Claus Clausen auf einem Foto von Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: www.cyranos.ch Claus Clausen wurde am 15. August 1899 als Sohn des Schriftstellers Ernst Clausen1) (1861 – 1912) in Eisenach geboren. Nach dem Abitur entschied er sich für den Beruf des Schauspielers und stand bald erfolgreich auf der Bühne. Ein erstes Engagement hatte er 1920 am Weimarer "Nationaltheater" erhalten, wo er vier Jahre lang die unterschiedlichsten Rollen spielte, dann folgte er 1924 einem Ruf nach Gera an das "Reußische Theater", wechselte drei Jahre später an das "Zürcher Schauspielhaus". 1929 kehrte er nach Deutschland zurück, trat zunächst an der Berliner "Volksbühne" auf, um dann von 1930 bis 1933 am "Neuen Schauspielhaus" von Königsberg zu arbeiten. Anschließend ging er nach Berlin zurück und war während des Nazi-Regimes bis 1938 am "Deutschen Theater" und am "Staatstheater" sowie bis 1944 am "Schillertheater" engagiert.
Seit Anfang der 1930er Jahre arbeitete Clausen auch sporadisch für den Film und trat in einigen propagandistisch gefärbten Filmen auf. 
 
Foto: Claus Clausen auf einem Foto von Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: www.cyranos.ch; Angaben zur Lizenz siehe hier
Sein Leinwanddebüt hatte der blonde Schauspieler mit den stahlblauen, kalten Augen 1930 als Leutnant in G. W. Pabsts Antikriegsfilm "Westfront 1918"1) gegeben, einem Film, der von der NS-Zensur im April 1933 wegen der realistischen, grausamen Bilder und der "einseitigen und deshalb unwahren Darstellung vom Krieg" verboten wurde.
Ebenfalls 1930 sah man ihn an der Seite von Grete Mosheim in dem stummen Drama "Cyankali"1), das Hans Tintner nach dem gleichnamigen Theaterstück von Friedrich Wolf in Szene gesetzt hatte, Luis Trenker besetzte ihn als Leutnant Kall in seinem Bergdrama "Berge in Flammen"1) (1931). In dem bis heute als "
Vorbehaltsfilm"1) eingestuften Propagandastreifen "Hitlerjunge Quex: Ein Film vom Opfergeist der deutschen Jugend"1) (1933) mimte er unter der Regie von Hans Steinhoff, neben Heinrich George und Berta Drews als Eltern des "Titelhelden", den Bannführer Kaß. Hans Steinhoff übertrug Clausen dann wenig später die Rolle des Leutnants Hans Hermann von Katte in dem Historienfilm "Der Alte und der junge König – Friedrichs des Großen Jugend"1) (1935): Emil Jannings spielte den König Friedrich Wilhelm I.1), Werner Hinz den sensiblen, musisch veranlagten Kronprinzen Friedrich1), den späteren "alten Fritz", der mit Hilfe seines Freundes Katte dem gestrengen Regiment seines Vaters zu entfliehen versucht. Doch der Plan misslingt, der Vater Friedrich Wilhelm wirft seinen Sohn in den Kerker und lässt Leutnant Katte vor den Augen seines Sohnes hinrichten. Die Worte "Besser, dass ein Leutnant Katte stirbt, als dass das Recht kommt aus der Welt" passten so recht in die NS-Ideologie, der Film erhielt im "Dritten Reich" die Prädikate "staatspolitisch", "künstlerisch besonders wertvoll" und "volksbildend".
 
In dem abenteuerlichen Trenker-Streifen "Der Feuerteufel"1) (1940) zeigte sich Clausen dann nach einigen Jahren filmischer Abstinenz als Major Ferdinand von Schill, im gleichen Jahr spielte er in "Ein Robinson – Das Tagebuch eines Matrosen"1) den Fähnrich Fritz Grothe, 1942 folgte die Rolle des Prinzen Heinrich des Älteren in Veit Harlans propagandistischem, preußenglorifizierenden Historienepos "Der Große König"1)  an der Seite von Otto Gebühr als König Friedrich II. Zu Clausens weiteren Filmen bis Kriegsende zählen Werner Klinglers Kriminalfilm "
Der Verteidiger hat das Wort"2) (1944) mit Heinrich George sowie Veit Harlans Durchhaltestreifen "Kolberg"1) (1945), ebenfalls mit Heinrich George in der Hauptrolle. Hier verkörperte Clausen den preußischen König Friedrich Wilhelm III.1), der von Gneisenau1) (Horst Caspar) zu einem endgültigen Schlag gegen die Truppen Napoleons überredet wird, als die Kolberger Bürger in den Jahren 1806/07 gegen Napoleons Truppen erfolgreich Widerstand geleistet haben. "Kolberg" war der letzte fertiggestellte Spielfilm aus der nationalsozialistischen Propaganda-Fabrik, gehörte mit 8 Millionen Reichsmark zu den monumentalsten Filmproduktionen der braunen Machthaber und sollte den Durchhaltewillen nach dem Vorbild der 1806/1807 belagerten Küstenfestung stärken. Der Film wurde nach 1945 in allen vier Besatzungszonen verboten und ist bis heute ein "Vorbehaltsfilm". 1965 kam der Film unter dem Titel "Kolberg – Der 30. Januar 1945" neu in die Kinos. Die Neufassung war mit dokumentarischen Einschüben versehen, die dem Publikum an den entsprechenden Stellen die Parallelen zur nationalsozialistischen Propaganda deutlich machen sollten. Im Begleitmaterial wurde Veit Harlan mit unwahren Behauptungen zur Entstehung des Films zitiert (angebliche direkte Weisung Hitlers, Verschweigen der Vorlage von Paul Heyse), zur Zahl der Statisten (angeblich 187.000 Mann oder 18 Wehrmacht-Divisionen) und zum historischen Hintergrund (angebliche Besetzung Kolbergs durch die Franzosen nach dem Tilsiter Frieden), die seither in anderen Veröffentlichungen ungeprüft weitergegeben werden. Der Film wurde nach kurzer Zeit infolge zahlreicher Proteste abgesetzt.3)

Nach Ende des 2. Weltkrieges zog sich Clausen weitestgehend aus dem Filmgeschäft zurück und spielte fast ausschließlich Theater. Wie schon zuvor übernahm er klassische Heldenrollen und wuchs problemlos ins Charakterfach hinein; ab 1949 inszenierte Clausen, unter anderem am Berliner "Hebbeltheater" auch Theaterstücke. Seine Arbeit fand seitdem primär an westdeutschen Bühnen wie beispielsweise Essen, Bochum, Wuppertal, Bonn, Hannover oder Wunsiedel statt.
1952 stand Claus Clausen dann noch einmal vor der Filmkamera: In Andrew Martons amerikanischen Thriller "Des Teufels Erbe" (The Devil Makes Three) spielte er den unverbesserlichen, fanatischen Altnazi Heisemann, der in der von den Amerikanern besetzten Zone eine neue faschistische Organisation aufzubauen versucht und, von Captain Jeff Eliot alias Gene Kelly gestellt, in den Tod springt. Zu seinen letzten filmischen Arbeiten zählen die Kinoproduktion "
Der Cornet – Die Weise von Liebe und Tod"2) (1955) sowie Helmut Käutners  Fernsehfilm "Bel Ami" (1968).

Claus Clausen starb am 25. November 1989 im Alter von 90 Jahren in Essen.
Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung
3) Quelle: Wikipedia (abgerufen 01,02,2015)
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Siehe auch www.cyranos.ch, Wikipedia
Fotos bei film.virtual-history.com
  
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, Murnau Stiftung)
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