Hans Cossy
Hans Cossy wurde am 4. Oktober 1911 als Hans Cosiolkofsky in Köln geboren; sein schauspielerisches Handwerkszeug erlernte er in seiner Geburtstadt ab 1927 zwei Jahre lang bei O. Kaiser, anschließend gab er 18-jährig in Bonn-Bad-Godesberg sein Bühnendebüt als Valentin in Goethes "Faust". Weitere Verpflichtungen führten den jungen Schauspieler in den nächsten Jahren unter anderem nach Wuppertal und Köln, 1946 kam er nach München an das "Bayerische Staatsschauspiel", das seine künstlerische Heimat wurde. Dort interpretierte er fast alle großen klassischen Heldenrollen, glänzte als "Faust" ebenso wie als Major von Tellheim in Lessings "Minna von Barnhelm" oder als Petruccio in Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung". Cossy glänzte beispielsweise als Marquis Posa in Schillers "Don Carlos", war ein beeindruckender "Wilhelm Tell" oder brillierte als Jupiter in Kleists "Amphitryon" – um nur einiges zu nennen. Seine letzte Bühnenrolle war die des Grafen Illo in Schillers "Wallenstein" in einer Inszenierung von Walter Felsenstein am Münchener "Residenztheater".

Einen enormen Bekanntheitsgrad erlangte der Staatsschauspieler in den 1960er Jahren vor allem durch das Fernsehen, wo er mit seiner getragenen und patriarchalischen Ausstrahlung meist Honoratioren und sonstige Entscheidungsträger, Polizeiräte und hohe Offiziere verkörperte, aber auch schon mal auf der Seite der "Bösen" stand. Neben Auftritten in beliebten Krimi-Reihen wie "Die Fünfte Kolonne" oder "Kriminalmuseum" erlebte man ihn beispielsweise 1966 an der Seite von Horst Tappert und Günther Neutze in dem dreiteiligen Straßenfeger "Die Gentlemen bitten zur Kasse"1), wo er den Posträuber Patrick Kinsey mimte. Kinsey war dem echten Posträuber Ronald "Buster" Edwards2) nachempfunden, der nach dem spektakulären Coup nach Mexiko geflohen war, sich aber später den Behörden stellte und 1994 im Alter von 62 Jahren Selbstmord beging.
Ebenfalls 1966 tauchte Cossy als stellvertretender Oberkommandanten der Raumstreitkräfte Marschall Kublai-Krim in einigen Episoden der Kultserie "Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion"1) auf, zusammen mit Hilde Krahl sah man ihn in "Der Kaktusgarten" (1967), in Franz Josef Wilds TV-Fassung von Shakespeares "König Richard II." (1968) spielte er die Titelrolle. Zu den weiteren Arbeiten für das Fernsehen zählen beispielsweise Fritz Umgelters "Münchhausen" (1966) mit Richard Münch als "Lügenbaron" und Cossy als "Landdrost von Alten", das Stück "Peter und Sabine" (1968), nach einem Roman von Marie-Luise Fischer, sowie Auftritte in der Unterhaltungsserie "Die Berufe des Herrn K." (1970) und der Krimi-Reihe "Butler Parker"1) (1972).

Auch für verschiedene Kinoproduktionen stand der Schauspieler vor der Kamera: Bereits 1948 hatte er in dem Rühmann-Streifen "Der Herr vom andern Stern"2) eine kleine Aufgabe übernommen, in den 1950ern folgten prägnante Nebenrollen in Filmen wie "Alraune"1) (1952, u.a. mit Hildegard Knef und Erich von Stroheim) oder Rudolf Jugerts Fontane-Verfilmung "Rosen im Herbst"2) (1955) mit Bernhard Wicki und Ruth Leuwerik. In G. W. Pabsts Film über das fehlgeschlagene Attentat auf Adolf Hitler "Es geschah am 20. Juli"2) (1955) verkörperte Cossy den General Erich Fellgiebel2) (1886 – 1944), Hans Fritz Willhelm besetzte ihn in der Märchenverfilmung "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren" (1955), Kurt Hoffmann in der Komödie "Der Engel, der seine Harfe versetzte" (1959) und Helmut Käutner in "Schwarzer Kies"2) (1961), einem bedrückenden Krimi, der im Nachkriegsdeutschland spielt. Zu Cossys weiterer Filmografie zählen die Siegfried Lenz-Adaption "Die Zeit der Schuldlosen" (1964) und Alfred Vohrers Lustspiel "Herzblatt oder Wie sag' ich's meiner Tochter?" (1969) mit Georg Thomalla.
Als 2003 "Raumpatrouille Orion – Rücksturz ins Kino", ein Zusammenschnitt aus den sieben Folgen der Serie, auf die Leinwand gebracht wurde, gab es auch ein Wiedersehen mit Hans Cossy.

Neben seiner Arbeit für Theater, Film und Fernsehen war der Schauspieler mit seiner sonoren Stimme auch ein gefragter Synchronsprecher, er wirkte bei zahlreichen Hörspielen mit und arbeitete auch für den Schulfunk.
Hans Cossy starb am 31. Juli 1972 im Alter von 60 Jahren in Bayreuth; seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Waldfriedhof Solln in München. Zeitweilig war er mit Vera Brühne2) (1910 – 2001) verheiratet, die deutschlandweite Bekanntheit erlangte, als sie gemeinsam mit ihrem Bekannten Johann Ferbach 1962 angeklagt wurde, den Münchner Arzt Otto Praun und dessen Geliebte Elfriede Kloo ermordet zu haben und hierfür zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Vera Brühne wurde im Grab von Hans Cossy beigesetzt; ihr Name ist auf dem Grabstein nicht erwähnt → www.knerger.de. Aus der Verbindung stammt Tochter Sylvia, die 1980 des Buch "Gebrandmarkt. Das Schicksal Vera Brühnes Tochter zu sein" auf den Markt brachte. 
In zweiter Ehe war Hans Cossy von 1965 bis 1969 mit Schauspielerkollegin Emely Reuer2) (1942 – 1981) verheiratet.
 
Link: 1) Beschreibung innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia
Siehe auch Wikipedia; Filmografie bei der Internet Movie Database
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