Übersicht (Auswahl) Theater / Film / Hörspiel
Wolfgang Höper als Zechendirektors Alfons Krechting in der TV-Serie "Die Pawlaks - Eine Geschichte aus dem Ruhrgebiet" (1982); Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue. Wolfgang Höper wurde am 15. März 1933 in Braunschweig geboren und wuchs auch dort auf. Schon früh interessierte er sich für die Schauspielerei, ließ sich gleich nach der mittleren Reife in Hannover an der "Staatlichen Hochschule für Musik und Theater"1) ausbilden. Erste Erfahrungen als Darsteller sammelte er ab 1956 zwei Jahre lang am Stadttheater in Hildesheim, wo er unter anderem als Hauptmann in der Komödie "Androklus und der Löwe" von George Bernard Shaw1), als Jim O'Connor in "Die Glasmenagerie"1) von Tennessee Williams und als Bandit Kosinsky in Schillers "Die Räuber"1) (1957, Regie: Erwin Piscator1)) zu überzeugen wusste. Anschließend wechselte er bis  1964 an das "Nationaltheater Mannheim"1), gestaltete hier beispielsweise den Arnold von Melchtal1) in Schillers "Wilhelm Tell"1) (1958), den Ludovico Marsili in Brechts "Leben des Galilei"1) (1959), den Edgar in "Venus im Licht" (1959) von Christopher Fry1), den Grafen Warwick in "Jeanne oder Die Lerche"1) (1960) von Jean Anouilh und den Melefont, Geliebter von Miss Sara, in Lessings "Miss Sara Sampson"1) (1960). Seine Vielseitigkeit bewies Höper auch im Musical , so als Student Nestor le Fripé in "Irma la Douce"1) (1961) und als Fred Graham (Petruchio) in "Kiss me, Kate"1) (1964).
Nach kurzem Engagement am "Hessischen Staatstheater Wiesbaden"1)
(1964-1966) stand er seit 1966 am "Staatstheater Stuttgart"1) auf der Bühne und ist seit 1998 Ehrenmitglied des Ensembles; zur Spielzeit 1972/73 wirkte er kurzzeitig am "Schauspielhaus Düsseldorf"1). Seit 1976 war er zudem Lehrbeauftragter an der "Hochschule für Musik und darstellende Kunst"1) in Stuttgart und machte sich um die Nachwuchsförderung verdient.
 
Wolfgang Höper als Zechendirektors Alfons Krechting in der TV-Serie
"Die Pawlaks – Eine Geschichte aus dem Ruhrgebiet" (1982)
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Rasch hatte sich Höper sowohl in klassischen als auch modernen Bühnenstücken einen Namen als wandlungsfähiger Charakterdarsteller gemacht, brillierte beispielsweise als Malvolio in Shakespeares "Was ihr wollt"1) (1974) und als Sultan Saladin in Lessings "Nathan der Weise"1) (1976), interpretierte den Dr. Relling in Ibsens "Die Wildente"1) (1977) ebenso beeindruckend wie den Möbius in Dürrenmatts "Die Physiker"1)
Auftritte bei wie 1994 und 1995 bei den "Salzburger Festspielen" als Triumvir Lepidus in Peter Steins Shakespeare-Inszenierung "Antonius und Cleopatra"1) gehören ebenfalls zu Höpers langjährigem Schaffen, Seine zahlreichen Rollen, die sich hier kaum alle aufzählen lassen, beinhalten auch Opern- und Operettenfiguren wie der Bassa Selim in Mozarts "Die Entführung aus dem Serail"1) oder der Leopold in Benatzkys "Im Weißen Rössl"1). In dem Solo-Stück "Das letzte Band"1) von Samuel Beckett mimte er noch in den letzten Jahren den vereinsamten Schriftsteller Krapp, der sein Leben anhand alter Tonbänder Revue passieren lässt. Hier lauschte Höper den eigenen Aufzeichnungen seiner früheren Jahre, fast zwei Jahrzehnte zuvor hatte er den Krapp schon einmal gespielt. Einen weiteren Erfolg als Solist feierte er in "Der Kontrabaß"1) von Patrick Süskind → Auszug Theater-Wirken in Stuttgart.

Neben seiner umfangreichen Arbeit für das Theater machte Wolfgang Höper immer mal sporadisch Ausflüge vor die Fernsehkamera und übernahm Aufgaben in ambitionierten TV-Spielen. So erlebte man ihn unter anderem 1967 als Oberstleutnant Eugen Ott1) in Rainer Wolffhardts Dokumentation "Das Attentat – Schleicher: General der letzten Stunde" oder als Karl in Vojtech Jasnys Böll-Adaption "Nicht nur zur Weihnachtszeit"2) (1970). Imo Moszkowicz besetzte ihn als John in der Satire "Die Auserwählten" (1970) und Michael Braun als Kriminaldirektor Ketterle in dem Krimi "Ein Toter stoppt den 8 Uhr 10"3) (1972). Gemeinsam mit Maria Schell und O. W. Fischer agierte er unter der Regie von Rolf von Sydow in der Romanze "Teerosen" (1977), war der General Friedrich Wilhelm von Grumbkow1) in Oswald Döpkes Zweiteiler "Der Thronfolger" (1979). Eine seiner seltenen Serien-Auftritte hatte Höper in Wolfgang Staudtes "Die Pawlaks – Eine Geschichte aus dem Ruhrgebiet" (1981), in Imo Moszkowiczs "Weltuntergang" (1984) trat er als Kaiser Wilhelm II.1) in Erscheinung. Weitere Arbeiten für das Fernsehen waren unter anderem Rolf von Sydows Literaturverfilmung "Die schöne Wilhelmine" (1984), Ulrich Heisings "Das Verschwinden der Harmonie" (1984) sowie 1987 die "Tatort"-Episoden "Eine Million Mäuse"1) und "Spiel mit dem Feuer"1). Letztmalig zeigte sich der Schauspieler in der "Schwarz Rot Gold"1)-Folge "Stoff" (1991) auf dem Bildschirm. Danach konzentrierte sich Höper ausschließlich auf seine Arbeit am Theater  → Übersicht Filmografie.

Nicht nur als Darsteller beeindruckt der 1976 zum "Staatsschauspieler" ernannte Wolfgang Höper, mit Lesungen hat er seit Jahren als Rezitator großen Erfolg. So begeistert er immer wieder mit literarischen "Kleinoden", beispielsweise mit der Reihe "Dichter in Stuttgart", deren Texte er in fast fünfzig Vorstellungen zu Gehör brachte. Mehrfach trat er mit den Asperger Kammersolisten auf, rezitierte unter anderem im April 2006 zwischen den einzelnen Quartett-Sätzen aus den Meditationen von Luise Rinser1) zu den sieben Sonaten von Joseph Haydn1), die 1987 veröffentlicht wurden. Ausgewählte Texte des Schriftstellers Erich Kästner1) brachte er dem Publikum mit seinem Programm "Kurzgefasster Lebenslauf" nahe, mit seinem im Plauderton vorgetragenen Anekdoten und Gedichten über "Schiller und die Frauen" fand er einmal mehr eine gebannte Zuhörerschaft. Weitere Lesungen hat Höper beispielsweise mit Eduard Mörikes1) "Mozart auf der Reise nach Prag" gestaltet, Texte von Victor Hugo1), Jean Paul1), Lars Gustafsson1) und Hans Magnus Enzensberger1) befinden sich ebenfalls in seinem reichhaltigen Repertoire.
Darüber hinaus wirkt(e) der Künstler seit vielen Jahren als Mitarbeiter des Südwestrundfunks bei zahlreichen Hörspielen mit und engagiert sich für Audio-Produktionen. So erlebt man ihn als Sprecher in Peter Ustinovs "Der alte Mann und Mister Smith ", auf CD ist seine "Geschichte der deutschen Lyrik in Beispielen" erschienen. Eine Auswahl der bei der ARD Hörspieldatenbank gelisteten, rund 350 Produktionen, zu denen viele Kriminalgeschichten zählen, findet man hier.
 
Der in Stuttgart lebende Staatsschauspieler und inzwischen emeritierte Professor Wolfgang Höper ist verheiratet und Vater zweier Kinder.
Ende September 2013 wurde Höper, seit 1998 Ehrenmitglied des "Württembergischen Staatstheater", von Ministerpräsident Winfried Kretschmann1) die "Staufermedaille"1) des Landes Baden-Württemberg für seine künstlerischen Verdienste als Schauspieler und Rezitator verliehen. "Wolfgang Höper hat sich als wandlungsfähiger Charakterdarsteller auf der Bühne einen Namen gemacht – sowohl in klassischen als auch modernen Bühnenstücken, bis hin zu Opern- und Operettenfiguren." sagte Kunststaatssekretär Jürgen Walter unter anderem in seiner Laudatio → www.baden-wuerttemberg.de.
Quelle (unter anderem) Wikipedia sowie "Henschel Theaterlexikon"*)
*) Henschel Theaterlexikon (Hrsg. C. Bernd Sucher; Henschel Verlag, 2010, S.  365/366)
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2)
deutsches-filmhaus.de, 3) Die Krimihomepage
Stand März 2018
   
Theater-Wirken (Auszug) am "Staatstheater Stuttgart"
Quelle (unter anderem): "Henschel Theaterlexikon",
 Hrsg. C. Bernd Sucher (Henschel Verlag, 2010, S. 365/366)
(Fremde Links: Wikipedia;  R = Regie;  DE = Deutsche Erstaufführung, UA = Uraufführung, P =  Premiere)
   
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Fremde Links: filmportal.de, Wikipedia, fernsehserien.de,
deutsches-filmhaus.de, Die Krimihomepage)
Kinofilm Fernsehen (Auszug)
Hörspielproduktionen (Auszug)
1960er 1970er 1980er 1990er ab 2000
(Fremde Links: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia)
1960er Jahre 1970er Jahre 1980er Jahre 1990er Jahre ab 2000
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