Anita Gutwell
Nur noch Heimatfilm-Fans werden sich an die Filmschauspielerin Anita Gutwell erinnern, die mit nur wenigen Leinwandstreifen Karriere machte und gemeinsam mit Rudolf Lenz1) (1920 – 1987) in den 1950ern zum "Traumpaar" dieses Film-Genres avancierte.
Geboren wurde Anita Gutwell am 14.November 1931 in Klagenfurt, nach dem Besuch einer Wiener Fachschule für Bekleidungsgewerbe – sie wollte ursprünglich Schneiderin werden – gab sie diese Pläne auf und arbeitete eine Zeit lang als Verkäuferin, schließlich versuchte sich die Österreicherin eher glücklos als Schlagersängerin, bevor die Filmproduzenten auf sie aufmerksam wurden.
  
Gleich mit ihrem ersten Film "Der Förster vom Silberwald"2) (1954), einem der größten Kassenerfolge des gesamten Jahrzehnts in Deutschland, begann als Partnerin von Rudolf Lenz und der weiblichen Hauptrolle der feschen Wiener Hofratstochter Liesl  ihre kurze, steile Karriere – ein neues Kino-Traumpaar war geboren. Ein Jahr später folgte der Streifen "Die Sennerin von St. Kathrein"2) (1955) mit dem gleichnamigen berühmten Lied, 1956 die Fortsetzung des ersten "Silberwald"-Erfolges, "Försterliesel"2), einer Geschichte, die sich zwischen Liebelei und Wilderei im üblichen Handlungsrahmen des Genres, aber auch schöner Naturkulisse abspielte. Nach der Verwechslungskomödie "Liebe, Schnee und Sonnenschein" (1956) zeigte sich Anita Gutwell – diesmal ohne Rudolf Lenz – in "Das alte Försterhaus"2) (1956) mit Paul Klinger und in "Zwei Matrosen auf der Alm" (1957) mit Beppo Brem und Willy Millowitsch). Ein erneuter großer Erfolg wurde dann die dritte Silberwald-Geschichte "Der Wilderer vom Silberwald"2) (1957), ein Heimatfilm mit kriminalistischen Elementen und Rudolf Lenz als jungem Förster Christian Pachegg, der sich in Ulli alias Anita Gutwell, die Tochter des alten Oberförsters Mathias Höllrig (Rudolf Carl), verliebt.
  
Mit den Herz-Schmerz-Streifen "Einmal noch die Heimat seh'n"2) (1958) und "Heimweh nach dir, mein grünes Tal"2) (1960) endete die Zusammenarbeit mit Rudolf Lenz, nicht zuletzt wegen des Abebbens des Heimatfilm-Booms. Zuvor hatte die dunkelhaarige Nachwuchsmimin noch in Wolfgang Liebeneiners Film-Biografie "Sebastian Kneipp – Ein großes Leben"2) (1958) und dem ganz auf Schlagerbarde Peter Alexander zugeschnittenen musikalischen Lustspiel "Münchhausen in Afrika"2) (1958) mitgewirkt, 1960 spielte sie in der Heimat-Schmonzette "Hohe Tannen"2) (u.a. mit Wolf Albach-Retty), nach eher unbedeutenden Rollen in dem Melodram "Das Riesenrad" (1961, mit Maria Schell und O. W. Fischer), der Komödie "Der Hochtourist"3) (1961, mit Willy Millowitsch) sowie der US-amerikanischen Produktion "Freud"2) (1962, Freud – The secret passion; mit Montgomery Clift) war dann ihre Leinwandkarriere nach fünfzehn Filmen beendet.
 
Anita Gutwell heiratete den österreichischen Filmregisseur Rudolf Nussgruber2) (1918 – 2001) und verabschiedete sich nach 15 Kinoproduktionen vom Filmgeschäft.
Der einstige Leinwandstar und Publikumsliebling lebt heute als Anita Nussgruber in Wien und hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. 
Siehe auch Wikipedia; Fotos bei film.virtual-history.com
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia, 3) filmportal.de
  
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, filmportal.de)
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