Erich Hallhuber, Sohn des ehemaligen Opernsängers bzw. Schauspielers Erich Hallhuber sen.1), wurde am 14. Juli 1951 in München geboren. Nach dem Abitur absolvierte er zwischen 1971 und 1974 eine Ausbildung zum Schauspieler an der renommierten "Otto–Falckenberg-Schule"1) in München. 
Sein Bühnendebüt gab er in Köln und war dort unter anderem 1977 als Orlando in Shakespeares "Wie es euch gefällt" unter der Regie von Roberto Ciulli zu sehen; für seine Verkörperung des Titus Feuerfuchs in Nestroys "Talisman" erhielt er 1979 den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Im gleichen Jahr wechselte er an das "Bayerische Staatsschauspiel", dessen Ensemble er bis 1986 angehörte und war in Klassikern wie der "Orestie" von Aischylos, Molières "Don Juan" oder Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig" ebenso erfolgreich wie in modernen Stücken. Man sah ihn beispielsweise in Edward Albees "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" unter der Regie von August Everding, unter Ingmar Bergman spielte er in dessen "Szenen einer Ehe".
 

Erich Hallhuber 1998 auf dem Nockherberg1) als Bruder Barnabas
Foto (Bildname: 22746-40-04) zur Verfügung gestellt vom Bayerischen Rundfunk (BR)
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Erich Hallhuber 1998 auf dem Nockherberg als Bruder Barnabas während der Fastenpredigt; Foto (Bildname: 22746-40-04) zur Verfügung gestellt vom Bayerischen Rundfunk (BR); Copyright BR/Foto Sessner
Erich Hallhuber als Richter Wunder in der "Café Meineid"-Episode "Ober oder Unter" (1995); Foto (Bildname: 22995-9-02) zur Verfügung gestellt vom Bayerischen Rundfunk (BR); Copyright BR/Foto Sessner Seit Mitte der 1970er Jahre war Hallhuber auch in zahlreichen Fernsehspielen und Serien vermehrt auf dem Bildschirm präsent. Neben Auftritten in so beliebten Krimi-Serien wie "Der Alte", "Derrick", "Ein Fall für zwei", "Die Männer vom K3", "Tatort", "Anwalt Abel" oder "Die Verbrechen des Professor Capellari" sah man ihn unter anderem 1990 neben Katja Riemann als Paul in dem Mehrteiler "Regina auf den Stufen", nach dem Roman von Utta Danella, oder als Amtsrichter Heinz Wunder in Franz Xaver Bogners Gerichtsserie "Café Meineid"1), wo Hallhuber 78 Folgen lang so manchen kniffligen Fall löste und für die er 2000 erneut vor der Kamera stand. In nachhaltiger Erinnerung ist Hallhuber auch mit der Figur des Seefahrers John Gore1) (1729/30 – 1790) in dem historischen Vierteiler "Wind und Sterne"1) (1987) geblieben.
 
Erich Hallhuber als Richter Wunder in der 
"Café Meineid"-Episode "Ober oder Unter" (1995)
Foto (Bildname: 22995-9-02) zur Verfügung gestellt vom Bayerischen Rundfunk (BR)
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Zwischen 1989 und 1992 übernahm er die Rolle des zwielichtigen, wenn auch charmanten Schiebers "Metzger-Willi " in der Serie "Löwengrube"1) und wurde für seine Leistung mit dem "Adolf-Grimme-Preis" ausgezeichnet. Rollen in vielen weiteren TV-Serien und Fernsehspielen machten Hallhuber zum Publikumsliebling, so erlebte man ihn beispielsweise zwischen 1992 und 1994 in der Serie "Immenhof"2) mit der Hauptrolle des Stefan, 1999 war er der Fabian Sternberg in dem ZDF-Mehrteiler "Die Sternbergs"2) und 2000 wirkte er in dem Melodram "Die Stimme des Herzens"3) mit, um nur einige der vielen Produktionen, in denen Hallhuber vor der Kamera stand, zu nennen. Zu seinen letzten Produktionen zählte 2003 der Thriller "Der Fußfesselmörder"3), die Ausstrahlung des Zweiteilers "Im Namen des Herrn"3) Ende Dezember 2003 erlebte er nicht mehr. In Bernd Fischerauers aufwändigen TV-Drama um bigotte Doppelmoral, Nächstenliebe, Industrie und Kirche, mit Heiner Lauterbach in der Titelrolle des Pater Verimund, mimte Hallhuber bravourös den für Finanzen im Kloster zuständigen Pater Albert, der von seiner Spielsucht nicht lassen kann, schließlich aber wieder in die Arme von Mutter Kirche zurückfindet. Auch die Folge "Mit rechten Dingen" aus der Serie "München 7"1), in der Hallhuber den Oberamtsrat Rudolf Kalisch spielte, wurde erst mehr als ein Jahr nach dem Tod des Schauspielers am 14. November 2004 ausgestrahlt.
  
Im Kino war Erich Hallhuber lediglich einmal auf der Leinwand zu sehen: In Helmut Dietls Kassenknüller "Rossini oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief"1) trat er 1997 als der korrupte Bankangestellte Hopf in Erscheinung.
Neben seiner Arbeit für das Fernsehen machte sich der vielseitige Schauspieler auch mit persönlichen Unterhaltungsprogrammen einen Namen. Er beeindruckte beispielsweise mit "Ginge da ein Wind – Dichter im Widerstand", dem Kästner-Abend "Ragout fin de siècle", "Play it again Brecht – Brecht in Amerika" oder dem Kabarett-Programm "Warten auf Niveau". 1999 übernahm er zusammen mit Ursula Heller die Moderation des Galaabends im Rahmen der Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises und führte ein Jahr später durch die Veranstaltung anlässlich der Verleihung des "Bayerischen Filmpreises".
  
Erich Hallhuber starb am 17. September 2003 im Alter von nur 52 Jahren in München; wie die Presse mitteilte war er am 21. September von einer Bekannten tot in seiner Wohnung aufgefunden worden, Hinweise auf einen gewaltsamen Tod gab es nicht. Die Todesursache, ein epileptischer Anfall, wurde erst geraume Zeit nach seinem Tod bekannt gegeben.4)
Erich Hallhuber wurde unter großer Anteilnahme zahlreicher Freunde und Kollegen auf dem Münchner Ostfriedhof beigesetzt → Foto der Grabstelle bei knerger.de. Der Münchener Oberbürgermeister Christian Ude bezeichnete seinen Freund Hallhuber in einer ergreifenden Trauerrede als einen "lebensfrohen, kraftstrotzenden Mann, der den Kopf voller Zukunftspläne, das Herz voller Lebensfreude hatte".
Anlässlich des 60. Geburtstages von Hallhuber strahlte das Bayerische Fernsehen am 17. Juli 2011 das 45-minütige filmische Portrait "Zwischen Nestroy und Nockherberg – Der Schauspieler Erich Hallhuber" von Annette Hopfenmüller aus → www.br.de.
 
Link: 1) Wikipedia, 2) fernsehserien.de, 3) prisma.de
4) Quelle: Wikipedia (abgerufen 01.01.2012)
Siehe auch Wikipedia; Filmografie bei der Internet Movie Database
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