Claus Theo Gärtner wurde am 19. April 1943 als Sohn eines Kaufmanns und einer Ballettmeisterin in Berlin geboren; seine Kindheit verbrachte er in Österreich sowie im Ruhrgebiet, lebte später als Jugendlicher lange Zeit in den USA und Südostasien. Bevor er seine erfolgreiche Schauspielerkarriere startete, versuchte er sich zunächst in mehreren handwerklichen Berufen, erlernte dann sein heutiges "Handwerk" an der "Staatlichen Hochschule für Musik und Theater" in Hannover, erste Engagements führten ihn an das Theater nach Oberhausen sowie an das "Deutsche Theater" nach Göttingen.
Weitere Stationen seiner Bühnenlaufbahn waren später dann unter anderem das Staatstheater in Braunschweig und Oldenburg, das "Württembergische Staatstheater" in Stuttgart sowie die Berliner "Schaubühne am Halleschen Ufer". Gärtner gab außerdem Gastspiele am Hamburger "Ernst-Deutsch-Theater" und "Thalia Theater" sowie an den "Staatlichen Schauspielbühnen" in Berlin, wo er beispielsweise mit der Rolle des Stanley in Tennessee Williams' "Endstation Sehnsucht" am "Schloßparktheater" brillierte.
Zum Film kam Claus Theo Gärtner Ende der 1960er Jahre, 1971 hatte er auf der Leinwand seinen Durchbruch mit der Rolle des Fred in "Zoff" und wurde für seine Leistung mit dem "Bundesfilmpreis" ausgezeichnet. Zwei Jahre später gab ihm Wolfgang Petersen den Part des Prötzel in dem Thriller "Einer von uns beiden"1), Rainer Erler besetzte ihn 1977 in dem Science-Fiction-Streifen "Helden – Operation Ganymed"1) und für Eberhard Fechners "Winterspelt 1944" (1979) stand Gärtner ebenfalls vor der Kamera.

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.  
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Claus Theo Gärtner 01; Copyright Virginia Shue
Claus Theo Gärtner 02; Copyright Virginia Shue Bereits ab Anfang der 1970er Jahren tauchte der Schauspieler verschiedentlich im Fernsehen auf, war mit Auftritten in Krimi-Reihen wie "Tatort", "Der Alte" oder "Sonderdezernat K1" präsent und machte 1978 mit der Rolle des Sozialarbeiters Hanno in der TV-Serie " Die Straße" auf sich aufmerksam. Doch erst mit seiner Rolle des Privatdetektivs Josef Matula in der ZDF-Dauerserie "Ein Fall für zwei"1) erlangte Gärtner ab 1981 ungeahnte Popularität. Zunächst mimte er diese Figur bis 1990 als Partner des Rechtsanwaltes Dr. Dieter Renz alias Günter Strack, dann wurde "Dr. Renz" durch "Dr. Franck" alias Rainer Hunold abgelöst; die Rechtsanwälte wechselten, ab 1997 folgte Mathias Hermann als "Dr. Johannes Voss" sowie seit 2000 Paul Frielinghaus als "Dr. Markus Lessing", Claus Theo Gärtner jedoch blieb der Serie stets treu. Bis zum Schluss war er der dienstälteste Privatdetektiv und ein Ende der spannenden Folgen mit dem charismatischen "Josef Matula", der seine Fälle stets auf unkonventionelle Weise löst, war erfreulicherweise lange Zeit nicht in Sicht; übrigens übernahm Claus Theo Gärtner ab 2000 für die Serie auch erstmals selbst Regie.
 

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Im September 2006 feierte das ZDF mit der 90-minütigen Jubiläumsfolge "Blutige Liebesgrüße" das 25-jährige Bestehen dieses Quotenrenners. In den Folgen von "Ein Fall für zwei", die durchschnittlich von etwa sechs Millionen Zuschauern gesehen werden, spiegelt sich durchaus auch der Zeitgeist dreier Jahrzehnte wider, die Moden, die kamen und gingen, der technische Fortschritt, der mit E-Mail und Handy Einzug hielt und heute nicht mehr wegzudenken ist, aber auch das menschliche Miteinander, das sich verändert hat, kühler geworden ist. Da erscheint dieser Josef Matula beinahe schon wie eine menschliche Konstante, auf die sich der Zuschauer verlassen kann. Matula, das ist vielleicht auch ein moralischer Auftritt, wie ihn einst Horst Tappert als Oberinspektor "Derrick" gepflegt hat. Gärtner jedenfalls erhielt neben dem Titel eines Ehrenkommissars der bayerischen Polizei 2001 den Hessischen Filmpreis 2004 und dieses Jahr das Bundesverdienstkreuz am Bande.2)
Die Serie ist inzwischen in mehr als 40 Länder verkauft worden, ein Ende schien nicht absehbar und Claus Theo Gärtner hatte sich bisher kein Alterslimit gesetzt. "So lange die Einschaltquoten so hoch sind und die Leute uns immer noch gerne sehen, mache ich das gerne weiter." sagte Gärtner in einem Interview anlässlich des 25. Geburtstages von "Ein Fall für zwei". Gärtner selbst beging am 19. April 2008 seinen 65. Geburtstag, in einem Gespräch mit der F.A.Z bekräftigte er noch einmal, dass ein Rentner-Dasein für ihn nicht in Frage komme. Inzwischen hatte er seine Meinung wohl geändert, 2012 ging durch die Presse, dass Gärtner die Serie nach mehr als drei Jahrzehnten verlässt – nach der 300. Folge, die seit Ende Juli 2012 mit dem Titel "Letzte Worte" im Rhein-Main-Gebiet gedreht wurde, ging dann mit diesem Dauerbrenner eine Fernseh-Ära zu Ende. Die vorletzte "Ein Fall für zwei"-Episode "Schöner sterben" flimmerte am 15. März 2013 über die Bildschirme, mit dem bezeichnenden Titel "Letzte Worte" verabschiedete sich der Privatdetektiv Josef Matula alias Claus Theo Gärtner am 29. März 2013 nach 31 Staffeln von seinem Publikum und ging (vorerst) in den wohlverdienten Ruhestand.
Doch die Figur des "Matula" lässt Gärtner anscheinend nicht los, im Juli 2015 wurde bekannt gegeben, dass der Schauspieler in einem 90-minütigen Spin-off bzw. Krimi-Special mit dem Arbeitstitel "Matula" erneut vor die Kamera tritt. Die Dreharbeiten der ZDF-Produktion liefen bis Ende März 2016, ein Sendetermin ist noch offen → www.focus.de, presseportal.zdf.de.
Claus Theo Gärtner;  Copyright Edmond Frederik Neben seiner intensiven Arbeit für die erfolgreiche Krimi-Serie fand Claus Theo Gärtner nur selten Zeit für andere Aufgaben: 1985 beispielsweise agierte er in Frank Guthkes Krimi "Grand mit 3 Damen", zehn Jahre später sah man ihn mit der Rolle des Michael Schänker in Andreas Eichers "Auf dünnem Eis" auf dem Bildschirm und für Bernd Schneiders Thriller "Mühle – Dame – Mord" mimte er 2001 seine Paraderolle – einen Detektiv. Danach sah man ihn an der Seite von Christiane Hörbiger und Götz George in der Krimi-Komödie "Blatt und Blüte – Die Erbschaft"3) (2004) als zwielichtigen Hehler Charly.
 
In einer ganz anderen, wenn auch kleinen Rolle erlebte man den beliebten Schauspieler am 20.10.2009 in dem halbdokumentarischen Portrait "Der Mann aus der Pfalz"1), mit dem Regisseur Thomas Schadt anlässlich der Jubiläen zum Mauerfall wichtige Jahre aus dem Leben des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl nachgezeichnete. Neben einem glänzenden Thomas Thieme1) als älterem Helmut Kohl verlieh Gärtner in dem hochkarätig besetzten ZDF-Film dem gereiften Politiker Heiner Geißler1) authentische Züge.
 
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem
Fotografen Edmond Frederik zur Verfügung gestellt.
© Edmond Frederik
Der populäre Schauspieler Claus Theo Gärtner, der unter anderem von dem damaligen bayerischen Innenminister Dr. Günther Beckstein zum "Ehrenkommissar" ernannt wurde, war in zweiter Ehe verheiratet und lebte mit seiner Familie im Taunus; anlässlich seines 60. Geburtstages ging 2003 durch die Presse, seine Frau Brigitte habe sich von ihm getrennt; 2005 erfolgte dann die Scheidung.
Am 20.September 2008 gab Gärtner im Trauzimmer des Museums Lindengut im schweizerischen Winterthur seiner langjährigen Lebensgefährtin, der gut 35 Jahre jüngeren Schweizer Regisseurin Sarah Würgler nun auch offiziell das Ja-Wort. Nach der Hochzeit entschwand das frisch getraute Ehepaar in einem alten VW-Bus mit der Aufschrift "Sarah & Claus". Heute hat Gärtner, der 2013 seinen 70. Geburtstag feierte, Basel zu seiner Wahlheimat gemacht, lebt aber auch zeitweise in Berlin → Artikel der "Basler Zeitung".
Gemeinsam mit Ehefrau Sarah entstand die am 1. Oktober 2016 im Verlag "Schwarzkopf & Schwarzkopf" publizierte Autobiografie mit dem Titel "Matula, hau mich raus! – Mein Leben vor und hinter den Kulissen", in der der inzwischen über 70-Jährige durchaus humorvoll auf sein bewegtes Leben zurückblickt.
   
Für sein soziales Engagement wurde der Schauspieler 2006 mit dem "Bundesverdienstkreuz am Bande" ausgezeichnet. Gärtner setzt sich seit Jahren neben seinem Beruf für behinderte Kinder und die Opferhilfe-Organisation "Weißer Ring" ein. Die Förderung des künstlerischen Nachwuchses liegt ihm ebenfalls am Herzen, er arbeitet an "Low-" oder "No-Budget"-Produktionen von Filmstudenten mit, denen er auf diese Weise seine Erfahrungen in der Medienbranche zur Verfügung stellen kann.
Zu den Hobbys des Schauspielers zählen nach wie vor schnelle Autos, zeitweise war er Werkfahrer für Opel und nahm auch an einer Europameisterschaft sowie am "Porsche Supercup" teil. Inzwischen hat er sich von schnellen Autorennen verabschiedet, ist aber immer noch bei Oldtimer-Rallyes oder Veteranen-Rennen anzutreffen.
 
Kontakt: Agentur Dirk Fehrecke
Siehe auch Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de sowie
den Artikel bei www.sueddeutsche.de
Filmografie bei der Internet Movie Database
Link: 1) Wikipedia, 3) prisma.de
Quelle: 2) www.tagesspiegel.de vom 15.9.2006
Stand: Oktober 2016
Claus Theo Gärtner mit der Hauptrolle in "Einer flog über das Kuckucksnest" 01; Copyright Virginia Shue Claus Theo Gärtner mit der Hauptrolle in "Einer flog über das Kuckucksnest" 02; Copyright Virginia Shue
Claus Theo Gärtner mit der Hauptrolle in "Einer flog über das Kuckucksnest"
Ernst-Deutsch-Theater, Hamburg 1979
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg)
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