Alfred Balthoff 1946 in dem Stück "Maschenka" von Alexander Nikolajewitsch Afinogenow am Berliner "Theater am Schiffbauerdamm"; Regie: Fritz Wisten; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000513_001); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Datierung: 08.1946; Quelle: www.deutschefotothek.de Alfred Balthoff wurde am 8. Dezember 1905 im oberschlesischen Peiskretscham (heute Pyskowice, Polen) geboren. In den 1920er Jahren absolvierte er in Wien eine Ausbildung zum Schauspieler und stand anschließend ab 1927 für drei Jahre in Breslau, später in Reichenberg auf der Bühne. Während der Nazizeit trat er einige Zeit unter dem Pseudonym Alfred Israel Berliner am "Jüdischen Kulturbund" auf, als dieser geschlossen wurde, lebte Balthoff im Untergrund.
Nach Ende des 2. Weltkrieges setzte er seine Schauspielerkarriere fort, spielte unter anderem mehrere Jahre am "Deutschen Theater" in Berlin, wo er beispielsweise in Fritz Wiesners erster Nachkriegsinszenierung von Lessings "Nathan der Weise"1) als Derwisch neben Paul Wegener in der Titelrolle auftrat. Weitere Engagements führten den Schauspieler an das "Theater am Schiffbauerdamm", in den 1950er Jahren arbeitete er an Westberliner Bühnen, war in Düsseldorf und ab 1971 am Wiener "Burgtheater" zu sehen.
 

Alfred Balthoff 1946 in dem Stück "Maschenka"
von Alexander Nikolajewitsch Afinogenow1)
am Berliner "Theater am Schiffbauerdamm"
Regie: Fritz Wisten1)
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000513_001)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham Pisarek1) (1901–1983); Datierung: 08.1946
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Zum Film kam Balthoff erst nach Ende des 2. Weltkrieges und gab sein Leinwanddebüt mit der Rolle des verfolgten jüdischen Schauspielers Kurt Bernstein in Kurt Maetzigs DEFA-Drama "Ehe im Schatten"1) (1947), neben Paul Klinger und Ilse Steppat in den Hauptrollen. Der Film lehnte sich an das Schicksal des Schauspielers Joachim Gottschalks2) (1904 – 1941) an, der unter dem Druck des Nazi-Regimes mit seiner jüdischen Frau und seinem Sohn am 6. November 1941 den Freitod gewählt hatte.
Balthoffs Domäne waren Außenseiter, hintergründige Sonderlinge und verschrobene Typen, die er in weiteren DEFA-Streifen, aber auch später im bundesdeutschen Nachkriegskino sowie im Fernsehen brillant verkörperte. 1947 sah man ihn als Handwerksburschen in Georg C. Klarens Büchner-Adaption "Wozzeck"1), 1949 folgte Slátan Dudows "Unser täglich Brot"1) und die Rolle des tüchtigen Ingenieurs Bergstetter. In den 1950ern agierte Balthoff mit Nebenrollen in verschiedensten Kinoproduktionen wie beispielsweise als
Fotograf Lankwitz in der Operettenadaption "Glückliche Reise"1) (1954) oder der musikalischen Komödie "Siebenmal in der Woche"1) (1957). Als Privatdetektiv Juch zeigte er sich in dem Justiz-Melodram "Gestehen Sie, Dr. Corda!"3) (1958), als Passfälscher Henri Ballard in der abenteuerlichen Traven-Verfilmung "Das Totenschiff"1) (1959, mit Mario Adorf und Horst Buchholz) oder als Generalstaatsanwalt Wilhelm Hansen in dem spannenden Thriller "Unter Ausschluss der Öffentlichkeit"3) (1961).
Seit den 1960er Jahren wirkte Balthoff zudem in verschiedensten Fernsehproduktionen mit, übernahm beispielsweise 1962 die Titelrolle in "Tevya und seine Töchter", war der Lakai Lanz in der Shakespeare-Verfilmung "Zwei Herren aus Verona" (1964), spielte 1967 in der Franz Werfel-Adaption "Jacobowsky und der Oberst" einen "tragischen Herrn" oder präsentierte sich 1970 in der Serie "Alle Hunde lieben Theobald". 1972 verkörperte er in der kurzlebigen Fernsehserie "Hauptbahnhof München" die Hauptperson eines pensionierten Inspektors, zu seinen letzten Arbeiten vor der Kamera zählte der Großvater Time in dem Zweiteiler "
Meister Timpe"4) (1980).
Mit seiner markanten Stimme, die teils quengelnd, teils brüchig sentimental klang, arbeitete Balthoff auch für den Hörfunk (→ Auswahl der in der ARD-Hörspieldatenbank aufgeführten Produktionen siehe hier) und machte sich als Synchronsprecher einen Namen. Er lieh beispielsweise dem französischen Komiker Fernandel
2) in drei der fünf "Don-Camillo"-Filmen seine Stimme, so in "Don Camillo und Peppone"1) (1952), "Don Camillos Rückkehr"1) (1953) und "Genosse Don Camillo"1) (1965). Außerdem synchronisierte er unter anderem Peter Lorre2) in "20.000 Meilen unter dem Meer"1) (1954), Peter Ustinov2) in "Quo Vadis"1) (1961) und Edward G. Robinson2) in "Cincinatti Kid"1) (1965) → www.synchronkartei.de.
 
1987 ließ sich Alfred Balthoff in Wien nieder, wo er am 8. März 1989 mit 83 Jahren an Herzversagen starb; die letzte Ruhe fand er auf dem Friedhof in Mödling bei Wien → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Siehe auch Wikipedia
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) filmportal.de, 4) deutsches-filmhaus.de
    
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia, filmportal.de, Die Krimihomepage, fernsehserien.de, deutsches-filmhaus.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
  
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Link: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung) bzw. Wikipedia) 
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