Kurt Buecheler
Kurt Buecheler gehört zu den Schauspielern, den vor allem die Älteren unter uns in zahllosen Film- und Fernsehproduktionen gesehen haben, dessen Name sich jedoch vermutlich nicht so eingeprägt hat, wie die der vielen anderen TV-Stars.
Geboren wurde Kurt Buecheler am 7. Juli 1915 als Sohn eines Sanitätsrates in Frankfurt am Main, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Nach dem Abitur besuchte er in Frankfurt die Hochschule für Theater, anschließend gab er am Schauspielhaus Remscheid sein Bühnedebüt und gehörte bis 1938 zum Ensemble. 1940 wechselte er an das Hamburger "Thalia-Theater", dessen Mitglied er mit Unterbrechungen wegen Arbeits- und Wehrdienst bis Kriegsende war.
Nach 1945 ging Buecheler für vier Jahre an das Frankfurter Schauspielhaus, ab 1949 spielte er für zwei Jahre am Berliner "Hebbel-Theater", seit 1951 gehörte er bis Ende der 1960er Jahre zum Ensemble der "Staatlichen Bühnen Berlins"; außerdem war er von 1967 bis 1980 Professor für Sprecherziehung an der "Berliner Hochschule der Künste".
Während seiner Theaterlaufbahn interpretierte Buecheler viele große Bühnenfiguren wie beispielsweise die Titelrolle in Goethes "Faust I" oder den Marquis Posa in Schillers "Don Carlos". In Frankfurt erlebte man ihn beispielsweise als Pylades in Goethes "Iphigenie auf Tauris", unter der Regie von Helmut Käutner gab er den Happy in Millers "Der Tod des Handlungsreisenden" am Berliner "Hebbel-Theater" an der Seite von Fritz Kortner. Anfang der 1970er Jahre brillierte er in Italien als Diderot in Goethes Übersetzung von Diderots "Rameaus Neffe" während einer Gastspielreise des "Goethe-Instituts".
Buecheler trat bei bei verschiedenen Festspielen wie den Ruhrfestspielen in Recklinghausen auf, er veranstaltete Vortragsabende und Lesungen mit Texten beispielsweise von Ringelnatz und Morgenstern.

Zum Film kam der Schauspieler Mitte der 1950er Jahre, es waren nie die Hauptrollen, sondern die für die Handlung unerlässlichen prägnanten Randfiguren, denen er er Kontur verlieh. Sein Leinwanddebüt hatte er 1955 in Josef von Bákys "Hotel Adlon" gegeben, es folgten Streifen wie Erich Engels Melodram "Vor Gott und den Menschen" (1955) mit Viktor de Kowa und Werner Klinglers "Spion für Deutschland" (1956, mit Willy Birgel). Harald Braun besetzte ihn in "Der gläserne Turm" (1957, mit Lilli Palmer), Géza von Radványi in "Ich schwöre und gelobe" (1960, mit Hans Christian Blech) und Kurt Hoffmann in seiner Dürrenmatt-Adaption "Die Ehe des Herrn Mississippi" (1961, mit O. E. Hasse). In Alfred Vohrers Wallace-Krimi "Der Mönch mit der Peitsche"1) (1967) mimte er den Winston Robson, mit Heinz Rühmann stand er für Franz Peter Wirths "Oh Jonathan, oh Jonathan!"1) (1973) vor der Kamera, mit Hildegard Knef und Carl Raddatz für Alfred Vohrers Fallada-Verfilmung "Jeder stirbt für sich allein"1) (1975).

Auf dem Bildschirm erlebte man Buecheler in verschiedenen Aufzeichnungen von Theateraufführungen, so als Guilbert in Goethes "Clavigo" (1964), und ambitionierten Literaturverfilmungen wie in "Peter Schlemihls wunderbare Geschichte" nach Adalbert von Chamisso (1967). Weitere Literaturverfilmungen, für die Buecheler vor der Kamera stand, waren "Eine Rechnung, die nicht aufgeht" (1968, nach Wolfdietrich Schnurre), "Amerika oder Der Verschollene" (1969, nach Kafka) oder "Die Abdankung" (1970, nach Heinrich Mann).
In Tom Toelles szenisch-dokumentarischem Zweiteiler "Der Reichstagsbrandprozess" (1967) verkörperte er den kommunistischen Fraktionsvorsitzenden Ernst Torgler1) (1893 – 1963), der als letzter Abgeordneter den Reichstag vor dem Brand verlassen hatte und 1933 zu den Mitangeklagten gehörte. In Dieter Wedels Regiedebüt "Gedenktag" (1970), einem Film über den Aufstand vom 17. Juni 1953 in Ost-Berlin, mimte er einen Staatsanwalt und in dem Dokumentarspiel "Die Pueblo-Affaire" (1972), zu dem Peter von Zahn das Drehbuch geschrieben hatte, sah man ihn als Admiral Johnson. Eine schöne Rolle war auch die des Dr. Krause in Eberhard Fechners "Tadellöser & Wolff"2) (1975) nach dem Roman von Walter Kempowski, weitere interessante Aufgaben hatte Buecheler unter anderem in Peter Beauvais' "Kur in Travemünde"3) (1979), Rainer Wolffhardts mehrteiliger Christine Brückner-Verfilmung "Nirgendwo ist Poenichen"2) (1980) und Eberhard Itzenplitz' Arzt-Drama "Mit Gewissenhaftigkeit und Würde" (1981). Darüber hinaus tauchte der Schauspieler mehrfach in populären Krimi-Reihen wie "Der Alte" und "Derrick" auf, zur Serien-Filmografie zählen auch die Familienreihe "Das Kurheim"4) (1972), die Sitcom "Mein lieber Mann" (1978) und die Geschichten um das "Hotel zur schönen Marianne"4) (1978), wo Buecheler der Hotelbesitzer Robert Schindler war, der gemeinsam mit Ehefrau Marianne (Nadja Tiller) versucht, das Hotel vor dem finanziellen Ruin zu retten. Zu den letzten Arbeiten für das Fernsehen gehört der von Eberhard Itzenplitz in Szene gesetzte Zweiteiler "Schwarzenberg" (1989) nach dem Roman von Stefan Heym über die Nachkriegsjahre in der ehemaligen DDR.
  
Kurt Buecheler, Vater einer Tochter, lebte zuletzt in Stuttgart; dort starb er am 21. Juni 2004 – rund zwei Wochen vor seinem 89. Geburtstag.
 
Link: 1) Wikipedia, 2) Beschreibung innerhalb dieser HP, 3) deutsches-filmhaus.de, 4) www.fernsehserien.de
Siehe auch Wikipedia; Filmografie bei der Internet Movie Database
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