Martin Balsam
Martin (Henry) Balsam wurde am 4. November 1919 als Ältester von drei Kindern eines Kaufmanns für Damenmoden in New York geboren und wuchs in der New Yorker Bronx auf. Nach dem Besuch der High School, unter anderem der "DeWitt Clinton High School" in New York, arbeitete Martin Balsam in verschieden Berufen, war Mechaniker, Verkäufer, Funker und Platzanweiser. 1941 wurde er zum Kriegsdienst einberufen und konnte erst nach Ende des 2. Weltkrieges seine Pläne, Schauspieler zu werden, umsetzen. Ab 1947 ließ er sich an Lee Strasbergs berühmtem New Yorker "Actor's Studio"1) von Elia Kazan1) (1909 – 2003) zum Schauspieler ausbilden. Auf der Theaterbühne war er in Stücken wie John Finchs "The Wanhope Building" (1947) und Shakespeares "Macbeth" (1948) oder 1949 in der Komödie "Three Man on a Horse" ("Drei Mann auf einem Pferd" von George Abbott1) und John Cecil Holm) überaus erfolgreich, doch erst seit den 1950er Jahren avancierte Balsam durch mehr als 100 Filmrollen zum ungemein populären Filmschauspieler.
  
Seine erste kleinere Leinwandrolle spielte er 1954 unter der Regie Elia Kazans in dem Marlon-Brando-Film "On the Waterfront"1) (Die Faust im Nacken), den Durchbruch als Filmschauspieler hatte er dann 1957 in Sidney Lumets Gerichtsfilm "Twelve Angry Men"1)  (Die zwölf Geschworenen2)), wo er den gutmütigen, aber sichtlich überforderten Vorsitzenden der Geschworenen-Jury verkörperte. Im gleichen Jahr sah man ihn als Sgt. Baker in Karl Maldens "Time Limit" (Wenn Männer zerbrechen) neben Richard Widmark, in Irving Rappers "Marjorie Morningstar" (1958, Die Liebe der Marjorie Morningstar) mimte er an der Seite von Gene Kelly und Natalie Wood den Dr. David Harris und in dem Biopic "Al Capone" (1959) den Reporter Mac Keeley. Unvergessen bleibt seine Rolle des skeptischen Privatdetektivs Milton Arbogast in Hichcocks Kult-Thriller "Psycho"1) (1960), der nie eine Chance neben Norman Bates alias Anthony Perkins hatte. An der Seite von Audrey Hepburn stand er für Blake Edwards' Oscar-prämierte Komödie "Breakfast at Tiffany's"1) (1961, Frühstück bei Tiffany) vor der Kamera oder mimte in dem Psychothriller "Cape Fear"1) (1962, Ein Köder für die Bestie) den Polizeichef Mark Dutton.  
Ab Ende der 1950er Jahre teilte Martin Balsam seine Aktivitäten zwischen Film, Fernsehen und Theater, bei Film-Adaptionen von Broadway-Inszenierungen wiederholte er seine Rollen auch häufig auf der Leinwand. Für seine schauspielerische Leistung des sensiblen Bruders von Jason Robards in Fred Coe's Komödie "A Thousand Clowns"1) (Tausend Clowns) erhielt er 1965 einen "Oscar" als bester Nebendarsteller, in New York feierte er 1967 am Theater einen riesigen Erfolg in Tennessee Williams "Rose Tatoo" (Die tätowierte Rose), für seine Rolle in dem Bühnenstück "You Know I Can't Hear You When the Water's Running" (1967) wurde er mit dem "Tony Award"1) ausgezeichnet.
  
Seit Anfang der 1970er Jahre arbeitete Martin Balsam auch für viele europäische, vor allem italienische Filmproduktionen. Man erlebte ihn mit prägnanten Figuren in Streifen wie den Western "Hombre"1) (1967, Man nannte ihn Hombre) mit Paul Newman und "Little Big Man"1) (1970, Little Big Man"2)) mit Dustin Hoffman, dem Krimi "The Taking of Pelham One Two Three"1) (1974, Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1232)) mit Walter Matthau, der starbesetzten Agatha Christie-Adaption "Murder on the Orient Express"1) (1974, Mord im Orient-Expreß2)), dem Politthriller "All the President's Men"1) (1976, Die Unbestechlichen2)) mit Dustin Hoffman und Robert Redford oder in dem Drama "The Lindbergh Kidnapping Case"1) (1976, Die Entführung des Lindbergh-Babys) mit Anthony Hopkins.
In den 1980er Jahren konzentrierte sich Balsam fast überwiegend auf Fernsehproduktionen, übernahm jedoch sporadisch Aufgaben in Kinofilmen wie "Death Wish III"1) (1985, Death Wish III – Der Rächer von New York) oder "The Delta Force"1) (1985).
1991 spielte er noch einmal einen Richter in Martin Scorseses Remake von "Cape Fear"1) (Kap der Angst2)), letzte Rollen in Kinoproduktionen übernahm er in "The Silence of the Hams"1) (1994, Das Schweigen der Hammel), Ezio Greggios Parodie auf  die Kultfilme "Psycho" und "Das Schweigen der Lämmer", sowie in Martin Goldmans Jugendabenteuer "Legend of the Spirit Dog" (1997, Spirit Dog – Die Fährte des Geisterhundes), dessen Premiere er nicht mehr erlebte.
  
Martin Balsam, der im Laufe seiner über 40-jährigen Schauspielerkarriere in rund 170 Kino- und TV-Filmen zu sehen war, starb am 13. Februar 1996 mit 76 Jahren überraschend an den Folgen eines Schlaganfalls in einem Hotel in Rom, wo er sich zu Dreharbeiten aufhielt. Die letzte Ruhe fand er auf dem "Cedar Park Cemetery" in Emerson (New Jersey).
Der Schauspieler war von 1952 bis 1954 in erster Ehe mit Pearl L. Somner verheiratet, seine zweite Ehe ging er 1959 mit der Schauspielerin Joyce Van Patten1) ein; die Ehe wurde 1962 geschieden, aus der Verbindung stammt Tochter Talia Balsam3) (geb. 1959), die ebenfalls eine erfolgreiche Film- und Fernsehschauspielerin wurde. Seit November 1963 war er in dritter Ehe mit Irene Miller verheiratet, von der er sich 1987 offiziell trennte; aus dieser Verbindung stammen die Kinder Adam und Zoe.
Siehe auch www.prisma.de, Wikipedia
Link: 1) Wikipedia (deutsch), 2) prisma.de, 3) Wikipedia (englisch)
  
Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, in Klammern: prisma.de)
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de