Heini Göbel in dem Volksstück "Katharina Knie" von Carl Zuckmayer, 1946 an den Bühnen des "Hauses Altona", fotografiert von Gerd Mingram (1910–2001), genannt Germin; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_ger-pos_0000798); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Germin; Datierung: 1946; Quelle: www.deutschefotothek.de Heini Göbel (auch Heinz Goebel) wurde am 15. Mai 1910 als Heinrich Göbel in Frankfurt am Main geboren, verbrachte dort auch seine Kindheit und Jugend. Nach seinem Entschluss, Schauspieler zu werden, ließ er sich ab 1934 zwei Jahre lang an der "Hochschule für Theater und Musik" seiner Geburtsstadt ausbilden, anschließend erhielt er ein erstes Engagement in Gießen. Nach Verpflichtungen in Bremerhaven und Darmstadt kam Göbel 1939 an das "Hamburger Schauspielhaus", dessen Ensemblemitglied er bis 1948 blieb. Dann folgte er einem Ruf an das "Bayerische Staatsschauspiel", wo er bis 1956 auf der Bühne stand. Eine weitere Station seiner Theatertätigkeit wurde bis 1972 die "Münchner Kammerspiele", danach holte ihn Kurt Meisel an das "Bayerische Staatsschauspiel" zurück. Seinen letzten Auftritt hatte Göbel dort 1993 in "Der Kirschgarten"1) von Anton Tschechow.
Auch wenn es nicht unbedingt die großen Hauptrollen waren, die der Schauspieler im Laufe seiner langen Karriere am Theater spielte, ist er mit vielen eindrucksvoll interpretierten Figuren sowohl in klassischen als auch Stücken der Moderne in nachhaltiger Erinnerung geblieben. Für seine Leistungen wurde er mit dem Titel "Bayerischer Staatsschauspieler" geehrt.
 
 
Heini Göbel in dem Volksstück "Katharina Knie"1)
von Carl Zuckmayer, 1946 an den Bühnen des "Hauses Altona",
fotografiert von Gerd Mingram1) (1910–2001), genannt Germin
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_ger-pos_0000798)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Germin; Datierung: 1946;
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
Vor allem in den 1950er und 1960er Jahren wurde Heini Göbel durch zahlreiche Heimat- bzw. Unterhaltungsfilme bundesweit bekannt. Erste Erfahrungen vor der Kamera hatte er mit einer kleinen Rolle in Alfred Weidenmanns Streifen "Die Schenke zur ewigen Liebe"1) (1945) sammeln können, Nebenrollen in etlichen Nachkriegsproduktionen schlossen sich an. Zu nennen sind etwa die Figur des Grafen von Bergenthin in "Seine dritte Frau"1) (1954), dem 2. Teil von "Meines Vaters Pferde", der Kutscher Gottlieb in Kurt Hoffmanns "Das Wirtshaus im Spessart"1) (1958) oder der Bauer Schwarz in Helmut Käutners Zuckmayer-Adaption "Der Schinderhannes"1) (1958). Auch in Bernhard Wickis preisgekröntem Anti-Kriegsdrama "Die Brücke"1) (1959) gehörte der Schauspieler zur Besetzung. Zu seiner Kino-Filmografie zählen Produktionen wie "Das seltsame Leben des Herrn Bruggs"1) (1951), "Feuerwerk"1) (1954) oder "Heiraten verboten"1)  (1957), aber auch Märchenverfilmungen wie "Zwerg Nase" (1953; Rolle: Vater des kleinen Jakob), "Schneeweißchen und Rosenrot"1) (1955, Rolle: komischer Ritter Knickebein) und "Die Heinzelmännchen"1) (1956; Rolle: Nachtwächter).
Heini Göbel spielte auf der Leinwand etliche Nebenrollen, mimte Amtsdiener, Büroangestellte, Chauffeure, Hochzeitslader, Polizisten oder sonstige Subalterne, war aber, wie in "Mein Schulfreund"1) (1960, mit Heinz Rühmann), aber auch schon mal als Richter zu sehen.
 
Das Fernsehen bot Göbel schon ab Mitte der 1950er Jahre vielfältige Aufgaben, so tauchte er mit Gastrollen in etlichen populären Krimi-Serien wie "Gestatten, mein Name ist Cox", "Funkstreife Isar 12", "Kommissar Freytag", "Der Nachtkurier meldet…", "Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger", "Ein Fall für Titus Bunge" oder "Das Kriminalmuseum" auf. Als Meisterdetektiv Hercule Poirot glänzte er in der Folge "Hercule Poirot klärt den Mord im Orient-Express auf" (1955) aus der Reihe "Die Galerie der großen Detektive"2), eine der ersten Krimiserien des deutschen Fernsehens. Mehrfach spielte er ab Ende der 1960er Jahre bei "Der Kommissar", "Der Alte", "Derrick" und "Ein Fall für Zwei" und auch beim "Tatort" war er in der Folge "Rubecks Traum" (1984) mit von der Partie.
Ob in Krimis, TV-Dramen oder heiteren Geschichten wie dem "Komödienstadel"-Lustspiel "Die Entwicklungshilfe"3) (1964), wo er als angeblicher Ministerialbeamter an das Geld des Bauern Wastl (Maxl Graf) herankommen will, machte Göbel auch mit der kleinsten Nebenrolle stets eine gute Figur. Eine seiner wenigen tragenden Rollen hatte er als 1. Geschworener in Günter Gräwerts Fernsehfassung von "Die 12 Geschworenen" (1963) neben Schauspielerkollegen wie Mario Adorf, Ernst Fritz Fürbringer oder Siegfried Lowitz.  
Zu Göbels letzten Aktivitäten vor der Kamera zählt Rainer Wolffhardts zweiteiliger dokumentarischer Spielfilm "Martin Luther"1) (1983) mit Lambert Hamel in der Titelrolle, wo Göbel als Beichtvater des jungen Martin Luther, Johann von Staupitz (1465 – 1524) überzeugte. Im Jahre 1996 hatte er einen Gastauftritt als Macho-Opa in Sönke Wortmanns Hera Lind-Verfilmung "Das Superweib"1) (mit Veronica Ferres). Danach zog sich der damals bereits über 85-jährige Göbel endgültig vom Filmgeschäft zurück.

Göbel war nicht nur als Schauspieler erfolgreich, so arbeitete er zehn Jahre als Dozent an der "Otto-Falckenberg-Schule" in München und machte sich auch als Regisseur einen Namen; darüber hinaus betätigte er sich als Sprecher in Hörspielen.
 
Heini Göbel starb am 24. September 2009 im Alter von 99 Jahren; die letzte Ruhe fand er in dem Familiengrab auf dem Waldfriedhof in München → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
 

Siehe auch Wikipedia 
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie Wikipedia
Link: 1) Wikipedia, 2) Die Krimihomepage, 3) www.br.de
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