Kurt Buecheler gehört zu den Schauspielern, den vor allem die Älteren unter uns in zahllosen Film- und Fernsehproduktionen gesehen haben, dessen Name sich jedoch vermutlich nicht so eingeprägt hat, wie die der vielen anderen TV-und Bühnenstars.
Kurt Buecheler, 1960 fotografiert von Fritz Eschen (1900–1964); Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_e_0040551); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Fritz Eschen; Urheber: Fritz Eschen; Datierung: 12.08.1960; Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017 Geboren wurde Kurt Buecheler am 7. Juli 1915 als Sohn eines Sanitätsrates in Frankfurt am Main, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Nach dem Abitur besuchte er in Frankfurt die "Hochschule für Theater"1), anschließend gab er am "Stadttheater Remscheid" (heute "Teo-Otto-Theater"1)) sein Bühnedebüt und gehörte bis 1938 zum Ensemble. 1940 wechselte er an das Hamburger "Thalia Theater"1), dessen Mitglied er, unterbrochen durch Arbeits- und Wehrdienst, bis Kriegsende blieb. Unter anderem gestaltete er dort 1944 den Dr. Fleischer in "Der Biberpelz"1) von Gerhart Hauptmann.
Nach 1945 ging Buecheler für vier Jahre an die "Städtischen Bühnen Frankfurt"1), verkörperte unter anderem den Peter Peter in "Ingeborg" von Curt Goetz, den Oberst Friedrich Eilers in "Des Teufels General"1) von Carl Zuckmayer1), feierte Erfolge als Marquis von Posa in Schillers "Don Karlos"1) oder als Pylades1) in Goethes "Iphigenie auf Tauris".
Ab 1949 wirkte er zwei Jahre am Berliner "Hebbel-Theater"1), trat hier unter anderem als Happy, zweiter Sohn des Handlungsreisenden Willy Loman, in Helmut Käutners Inszenierung von Millers "Tod eines Handlungsreisenden"1) an der Seite des großen Fritz Kortner in Erscheinung, gab den Anführer Boris Annenkov in "Die Gerechten"1) von Albert Camus1).
 
Kurt Buecheler, 1960 fotografiert von Fritz Eschen1) (1900–1964)
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_e_0040551)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Fritz Eschen
Urheber: Fritz Eschen; Datierung: 12.08.1960;
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
Seit 1951 bereicherte Buecheler bis 1969 das Ensemble der "Staatlichen Bühnen Berlin". Zu seinen Rollen gehörten beispielsweise der August Keil, Verlobter der Titelheldin (Heidemarie Hatheyer), in dem Drama "Rose Bernd"1) von Gehart Hauptmann (1952/53, "Schiller-Theater", Regie: Karl Heinz Stroux1)) und die Figur des Familienvaters Peter in der Uraufführung (28.09.1959) des Einakters "Die Zoogeschichte" von Edward Albee, ein von Pinkas Braun ins Deutsche übersetzten und in Szene gesetzten Stückes mit Thomas Holtzmann (Jerry) als Partner. Die Aufführung wurde vom "Sender Freies Berlin" (SFB) für das Fernsehen aufgezeichnet und am 2. Januar 1963 im 2. Programm der ARD (ARD 2) bundesweit ausgestrahlt. Weiterhin gestaltete er unter anderem den Schutzengel in dem Schauspiel "Der seidene Schuh" von Paul Claudel1),  den Orest1) in "Elektra" von Jean Giraudoux1) und den Doktor Rank1) in "Nora oder Ein Puppenheim"1) von Henrik Ibsen mit Käthe Braun als Nora (1953/54, "Schlosspark Theater"1), Regie: Boleslaw Barlog1)). Buecheler verkörperte den Doktor Lerch in dem Theaterstück "Der Schulfreund"1) von Johannes Mario Simmel1), den Gorodúlin in der Komödie "Eine Dummheit macht auch der Gescheiteste"1) von Alexander N. Ostrowski1), den Herzog in der Shakespeare-Komödie "Wie es euch gefällt"1) und den Institutsleiter Professor Hornacher in "Biografie: Ein Spiel"1) von Max Frisch1). Anfang der 1970er Jahre brillierte er in Italien als Diderot in der Goethe-Übersetzung von Diderots Dialog "Rameaus Neffe"1) während einer Gastspielreise des "Goethe-Instituts"1). Buecheler trat zudem verschiedenen Festspielen wie den "Ruhrfestspielen" in Recklinghausen auf, veranstaltete Vortragsabende und Lesungen mit Texten beispielsweise von Joachim Ringelnatz1), Gottfried Benn1) und Chrisitian Morgenstern1). Außerdem war er von 1967 bis 1980 Professor für Sprecherziehung an der "Berliner Hochschule der Künste"1).
  
Zum Film kam der Schauspieler Mitte der 1950er Jahre, es waren nie die Hauptrollen, sondern die für die Handlung unerlässlichen prägnanten Randfiguren, denen er er Kontur verlieh. Sein Leinwanddebüt hatte Buecheler 1955 als als Oberstleutnant Brockmann in Josef von Bákys Biopic "Hotel Adlon"1) gegeben, es folgten Streifen wie Erich Engels Melodram "Vor Gott und den Menschen"1) (1955) und Werner Klinglers "Spion für Deutschland
"1) (1956) mit Martin Held als deutschem Weltkriegsagent Erich Gimpel1). Géza von Radványi besetzte ihn in "Ich schwöre und gelobe" (1960, mit Hans Christian Blech) und Kurt Hoffmann in seiner Dürrenmatt-Adaption "Die Ehe des Herrn Mississippi"1) (1961). In Alfred Vohrers Wallace-Krimi "Der Mönch mit der Peitsche"1) (1967) mimte er den Winston Robson, mit Heinz Rühmann stand er für Franz Peter Wirths Komödie "Oh Jonathan, oh Jonathan!"1) (1973) vor der Kamera, mit Hildegard Knef und Carl Raddatz für Alfred Vohrers Fallada-Verfilmung "Jeder stirbt für sich allein"1) (1976).
Auf dem Bildschirm erlebte man Buecheler in verschiedenen Aufzeichnungen von Theateraufführungen, so als Ehemann von Sophie Guilbert (Sibylle Gilles) in Goethes "Clavigo" (1964) mit Klaus Kammer in der Titelrolle, und ambitionierten Literaturverfilmungen wie in "Peter Schlemihls wunderbare Geschichte" nach der Märchenerzählung von Adelbert von Chamisso1) (1967). Weitere Literaturverfilmungen, für die Buecheler vor der Kamera stand, waren "Eine Rechnung, die nicht aufgeht" (1969, nach Wolfdietrich Schnurre1)) oder "Amerika oder Der Verschollene" (1969) nach dem Romanfragment von Franz Kafka1).
 
In Tom Toelles1) szenisch-dokumentarischem Zweiteiler "Der Reichstagsbrandprozess" (1967) stellte er den kommunistischen Fraktionsvorsitzenden Ernst Torgler1) (1893 – 1963) dar, der als letzter Abgeordneter den Reichstag vor dem Brand1) verlassen hatte und 1933 zu den Mitangeklagten gehörte → Wikipedia. In Dieter Wedels1) Regiedebüt "Gedenktag" (1970), einem Film über den Aufstand vom 17. Juni 19531) in Ost-Berlin, mimte er den Staatsanwalt Flugge und in dem Dokumentarspiel "Die Pueblo-Affaire" (1972) über die Kaperung der "USS Pueblo"1), zu dem Peter von Zahn das Drehbuch geschrieben hatte, sah man ihn als Admiral Johnson. Eine schöne Rolle war auch die des Dr. Krause in Eberhard Fechners Zweiteiler "Tadellöser & Wolff" (1975) nach dem Roman von Walter Kempowski1), weitere interessante Aufgaben hatte Buecheler unter anderem in Rainer Wolffhardts mehrteiligen Christine Brückner-Verfilmung "Nirgendwo ist Poenichen" (1980) und Eberhard Itzenplitz' Arzt-Drama "Mit Gewissenhaftigkeit und Würde"2) (1981). Darüber hinaus tauchte der Schauspieler mehrfach in populären Krimiserien wie "Der Alte" und "Derrick" auf, zur Filmografie zählten auch der legendäre Dreiteiler "
Einmal im Leben – Geschichte eines Eigenheims" (1972) und die Geschichten um das "Hotel zur schönen Marianne"3) (1978), wo sich Buecheler als Hotelbesitzer Robert Schindlerpräsentierte, der gemeinsam mit Ehefrau Marianne (Nadja Tiller) versucht, das Hotel vor dem finanziellen Ruin zu retten. Zu den letzten Arbeiten für das Fernsehen gehörten der von Eberhard Itzenplitz in Szene gesetzte Zweiteiler "Schwarzenberg" (1989) nach dem Roman von Stefan Heym1) über die Nachkriegsjahre in der ehemaligen DDR.
Erwähnt werden muss, dass Buecheler immer mal wieder im Hörspielstudio stand, eine Auswahl der bei der ARD Hörspieldatenbank gelisteten Produktionen findet man hier.
  
Kurt Buecheler, verheiratet und Vater einer Tochter, lebte zuletzt in Stuttgart; dort starb er am 21. Juni 2004 – rund zwei Wochen vor seinem 89. Geburtstag.
Siehe auch Wikipedia
Fremde Links: 1) Wikipedia, 3) deutsches-filmhaus.de, 3) fernsehserien.de
     
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Fremde Links: Wikipedia, filmportal.de, Die Krimihomepage,
fernsehserien.de, deutsches.filmhaus.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Fremde Links: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia)
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