Mathieu Carrière 01; Copyright Virginia Shue Mathieu Carrière, deutschen*) Psychiaters Dr. Bern Carrière1) (1921 – 2015) und dessen Ehefrau Jutta (1920 – 2012), wurde am 2. August 1950 in Hannover geboren und wuchs ab seinem vierten Lebensjahr in Berlin, ab 1962 in Lübeck auf – gemeinsam mit seiner jüngeren Schwester Mareike (1954 – 2014), die wie Bruder Till2) (1952 – 1979) ebenfalls den Schauspielerberuf ergriff; Till Carrière, ein Theaterschauspieler, nahm sich im Alter von 24 Jahren das Leben.
Nach dem Abitur auf einem Jesuiteninternat im bretonischen Vannes1) zog es den jungen Carrière nach Paris, wo er ab 1969 ein Philosophie-Studium an der "Universität Vincennes" absolvierte und 1978 mit einer Studie über Heinrich von Kleist1) abschloss; 1981 veröffentlichte er dieses Essay unter dem Titel "Für eine Literatur des Krieges Kleist". Ein weiteres Werk aus seiner Feder ist der Band "Wilde Behauptung. Jennifer Bartlett und die Kunst" (1994).
Sein aktuelles Buch "Im Innern der Seifenblase", mit dem der Künstler sein Debüt als Romancier gab, erschien im März 2011; mehr bei www.mathieu-carriere.com.
 
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Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Neben seine Studien ließ Mathieu Carrière seine Arbeit für den Film nicht außer Acht. Bereits mit 13 Jahren hatte er in Rolf Thieles Thomas-Mann-Verfilmung "Tonio Kröger"1) als junger Tonio Kröger sein Leinwanddebüt gegeben, internationale Anerkennung erfuhr er 1966 mit der kühl-distanzierten Darstellung des Törless in der Literaturverfilmung "Der junge Törless"1), Volker Schlöndorffs1) Debütfilm nach "Die Verwirrungen des Zöglings Törless"1) von Robert Musil1).
 
Ab Mitte der 1970er Jahre widmete sich Mathieu Carrière intensiver der Arbeit am Theater, unter anderem gestaltete er 1975 am "Théâtre National de Paris" die Titelrolle in der Bühnenfassung von Oscar Wildes "Das Bildnis des Dorian Gray"1), bei den "Salzburger Festspielen" erlebte man ihn 1981 unter der Regie von Rudolf Noelte1) als St. Just1) in dem Büchner-Drama "Dantons Tod"1) – Götz George gab den Danton1), an der Seite von Hanna Schygulla glänzte er 1980 während einer Tournee in der Dostojewski-Adation "Der Idiot"1). Viel Beachtung fand 1974 auch seine Travestie-Nummer im "Alcazar de Paris", wo er Hamlet-Monologe und Goebbels-Reden vortrug.
Rund drei Jahrzehnte später  präsentierte er sich bei der Weltpremiere des Musicals "Robin Hood – Für Liebe und Gerechtigkeit"1) am 8. Dezember 2005 im Bremer "Musical Theater" an der Seite von Titelheld Jesper Tydén1) als Bischof von Herford.
  
 

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Mathieu Carrière 02; Copyright Virginia Shue
Zu Carrières jüngeren Arbeiten am Theater zählte seine Rolle des greisen Armin in dem von Frank Hoffmann in Szene gesetzten Dramenfragment "Robert Guiskard – Herzog der Normänner" von Heinrich von Kleist, neben Thomas Thieme in der Titelrolle des Robert Guiskard1); die Co-Produktion des Hamburger "Deutschen Schauspielhauses" mit den "Ruhrfestspielen Recklinghausen 2010" feierte am 3. Mai 2010 in Recklinghausen Premiere, die Premiere am "Deutschen Schauspielhaus" war am 2. September 2010.
Als Sigmund Freud1) war Carrière zusammen mit Barbara Lanz1) in "Letzte Runde – Freud im Fegefeuer" in der mondänen "M&M Bar" im Hamburger "Maritim Hotel Reichshof"1) (neben dem Hamburger Schauspielhaus) zu sehen. Premiere bzw. Uraufführung des vom amerikanischen Autor (und Rechtsanwalt) Seth Yorra nach eigenen Texten inszenierten Stückes war am 5. Mai 2011, bis Mitte Juni fanden weitere Aufführungen statt: Am 23. September 1939, drei Wochen nach Hitlers Überfall auf Polen, sitzt Sigmund Freud in seiner Londoner Wohnung. Er ist 83 Jahre alt, müde und schwerkrank. Er will sterben. Zum letzten Mal spielt Freud mit seiner Tochter Anna – um seinen Tod. Von Schmerzen geplagt und von Medikamenten euphorisiert, mäandern seine Gedanken durch sein Leben und sein Denken, unterbrochen von den Albträumen der Besetzung Österreichs durch die Deutschen. Bis er stirbt. Und Anna den Schlusspunkt setzt. konnte man auf der Website des Hamburger "Deutschen Schauspielhauses" lesen.
  
Seit der Premiere am 26. Oktober 2014 spielte Carrière an den "Hamburger Kammerspielen"1) in der deutschsprachigen Erstaufführung des Konversationsstücks "Unsere Frauen" (Regie: Jean-Claude Berutti1)) von Éric Assous gemeinsam mit Ulrich Bähnk1) und Dieter Laser: "Drei alte Freunde wollen einen gemütlichen Abend zusammen verbringen: Zum einen ist da Max (Dieter Laser), ein Radiologe und Ästhet, der in seinem großzügigen Loft standhaft im Zölibat lebt – nur Schallplatten haben Zutritt. Der zweite ist Paul (Mathieu Carrière), ein Allgemeinarzt, vermeintlich glücklicher Ehemann und Vater mit wenig Ahnung von seiner Tochter. Und dann gibt es da noch ihren Kumpel Simon (Ulrich Bähnk), den Friseur. Er kommt zu spät. Er ist betrunken. Denn er hat gerade im Affekt seine Frau getötet. Und jetzt? Natürlich gleich zur Polizei gehen, sich stellen, empfiehlt Max. Sofort fliehen, untertauchen, meint Paul. Ihm einfach ein Alibi geben, schlägt Simon vor. Während Simon auf dem Sofa seinen Rausch ausschläft, diskutieren sich die beiden anderen die Köpfe heiß: Wie weit darf man für einen Freund gehen?" (Quelle: hamburger-kammerspiele.de) "Diesen Darstellern zuzusehen, ist die pure Freude. Dem elegant über die Küchenzeile tänzelnden und expressiv gestikulierenden Dieter Laser, dem erstaunlich zurückgenommenen Mathieu Carrière und dem erfrischend uneitlen Ulrich Bähnk mit grauer Stehfrisur. Zu dritt fackeln sie ein komödiantisches Feuer ab." schrieb unter anderem das "Hamburger Abendblatt", bis Oktober 2015 standen weitere Vorstellungen auf dem Spielplan.
Zudem trat Carrière ab Anfang August 2014 am "Berliner Ensemble"1) in "Sommer 14 – Ein Totentanz" von Rolf Hochhuth1) in Erscheinung, der damit den Ausbruch des 1. Weltkrieges vor genau 100 Jahren thematisierte. Neben Mathieu Carrière in der Rolle des Kaiser Wilhelm II.1) standen so prominente Namen wie Reiner Schöne (Reichskanzler Bethmann1)), Ottfried Fischer1) (Kaiser Franz Joseph1)) oder Diana Körner ("Tod") auf der Besetzungsliste des von Torsten Münchow1) inszenierten Stücks. "Mathieu Carrière ist als Kaiser Wilhelm ein paranoider, weinerlicher, quengelnder Wirrkopf" schrieb das "Kulturrradio rbb" und "Der Tagesspiegel" notierte: "Auch im Bademantel liefert Mathieu Carrière ein überzeugendes Porträt Wilhelms II. als lakonisch-fragiler Fürst, den lahmen Arm historisch korrekt in der Schlaufe, leicht tuntig, gelegentlich jähzornig, letztlich willensschwacher Spielball seiner Berater."
2015 war Carriere mit Proben für die 65.  Bad Hersfelder Festspiele1) beschäftigt, der neue Intendant Dieter Wedel1) hatt ihn für die Aufführung des Shakespeare-Stücks "Komödie der Irrungen"1) verpflichtet, mit der der renommierte Regisseur und Filmemacher Wedel die Saison am 6  Juni 2015 in der Stiftsruine eröffnete. An der Seite von Lucas Prisor1) (Antipholis von Ephesus), Lars Rudolph1) (Dromio aus Ephesus) und Cosma Shiva Hagen1) (Ehefrau des Antipholis) interpretierte Carrière den Vater von Adriana und Samira (Teresa Rizos1)); in weiteren Rollen sah man unter anderem Heinz Hoenig1) (Kaufmann Kamel) und Sonja Kirchberger1) (Emmelina, Adrianas Köchin). Im Juni 2016 begeisterte er bei den "Burgfestspiele Jagsthausen"1) als Adalbert von Weislingen in Goethes "Götz von Berlichingen"1) an der Seite von Protagonist Christopher Krieg1), spielte bei den "Bad Hersfelder Festspielen" auf der zweiten Freilichtbühne im Schloss Eichhof1) erneut in "Unsere Frauen". Im darauffolgenden Jahr (24.06.–03.09.2017) zeigte er sich bei den "Karl-May-Spielen"1) in Bad Segeberg in "Old Surehand" als kaltblütiger General Douglas, Jan Sosniok1) mimte den Winnetou, Alexander Klaws1) den  Old Surehand → karl-may-wiki.de. Bereits in der Saison 2000 war er auf der Freilichtbühne am Bad Segeberger Kalkberg mit der Titelrolle bzw. als schurkischer Grinley in "Der Ölprinz" an der Seite von Winnetou-Darsteller Gojko Mitić aufgetreten → karl-may-wiki.de, www.welt.de.
Aktuell befindet sich der Schauspieler zusammen mit Alexandra von Schwerin1) seit Anfang März 2018 auf einer Tournee und spielt in der Tragikomödie "Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit" von Éric Assous den Serge; vom 26. April bis 10. Juni 2018 wird das Stück in der Münchener "Komödie im Bayerischen Hof" gezeigt → mehr bei www.komoedie-muenchen.de bzw. www.muenchner-tournee.de.
 
In etlichen internationalen Kino-Produktionen verkörperte Carrière "feinnervige, elegante, zuweilen psychisch labile Charaktere"2) (…) Oft muss Carrière seine äußeren Vorzüge nur fotogen ins Bild setzen wie in Roger Vadims "Don Juan 73" oder David Hamiltons Softporno "Bilitis". Oder er stellt innere Abwesenheit zur Schau wie in Marguerite Duras' artifiziellem "India Song". Der blasierte junge Mann posiert auch als Psychopath: Für Roger Vadim spielt er einen Millionärssohn, der aus Langeweile kleine Mädchen killt ("La jeune fille assassinée"), für Denis Héroux einen irren Vietnam-Heimkehrer und homosexuellen Mörder von acht Schwesternschülerinnen ("Die Hinrichtung")2).
Mathieu Carrière; Copyright Edmond Frederik Die Filmografie des Künstlers, der auch vereinzelt hinter der Kamera stand, weist bis Ende der 1990er Jahre zahllose Arbeiten mit renommierten Regisseuren auf. In nachhaltiger Erinnerung ist der Schauspieler mit außergewöhnlichen, ambivalenten Figuren geblieben, zu nennen sind etwa die Titelrolle in Herbert Veselys Filmbiografie "Egon Schiele – Exzesse"1) (1981), der Ruppert von Leggaert bzw. Federico Logo in "Die Spaziergängerin von Sans-Souci"1) (1982, mit Romy Schneider), der Gigolo Chris in Robert van Ackerens Kassenschlager "Die flambierte Frau"1) (1983, mit Gudrun Landgrebe), der Obersturmführer Knoch in Jerzy Hoffmans Holocaust-Drama "Blutiger Schnee"1) (1984) oder der Eduard Strauss1) in dem Biopic "Johann Strauß – Der ungekrönte König"1) (1987). 1992 tauchte er als König Johann von Portugal1) neben Altstar Marlon Brando in John Glens Historienepos "Christopher Columbus – Der Entdecker"1) (Christopher Columbus: The Discovery) auf, rund zehn Jahre später interpretierte er in "Luther"1) (2003), der aufwendig inszenierten Lebensgeschichte des Kirchenreformators Martin Luther1) mit Joseph Fiennes1) in der Titelrolle, den dünkelhaften Kardinal Thomas Cajetan1).
Dennoch gelingt es Carrière kaum, sein Rollenrepertoire zu erweitern. Es sind weiterhin gefühlskalte, intellektuelle und beherrschte Karrieristen, attraktive Bösewichte oder – in ausländischen Produktionen – hochfahrende Herrenmenschen ("La passante du sans-souci"; "Shining Through"), die er stets glatt und routiniert vorführt. Eine markante Rolle bietet ihm die deutsche Großproduktion "Luther", in der er als Kardinal Cajetan "die klerikale Arroganz glanzvoll in Szene setzt" (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.3.2003).2)
 
Das Foto (auch Hintergrund) wurde mir freundlicherweise
von dem Fotografen Edmond Frederik zur Verfügung gestellt.
© Edmond Frederik
Mathieu Carrière stand unter anderem für die polnisch-luxemburgische Produktion "Your Name is Justine"1) (2004, Masz na imię Justine) des Regisseurs Franco De Pena vor der Kinokamera, spielte in Andreas Marschalls Horrorstreifen "Tears of Kali"1) (2004) und verkörperte in dem Abenteuer "Arsène Lupin – Der König unter den Dieben"1) (2004, Arsène Lupin) den Herzog von Orléans. In Bernd Böhlichs Tragikomödie "Du bist nicht allein"1) (2007) war er ebenso zu sehen wie in Andreas Arnstedts1) mehrfach ausgezeichnetem Sozialdrama "Die Entbehrlichen"1) (2009), wo er die Rolle des Holocaust-Überlebenden Gerhardt Rott gestaltete. Nach einer wahren Begebenheit wird die die tragische Geschichte des zwölfjährigen Jakob Weiss (Oskar Bökelmann) erzählt, der in einer Arbeiterfamilie der Unterschicht aufwächst. Der Film ging am am 30. September 2010 in Deutschland an den Start; mehr bei www.die-entbehrlichen.de.
Zu nennen ist auch das Drama "Bergblut"1) (vormals "Das Heilige Land Tyrol") von Regisseur Philipp J. Pamer, im Rahmen des 28. Filmfestes München (25. Juni bis 3. Juli 2010) feierte Pamers erster Langfilm seine Deutschland-Premiere; Kinostart in Deutschland war der 27. Januar 2011. Erzählt wird die Geschichte der jungen bayerischen Arzttochter Katharina Heimstedt (Ingá Birkenfeld), die im Jahre 1809 mit ihrem Mann Franz (Wolfgang Menardi) nach Tirol fliehen muss. Dort durchlebt sie auf einem Bergbauernhof im Passiertal das Jahr des Volksaufstandes um Andreas Hofer in seiner vollen Härte und wird von den Wirren des Krieges erfasst; Mathieu Carrière verkörpert die Figur eines französischem Capitaines.
Nach der Kinoproduktion "Sans queue ni tête" (2010) von Regisseur Jeanne Labrune (mit Isabelle Huppert1) in der Hauptrolle) gehörte Mathieu Carrière unter anderem zur Besetzung der französisch-belgischen Co-Produktion bzw. Sylvain Whites Krimi "La marque des anges – Miserere" (2013, Choral des Todes) mit Gérard Depardieu → www.film-zeit.de. Danach gab er den Ex-Obersturmbannführer Frisch in Uwe Jansons ganz auf seine Protagonisten Hannelore Elsner und Max Riemelt zugeschnittenen Tragikomödie "Auf Das Leben!"1) (Kinostart: 27.11.2014). Zuletzt spielte er für Andreas Arnstedt in dessen Drama "Vollmond" (2017) und in "Rhein-Lahn Krimi: Jammertal" (2017) des jungen Filmemachers Etienne Heimann → Auszug Kinofilme
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Seit Ende der 1970er Jahre ist Mathieu Carrière vermehrt im Fernsehen präsent. Seine brillant gespielte Rolle des Karl Siebrecht in der Fallada-Adaption "Ein Mann will nach oben" (1978) machte ihn auch bei den TV-Zuschauern über Nacht zum Publikumsliebling. Prägnante Auftritte in beliebten Krimi-Serien wie "Der Kommissar", "Derrick", "Der Alte" oder "Tatort" gehören ebenso zu seiner TV-Vita wie Unterhaltungsserien. So mimte er beispielsweise 1993 fünf Folgen lang in "Freunde fürs Leben" den Reederei-Direktor Werner Westfal, gab den Frauenschwarm Graf Gregor von Hohenstein in der im Adelsmilieu angesiedelten Familiensaga "Schloß Hohenstein – Irrwege zum Glück" (1992–1995) oder den indischen Aristokraten Raska in dem internationalen Abenteuer-Vierteiler "Die Rückkehr des Sandokan"1) (1996).

Mathieu Carrière am 12.02.2010 anlässlich der Berlinale-Veranstaltung
"Movie meets Media" im Berliner Ritz-Carlton-Hotel
Foto mit freundlicher Genehmigung des Berliner
Fotografen Christian Behring/© Christian Behring
(www.christian-behring.com)

Mathieu Carrière am 12.02.2010 anlässlich der Berlinale-Veranstaltung "Movie meets Media" im Berliner Ritz-Carlton-Hotel; Foto mit freundlicher Genehmigung des Berliner Fotografen Christian Behring/Copyright Christian Behring
Mathieu Carrière am 12.02.2013 in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz"; Foto zur Verfügung gestellt von Udo Grimberg; Copyright Udo Grimberg Weitere Melodramen wie "Flammen der Liebe" (1996), "Utta Danella – Die Hochzeit auf dem Lande" (2002) oder die SAT.1-Telenovela "Anna und die Liebe"1), wo er Anfang April 2009 nach 154 Folgen als Robert Broda den Serientod sterben musste, sind zu nennen. In der Sat.1-"Romantic Comedy" mit dem Titel "Sind denn alle Männer Schweine?"1) mit Valerie Niehaus und Oliver Mommsen in den Hauptrollen tauchte Mathieu Carrière am 7. September 2010 als mürrischer Dr. Baldus auf. In Bernd Fischerauers aufwendig, basierend auf Originaldokumenten inszenierten zweiteiligen BR-Dokumentarspiel "Gewaltfrieden"3) verkörperte Mathieu Carrière den ersten Außenminister der Weimarer Republik, Ulrich Graf Brockdorff-Rantzau1) (1869 – 1928). "Die Verfilmung mit Starbesetzung spannt einen Bogen vom Waffenstillstandsabkommen und dem Kieler Matrosenaufstand im November 1918 über die Ermordung der Marxisten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht im Januar 1919 bis hin zur Unterzeichnung des Versailler Friedensvertrags im Juni desselben Jahres." notiert prisma.de. Die Erstausstrahlung erfolgte am 19.02. bzw. 21.02.2010 bei BR-alpha; mehr bei www.br.de. Die Dreharbeiten zu dem ebenfalls von Bernd Fischerauer in Szene gesetzten Dokumentarspiel "Die Machtergreifung" waren abgeschlossen, erneut verkörperte der Schauspieler eine historische Persönlichkeit, den Franz von Papen1) (1879 – 1969), 1932 Reichskanzler und 1933 bis 1934 Vizekanzler im Kabinett Hitler. Das Dokumentarspiel "Die Machtergreifung" feierte seine TV-Premiere am 28. Januar 2012 auf BR-alpha → www.br.de. Es folgten Gastrollen in Krimi-Serien wie "Der letzte Bulle" (Episode "Es lebe der Sport", EA: 12.03.2012) und "SOKO Leipzig" (Episode "Stilbruch", EA. 16.03.2012), in dem SAT.1-Thriller "Verfolgt – Der kleine Zeuge"1) (EA: 24.04.2012) trat er als Vater der blinden Ester (Marie Zielcke) auf → Auszug TV-Produktionen.
 
Foto: Mathieu Carrière am 12.02.2013 in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz"1)
Foto zur Verfügung gestellt von Udo Grimberg; © Udo Grimberg
Zudem ist der Schauspieler ein begehrter Sprecher, so war er beispielsweise im Herbst 1997 der Edmond Dantés in der mehrteiligen Hörspielfassung des Romans "Der Graf von Monte Cristo"1) von Alexandre Dumas der Ältere. Ende März 1999 sprach er den Klaus Mann1) in dem auch auf CD erschienenen Dokumentarhörspiel "Ruhe gibt es nicht, bis zum Schluß – Das kurze Leben des Schriftstellers Klaus Mann"5) von Uwe Naumann1). Eine weitere Arbeit ist beispielsweise die zweiteilige Adaption des Krimis "Der Tag der Eule"5) (EA: 17./24.06.2002) von Leonardo Sciascia1) ("Il giorno della civetta"1)), hier sprach er den Blonden bzw. die Excellenz Livigni. 2007 erschien Kafkas "Der Process"1), erzählt von Alexander Khuon1), Mathieu Carriere und Anja Niederfahrenhorst, sowie die Lesung am 31. Oktober 2007 in der Berliner "Universum Lounge" aus "Kalter Wind in Genua", in der Mathieu Carrière dem Publikum den Krimi von Bruno Morchio nahe brachte. Die Audio-CD "Suchers Leidenschaften: Franz Kafka: Eine Einführung in Leben und Werk ", gelesen von Mathieu Carrière und C. Bernd Sucher1), erschien am 31. März 2008, bereits 2005 war aus der Reihe "Suchers Leidenschaften" die szenische Lesung "Franz Kafka oder Man muss wie in einem dunklen Tunnel schreiben" auf den Markt gekommen – um nur Einiges zu nennen.
Erwähnt werden sollten auch noch Carrieres Ausflüge ins eher seichte Show-Business. So nahm er im April 2010 an der RTL-Tanzshow "Let's Dance"1) teil, schied jedoch bereits in der zweiten Folge aus. Vom 14. Januar bis zum 26. Januar 2011 ging in der fünften Staffel der RTL-Sendung "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!"1) ins Dschungelcamp und belegte den sechsten Platz. 2013 nahm er am Promi "Frauentausch"1) teil und wechselte seinen Alltag mit dem von René Weller1), in der Promi-Ausgabe der Styling-Doku "Shopping Queen"1) belegte er Mitte März 2014 den 4. Platz.
Carrière, der bereits 1970 den Darstellerpreis in Karlsbad für seine Rolle in dem Drama "La maison des Bories"1) ("Das Haus der Bories") erhielt, war 1980 Mitglied der internationalen Jury bei den "Berliner Filmfestspielen"1). 1983 heiratete der Künstler in den USA die Malerin Jennifer Bartlett1), aus der Verbindung stammt die 1985 geborene Tochter Alice Isabell; die Ehe wurde geschieden. Eine zweite Tochter, Elena Sophie, stammt aus der Beziehung zu der Kostümbildnerin Bettina Proske. Mit seiner Ex-Partnerin Bettina Proske stritt Carrière lange um das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Elena, engagiert(e) sich beim Verein "VAFK" (Väteraufbruch für Kinder e.V.). Aufsehen erregte seine künstlerische Performance am 17. Juni 2006 vor dem Bundesjustizministerium in Berlin im Rahmen einer Demonstration des Vereins "Väteraufbruch für Kinder e.V., als er sich aus Protest gegen die mangelnden Rechte von Vätern und Kindern an ein Kreuz binden ließ. Carrière gehört zu den prominentesten Kritikern des deutschen Scheidungs- und Sorgerechts. (…) Hintergrund ist ein seit Jahren andauernder Sorgerechtsstreit um seine Tochter. Deren Mutter verweigert ihm das Besuchsrecht und verweist auf das Recht des Kindes auf Schutz der Persönlichkeit, das durch die Gegenwart des prominenten Vaters verletzt werde.4)
Mathieu Carrière lebte viele Jahre überwiegend in seiner Wahlheimat Paris, in neuerer Zeit hat der Künstler sein Domizil in einer Altbauwohnung in Hamburg-Altona bezogen, lebt mit mehreren Mitbewohnern plus Hund in einer klassischen Wohngemeinschaft und pendelt zwischen Hamburg und Paris.
 

Foto: Mathieu Carrière 2017
Urheber: Udo Grimberg; User: Chester100
Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de
Quelle: Wikimedia Commons

Mathieu Carrière 2017; Urheber: Udo Grimberg; User: Chester100; Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de; Quelle: Wikimedia Commons
Webpräsenz: www.mathieu-carriere.com, unter anderem mit aktuellen Informationen
Siehe auch Wikipedia, www.prisma.de, www.kino.de, www.deutsches-filmhaus.de, filmportal.de
*) Der französische Familienname ist hugenottischen Ursprungs.  → Anke Hinrichs: Die Carrieres (ankehinrichs.de, abgerufen am 23. Juli 2014). Zuerst veröffentlicht in: Eppendorfer Zeitung für Psychiatrie 26 (2011, Nr. 2, S.  3; PDF-Dokument)
Fremde Links: 1) Wikipedia, 3) prisma.de, 5) ARD-Hörspieldatenbank
Quelle: 2) "CineGraph" Lexikon zum deutschsprachigen Film (1984) , 4) Wikipedia (abgerufen 25.01.2012)
Stand April 2018
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia(deutsch/englisch), filmportal.de, Dirk Jasper FilmLexikon,
prisma.de, deutsches-filmhaus.de, fernsehserien.de, Die Krimihomepage, tittelbach.tv)
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