Ulrich Beiger; Copyright Arma Belen Ulrich Beiger wurde am 26. August 1918 in München geboren und wuchs auch dort auf. Nach Schule und Abitur studierte er an der Universität seiner Geburtsstadt Zeitungs- und Theaterwissenschaften und besuchte im Rahmen seiner Ausbildung auch das Theater-Seminar von Prof. Arthur Kutscher. Während einer Regie-Übung wurde der Intendant der "Münchner Kammerspiele" Otto Falckenberg1) (1873 – 1947) auf den Studenten aufmerksam und holte ihn als persönlichen Assistenten an die Kammerspiele. Wenig später stand der junge Beiger erstmals auch als Schauspieler auf der Bühne, zwischen 1938 und 1944 spielte er nun viele Rollen und entwickelte sich zu einem bedeutenden Charakterdarsteller.
Nach Ende des 2. Weltkrieges setzte Beiger seine Schauspielerkarriere an verschiedensten Münchener Bühnen fort, wirkte unter anderem am "Münchner Volkstheater", an Trude Komans Theater "Die Kleine Freiheit", wo er sich auch als Kabarettist einen Namen machte, sowie ab 1952 am "Bayerischen Staatsschauspiel". Seit 1947 trat er regelmäßig an der "Kleinen Komödie" auf und war mit unterschiedlichsten Rollen in mehr als 40 Stücken zu sehen. Neben klassischen Figuren wie dem Demetrius in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" oder dem Major von Tellheim in Lessings "Minna von Barnhelm" gehörten auch Komödien wie "Mein Freund Harvey" von Chase oder Oscar Wildes "Lady Windermeres Fächer" und "Bunbury" zu seiner Domäne, auch in Operetten machte er eine gute Figur.
Doch nicht nur als Darsteller war Beiger erfolgreich, auch als Regisseur gehörte er bald zu den Anerkannten der Theaterszene sowohl in München als auch am Berliner "Hebbel-Theater" inszenierte er zahlreiche Stücke. Darüber hinaus war er seit 1950 als Schauspiellehrer tätig.
 
 
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Seit Ende der 1940er Jahre arbeitete der Schauspieler intensiv für den Film, später kamen zahlreiche Fernsehauftritte hinzu; insgesamt wirkte Beiger in mehr als 130 Kino- und TV-Produktionen mit. Auch wenn Beiger nie zu den ganz großen Filmstars zählte, bleibt er dennoch mit vielen prägnanten Nebenrollen in nachhaltiger Erinnerung. Zur Filmografie der 1950er Jahre zählen unterhaltsame Streifen wie "Sensation im Savoy" (1950), "Rausch einer Nacht"1) (1950), "Skandal in der Botschaft" (1950) oder Willi Forsts Verfilmung der Benatzky-Operette "Im weißen Rößl"1) (1952), wo Beiger einen herrlichen Sigismund mimte. Es folgten Heimatfilme wie Arthur Maria Rabenalts "Die Försterchristl"1) (1952) und Helmut Weiss' Ganghofer-Verfilmung "Das Schweigen im Walde"1) (1955), Melodramen wie Helmut Käutners "Bildnis einer Unbekannten"1) (1954) und Rolf Thieles "El Hakim" (1957) oder musikalische Unterhaltungsfilme wie Thomas Engels "Der Lachende Vagabund"1) (1958, mit Fred Bertelmann) und Werner Jacobs' "Freddy und das Lied der Südsee"1) (1962, mit Freddy Quinn). In verschiedensten Wallace-Krimis tauchte Beiger als zwielichtige Gestalt auf, so mimte er beispielsweise den verschlagenen Everett in "Der Frosch mit der Maske"1) (1959) oder den Lord Osborne in "Der Rote Kreis"1) (1960); in "Die Bande des Schreckens"1) (1960) war er der Rechtsanwalt Henry, in "Der Fälscher von London"1) (1961) der Inspektor Rouper. An der Seite von Heinz Rühmann spielte er in "Max, der Taschendieb"1) (1962), John Sturges besetzte ihn in "The Great Escape"1) (1963, Gesprengte Ketten) und Alfred Vohrer in dem Kästner Remake "Drei Männer im Schnee"1) (1974). Doch auch eher belanglose Streifen wie "Klassenkeile" (1969), "Tante Trude aus Buxtehude"1) (1971), "Die Klosterschülerinnen" (1972), "Es knallt – und die Engel singen" (1974) oder einige "Schulmädchen-Reports" gehören zu Beigers Filmografie der 1960er und 1970er Jahre; seinen letzten Leinwandauftritt hatte der Schauspieler in der Comedy "Zärtliche Chaoten"1) (1987).

Das Fernsehen bot Beiger ebenfalls ein breites Betätigungsfeld: Hierzu zählen viele Gastrollen in beliebten Krimi-Serien wie "Die Fünfte Kolonne", "Graf Yoster gibt sich die Ehre", "Cliff Dexter", "Der Kommissar, "Derrick", "Der Alte", "Dem Täter auf der Spur", "Polizei-Inspektion 1", "Ein Fall für zwei" oder "Tatort", ebenso wie die populären Unterhaltungsreihen "Drei sind einer zuviel" (1977), "Monaco Franze – Der ewige Stenz" (1983), "Unsere schönsten Jahre" (1983) und "Immer im Einsatz – Die Notärztin" (1994). In Erinnerung ist Beiger auch als Colonel Snyder, Mitglied des spleenigen
Londoner "Excentric-Club", in den Abenteuern um "Percy Stuart"2) (1969) geblieben, der Schauspieler wirkte unter anderem in dem Durbridge-Straßenfeger "Melissa"2) (1966) mit, war als Generalmajor Walter von Reichenau in dem Dokumentarspiel "Der Röhm-Putsch" (1970) zu sehen oder spielte in Kurt Wilhelms Ludwig Thoma-Adaption "Die Lokalbahn" (1972) mit. Einzelproduktionen wie Wolf Dietrichs dreiteilige Bergchronik "Sachrang"1) (1978), Rainer Wolffhardts "Anton Sittinger" (1979, nach dem gleichnamigen Roman von Oskar Maria Graf mit Walter Sedlmayr in der Hauptrolle), Manfred Grunerts "Kampftag" (1982) oder Oliver Storz' Komödie "Christinas Seitensprung" (1993) vervollständigen Beigers Arbeiten für das Fernsehen.

Ulrich Beiger starb am 18. September 1996 in München – wenige Wochen nach seinem 78. Geburtstag; seine letzte Ruhe fand er auf dem Friedhof in Herrsching am Ammersee &ß594; Foto der Grabstelle bei kneger.de.
Der Schauspieler war mit seiner Kollegin Hannelore Schützler verheiratet, hatte zwei Töchter und lebte zuletzt in Gauting bei München.
 
Link: 1) Wikipedia,  2) Beschreibung innerhalb dieser Webpräsenz
Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch
  
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Murnau Stiftung, Wikipedia)
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