Iska Geri
Die wenigsten werden sich wohl noch an die eigenwillige Chansonsängerin und Kabarettistin Iska Geri erinnern, die auch im Film mit prägnanten Nebenrollen recht erfolgreich war.
Geboren wurde die Künstlerin am 28. April 1914*) in Stettin als Hildegard Priedöhl. Die Tochter eines Theaterkapellmeisters nahm als junges Mädchen Ballett- und Gesangsunterricht, ließ sich auch zur Schauspielerin ausbilden. Anschließend trat sie an verschiedenen Berliner Bühnen auf, dann holte sie Willi Schaeffers1) (1884 – 1962) im Herbst 1940 an sein legendäres "Kabarett der Komiker"2), wo sie sich rasch einen Namen machte. Daneben arbeitete Iska Geri für den Hörfunk, moderierte eigene Sendereihen, avancierte vor allem in den 1950er Jahren mit skurrilen Liedern wie "Ich wollt' ich wär' ein Huhn", "Ach hätt' ich diesen kleinen Schraubenzieher", "Julius, wann machst du endlich mit der Liebe Schluss", "Wenn zwei so wie wir" oder dem "Regenschirm-Fox" zur populären Sängerin.
In Hamburg spielte sie neben Willy Fritsch 1947 in der ersten Revue nach dem Krieg den "Liebesexpress". (…) Auch in der "Bonbonnière" war sie hier zu sehen. Und im "Vaterland" am Ballindamm, stets nach ihrem Motto: "Ulkig, aber auf hohem Niveau. Bei mir brüllt man nicht, man lächelt."3)

Seit Ende der 1940er Jahre stand Iska Geri auch vor der Kamera, ihr Leinwanddebüt hatte sie 1949 in "Kätchen für alles" an der Seite von "Titelheldin" Hannelore Schroth gegeben. Es folgten Filme wie "Hallo Fräulein"4) (1949), "Die Dritte von rechts"4) (1950), "Die verschleierte Maja" (1951), "Das kann jedem passieren" (1952), "Manöverball" (1956), "Ein Stück vom Himmel"4) (1957), "Monpti"2) (1957) oder "Paprika" (1959).
In den 1960er Jahren übernahm Iska Geri einige Fernsehrollen, mit denen sie bis heute unvergessen bleibt. Ihr Markenzeichen war ihre hohe Stimme, mit der sie temporeich pausenlos redete, so auch als Frau Dr. Meyer, Sängerin und Gattin des Stadtrates Dr. Meyer in einigen Folgen der Reihe "Firma Hesselbach"1). 1965 erlebte man Iska Geri mit der Titelrolle der schrulligen Oma Haberkorn in der heiteren Familienserie "Oma ist noch besser"5), in der diese beschließt, zehn vergeudete Jahre nachzuholen und damit elf Folgen lang manche Turbulenzen auslöst.
In "Die Reise nach Mallorca" (1973), einem vergnüglichen Stück, das Kurt Wilhelm nach dem Roman von Jo Hanns Rösler auf den Bildschirm gebracht hatte, mimte sie die Frau Butzenstern, in dem zweiteiligen Krimi "Der Monddiamant"1) (1974) trat sie neben Anneliese Uhlig, Paul Dahlke und Theo Lingen als bigotte Drusilla Clarck in Erscheinung. Zu Iska Geris weiteren Arbeiten für das Fernsehen zählen neben Auftritten in beliebten Serien wie "Alle Hunde lieben Theobald", "Die Schwarzwaldklinik", "Ein Fall für zwei" oder "Hecht & Haie" beispielsweise die TV-Produktionen "Mein Gott, Willi!"2) (1980, mit  Dieter Hallervorden), "Leute wie du und ich" (1980, mit Harald Juhnke) und "Himmelsschlüssel" (1991, mit Ernst Stankovski und Christiane Hörbiger).
 
Iska Geris Leidenschaft gehörte jedoch stets der Bühne, sie spielte Operette, so 1979 sieben Monate en suite Kollos "Wie einst im Mai" am Berliner "Theater des Westens". Und ging mit "Peer Gynt" und "Faust" auf Theater-Tourneen. Dennoch: Ihr Herz gehörte dem Kabarett. "Ich bin das Exemplar einer langsam aussterbenden Gattung", sagte sie vor Jahren in einem Abendblatt-Gespräch, "wer kennt noch diesen verspielten Blödsinn der Brettl-Bühnen, wie er einst betrieben wurde?"3)
Die beliebte Künstlerin, die immer ein wenig im Schatten großer Kolleginnen stand, starb – von den Medien relativ unbeachtet – wenige Tage vor ihrem 88. Geburtstag am 10. April 2002 in Berlin; Bruder Wolfgang, ein Musiker und Komponist, war sechs Tage zuvor verstorben.
Die Künstlerin war mit dem Komponisten Ralph Werner Lorenz verheiratet, den sie 1950 auf einer Tournee kennen gelernt und bald darauf geehelicht hatte. Die Musik zu einigen von Iska Geri interpretierten Chansons stammte von Ralph Werner Lorenz.
 
*) laut → grammophon-platten.de, nach anderen Angaben 1920
Link: 1)  Kurzportrait bzw. Beschreibung innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia, 4) filmportal.de, 5) www.bamby.de
Quelle: 3) www.abendblatt.de
Siehe auch grammophon-platten.de
Filmografie bei der
Internet Movie Database
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