi) als möglichen Schwiegersohn präsentiert.
In dem spannenden, mit trockenem Humor durchsetzten Krimi "Nord Nord Mord"3) (EA: 21.04.2011) schlüpfte der Schauspieler mal wieder in die Rolle eines Kommissars: Als besonnener Kommissar Theo Clüver ermittelte er diesmal in dem eher verschlafen wirkenden nordfriesischen Inselstädtchen Huselwerder und hatte zusammen mit seiner Kollegin Ina Behrendsen (Julia Brendler) sowie dem neuen, übereifrigen Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk) einen rätselhaften Fall zu lösen. Als in einer Wanderdüne die skelettierten Überreste einer Frauenleiche entdeckt werden, kommt die ungewöhnliche Geschichte ins Rollen. "TV-Routinier Josh Broecker ("Die Braut von der Tankstelle", "Einsatz in Hamburg") inszenierte nach dem Drehbuch von Lars Albaum ("Küstenwache") diesen frechen wie friesisch-herben Kriminalfilm mit vielen schrägen Typen und malerischen Landschaftsbildern der Insel Sylt. Für Hauptdarsteller Robert Atzorn ist dies, nachdem er 2008 mit "Tatort – Und Tschüss" seinen Abschied als Hamburger Hauptkommissar Jan Casstorff gab, die zeitweilige Rückkehr in den Polizeidienst." notiert prisma.de; siehe auch tittelbach.tv. Die Dreharbeiten zu einer zweiten Folge mit dem Titel "Clüver und die fremde Frau"3) begannen im Mitte April 2012, die Erstausstrahlung erfolgte im ZDF am 11. September 2013. Erneut mussten Clüver und sein Team, die junge Kommissarin Ina Behrendsen (Julia Brendler) und der übereifrige Profiler Hinnerk Feldmann (Oliver K. Wnuk), einen mysteriösen Mord aufklären, bei dem nichts so ist, wie es anfangs scheint → www.presseportal.de und www.tittelbach.tv. In dem dritten, ebenfalls amüsant inszenierten Fall "Nord Nord Mord: Clüvers Geheimnis"4) (EA: 09.03.2015) begann dann alles damit, eine spurlos verschwundene Leiche zu finden, von der anfangs nur ein abgetrennter Arm auftaucht. Im Fall Nr. 4 mit dem Titel "Clüver und der tote Koch"4) (EA: 04.04.2016) musste das Ermittler-Trio einen Mord in einem Restaurant aufklären. Der 5. Fall nach einem Drehbuch von den Vätern des "Tatorts" aus Münster Stefan Cantz und Jan Hinter mit dem Titel "Clüver und die wilde Nacht"4) wurde am 3. Januar 2017 gesendet, in diesem recht amüsanten Krimi ging es um den Tod eines Clubbesitzers – war es ein obskurer Sexunfall oder ein Verbrechen? Am 20. März 2017 folgte die Story "Clüver und die tödliche Affäre"4), in der das Ermittlerteam vor einem Mord ohne auffindbare Leiche stand.
 
Das Schicksals-Drama
"Die Flut – Stilles Tal"4) ist eine weitere Arbeit von Robert Atzorn für das Fernsehen; seit Mitte Juni 2010 stand der Schauspieler für diese technisch aufwendige MDR-Produktion  in Wittenberg und der Umgebung von Sachsen-Anhalt neben Wolfgang Stumph, Ulrike Krumbiegel, Victoria Trauttmansdorff und seinem Sohn Jens für Marcus O. Rosenmüller vor der Kamera. Erzählt wird die Geschichte zweier Männer –  der eine lebt im Osten, der andere im Westen, die sich 2002 vor dem Hintergrund der verheerenden Jahrhundert-Hochwasserkatastrophe entlang der Elbe einen unerbittlichen Kampf um ungeklärten Besitz im Osten liefern: Angesiedelt zwölf Jahre nach der Wiedervereinigung, erhebt der aus Hessen stammende Konrad Huberty (Robert Atzorn) Ansprüche auf seinen Besitz im Osten und wird mit Thomas Stille (Wolfgang Stumph) konfrontiert, der aus dem ehemaligen heruntergekommenen Bauernhof ein malerisches Ausflugslokal gemacht hat. Die Situation eskaliert, als sich Stille in seinem seinen Gasthof verbarrikadiert, doch die wahre Gefahr aber droht am Himmel. Dunkle Wolken ziehen auf. Sie sind die Vorboten eines Naturereignisses, das man später die Jahrhundertflut nennt. Während Stille und Huberty sich bekriegen, steigen die Flusspegel. Die Müglitz wird zum reißenden Strom, Dämme brechen, "Stilles" Tal wird von Wassermassen eingeschlossen. Erst jetzt, zwischen Panik und Chaos, als nichts mehr übrig ist, um das sich zu streiten lohnt, sind sich Thomas Stille und Konrad Huberty einig. Es geht nur noch ums nackte Überleben. (Quelle: www.mdr.de)
Die Gemeinschaftsproduktion von ARTE und MDR feierte seine TV-Premiere am 27.05.2011 auf ARTE und wurde am 7. September erstmals in der ARD gezeigt.
  
Bereits Anfang August 2010 starteten in Hamburg die Dreharbeiten zu dem ZDF-Gesellschaftsdrama "Engel der Gerechtigkeit"3) (EA: 06.10.2011), in dem Atzorn sich als dominanter Filmvater von Katja Weitzenböck bzw. Professor Brenner präsentierte: Katja Weitzenböck schlüpfte in die Rolle der ehemaligen Ärztin bzw. Anwältin Dr. Patricia Engel, die ärztliche Kunstfehler bewerten muss, dabei die Interessen sowohl der Patienten als auch der Ärzte zu berücksichtigen hat und zunehmend in Konflikt mit ihrem Vater gerät; mehr Infos zum Inhalt bei www.presseportal.de). Auch in der zweiten Geschichte um die "engelhafte und heilbringende Ex-Ärztin"5) mit dem Titel "Brüder fürs Leben"4) (EA: 05.04.2012) übernahm Atzorn wieder die Rolle des Professor Brenner. Die dritte Folge mit dem Titel "Ärztepfusch"4) gelangte am 24. November zur Ausstrahlung, am 15. Dezember 2013 ging die Story "Kopfgeld"4) an den Start (→ presseportal.zdf.de), am 23. April 2015 die Geschichte "Geld oder Leben"4).
Der Schauspieler zeigte sich in dem bewegenden ZDF-Dokudrama "Der Fall Jakob von Metzler"1) (EA: 24.09.2012) als der ehemalige Polizei-Vizepräsident Wolfgang Daschner. Das TV-Spiel beruht auf einer wahren Begebenheit, der Entführung und Ermordung des 11-jährigen Bankierssohnes Jakob von Metzler. Am 27. September 2002 in Frankfurt am Main auf dem Heimweg von der Schule entführt, "forderte der Entführer eine Million Euro. Am Tag nach der Geldübergabe kam es zur Festnahme von Magnus Gäfgen1), einem Jura-Studenten, den Jakob von Metzler gut kannte. Doch Gäfgen gab keinen Hinweis auf den Verbleib Jakobs. Als er auch am vierten Tag nach der Entführung die Ermittler mit seinem Schweigen hinhielt, ließ der damalige Polizei-Vizepräsident Wolfgang Daschner in der Hoffnung, den Jungen lebend zu finden, dem Entführer durch Kriminalhauptkommissar Ortwin Ennigkeit unmittelbaren Zwang androhen. Schließlich gab Gäfgen das Versteck des toten Kindes preis – er hatte Jakob bereits am Tag der Entführung ermordet. Gäfgen wurde im Juli 2003 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Januar 2003 begann die Staatsanwaltschaft mit den Ermittlungen gegen Daschner wegen des Verdachts auf Verleitung eines Untergebenen zu einer Straftat. Das Verfahren endete im Dezember 2004 mit einem Schuldspruch → Wikipedia. Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen und zog eine bis heute andauernde Debatte nach sich. Der Film erzählt auf Basis genauester Recherchen die Entführung, die Verhöre Gäfgens sowie die polizeilichen Ermittlungen und das spätere Strafverfahren gegen den Polizei-Vizepräsidenten Wolfgang Daschner." (Quelle: ZDF-Pressetext bzw. www.deutsches-filmhaus.de
Unter der Regie von Stephan Wagner spielten neben Atzorn unter anderem Uwe Bohm (Ortwin Ennigkeit), Johannes Allmayer (Magnus Gäfgen), Hanns Zischler (Friedrich von Metzler1)) und Jenny Schily (Sylvia von Metzler).

Foto mit freundlicher Genehmigung von Ruth Kappus (Portrait Art, München).
Das Copyright liegt bei Ruth Kappus, (© Ruth Kappus

Robert Atzorn 02; Copyright Ruth Kappus
Robert Atzorn am 12 April 2013 anlässlich der Pressekonferenz bzw. Preisverleihung des "Grimme-Preises" 2013; Urheber: Michael Kramer; Lizenz: CC-BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons Die "Frankfurter Rundschau" notierte unter anderem: "Robert Atzorn legt in dem Film einen beeindruckenden Daschner an den Tag, er spielt seine Kollegen, darunter große Namen wie Uwe Bohm, Hanns Zischler und Jenny Schily an die Wand. Er hat aber auch die dankbarste Rolle. Er spielt, sagt Regisseur Wagner, "einen Mann, der nur verlieren kann". Für Atzorn selbst war es seine bisher wichtigste, aber auch schwerste Rolle, wie er in einem Interview sagte. Der beeindruckende ZDF-"Fernsehfilm der Woche" über die schreckliche Entführung bzw. das Geschehen danach erreichte 5,27 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 16,5 Prozent). Am 27. März 2013 wurden die "Grimme"-Preisträger 2013 bekannt gegeben, die ZDF-Produktion konnte den renommierten "Grimme-Preis" in der Kategorie "Fiktion" erringen. Die Preisverleihung fand am 12. April 2013 im Theater der Stadt Marl statt, Jochen Bitzer erhielt die Auszeichnung für das Drehbuch, Stephan Wagner für die Regie und Robert Atzorn für seine eindrucksvolle Darstellung.
 
Robert Atzorn am 12 April 2013 anlässlich der Preisverleihung
bzw.
Pressekonferenz der "Grimme-Preise" 20132)
Urheber: Michael Kramer; Lizenz: CC-BY-SA 3.0
Quelle: Wikimedia Commons
Der spannende ZDF-Thriller "Tod in den Bergen"4), inszeniert von Regisseur Nils Willbrandt nach einem Drehbuch von Wolfgang und Maja Brandstetter, flimmerte am 6. Mai 2013 über die Bildschirme. Neben Ursula Strauss und Fritz Karl (Dorfpolizist Hannes) spielt Atzorn hier den erfahrenen Enthüllungsjournalisten Jan, der sich gemeinsam mit der Ärztin Clara Lang (Ursula Strauss) auf Spurensuche nach einem ungeklärten, mysteriösen Verbrechen macht und auf ein schreckliches Geheimnis in dem beschaulichen Tiroler Bergstädtchen stößt. Die Geschichte ist mehr als ein normaler Krimi, thematisiert wird ein dubioser Umweltskandal sowie ein korruptes Geflecht aus Politik und Wirtschaft.
Am 13. bzw. 15. Oktober 2014 konnte Atzorn in dem ZDF-Zweiteiler "Alles muss raus – Eine Familie rechnet ab"4) die Zuschauer einmal mehr schauspielerisch für sich einnehmen. In dem von Oliver Berben produzierten Film, der sich auch von dem Untergang der Drogeriemarkt-Kette "Schlecker" inspirieren ließ, bei der im Sommer 2012 über 10.000 Filialen geschlossen wurden bzw. mehr als 23.000 Mitarbeiter(innen) durch die Insolvenz des Drogeriekonzerns ihren Job verloren, verlieh er dem (fiktiven) skrupellosen Firmenchef Max Faber Kontur, dessen Imperium vor dem Aus steht. Auch die anderen Rollen waren prominent besetzt, beispielsweise Lisa Martinek mit der zentralen Figur von Fabers Tochter Kerstin, Josefine Preuß als Verkäuferin Janine Krause, Florian Lukas als deren krimineller Freund Frank oder Benjamin Sadler als Journalist Henry Bergmann → presseportal.zdf.de. Durchweg hervorragende Kritiken erhielt Atzorn für seine Gestaltung eines Mannes, der in dem ZDF-Drama "Mein vergessenes Leben"4) (EA: 31.08.2015) an Demenz erkrankt und allmählich in das Dunkel einer eigenen Welt abtaucht. Damit brachte auch Atzorn mit seinem einfühlsam-berührendem Spiel wie andere seiner Schauspielerkollegen – beispielsweise Klaus Maria Brandauer in "Die Auslöschung"1) (EA: 08.05.2013), Christiane Hörbiger in "Stiller Abschied"2) (EA: 14.10.2013) oder Dieter Hallervorden in dem Kinofilm "Honig im Kopf"1) (2014) – dem Zuschauer dieses brisante Thema aus einem anders gearteten Blickwinkel nahe.
In Lars Kraumes Spielfilm mit dem Titel "Der Staat gegen Fritz Bauer"1) über das Leben und Wirken des hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer1) (gespielt von Burghart Klaußner), der einen maßgeblichen Beitrag für das Zustandekommen der Frankfurter Auschwitzprozesse leistete, ist Atzorn als Vater der mit dem jungen Staatsanwalt Karl Angermann (Ronald Zehrfeld) verheirateten Charlotte (Cornelia Gröschel) zu sehen – eine seiner wenigen Auftritte in einer Kinoproduktion. Seine Weltpremiere feierte die Koproduktion von  WDR, HR und ARTE bei dem "Internationalen Filmfestival 2015" (05. – 15.08.2015) in Locarno und wurde am 15. August 2015 mit dem begehrten "Publikumspreis" (Prix du Public) ausgezeichnet; allgemeiner Kinostart war der 1. Oktober 2015 → www.filmstiftung.de, www.filmstarts.de.
In das neue Jahr 2016 startete Atzorn mit dem ZDF-Krimi "Das Mädchen aus dem Totenmoor"4) (EA: 06.01.2016) und spielte den gesundheitlich angeschlagenen, kurz vor der Pensionierung stehenden Polizeikommissar Lorenz Keller, der mit einem Jahre zurückliegenden ungelösten Fall konfrontiert wird. Wie besessen stürzt sich der knorrig-griesgrämige Ermittler nach dem Fund einer Moorleiche auf die alte Geschichte bzw. auf die erneute Suche nach dem Mörder und muss zum Schluss der Geschichte einer grausamen Wahrheit ins Gesicht sehen. "Ein als Genrefilm dichter, schlüssiger Psychokrimi mit klarem Regiekonzept und überzeugenden Schauspielern." meint Dr. Harald Keller bei tittelbach.tv.
  
Nach rund dreißig Jahren stand Atzorn wieder auf der Theaterbühne und spielte am Berliner "Schlossparktheater" zusammen mit Lisa Maria Potthoff in der französischen Zwei-Personen-Komödie "Achterbahn" ("Les montagnes russes") von Eric Assous den alternden Lebemann und erntete großartige Kritiken. Die Premiere fand am 20. Januar 2011 statt, bis 26. Januar standen weitere Vorstellungen auf dem Spielplan, sowie im April und Oktober 2011. Ende Mai 2012 wurde das Stück wieder aufgenommen, diesmal mit Birge Funke in der weiblichen Hauptrolle → schlosspark-theater.de. Gemeinsam mit seiner Ehefrau, Schauspielerkollegin Angelika Hartung1), hält er auch Lesungen ab, so beispielsweise auch am 5. Oktober 2014 im "Schlossparktheater" mit dem Programm "Arthur & Adele". Anhand des intimen Briefwechsels zwischen dem Dramatiker Arthur Schnitzler1) und der Bühnenlegende Adele Sandrock2) bzw. Schnitzlers Tagebuchaufzeichnungen sowie drei kleinen Ausschnitten aus seinem Werk wird dem Publikum die stürmische, kurze Liebesbeziehung des Paares nahe gebracht → schlosspark-theater.de.
  
Der beliebte Schauspieler, seit 1976 mit glücklich mit Angelika Hartung verheiratet, gilt privat als zurückhaltend, nachdenklich, bescheiden und sensibel. So stieg er Mitte der 1990er Jahre kurz aus dem Filmgeschäft aus, zog mit seiner Familie erstmals von Prien am Chiemsee nach Südkalifornien zu den Chumash-Indianern und lernte eine völlig neue Kultur- und Lebensweise kennen. Zusammen mit seiner Frau beschäftigt er sich mit Yoga, erfuhr bei den Mönchen der "Self Realization Fellowship", die einer "Kirche aller Religionen" dienen, Unterstützung auf seinem Weg des Yoga und der Meditation. Das Paar hat die beiden inzwischen erwachsenen Söhne Jens (geb. 1976) und Daniel (geb. 1979) und lebt am Chiemsee. Jens Atzorn2) hat sich inzwischen ebenfalls einen Namen als Schauspieler gemacht (siehe auch www.jensatzorn.de), Daniel Atzorn arbeitet als Produzent, Regieassistent und Musiker.  
  
Atzorns Engagement für die Umwelt zeigte sich in der am 7. Dezember 2007 anlässlich des Klimagipfels auf Bali in der ARD ausgestrahlten ambitionierten Natur-Dokumentation "Die Rache der Ozeane". Der 75-minütige Film von Dethlev Cordts und Nicola von Oppel folgt den wissenschaftlich fundierten Annahmen des Bestseller-Romans "Der Schwarm" von Frank Schätzing und thematisiert die Folgen der zunehmenden Verschmutzung der Weltmeere. Der Schauspieler fungiert als Moderator, damit der Zuschauer sich in der Bandbreite der Themen und Orte nicht verliert, zieht Atzorn in angelsächsischer "Presenter"-Tradition immer wieder Bilanz und denkt über das Gesehene laut nach. Das ist angesichts der Komplexität des Stoffes, den vielen Zahlen, Fakten und historischen Erläuterungen tatsächlich hilfreich und dank Atzorns sympathischer Empathie für Klima und Umweltschutz durchaus bereichernd. Als Gegenpol zu Atzorns moralischem Pessimismus schlägt Schätzing – eingeblendet in wiederkehrenden Interview-Auszügen – einen flapsigen, leicht zynischen Ton an und schafft es, dass der Film nicht an seiner eigenen Schwere erstickt. (Quelle: www.abendblatt.de)
In der drei Folgen "Expedition" aus der  ZDF-Reihe "Terra X" entführte Atzorn als Moderator die Zuschauer sachkundig in die abenteuerliche Welt von Forschern, deren Entdeckungen die Welt bewegten. In der ersten Geschichte "Expedition ins ewige Eis – Alfred Wegener"6) (EA: 05.02.2012) ging es um den Meteorologen, Polar- und Geowissenschaftler Alfred Wegener2) (1880 – 1930), der auf seiner letzten Grönlandfahrt vermutlich um den 16. November 1930 ums Leben kam. In "Expedition in die Wüste – Johann Ludwig Burckhardt"6) (EA: 12.02.2012) wurde der Schweizer Orientreisende Jean Louis Burckhardt1) (1784 – 1817) vorgestellt, der im Auftrag der britischen "African Association" als Geheimagent unterwegs war, in "Expedition in die Südsee – Georg Forster"6) (EA: 27.05.2012) begab sich Atzorn auf die Spurensuche des deutschen Naturforschern, Ethnologens, Reiseschriftstellers, Journalisten, Essayisten und Revolutionärs in der Zeit der Aufklärung, Georg Forster1) (1754 – 1794), der an der zweiten Weltumsegelung von James Cook1) (1728 – 1779) teilnahm und wichtige Beiträge zur vergleichenden Länder- und Völkerkunde der Südsee lieferte.
Verschiedentlich betätigte sich Atzorn in den 1970er und 1980er Jahren als Sprecher in Hörspiel-Produktionen, war unter anderem in der dreiteiligen Fassung des Jules Vernes-Romans "Meister Antifers wunderbare Abenteuer"1) als Saouk oder in dem Aldous Huxley-Roman "Schöne neue Welt"1) (1984) als Henry Foster zu hören.
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de 
Kontakt: Agentur Carola Studlar
Link: 1) Wikipedia, 2) Beschreibung bzw. Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) prisma.de,  4) tittelbach-tv,  6) zdf.de
5) Quelle: prisma.de
Stand: März 2017
Filme
Kinofilme / Fernsehfilme / TV-Serien und - Reihen
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de
(Link: Wikipedia, Die Krimihomepage, fernsehserien.de, prisma.de, 
tittelbach.tv, Beschreibung innerhalb dieser HP)
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