Viktoria von Ballasko
Viktoria von Ballasko wurde am 24. Januar 1909 als Viktoria Maria Franziska von Ballasko in Wien geboren. Die Tochter eines hohen Beamten und Offiziers a.D. erlernte ihr schauspielerisches Handwerk an der "Akademie für Darstellende Kunst" ihrer Geburtsstadt, ihr Bühnendebüt gab sie 1929 in Bern. Weitere Stationen ihrer Theaterkarriere wurden Chemnitz, Breslau, Wien, München, Stuttgart und schließlich Berlin.
Mitte der 1930er Jahre wurde die attraktive Schauspielerin von Luis Trenker1) (1892 – 1990) für den Film entdeckt, der ihr die weibliche Hauptrolle in seinem romantisch-melodramatischem Biopic "Der Kaiser von Kalifornien"2) (1936) anvertraute. Viktoria von Ballasko mimte die Anna Suter und Filmehefrau des Titelhelden bzw. Siedlers Johann August Suter1) (1803 – 1880) alias Luis Trenker, der Anfang des 19. Jahrhunderts in Amerika sein Glück suchte.
  
Bis Ende des 2. Weltkrieges folgten Haupt- und Nebenrollen in rund zwanzig weiteren Kinoproduktionen, in denen Viktoria von Ballasko meist das Klischee einer aufopfernden und treusorgenden Frau bediente, die ganz in das Bild der NS-Propaganda-Produktionen passte. So als Anna Losatzka in dem tendenziösen, polnischen Revolutionsdrama "Die Warschauer Zitadelle" (1937) oder als Gertrude Selle in Frank Wisbars Gesellschaftsstudie "Ball im Metropol" (1937). Man erlebte sie beispielsweise als Blumenverkäuferin Theresa Slesina in Gerhard Lamprechts preußischem Liebesdrama "Die Geliebte"3) (1939) als Partnerin von Willy Fritsch, im gleichen Jahr als Schwester Else in Hans Steinhoffs Biopic "Robert Koch, der Bekämpfer des Todes"3) an der Seite von Emil Jannings und Werner Krauss. Erich Waschneck besetzte sie in dem spannenden Krimi "Kennwort: Machin"3) (1939) zusammen mit Paul Dahlke, in Karl Köstlins gefühlsbetonter Verfilmung "Krambambuli" (1940) nach der Novelle vom gleichnamigen getreuen Hund eines jungen Landstreichers (Rudolf Prack), der auf dem Hof einer schönen Bauerntochter Arbeit und Liebe findet, mimte sie das Bauernmädchen Anna. Nach kleineren Rollen in den Streifen "Im Schatten des Berges"3) (1940), "Herz geht vor Anker"3) (1940) und "Das Mädchen von Fanö"3) (1941) kam sie 1941 in dem kriminalistischen Melodram "Heimaterde" als Försterstochter daher, in die sich der Sohn einer Gutsbesitzerin (Viktor Staal) trotz Widerstands seiner Mutter (Käthe Haack) verliebt. Ebenfalls kriminalistisch angehaucht war das Melodram "Die unheimliche Wandlung des Alex Roscher"3) (1943), erneut an der Seite von Rudolf Prack. In Hans Deppes rührseliger Literaturverfilmung "Der Majoratsherr"3) (1944) mit Willy Birgel in der Titelrolle, agierte sie als Amelie und todkranke Tochter eines Gutsherrn, mit der Majoratsherr Bernhard von Halleborg aus formellen Gründen die Hochzeit eingeht, nachdem seine geliebte Braut Julia (Anneliese Uhlig) an den Folgen eines Reitunfalls verstorben ist.

Nach Kriegsende konnte Viktoria von Ballasko nicht mehr an ihre früheren Leinwanderfolge anknüpfen, erhielt nur noch wenige interessante Rollenangebote und arbeitete – wie zu Beginn ihrer Karriere – als Sprecherin beim Hörfunk oder für die Synchronisation. In Gustav von Wangenheims DEFA-Film "… und wieder 48!"2) (1948) erhielt sie als Studentin Betty ihre erste Filmrolle nach 1945. Ein Jahr später verkörpert sie eine der weiblichen Hauptfiguren in Slatan Dudows Nachkriegsdrama "Unser täglich Brot"2) (1949). 1951 sah man sie als Karen Homma in Paul Verhoevens preisgekröntem Gerichtsdrama "Die Schuld des Dr. Homma" (1951) zusammen mit Werner Hinz. Karl Hartl gab ihr die kleine Rolle des Fräulein Canisius in der musikalischen Heesters-Komödie "Liebeskrieg nach Noten" (1953), ihren letzten Leinwandauftritt hatte die Schauspielerin 1956 als Filmmutter von Horst Buchholz in "Die Halbstarken"2) sowie 1957 als Frau Löber in Wolfgang Schleifs Biopic "Made in Germany – Ein Leben für Zeiss"2) mit Carl Raddatz als Prof. Ernst Abbe2) und Werner Hinz als Carl Zeiss2). Danach zog sich Viktoria von Ballasko vom Filmgeschäft bzw. ins Privatleben zurück.
 
Die Schauspielerin starb am 10. Mai 1976 mit 67 Jahren in Wien; ihre letzte Ruhe fand sie auf dem evangelischen Friedhof des ehemaligen Dorfes und Rittergutes Giesensdorf (Gemeinde Groß-Lichterfelde) nahe Berlin (heute Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf).
Seit 1949 war sie verheiratet mit Curt Behrendt, in einer früheren Ehe mit dem Synchronautor und -Regisseur Kurt Werther.4)
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia, 3) Murnau Stiftung
4) Quelle: Wikipedia (abgerufen 19.02.2015)
Siehe auch www.cyranos.ch, Wikipedia und www.film-zeit.de
Fotos bei film.virtual-history.com
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Murnau Stiftung, Wikipedia, filmportal.de, prisma.de)
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