Franz Buchrieser
Franz Buchrieser wurde am 26. Dezember 1937 im österreichischen Graz geboren. Der Absolvent des Wiener Max-Reinhard-Seminars kam erst spät als Darsteller zum Film, bis Mitte der 70er Jahre arbeitete er als Autor, vornehmlich für das Theater. Mit der Rolle des Polizeimajors Adolf Kottan wurde er in der österreichischen Kult-Serie "Kottan ermittelt"1) über Nacht bekannt. Als Nachfolger von Peter Vogel2) (1937 – 1978) verkörperte er diese unkonventionelle Figur ab 1977 in den Folgen drei bis fünf (bis 1979) und auch in dem von Peter Patzak in Szene gesetzten Kinostreifen "Den Tüchtigen gehört die Welt" (1981) mimte er den legendären Wiener Ermittler; Patzak hatte auch bei allen TV-Episoden Regie geführt.
In den folgenden Jahren übernahm Buchrieser vermehrt Aufgaben vor der Kamera, agierte in ambitionierten Kinoproduktionen wie Alf Brustellins "Der Sturz" (1979), Peter Patzaks "Kassbach – Ein Porträt" (1979), Dominik Grafs "Das Zweite Gesicht" (1982) und Margarethe von Trottas "Heller Wahn" (1983). Weitere prägnante Rollen spielte Buchrieser unter anderem in Peter Keglevics Thrillern "Der Bulle & das Mädchen"1) (1984) und "Der Skipper"
1) (1990) an der Seite von Jürgen Prochnow, Roland Emmerich besetzte ihn als Astronaut Max Marek in dem Science-Fiction-Abenteuer "Das Arche Noah Prinzip" (1984), Annelie Runge in der Komödie "Barmherzige Schwestern" (1993) und Hans-Peter Heinzl in "Rosen aus Jericho (1994)". Danach folgten Aufgaben in "Eine Kleine Erfrischung" (1994, Regie: Thomas Roth), "Der Bessere gewinnt" (1994, Regie: Kurt Ockermueller) und "Drei Herren" (1998, Regie: Nikolaus Leytner), mit Reinhard Schwabenitzky drehte er "Ein Idealer Kandidat" (1994), "Hannah" (1996) sowie "Ein Fast perfekter Seitensprung" (1996).
In letzter Zeit agierte Buchrieser auf der Leinwand als Kommissar Stanek in "Echte Wiener – Die Sackbauer-Saga"1) (2008) und in der Fortsetzung "Echte Wiener 2 – Die Deppat'n und die Gspritzt'n"1) (2010). In dem Abenteuer bzw. Kinderkrimi "Tom und Hacke"1) (2012), von Norbert Lechner gedreht nach Motiven von Mark Twains "Die Abenteuer des Tom Sawyer", präsentierte er sich neben den jugendlichen Protagonisten Benedikt Weber (Tom Sojer) und Xaver-Maria Brenner (Hacke) als Lehrer Anton Schön. Zuletzt wirkte Buchrieser in Barbara Gräftners musikalischen Komödie "Rise Up! And Dance" mit, die am 20. März 2014 an den Kinostart ging → www.austrianfilm.at.

Auf dem Bildschirm erlebte man Franz Buchrieser 1980 unter der Regie von Rainer Werner Fassbinder als Gottfried Meck in dem hochgelobten Mehrteiler "Berlin Alexanderplatz"2) nach dem Roman von Alfred Döblin, Fassbinder gab ihm auch einen kleinen Part in seinem Kinoerfolg "Lili Marleen"1) (1981). In zahlreichen Einzelproduktionen und Serien bewies der Autodidakt Buchrieser in den nächsten Jahrzehnten immer wieder sein darstellerisches Talent, spielte mehrfach im "Tatort" oder in beliebten Krimiserien wie "Eurocops", "Kommissar Rex" oder "SOKO Kitzbühel" und tauchte beim "Professor Capellari" (Eine ehrenwerte Gesellschaft, 2002) und "Bullen von Tölz" (Der Schlusspfiff, 2002) auf.
In dem spannend-mystischen Sechsteiler "Bas-Boris Bode – Der Junge, den es zweimal gab"1) (1985) mimte er den Vater Rutger Bode, dessen Sohn plötzlich mit einem Doppelgänger konfrontiert wird, für Bernd Fischerauers Mehrteiler "Der Salzbaron" (1994) stand er als Alphons von Glempegg vor der Kamera, mit Mario Adorf und Otto Sander drehte er unter der Regie von Helmut Berger den TV-Psychothriller "Bauernschach" (1994). Mit Thekla Carola Wied und Peter Sattmann erlebte man ihn wenig später in Bodo Fürneisens "Eine Frau will nach oben" (1995), im gleichen Jahr in Hubert von Goiserns Zweiteiler "Die Fernsehsaga – Eine steirische Fernsehgeschichte"1) (1995). Nach Peter Patzaks "Schmetterlingsgefühle" (1996, mit Hannelore Elsner) und der Komödie "Heimlichkeiten" (1997) folgte dann mit der Rolle des Bürgermeister Reidinger in dem Quotenrenner "Julia – Eine ungewöhnliche Frau"1) (1999) ein weiterer großer Serie-Erfolg an der Seite von Christiane Hörbiger in der Titelrolle der Volksanwältin Dr. Julia Laubach. Mit der Figur des Retzer Bürgermeisters und späteren Landeshauptmanns Martin Reidinger steigerte Franz Buchrieser viele Folgen lang bis 2002 seine ohnehin schon große Popularität auf dem Bildschirm.
Dazwischen lagen so unterschiedliche Fernsehspiele wie der Science-Fiction-Horrorstreifen "Das Biest im Bodensee" (1999), der moderne Heimatfilm "Mein Freund der Wolf" (1999), das zweiteilige Historiendrama "Sophie – Sissis kleine Schwester" (2001), die abenteuerliche Komödie "Zwölfeläuten" (2001), nach dem Volksstück von Heinz Rudolf Unger, und die Literaturverfilmung "Die Pferdefrau" (2001) nach dem Roman von Jutta Beyrichen. Eine erneute Zusammenarbeit mit Christiane Hörbiger gab es in der von Heidi Kranz verfilmten Utta Danella-Adaption "Das Familiengeheimnis" (2004) nach dem Roma "Jakobs Frauen": Hier spielte er einfühlsam und sensibel den Carl Ludwig Goltz und Ehemann von Jona (Christiane Hörbiger), die seit Jahren ein tragisches Jugenderlebnis vor der Familie verbirgt  → Teil 1 und Teil 2 bei prisma.de. Eine weitere eindringliche Rolle war 2004 die des zwielichtigen Kneipenwirts Adi Duswald in dem Tatort "Vorstadtballade"1). In jüngerer Zeit sah man Buchrieser als Bürgermeister Wegerer, der in dem Heimatfilm "Der Ruf der Berge" (2005; → film.at) in dunkle Geschäfte verwickelt ist und mit aller Macht versucht, seinem Jugendfreund, dem Tierpsychologen Stefan Suttner (Siegfried Rauch) bei dessen Aufbau einer Spezialschule für Blinden- und Lawinenhund in die Quere zu kommen; mit der Folge "Schatten der Vergangenheit"3) wurde die Geschichte um Stefan Suttners Hundeschule Ende November 2007 vor der Bergkulisse des Wilden Kaisers im österreichischen Ellmau fortgesetzt.
  
Eine schöne Rolle war auch die des sympathischen Sportgeschäftbesitzers Werner Strolz, der sich in der TV-Komödie "Fünf-Sterne-Kerle inklusive"1)  (2006), einer wortwitzigen und leichtfüßigen Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Gaby Hauptmann, in die Tante (Gila von Weitershausen) der Protagonistin Katrin (Katharina Wackernagel) verliebt. In derv"Lilly Schönauer"-Romanze "Die Stimme des Herzens" (2006) mimte er den sturköpfigen Vater der Hauptdarstellerin alias Denise Zich, in dem modernen Märchen "Kurhotel Alpenglück" (2006; → www.ziegler-film.com) mit Fritz Wepper in der Paraderolle des anfangs eiskalten und berechnenden Wirtschaftsanwalt Richard Steiner, der aufgrund einer ungewöhnlichen Erbschaft zum netten und menschlichen Direktor eines Alpenhotels mutiert, den umsichtigen und sympathischen Geschäftsführer der halb bankrotten, aber wunderschönen Alpenherberge. Vor der farbenprächtigen Kulisse Indiens spielte die TV-Adaption von Ruth Maria Kubitscheks Roman "Der indische Ring"3), welche am 25. April 2008 ausgestrahlt wurde und von dem Respekt vor anderen Kulturen bzw. der alles überwiegenden Macht der Liebe erzählt. Neben der Autorin in der Rolle der Weinbauerin Anna Landsberg sowie Florian Fitz als deren Filmsohn Andreas überzeugte Buchrieser als sympathischer, in Indien lebender Österreicher Ferdinand Weißenberger, der Gefallen an der verwitweten Anna findet und ihr behutsam näher kommt.
Danach sah man den beliebten Künstler neben den Protagonisten Bastian Pastewka und Christoph Maria Herbst in der Komödie "Zwei Weihnachtsmänner"1) (2008), Gastauftritte bei der "SOKO Wien" mit der Rolle des Wiener Unterwelt-Paten Paul Schweikhart (drei Folgen 2009/2010) oder im "Forsthaus Falkenau" als Senner Anton Zeiler (drei Folgen 2010) schlossen sich an. Fertiggestellt war die fünfteilige, jeweils 25-minütige ORF-Sportkomödie "FC Rückpass" (2010; → kundendienst.orf.at), in der Buchrieser den alten Vorsitzenden des heruntergekommenen Pernitzer Fußballvereins Heinz Drabusch mimt, der dann jedoch bereits in der ersten Folge überraschend verstirbt und damit den Weg für einen Neubeginn mit einem engagierten Trainer (Lukas Resetarits) frei Macht. In der ARD-Romanze "Garmischer Bergspitzen"4) (EA: 10.12.2010) mit Timothy Peach als Chocolatier Karl Sailer und Valerie Niehaus als dessen Ehefrau Christa in den Hauptrollen zeigte er sich als Vater Josef Sailer.
 
Jüngst agierte der sympathische Schauspieler als Aufsichtsratsvorsitzender Baron von Gradenberg in der mehrteiligen MDR/ORF-Produktion "Das Glück dieser Erde" auf dem Bildschirm. Die erste von dreizehn Folgen mit dem Titel "Die Entscheidung "wurde am 21. Juni 2011 in der ARD gezeigt, die weiteren Episoden dieser "Pferdesaga", in der Liebe und Intrigen nicht zu kurz kommen, folgen jeweils Dienstags bis Anfang August zu besten Sendezeit. Erzählt wird die Geschichte der jungen, erfolgreichen Unternehmensberaterin Dr. Katharina Lenz (Eva Herzig), die nach dem tragischen Unfalltod ihres Vaters in ihre österreichische Heimat Steiermark zurückkehrt und die Leitung des angeschlagenen, traditionsreichen Lipizzaner-Gestüts Piber übernimmt; mehr bei www.fernsehserien.de.
Bereits im ORF gezeigt wurde am 25.05.2011 der ganz auf den Protagonisten Hansi Hinterseer zugeschnittene TV-Heimatfilm "Heimkehr mit Hindernissen"4), in dem Franz Buchrieser vor der romantischen Bergwelt des Wilden Kaisers den hochverschuldeten Vater des Ex-Bergrettungschefs Hansi Riedlinger (Hansi Hinterseer) mimt; siehe auch programm.orf.at.

Franz Buchrieser ist nach wie vor als Autor tätig (→ Literarische Werke bei Wikipedia) und bewirtschaftet seit vielen Jahren einen Bauernhof in der Steiermark, arbeitet als Landwirt auf seiner Apfelplantage und stellt unter anderem Schnaps her. Der Künstler ist verheiratet und Vater von vier Töchtern.
 
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait bzw. Beschreibung innerhalb dieser HP, 3) prisma.de, 4) tittelbach.tv Stand: Oktober 2014
Franz Buchrieser bei der Agentur Kelterborn
Siehe auch Wikipedia; Filmografie bei der Internet Movie Database
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