Klaus Maria Brandauer wurde am 22. Juni 1943 als Klaus Georg Steng im österreichischen Altaussee (Steiermark) geboren; sein Vater Georg Steng war Zollbeamter und stammte aus Deutschland, seine Mutter Maria war Österreicherin. Schon früh interessierte er sich für alles, was mit dem Theater zusammenhing, gründete beispielsweise als Schüler eine Laienspielgruppe. Nach dem Abitur begann Brandauer, der den Mädchennamen seiner Mutter als Künstlernamen gewählt hatte, 1962 ein Studium an der "Hochschule für Musik und darstellende Kunst"1) in Stuttgart, welches er jedoch nach zwei Semestern wieder abbrach.
1963 erhielt er ein erstes Engagement am "Landestheater Württemberg-Hohenzollern" in Tübingen und gab sein Bühnendebüt als Claudio in der Shakespeare-Komödie "Maß für Maß"1); weitere Engagements führten ihn unter anderem nach Salzburg und Düsseldorf sowie schließlich 1968 nach Wien. Hier gab die Arbeit mit dem berühmten Fritz Kortner den entscheidenden Wendepunkt in der künstlerischen Karriere Brandauers; er spielte unter anderem am "Theater in der Josefstadt" 1970 den Prinz von Guastalla in Lessings "Emilia Galotti"1) – eine der letzten Regiearbeiten Fritz Kortners. Seit 1972 gehört der Charakterdarsteller, der sich auch mit verschiedensten Regiearbeiten einen Namen gemacht hat, mit Unterbrechungen dem Ensemble des Wiener "Burgtheaters" an und ist einer der populärsten Schauspieler des deutschsprachigen Raums. Zu seinen herausragenden Rollen gehören Shakespeare-Helden wie beispielsweise der "Hamlet", zu seinem Repertoire zählen aber auch Stücke von Beckett, Schnitzler und Grillparzer. Er beeindruckte beispielsweise 1999 als "Cyrano de Bergerac" in Edmond Rostands gleichnamiger Komödie ebenso wie als "Jedermann", den er von 1983 bis 1989 bei den "Salzburger Festspielen" verkörperte.  

Foto: Klaus Maria Brandauer als "Jedermann"
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Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
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Klaus Maria Brandauer als "Jedermann"; Copyright Virginia Shue
An den "Münchner Kammerspielen"1) gestaltete er 1976 unter der Regie von Rudolf Noelte in "Der Arzt am Scheideweg" von George Bernhard Shaw den schwindsüchtigen jungen Maler Louis Dubedat, hierzu schrieb Benjamin Henrichs1) in der Monatszeitschrift "Theater heute"1) (Jahrbuch 1976) unter anderem "Sein Bühnentemperament ist unverkennbar österreichischen Charakters: empfindlich, labil, doch auch strahlend und schnellflüssig. Bubencharme mit Abgründen und Zwielichtigkeiten."*) 
Im folgenden eine kleine Auswahl der Rollen und Stücke, mit denen Klaus Maria Brandauer Publikum und Kritiker im Verlaufe der Jahrzehnte zu überzeugen wusste (Quelle: Wikipedia bzw. "Henschel Theaterlexikon"*); Link: Wikipedia)

Klaus Maria Brandauer als "Jedermann" mit Marthe Keller als "Buhlschaft"; Foto 01; Copyright Virginia Shue

Klaus Maria Brandauer als "Jedermann" mit Marthe Keller als "Buhlschaft"; Foto 02; Copyright Virginia Shue
Klaus Maria Brandauer als "Jedermann" mit Marthe Keller als "Buhlschaft" (1983–1986)
Salzburger Festspiele 1983, Piazza de Campidoglio
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Zu den aktuelleren Arbeiten für das Theater zählte Peter Steins Großprojekt von Schillers "Wallenstein"1), welches der Regisseur mit dem "Berliner Ensemble"1) und Brandauer in der Titelrolle realisierte. Die umjubelte Premiere der knapp elfstündigen "Wallenstein"-Trilogie hatte am 19. Mai 2007 in einer ehemaligen Brauerei-Halle im Berliner Stadtteil Neukölln stattgefunden, bis Mitte Oktober waren weitere Aufführungen geplant. Markus Kauffmann schrieb in der "Wiener Zeitung" zu Brandauers darstellerischen Leistung in diesem einzigartigen Theater-Marathon unter anderem: "Überhaupt beherrscht er den Raum, er spielt die Rolle seines Lebens, mit ausgreifender Präsenz, mit unglaublich facettenreicher Stimmvarianz, von heiter bis herrisch, von mutig bis melancholisch, von liebend bis leidend – doch niemals zerfällt seine Figur, ihre Widersprüchlichkeiten fügen sich zur authentischen Persönlichkeit, die nicht nur an Intrigen, sondern auch an der eigenen Hybris scheitert. Ich habe Brandauer noch nie so gut und noch nie so uneitel erlebt." Auch Jenny Hoch bei "Spiegel online" erweist Klaus Maria Brandauer ihre Referenz: "Tatsächlich erweist sich der österreichische Großschauspieler… als hervorragende Besetzung für die Mammut-Rolle. Wenn er auftritt, nimmt er die riesige Bühne voll und ganz in Beschlag. Seine Präsenz… ist enorm. Ebenso wie seine Fähigkeit, mit seiner Stimme zu spielen, die Schillerschen Verse zu modulieren und deren Bedeutung zu transportieren, anstatt die Worte nur vor sich herzutragen, wie es an diesem Abend leider allzu oft zu beobachten ist."
Das Theaterduo Peter Stein und Klaus Maria Brandauer brachte dann zur Spielzeit 2008/09 Kleists "Der zerbrochne Krug"1) auf die Bühne, als schlitzohriger Dorfrichter Adam bewies Brandauer bei der Premiere am 13. September 2008 am "Berliner Ensemble", dass er sich durchaus mit legendären Vorgängern wie Emil Jannings, Helmut Qualtinger oder Gustav Knuth messen lassen kann. "Brandauer, der den Adam räkelnd, rülpsend und doch auch raffiniert spielt, ist so präsent, dass allein ein Schwung seines Umhangs die ganze Bühne zu füllen scheint. Dort wirkt er wie ein Schweinwerfer: Ohne ihn ist es dunkel." konnte man u. a. bei waz-online.de nachlesen. Der Journalist und Theaterkritiker Gerhard Stadelmaier1) schrieb in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (F.A.Z.) am 15. September 2008 (→ www.faz.net): "Brandauer spielt das längst vergeigte Spiel noch einmal: wütend, wahnsinnig, unnachgiebig, lustvoll verzweifelt – den Sündenfall in einem Paradies, in dem jeder jedem nur noch zur Hölle werden kann. Ob das in Pluderhosen oder in Kaufhausanzügen geschieht, ist gleichgültig. In Pluderhosen aber ist es komischer. Die Komödie eines Richters, der über seine eigene Untat zu Gericht sitzen muss, wird hier zum Weltendspiel einer Ego-Groteske." Matthias Heine kommentierte in DIE WELT (www.welt.de" nach der erfolgreichen Premiere unter anderem "Der einstige Star des Burgtheaters ist offenbar in Berlin ganz heimisch und zum Lieblingshauptdarsteller von Stein geworden. Er wirft sich in die Rolle mit viel Lust am aufgeschminkten Alter, an den angeklebten Wunden und an der körperlichen Widerwärtigkeit seiner Figur. Einmal kotzt er sogar aus dem Fenster. Er spielt den Adam ein bisschen Brandauer-hafter und eitler als er den Wallenstein gespielt hat. Aber das stört nicht."
 
Zum grandiosen Erfolg geriet am 26. Juli 2010 auf der Pernerinsel in Hallein im Rahmen der "Salzburger Festspiele" auch die Premiere des Stückes "
Ödipus auf Kolonos"1) von Sophokles, in einer Übersetzung von Peter Stein. In der von Stein neu inszenierten, rund dreistündigen Tragödie – eine Koproduktion mit dem "Berliner Ensemble" – gibt Brandauer neben Katharina Susewind als Antigone brillant und facettenreich den fast gelähmten und blinden König Ödipus. "Regisseur Peter Stein erntet für seine durchkomponierte und hoch klassische Inszenierung auf der Perner-Insel Bravo-Rufe und Ovationen. Star des Abends ist aber Ausnahmeschauspieler Klaus Maria Brandauer …" kann man bei www.nz-online.de lesen. "Diese pausenlose Dreistundenaufführung ist die schönste Zumutung, die das deutschsprachige Theater derzeit zu bieten hat." schreibt Ulrich Weinzierl bei www.welt.de und meint unter anderem weiter: "Zugegeben: Steins und Sophokles' Triumph ist ausschließlich mit Klaus Maria Brandauer vorstellbar. Ungern hört der 66-Jährige den Komplimentbegriff der "Alterskarriere", und dass er diese der Zusammenarbeit mit Peter Stein verdanke. Trotzdem steht außer Zweifel: Mit wechselseitiger Hilfe holen die Beiden das jeweils Beste aus sich heraus, erst aneinander wachsen sie über sich hinaus – ob bei Schillers "Wallenstein" oder bei Kleists "Zerbrochnem Krug". Der Ödipus bildet nach dem Dorfrichter Adam den ganzvollen Höhepunkt einer Trilogie des Neu- und Wiedersehens. Brandauer ist mehr als ein Star, er ist ein großer, wunderbarer Schauspieler, einer der größten, die wir haben."
Im März 2013 konnte man Brandauer in der berühmten Neuhardenberger Schinkelkirche als Krapp in Peter Stein Inszenierung des Beckett-Monologs "Das letzte Band"1) erleben, "der 69-jährige Schauspieler gibt Becketts 69-jährigen Krapp als uralten Mann." notiert www.dradio.de (siehe auch www.nachtkritik.de). Weitere Aufführungen waren am 2. und 3. Mai 2013 anlässlich des Tanz- und Kulturfestivals "Movimentos Festwochen" im Theater Wolfsburg geplant, Gastspiele in Paris, Moskau, Lissabon und am "Burgtheater" schlossen sich an. In Neuhardenberg präsentierte Brandauer zudem am 1. April 2013 Richard Wagners musikalisch-literarische Geschichte "Pilgerfahrt zu Beethoven".
Einmal mehr mit Peter Stein erarbeitete Brandauer die Figur des "
König Lear"1) in dem gleichnamigen Drama von William Shakespeare; die Premiere am Wiener "Burgtheater" fand am 21. Dezember 2013 statt. "Es gehört zu den Paradoxien des Stückes, dass Lear angeblich 85 Jahre alt ist und seinen Darstellern dennoch abverlangt wird, eine erwachsene Frau zu tragen. Klaus Maria Brandauer meistert diese Herausforderung jetzt in Wien mit der nötigen Würde." schrieb Matthias Heine in "DIE WELT". Für www.n24.de "schenkte Brandauer mit seinem Können dem Choleriker Lear beklemmende Intensität" und erntete vom Publikum nach mehr als vier Stunden stürmischen Applaus. Das Stück stand auch im Januar und Februar 2014 auf dem Spielplan des "Burgtheaters", siehe auch die Artikel bei www.faz.net und kurier.at sowie www.nachtkritik.de und www.burgtheater.at mit weiteren Pressestimmen.

Klaus Maria Brandauer 01 Brandauer gastiert regelmäßig in München sowie bei den "Salzburger Festspielen" und gehörte bald auch im Fernsehen vor allem mit Aufzeichnungen seiner Bühnenerfolge zu den herausragenden Persönlichkeiten auf dem Bildschirm. So sah man ihn beispielsweise 1968 in der Düsseldorfer Inszenierung von Kleists "Das Käthchen von Heilbronn"1) (Regie: Karl-Heinz Stroux1)) als Gottfried Friedborn , 1973 in Shakespeares "Was Ihr wollt1) sowie ein Jahr später als Petruccio in "Der Widerspenstigen Zähmung"1), ebenfalls nach Shakespeare. 1975 brillierte er in Schillers "Die Verschwörung des Fiesco zu Genua"1), im gleichen Jahr verkörperte er den Prinz Leonce in Georg Büchners "Leonce und Lena"1) und 1976 sah man ihn als Ferdinand in Schillers Trauerspiel "Kabale und Liebe"1). In dem TV-Vierteiler "Quo Vadis?"1) machte er 1985 als größenwahnsinniger Kaiser Nero1) von sich reden.
 
 
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Seinen ersten Kinofilm drehte Brandauer 1971 und übernahm in dem amerikanischen Agententhriller "Top Secret" (The Salzburg Connection) die Rolle des Johann Kronsteiner. Zehn Jahre später trat Brandauer durch seine fulminante Interpretation des aufstrebenden Theaterschauspielers Hendrik Höffgen in István Szábos "Mephisto"2) (1981) in Erscheinung, der Oscar-gekrönten Verfilmung des lange verbotenen und umstrittenen Schlüsselromans von Klaus Mann1) über die Karriere von Gustaf Gründgens. Als Günstling der Mächtigen des Dritten Reiches zwischen Angst und Willfährigkeit zeichnete Brandauer in "Mephisto" das Bild eines Mannes, der in seiner zwanghaften Manie zu gefallen, bis an die Grenzen der Selbstaufgabe geht; als ein Hexenmeister des Bösen, labil, strahlend, abgründig, fasziniert er durch seine phänomenale Verwandlungskunst.
Brandauer avancierte damit auch auf der Leinwand zum Star, Rollenangebote in internationalen Filmproduktionen ließen nicht lange auf sich warten. 1983 agierte er als Bösewicht Maximilian Largo (Spectre) und Gegenspieler des James Bond-Darstellers Sean Connery in "Sag niemals nie"1) (Never Say Never Again), 1985 folgte die Titelrolle in István Szabós "Oberst Redl"1), der Geschichte um den Aufstieg des karrieresüchtigen Eisenbahnersohns Alfred Redl zum Chef des Geheimdienstes der K.u.K. Doppelmonarchie und die Umstände, die 1913 zu dessen Selbstmord führten; für seine schauspielerische Leistung wurde Brandauer mit dem "Filmband in Gold" ausgezeichnet.
 
Klaus Maria Brandauer und Franz Josef Strauß
Klaus Maria Brandauer und Franz Josef Strauß1)
1983 bei der Premierenfeier in Salzburg zu "Jedermann"
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Im gleichen Jahr war er als Baron Bror Blixen-Finecke in Sidney Pollacks "Jenseits von Afrika"1) (Out of Africa) neben Meryl Streep als Karen Blixen und Robert Redford als Denys Finch Hatton auf der Leinwand zu sehen, dem melodramatischen Film in opulenten Bildern über das Leben der dänischen Schriftstellerin Tania Blixen1) in Afrika; für seine Rolle in diesem Hollywood-Film wurde Klaus Maria Brandauer 1986 für den Oscar für die "Beste männliche Nebenrolle" nominiert.
In dem amerikanischen Streifen "Das Feuerschiff" (The Lightship) nach einer Novelle von Siegfried Lenz1) mimte er 1985 den auf ein Feuerschiff strafversetzten Captain Miller, ein Jahr später den Alek Neuman in dem Boxerfilm "Streets of Gold"1), 1988 folgte die Rolle des Baron Alexander von Hauenstein in Andrew Birkins "Brennendes Geheimnis"2)  (Burning Secret) nach der Novelle von Stefan Zweig1) mit Faye Dunaway als Partnerin. Ebenfalls 1988 sah man Brandauer mit der dämonischen Titelrolle in István Szábos Biopic "Hanussen"1), der Geschichte des ehrgeizigen Sohnes eines erfolglosen Wanderschauspielers, der über Nacht unter dem Künstlernamen "Jan Eric Hanussen"1) zum gefeierten Hellseher und zum Star der Berliner Scala wird. Hanussens Karriere erhält einen politischen Charakter, indem er Hitlers Wahlsieg vorhersagt, zu Hitlers Prophet avanciert und sein Machtstreben schließlich mit dem Leben bezahlen muss, als er den Reichstagsbrand ankündigt.
In Bernhard Wickis "Das Spinnennetz"2) war er 1989 neben Ulrich Mühe als Leutnant Theodor Lohse dessen jüdischer Gegenspieler Benjamin Lenz; der Film basiert auf dem 1923 erstmals veröffentlichten gleichnamigen Roman1) des Schriftstellers Joseph Roth und erzählt das Bestreben des ehemaligen Leutnants Lohse, nach Ende des Ersten Weltkrieges seine Karriere fortzusetzen. Er wird Mitglied einer rechtsextremen Organisation und schreckt auch vor Mord nicht zurück. Einer seiner Gegenspieler ist Benjamin Lenz, ein Jude, der Informationen nach rechts und links verkauft, um seinen Freunden zu helfen. Lenz ist der einzige, der genau weiß, mit welchen Mitteln Lohse zu seiner Macht kommt und die beiden Männer, die vielleicht auch Freunde hätten sein können, stehen sich bald als Feinde gegenüber.
Brandauers Titelrolle in dem 1989 gedrehten Spielfilm "Georg Elser – Einer aus Deutschland"2), bei dem er auch erstmals Regie führte, basiert auf dem gleichnamigen Buch von Stephen Sheppard und erzählt die authentische Geschichte des schwäbische Uhrmachergesellen Georg Elser1), der den Plan gefasst hatte, einen Anschlag auf Adolf Hitler zu verüben; weiterhin sah man Brandauer 1989 als Georges Danton1) in dem zweiteiligen Historiendrama "Die Französische Revolution"1) (La Révolution française), 1990 verkörperte er in "Das Rußlandhaus"2) (The Russia House) nach dem Politthriller von John Le Carre1) den sowjetischen Nuklearwissenschaftler Jakow Jefremowitsch Saweljew, genannt "Dante", an der Seite von Sean Connery. 1991 trat er als Goldsucher Alex in Randal Kleisers Abenteuerfilm "Wolfsblut"1) (White Fang) nach gleichnamigen Roman von Jack London in Erscheinung.

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Klaus Maria Brandauer 02
Klaus Maria Brandauer 03 1994 führte Brandauer erneut Regie bei "Mario und der Zauberer"1) nach Thomas Manns Novelle1) um eine deutsche Schriftstellerfamilie, die im Italien der Frühzeit des Faschismus in politische Wirren und private Konflikte gerät und spielte die Rolle des Zauberers und Hypnotiseurs Cipolla, 1999 war er der holländische Maler Rembrandt2) in dem gleichnamigen französischen Historienfilm. 2000 konnten ihn die Kinozuschauer als Orlov in dem schwedischen Erfolgsthriller "Dykaren" erleben, 2002 als Wiener Modeschöpfer "JM" Jan Jedermann neben Juliette Gréco in Fritz Lehners "Jedermanns Fest"2), einer modernen Variante des "Jedermann"-Themas, sowie als Fotograf Alexander Bauer in Edoardo Pontis Regiedebüt "Zwischen Fremden"1)  (Between Strangers): Der Sohn von Sophia Loren drehte ein schwermütiges, starbesetztes Drama über verpasste Chancen und unterdrückte Sehnsüchte der  drei Frauen Olivia (Sophia Loren), Natalie (Mira Sorvino) und Catherine (Deborah Kara Unger), in dem Brandauer den Vater der Fotojournalistin Natalia spielte. Auch Verkörperungen historischer Figuren zählen zu Brandauers Repertoire: So mimte er 2001, neben Christopher Lambert in der Titelrolle des jungen Galliers Vercingétorix1), dessen Gegenspieler Julius Cäsar1) in dem französisch-kanadischen Kinofilm "Druids – Der letzte Kampf um Rom" (Vercingétorix).
 
Foto: © Bernd Schaller (www.schallerfoto.de)
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Auf dem Bildschirm hatte man ihn einige Jahre zuvor mit der Rolle des Königs Nebukadnezar in der Bibel-Verfilmung "Jeremiah"1) (1998) sehen können. In jüngerer Zeit beeindruckte Brandauer als Philosophielehrer und zwielichtiger Nazikollaborateur Dr. Gregor Lämmle neben Giovanna Mezzogiorno als Maria von Gall in dem Geschichtsdrama "Im Visier des Bösen"2), einer spannenden Film-Adaption von Loup Durands Roman "Daddy" auf dem Bildschirm. In dem international besetzter TV-Zweiteiler "Kronprinz Rudolfs letzte Liebe"1) (2006), einer von Robert Dornhelm für den ORF gedrehten szenischen Dokumentationen über den österreichischen Thronfolger Kronprinz Rudolf1) mit Max von Thun in der Titelrolle und Vittoria Puccini als dessen Geliebte Mary Vetsera1), verkörperte Brandauer den Kaiser Franz-Joseph1), in Josef Rusnaks Thriller "Die vierte Generation" (2006, The Fourth Generation) war er neben Iris Berben und Ken Duken zu sehen.
Danach stand er für Regie-Legende Francis Ford Coppola vor der Kinokamera und zeigte sich in dem Familienepos "Tetro"3) (2009) mit der Doppelrolle eines verkrachten Dirigenten-Brüderpaares; in Amerika ging der in schwarz-weiß gedrehte Film am 9. Juni 2009 an den Start. Eine weitere Produktion mit Brandauer in einer der Hauptrollen ist der Politthriller "Manipulation" (2009) des Schweizer Filmemachers Pascal Verdosci nach dem Schweizer Bestseller "Das Verhör des Harry Wind" (1962) von Walter Matthias Diggelmann1) (1927 – 1979). In der Geschichte, angesiedelt zur Zeit des Kalten Krieges, hat Brandauer die Rolle des erfolgsverwöhnten Bundespolizisten Urs Rappold übernommen, sein Gegenspieler, der raffiniert-zwielichtige PR-Unternehmer Dr. Harry Wind, wird von Sebastian Koch1) dargestellt. Zur Welturaufführung gelangte "Manipulation" in der Schweiz anlässlich der 46. Solothurner Filmtage (20.–27. Januar 2011) als Eröffnungsfilm und ging am 3. Februar 2011 in der Schweiz an den Kinostart; siehe auch www.artfilm.ch sowie die Website zum Film. 
Der von Antonin Svoboda inszenierte Kinofilm "Der Fall Wilhelm Reich"2) thematisiert die letzten Lebensjahre des österreichischen Psychoanalytikers und Grenzforschers Wilhelm Reich1) (1897 – 1957), einmal mehr bravourös dargestellt von Brandauer → Wikipedia; in Deutschland ging der Film am 5. September 2013 an den Start.
Nach längerer TV-Abstinenz stand Brandauer in jüngerer Zeit wieder für eine Fernsehproduktion vor der Kamera. An der Seite von Martina Gedeck gestaltete er unter der Regie von Nikolaus Leytner in der SWR/ORF-Produktion "Die Auslöschung"1) eindrucksvoll einen scharfsinnigen Kunsthistoriker, der eine neue Liebe findet, wenig später mit der Diagnose "Alzheimer" konfrontiert wird; gesendet wurde das Drama am 8. Mai 2013,  mehr bei www.presseportal.de, www.swr.de und kundendienst.orf.at.

Hauptdarsteller Klaus Maria Brandauer bei der Premiere von
"Der Fall Wilhelm Reich" (The Strange Case of Wilhelm Reich)
anlässlich der Viennale 2012 (Gartenbaukino)
Quelle: Wikimedia Commons; Urheber:
Manfred Werner – Tsui;  Lizenz CC-BY-SA 3.0

Hauptdarsteller Klaus Maria Brandauer bei der Premiere von "Der Fall Wilhelm Reich" anlässlich der Viennale 2012 (Gartenbaukino); Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Manfred Werner – Tsui;  Lizenz CC-BY-SA 3.0
Ab 2014 drehte Brandauer laut Medienberichten gemeinsam mit Iris Berben die in der Schweiz produzierte TV-Serie "Capelli Code" (AT), Berben spielt eine in den Schweizer Bergen entführte deutsche Innenministerin, Brandauer den ehemaligen Profiler Capelli; geplant ist eine 13-teilige Serie mit jeweils 45-minütigen Folgen, die 2017 in Deutschland über die Bildschirme flimmern soll → www.welt.de.
 
Sowohl auf dem Bildschirm als auch im Kino macht sich der Star in den letzten Jahren rar. Vielmehr widmet er sich verstärkt seiner Arbeit als Regisseur. An der Oper Köln setzte er Richard Wagners romantische Oper "Lohengrin"1) in Szene, dessen Premiere den Beginn der Spielzeit am 9. September 2006 einleitete. Anlässlich des 50. Todestages von Bertolt Brecht inszenierte Klaus-Maria Brandauer in Berlin "Die Dreigroschenoper"1) mit Campino1) von der Rock-Band "Die Toten Hosen" als Mackie Messer; mit von der Partie waren auch Gottfried John als Jonathan Jeremiah Peachum  und Katrin Sass1) als Mrs. Peachum. Mit der Aufführung war der traditionelle Berliner "Admiralspalast" nach fast zehnjähriger Schließzeit am 11. August 2006 wiedereröffnet worden.
Als herausragender Sprecher machte Brandauer in den letzten Jahren ebenfalls Furore: Im Mozartjahr 2006 startete er bei den Kulturradios der ARD und dem Schweizer Radio DRS 2 ein ungewöhnliches Rundfunkprojekt: An 365 Tagen las der berühmte Schauspieler Briefe von Mozart, aber auch Briefe, die an den Komponisten selbst gerichtet waren. Inzwischen ist auch das Hörbuch "Brandauer liest Mozart" erschienen, welches seit Monaten auf der Hörbuch-Bestenliste steht. Für seine Leistung wurde Brandauer bei der Verleihung des Internationalen Buchpreises "Corine 2006" am 24. September 2006 im Münchner Prinzregententheater in der Sparte "Focus-Hörbuchpreis" ausgezeichnet. 
Klaus Maria Brandauer erhielt im Verlaufe seiner Karriere zahlreiche Auszeichnungen, so unter anderem 1982 den "David di Donatella"1) als bester ausländischer Darsteller für seine Rolle im "Mephisto", 1983 und 2003 einen "Bambi"1), 1985 das "Filmband in Gold"1) für "Oberst Redl" sowie 1986 den "Golden Globe"1) für seine Rolle in "Out of Africa". Brandauer ist Träger des "Grillparzer Ringes", seit 2006 Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde Altaussee, Ehrendoktor der Universität von Tel Aviv (1996) und erhielt mehrere Bundesfilmpreise; für sein Gesamtwerk wurde er bereits 1991 mit der "Goldenen Kamera"1) geehrt. Am 1. November 2008 wurde Brandauer, seit fast als vier Jahrzehnten festes Ensemble-Mitglied am Wiener "Burgtheater", Ehrenmitglied der berühmten Bühne. Die Verleihung der Urkunde durch Direktor Klaus Bachler fand im Anschluss an die Vorstellung von Lessings Drama "Nathan der Weise" statt, in dem Brandauer die Titelrolle gab. Damit kann sich der österreichische Mime in die lange Reihe von berühmten Burgschauspielen einordnen, die bereits diese Ehrung erfahren haben, darunter Annemarie Düringer Michael Heltau und Fritz Muliar. Die "Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold"1) überreichte man Brandauer am 1. Dezember 2008, Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) würdigte Brandauer in seiner Laudatio als Kosmopoliten und großartige Künstlerpersönlichkeit, die in aller Welt bekannt, geliebt und verehrt werde. → siehe auch wien.orf.at
Ebenfalls 2008 wurde Brandauer der Theaterpreis "Gertrud-Eysoldt-Ring"1) der Stadt Bensheim verliehen, am 20. März 2010 folgte in Graz der "Große Diagonale-Schauspielpreis" für die Verdienste um die österreichische Filmkultur; am 17. April 2010 erhielt der Künstler dann die "Platin-Romy"1) für sein Lebenswerk, einen österreichische Fernsehpreis, der seit 1990 von der Tageszeitung "Kurier" zur Erinnerung an die berühmte deutsch-österreichische Schauspielerin Romy Schneider (1938 – 1982) verliehen wird. Eine weitere Ehrung war die Verleihung der Ehrendoktor-Würde (2010) der Salzburger "Paris-Lodron-Universität", 2011 folgte der "Steiger Award"1) sowie der "Stanislawski-Preis", der Mitte Januar 2013 in Moskau überreicht wurde, und am 4. Oktober 2013 der "Goldene Ehrenring des Landes Steiermark" → www.kommunikation.steiermark.at. Am 21. Dezember 2013 konnte sich Brandauer über den "Ehrenring" des Wiener "Burgtheaters" freuen, der dem "Star des Abends" nach der Premiere von "König Lear" im Rahmen eines Festaktes überreicht wurde. Am 10. Februar 2014 folgte der "Deutscher Schauspielerpreis"1) für die Hauptrolle in der SWR-Koproduktion "Die Auslöschung", für diese schauspielerische Leistung erhielt er zudem am 11. Juni 2014 die "Goldene Nymphe"1) beim "Festival de Télévision de Monte Carlo" in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller".
Wenig später konnte er am 3. Juli 2014 im Rahmen des "Filmfestes München" im Münchner "Cuvilliés-Theater" während einer feierlichen Gala den "Ehrenpreis des Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke"1) entgegennehmen. Seit 2002 vergibt der "Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds e.V." diese Filmpreise. "Brandauer sei zweifelsfrei eine der ganz großen charismatischen Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit, begründet die Jury ihre Entscheidung. Seine Aura, seine physische Präsenz, seine zuweilen beängstigende Intensität packen und berühren zugleich. Der Eindruck, den er hinterlasse – sowohl als Regisseur, vor allem aber als Schauspieler – ob im Film oder auf den Bühnen der Welt – sei nachhaltig und deshalb auszeichnungswürdig." (Quelle: Presseinformation bernhardwickigedaechtnisfonds.de). Am 10. November 2014 nahm Brandauer eine weitere Auszeichnung entgegen, in der Wiener Stadthalle erhielt er den "Nestroy-Theaterpreis"1) für sein Lebenswerk. Zuletzt wurde ihm am 21. Oktober 2016 im Rahmen der Verleihung des "Hessischen Film- und Kinopreises"1) in der "Alten Oper" in Frankfurt/M der "Ehrenpreis des Ministerpräsidenten" überreicht; die Laudatio hielt István Szabó1), der mit Brandauer den Oscar-prämierten Film "Mephisto"1) (1981) realisiert hatte → Übersicht der Auszeichnungen bei Wikipedia
   

Klaus Maria Brandauer am 10. November 2014 in der Wiener Stadthalle
anlässlich der Verleihung des "Nestroy-Theaterpreises"
Urheber: Manfred Werner – Tsui;  Lizenz CC-BY-SA 3.0;
Quelle: Wikimedia Commons

Klaus Maria Brandauer am 10. November 2014 in der Wiener Stadthalle anlässlich der Verleihung des "Nestroy-Theaterpreises"; Urheber: Manfred Werner – Tsui;  Lizenz CC-BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons
Klaus Maria Brandauer mit Ehefrau Karin; Copyright Virginia Shue Im November 2003 erschien von Christine Dössel die Biografie "Klaus Maria Brandauer – Die Kunst der Verführung" in der die Autorin den Werdegang des gefeierten Schauspielers nachzeichnet. Bereits 1996 veröffentlichten Heiko R. Blum und Sigrid Schmitt die Biografie "Klaus Maria Brandauer", die mit vielen Fotos die Laufbahn Brandauers vom Theaterschauspieler am Burgtheater in Wien bis hin zum internationalen Filmstar dokumentiert. 1991 hatte Brandauer seine Memoiren unter dem Titel "Bleiben tu' ich mir nicht" auf den Markt gebracht.
Der Burgschauspieler Klaus Maria Brandauer war seit 1963 bis zu deren frühen Tod am 13. November 1992 mit der ebenfalls in Bad Aussee geborenen Drehbuchautorin und Filmregisseurin Karin Brandauer1) verheiratet; aus der Verbindung stammt der 1963 geborene Sohn Christian. Am 6. Juni 2007 heiratete Brandauer in der Berliner "Nikolaikirche" seine Lebensgefährtin, die mehr als 30 Jahre jüngere Theaterwissenschaftlerin Natalie Krenn. Im November 2013 ging durch die Presse, dass das Paar Nachwuchs erwarte → www.kleinezeitung.at. Sohn Ferdinand erblickte Ende Mai 2014 kurz vor Brandauers 70. Geburtstag das Licht der Welt.
  
Klaus Maria Brandauer mit Ehefrau Karin
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
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Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de, filmportal.de
*) Henschel Theaterlexikon (Hrsg. C. Bernd Sucher; Henschel Verlag, 2010, S. 101–103)
Fremde Links: 1) Wikipedia (deutsch), 2) prisma.de, 3) Wikipedia (englisch)
Stand: November 2016
    
Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de
(Link: Wikipedia, prisma.de, deutsches-filmhaus.de, Die Krimihomepage)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
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