Ulrich von Dobschütz wurde am 20. September 1940 als Sohn des Oberstleutnants Bernhard von Dobschütz (1906 – 1994) und dessen ersten Ehefrau Martha von Bethe (1910 – 1947) in Oberschreiberhau/Riesengebirge (Niederschlesien) geboren und wuchs auch dort auf. Der Spross eines alten schlesischen Adelsgeschlechts studierte nach dem Abitur zunächst sieben Semester Germanistik und Romanistik an den Universitäten Bonn bzw. Köln, entschied sich dann für die Schauspielerei und besuchte in Köln eine Schauspielschule. Erste darstellerische Erfahrungen sammelte von Dobschütz anschließend bei Gastspielen an den Bühnen der Stadt Köln, dann wechselte er an das "Staatstheater Kassel", wo er auch als Regieassistent tätig war. Ab 1964 wurde das "Nationaltheater Mannheim" seine künstlerische Heimat, dessen Ensemble er bis 1970 angehörte. Danach band sich von Dobschütz nicht mehr an ein Haus, ging als freischaffender Schauspieler auf unzählige Theatertourneen, wirkte bei verschiedensten Theater-Festspielen mit und verlegte seinen Schwerpunkt mehr und mehr auf die Arbeit beim Fernsehen.
Der Durchbruch zum anerkannten Charakterdarsteller war ihm bereits während seiner Mannheimer Zeit in Arthur Lee Kopits Kultstück "Oh Vater, armer Vater, Mutter hing dich in den Schrank und ich bin ganz krank" gelungen, als Franz Moor in Schillers "Die Räuber" konnte er ebenso überzeugen wie als Herr Gabor in Wedekinds "Frühlingserwachen".

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg)  zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Ulrich von Dobschütz 01; Copyright Virginia Shue
Populär wurde der Schauspieler durch die Familienserie "MS Franziska"1) (1977), den Geschichten um das gleichnamige Motorschiff bzw. deren Besitzer, wo er neben Paul Dahlke als dem alten Partikular Jakob Wilde dessen jüngsten Sohn Paul mimte. Im Verlaufe der nachfolgenden Jahre war von Dobschütz mit vielen interessanten Rollen im Fernsehen präsent, zu seiner Filmografie zählen so beliebte Serien wie "Diese Drombuschs", "Hessische Geschichten", "Unsere Hagenbecks" oder "Alle meine Töchter", aber auch Krimi-Reihen wie "Die Männer vom K3", "Ein Fall für zwei" und "Der Alte". In den "Tatort"-Folgen aus Essen war er ab Mitte der 1970er Jahre mehrfach neben Kommissar Haferkamp alias Hansjörg Felmy als dessen Assistent Kriminalobermeister Kaslik zu sehen, eine durchgehende Figur, die des BKA-Beamten Dr. Wegener, mimte er Ende der 1980er auch in den erfolgreichen Krimis um "Peter Strohm"1) (Klaus Löwitsch).
Ulrich von Dobschütz 02; Copyright Virginia Shue Meist sind es die sympathischen, eher stillen Zeitgenossen, denen von Dobschütz Kontur verleiht, so auch als Konsul Manfred von Wertheim in den auf der philippinischen Insel Boracay angesiedelten Geschichten um die "Klinik unter Palmen" (1996), wo man ihn drei Folgen lang neben Protagonist Klausjürgen Wussow sah. In der Krimi-Reihe "Stubbe – Von Fall zu Fall" gab er anschließend ebenfalls mehrere Episoden lang neben Hauptdarsteller Wolfgang Stumph dessen Vorgesetzten, den Kriminalrat Martin Gessler. In den letzten Jahren agierte von Dobschütz unter anderem in dem Pilcher-Melodram "Die Rose von Kerrymore" (2001), mimte in dem Krimi "Das Geheimnis – Auf der Spur des Mörders"2) (2001) den Professor Sokop oder war in dem Mehrteiler "Die Patriarchin"2) (2005) an der Seite der Protagonistin Iris Berben als Staatsanwalt Reuter zu sehen. Zu den aktuelleren TV-Auftritten zählen die Serien "Die Bergwacht" (Episode "Gefährliche Affäre"; EA: 09.12.2010) und "Familie Dr. Kleist" (Episode "In letzter Minute"; EA: 25.01.2011).
Ulrich von Dobschütz, der neben Englisch und Französisch auch fließend Italienisch spricht, wirkte zudem mehrfach in internationalen Produktionen mit, so unter anderem in der Mini-Serie "Das Geheimnis der Sahara" (1987, The Secret of the Sahara) neben so berühmten Stars wie Ben Kingsley und Michael York. Zu seinen wenigen Arbeiten für das Kino zählt Eberhard Fechners Alfred Andersch-Adaption "Winterspelt"4) (1977) mit der Hauptrolle des Major Joseph Dincklage, der sich vor der Ardennen-Offensive im Herbst 1944 der aussichtslosen Lage seines Bataillons bewusst ist.
 
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Neben seiner Arbeit als Darsteller ist Ulrich von Dobschütz ein erfolgreicher Produzent und Autor. Mit seiner eigenen Firma "Sabelli Film" produzierte er verschiedenste Dokumentarfilme für das deutsche Fernsehen, zahlreiche Hörfunkdokumentationen stammen aus seiner Feder. Als Autor von Gedichten und Kurzgeschichten erfreut er bei Lesungen bundesweit das Publikum.
Dobschütz, der neben deutschen Dialekten (Hessisch, Kölsch, Rheinisch) auch Englisch, Französisch und Italienisch beherrscht, lebt heute in Berlin und seit Jahrzehnten in Rom, wo er an der Seite internationaler Stars (z.B. Anthony Quinn) in internationalen und italienischen Film- und Fernsehproduktionen mitwirkte. So dreht er ab März 2010 in Rom den Film "Habemus Papam" mit Nanni Moretti, in der er die Rolle eines Kardinals verkörpert.5) Der von Nanni Moretti mit augenzwinkerndem Humor gedrehte Kinofilm "Habemus Papam – Ein Papst büxt aus"1) mit Michel Piccoli in der Titelrolle ging in Deutschland am 8. Dezember 2011 an den Start.
 
Ulrich von Dobschütz ist seit 30. Dezember 1964 mit Ehefrau Barbara, einer Lehrerin, verheiratet; aus der Verbindung stammt der gemeinsame Sohn Klaus, der heute die "Sabelli Film- und Fernsehproduktion" in Schwerin leitet.
 
Link: 1) Wikipedia, 2) prisma.de, 3) tittelbach.tv, 4) deutsches-filmhaus.de
Quelle: 5) Wikipedia (Stand März 2010)
Stand Oktober 2014
Kontakt: Schauspielagentur Nathalie Danilow; siehe auch Wikipedia
Filmografie bei der Internet Movie Database
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