Ursula Burg 1954; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pkm_0001148_246); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Datierung: 01.1954; Quelle: www.deutschefotothek.de Die Schauspielerin Ursula Burg wurde am 3. Februar 1919 in Hamburg in eine Künstler- bzw. Schauspielerfamilie hineingeboren. Hatte sie als Kind noch den Berufswunsch" Ärztin" genannt, entschied sie sich später wie ihre Geschwister für die "Bretter, die die Welt bedeuten" und ließ sich ab Mitte der 1930er Jahre an der Schauspielschule des "Hamburger Schauspielhauses" ausbilden, wie Wikipedia ausführt. Hierzu gibt es allerdings im "Lexikon der DDR-Stars"*) anders lautende Angaben, demnach soll sie in Berlin Unterricht an der Schauspielschule des "Deutschen Theaters" unter Heinz Hilpert genommen und auch an der renommierten Bühne debütiert haben. Es folgte ein Engagement in Göttingen, wo sie unter anderem als Titelheldin in Kleists "Das Käthchen von Heilbronn"1), als Julia in Shakespeares "Romeo und Julia"1) und als Luise in "Kabale und Liebe"1) von Friedrich Schiller auf sich aufmerksam machte. Nach Stationen unter anderem in Bremen – hier spielte sie Mitte September 1945 an dem von ihrem damaligen Lebensgefährten und Schauspielerkollegen Willy A. Kleinau gegründeten "Bremer Künstlertheater" die Titelrolle in Goethes "Stella"1) – und Hamburg, fand Ursula Burg Ende der 1940er Jahre ihre künstlerische Heimat in Berlin am "Deutschen Theater", gestaltete dort bis 1961 zahlreiche Charakterrollen bzw. die großen Heldinnen der Bühnen-Literatur und gehörte zu den Stützen des Hauses.
  
Ursula Burg 1954
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pkm_0001148_246)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham Pisarek1) (1901–1983); Datierung: 01.1954
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
Im folgenden eine kleine Auswahl der Rollen bzw. Theaterstücke, mit denen Ursula Burg am "Deutschen Theater" Erfolge feierte;
(Quelle (unter anderem) und fremde Links: Wikipedia)
Ursula Burg als …
Ursula Burg als Olivia in "Was ihr wollt" (1951); Quelle: www.deutschefotothek.de  (file: df_pk_0000965_017); Datierung: 1951; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek Ursula Burg als Roxane in "Cyrano de Bergerac" (1950); Quelle: www.deutschefotothek.de  (file: df_pk_0000835_030); Datierung: 02.1950; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek Ursula Burg als Ruth Sonnenbruck in "Die Sonnenbrucks" (1949); Quelle: www.deutschefotothek.de;  (file: df_pk_0000796_012); Datierung: 10.1949; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
… Olivia in
"Was ihr wollt" (1951)
Quelle: www.deutschefotothek.de
 (file: df_pk_0000965_017)
Datierung:
1951
… Roxane in
"Cyrano de Bergerac" (1950)
Quelle: www.deutschefotothek.de
 (file: df_pk_0000835_030)
Datierung: 02.1950
… Ruth Sonnenbruck in
"Die Sonnenbrucks" (1949)
Quelle: www.deutschefotothek.de
 (file: df_pk_0000796_012)
Datierung: 10.1949
  
Urheber: Abraham Pisarek1) (1901–1983);
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
  
Mit ihren Interpretation wie der Minna von Barnhelm, der Desdemona, der Maria Stuart oder der Lady Milford bewies sie ihre darstellerische Wandlungsfähigkeit, war eine Mimin, "die ihre gepflegte Erscheinung, ihr sonores Organ und ihre bedeutenden schauspielerischen Fähigkeiten in den gegensätzlichsten Rollen immer so einzusetzen weiß, daß die übrigen Mitwirkenden stets in natürlicher Weise ihr zugeordnet erscheinen, ohne von ihrem souveränen Können dominiert zu werden."4) Der Drehbuchautor, Satiriker und Kritiker Carl Andrießen1) schrieb einmal unter anderem, die Burg sei "durch Erscheinung und Haltung zur Salondame prädestiniert. (…) Kühle Überlegung und Überlegenheit, Reserviertheit und kalte Distanz, aber auch herzliche Verständnisinnigkeit, Wärme und Leidenschaft beherrscht sie gleichermaßen."5)  – einen Typus, mit dem sie auch vor der Kamera zu überzeugen wusste.
 
Mit der Filmfassung des Schauspiels "Die Sonnenbrucks" von Leon Kruczkowski begann für Ursula Burg eine eher überschaubare Leinwandkarriere, in Georg C. Klarens "Die Sonnenbrucks"1) (1951) spielte sie, wie schon auf der Bühne, die Pianistin Ruth Sonnenbruck, Tochter des Professors Walter Sonnenbruck (Eduard von Winterstein). Es folgte die Honoré de Balzac-Adaption "Karriere in Paris"2) (1952), gedreht nach dem Roman "Vater Goriot"1), mit dem Part der Anastasie Gräfin Restaud, ältere Tochter des Vater Goriot und Frau eines Adligen. In Slatan Dudows Gegenwartsfilm "Frauenschicksale"1) (1952) gab sie die abgetakelte, exaltierte Westberliner Adlige Isa von Trautwald, die für den schmierig-weltgewandten Verführer und Lebemann Conny Lohmüller (Hanns Groth1)) eine passende Komplizin zu sein scheint. In Arthur Pohls Literaturverfilmung "Kein Hüsung"1) (1954) nach dem Vers-Epos von Fritz Reuter1) tauchte sie als "arrogant-frömmelnde" Baronin auf, als Yvonne Berndorf in "Die Schönste"1) (1957), schöne Frau des reichen Unternehmers Alexander Berndorf, der von Willy A. Kleinau dargestellt wurde. Diese gesellschaftskritische Produktion fiel der Zensur zum Opfer und wurde mit Aufführungsverbot belegt, die Uraufführung der rekonstruierten Fassung erfolgte erst am 24. Mai 2002. "Die Schönste" wurde teilweise in West-Berlin und mit einigen West-Schauspielern, z.B. Siegfried Schürenberg, gedreht. Entscheidend war aber vermutlich die dem Ministerium für Kultur unzureichende propagandistische Darstellung der kapitalistischen Westfamilie und des heimischen Arbeiterhaushalts. Zahlreiche Kürzungen, Szenenumstellungen, mit schlichterem Dekor nachgedrehte Szenen, Outtake-Einfügungen sowie eine Rahmenhandlung änderten 1959 nichts am Aufführungsverbot. notiert Wikipedia; → siehe auch defa-stiftung.de.
Ihre kurze Leinwandkarriere beendete Ursula Burg wie sie sie begonnen hatte – mit einer Bühnenrolle: Sie spielte wie in der 1959/60er Inszenierung von Wolf-Dieter Panse1) des Schauspiels "Professor Mamlock"1) von Friedrich Wolf die Ellen Mamlock, Frau des Professor Mamlock. Die gelungene Kinoadaption "Professor Mamlock"1)  (1961) war vom Sohn des Autors Konrad Wolf1)  in Szene gesetzt worden, auch hier hatte Wolfgang Heinz1) die Hauptrolle des Professor Mamlock übernommen.
Auf dem Bildschirm war Ursula Burg – neben der Übertragung von Theaterinszenierungen – nur sporadisch präsent, übernahm beispielsweise in der Stefan Heym-Verfilmung "Die schwarze Liste"3) die Rolle der amerikanischen Schauspielerin Betty Frazier, die der allgemeinen Hysterie in der so genannten McCarthy-Ära1) zum Opfer fällt. Dieses am 13. März 1954 ausgestrahlte Stück gilt als erste Produktion des "Fernsehzentrum Berlin"1) (FZ), das sich mit einer Thematik der Gegenwart auseinander setzte. Sie zeigte sich in Klassiker-Adaptionen wie mit der Titelrolle in "Lysistrata"3) (1955) nach der Komödie von Aristophanes1), mimte die Mätresse des "Sonnenkönigs" Ludwigs XIV., Francoise, Marquise de Montespan1), in "Hexen von Paris"3) (1958), gedreht nach dem historischen Roman von Hans José Rehfisch1), der den Hexenwahn und und Intrigen am Hof Ludwigs XIV. thematisiert. In dem Drama "Die letzte Probe"3) (1960) nach dem Schauspiel von Friedrich Wolf kam sie als Protagonistin Vera Sommer, Primadonna an einer Wiener Bühne daher.
 
Noch Ende März 1961 mit dem "Kunstpreis der DDR"1) für ihr künstlerisches Gesamtschaffen am "Deutschen Theater" geehrt, sollte sich die berufliche Laufbahn der im Westteil Berlins lebenden Ursula Burg mit dem Mauerbau1) am 13. August 1961 schlagartig ändern. Nur noch kurze Zeit trat sie bis Ende 1961 am "Deutschen Theater" auf, nahm schließlich ein Engagement in Nürnberg an, wo sie ihren späteren Ehemann, den Schauspieler bzw. Regisseur Edgar Walther kennenlernte, wenig später ihre Bühnenkarriere beendete und mehr und mehr aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwand. Sie gehörte Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre noch zur Besetzung einiger TV-Produktionen und betätigte sich bis Mitte der 1980er Jahre immer mal wieder als Sprecherin in Hörfunk-Produktionen. Bereits beim "Rundfunk der DDR"1) hatte sie seit Ende der 1940er Jahre vor dem Mikrofon gestanden, eine Auswahl der in der ARD-Hörspieldatenbank aufgeführten Stücke findet man hier am Ende des Artikels.
 
Ursula Burg starb am 23. Februar 1996 im Alter von 77 Jahren in München. "Dem, der sie einmal sah, blieb sie unvergesslich. Nie vergisst man ihre Sternaugen, mit denen sie spöttisch und manchmal auch ironisch ihre Umwelt betrachtete. Stets beeindruckend war ihr trockener, intelligenter Humor und ihre Schlagfertigkeit", sagte Kollege und Freund Hans Stetter in einem Nachruf. Stetter gehörte bis 1958 zum Ensemble des "Deutschen Theaters" und stand mit Ursula Burg auch für den Kinofilm "Die Schönste" (Rolle: Walter Schmedes) vor der Kamera.
Quellen: "Lexikon der DDR-Stars"*), Wikipedia
*) "Lexikon der DDR-Stars" von F.-B. Habel und Volker Wachter (Ausgabe 1999, S. 48/49)
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) defa-stiftung.de, 3) fernsehenderddr.de
4) nach Wikipedia: Anonymus: "Theater in Luzern", Neue Zürcher Zeitung, 1. April 1963
5) nach dem Artikel bei defa-sternstunden.de (Seite nicht mehr abrufbar)
    
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de (Auszug)

(Fremde Links: Wikipedia, defa-stiftung.de, fernsehenderddr.de, deutsches-filmhaus.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
  
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Fremde Links: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia)
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de