Ellen Frank 1938; Urheber: Willy Pragher; Lizenz: CC BY 3.0; Rechteinhaber: Landesarchiv Baden-Württemberg; Quelle: Deutsche Digitale Bibliothek bzw. Wikimedia Commons Die Schauspielerin Ellen Frank wurde am 9. März 1904 als Tochter eines preußischen Regierungsrates in Aurich (Ostfriesland) geboren, wuchs dort und in Köln sowie ab 1911 in Hannover auf. Nach dem Besuch eines Lyzeums folgte eine Handelsschule, anschließend war sie eine Zeit lang als Sekretärin bei einer Konzertagentur tätig. Als 1921/22 ihre Eltern verstarben, konnte sie mit Hilfe ihres Vormunds einen lang gehegten Wunsch verwirklichen und machte unter anderem bei Mary Wigman1) (1886 – 1973) eine Ausbildung als Tänzerin. Doch nach drei Jahren entschied sie sich anders, ging nach Berlin, nahm Schauspielunterricht und gab 1926/27 ihr Bühnendebüt bei Erwin Piscator an der "Volksbühne". Weitere Theaterstationen wurden unter anderem das Stadttheater Würzburg, die Komödie in Dresden sowie erneut 1932 die Berliner "Volksbühne". Nach ihrer Heirat mit Georg Arm im Jahre 1939 und zog sie sich von der Schauspielerei zurück und begann erst in den 1960ern wieder erfolgreich Theater zu spielen. Unter anderem wirkte sie am "Bayerischen Staatsschauspiel München", gab Gastspiele und ging auf umfangreiche Tourneen. 
Außerdem trat sie beim Kabarett in Erscheinung, so beispielsweise  – bis zu dessen Emigration im Jahre 1933 – in Berlin bei Friedrich Hollaenders "Tingel Tangel"1) und beim "Kabarett der Komiker"1), sowie in München bei Adolf Gondrells literarischem Kabarett "Bonbonnière" (1938) und später nach Kriegsende an der "Schaubude"1); darüber machte sie sich mit Soloprogrammen und als Chansonsängerin einen Namen.
 
 
Ellen Frank 1938
Urheber: Willy Pragher1); Lizenz: CC BY 3.0;
Rechteinhaber: Landesarchiv Baden-Württemberg
Quelle: Deutsche Digitale Bibliothek bzw. Wikimedia Commons
Zum Film war Ellen Frank Ende der 1920er Jahre gekommen und spielte hier viele, wenn auch nur prägnante Nebenrollen, der Durchbruch zum großen Ufa-Star gelang ihr nicht. Erste kleinere Parts spielte sie in Streifen wie "Es gibt eine Frau, die dich niemals vergisst" (1930), "Die Nacht der großen Liebe" (1933), "Rakoczy-Marsch" (1933) oder "So ein Flegel"1) (1934), in Robert A. Stemmles Komödie "Heinz im Mond" (1934) erhielt sie dann an der Seite von Heinz Rühmann eine erste größere Aufgabe. Detlef Sierck, der später als Douglas Sirk in Hollywood Karriere machte, besetzte sie in seiner Lagerlöf-Adaption "Das Mädchen vom Moorhof" (1935) neben Hansi Knoteck in der Titelrolle als Gertrud Gerhart, im gleichen Jahr agierte sie mit Viktor de Kowa in "Lärm um Weidemann" und mit Olga Tschechowa in "Lockspitzel Asew". Bis zu ihrer Heirat und dem Rückzug von Theater und Film stand Ellen Frank noch für Kinoproduktionen wie "Der Alte und der junge König – Friedrichs des Großen Jugend"1) (1935), "Die Blonde Carmen" (1935), "Die Lustigen Weiber" (1936), "Mädchen für alles" (1937) und "Gold in New Frisco"1) (1939) vor der Kamera.  
In den 1950er Jahren wurden ihr nur sporadisch Rollen in Kinoproduktionen angeboten, so erlebte man sie – neben den Märchenfilmen "Rotkäppchen"1) (1953), "Hänsel und Gretel"1) (1954) und "Die Bremer Stadtmusikanten" (1959) – in "Der Engel mit dem Flammenschwert" (1954), "Ludwig II"1) (1955), "Königswalzer"1) (1955), "Rosen für Bettina" (1956), "Le dimanche de la vie" (1967), "Die Klosterschülerinnen" (1972) und "Lina Braake"1) (1975) auf der Leinwand; ihr letzter Kinoauftritt war 1992 der einer alten Dame in Gerhard Polts Komödie "Herr Ober!"1).
Stattdessen erhielt Ellen Frank einige schöne Rollen in verschiedenen Fernsehspielen und -Serien. Man sah sie wiederholt in populären Krimi-Reihen wie "Die Fünfte Kolonne", "Kriminalmuseum", "Derrick",  "Der Alte", "Der Kommissar" und "Tatort", in Peter Beauvais' Tragikkomödie "Spätsommer" (1964) mimte sie die Mrs. Lambkin, war in Karl-Heinz Biebers "Das Rätsel von Foresthouse" (1966) und "Conan Doyle und der Fall Edalji" (1966) zu sehen. Eine ihrer wenigen Hauptrollen spielte Ellen Frank 1985 in dem Drama "Der Traum der Schwestern Pechstein" (1985), das Nina Grosse nach einer Erzählung von Julio Cortazar in Szene gesetzt hatte. Hier beeindruckte sie neben Marianne Brandt2) (1908 – 1996) und Herta Böhm (1913 – ?) als eine von drei gealterten Schwestern, die fernab des "normalen" Lebens in ihrem Elternhaus am Rande eines kleinen Gebirgsdorfes in recht überspannter Atmosphäre leben und durch eine kleine Lügengeschichte aus ihrem Trott gerissen werden.
 
Zur TV-Filmografie von Ellen Frank zählen weiterhin die Serien "Slim Callagher greift ein" (1964), "Der Bastian" (1973), "Gespenstergeschichten" (1983), "Matt in 13 Zügen" (1984), "Das Große Geheimnis" (1989), "Lilli Lottofee" (1992) sowie "Zwei Münchner in Hamburg" (1993) mit einer ihrer letzten Fernsehauftritte.

Szenenfoto "Der Traum der Schwestern Pechstein"
(vorne Ellen Frank, dahinter Marianne Brandt und Herta Böhm)
Link: www.tvlizenz.de
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services
© SWR

Szenenfoto Der Traum der Schwestern Pechstein (vorne Ellen Frank); Copyright SWR
Ellen Frank starb am 17. September 1999 mit 95 Jahren im österreichischen Klagenfurt. Aus ihrer 1939 geschlossenen Ehe mit mit dem Bauunternehmer Georg Arm, von dem sie sich scheiden ließ, stammt Tochter Evelyn, die Kostümbildnerin wurde und den Bühnenbildner Matthias Kralj1) heiratete.
 
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP
Siehe auch www.cyranos.ch, Wikipedia
Fotos bei film.virtual-history.com
 
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database

(Link: Murnau Stiftung, Wikipedia)
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