Wolfgang Höper als Zechendirektors Alfons Krechting in der TV-Serie "Die Pawlaks - Eine Geschichte aus dem Ruhrgebiet" (1982); Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue. Wolfgang Höper wurde am 15. März 1933 in Braunschweig geboren und wuchs auch dort auf. Schon früh interessierte er sich für die Schauspielerei, ließ sich gleich nach der mittleren Reife in Hannover an der "Staatlichen Hochschule für Musik und Theater" ausbilden. Erste Erfahrungen als Darsteller sammelte er ab 1956 zwei Jahre lang am Stadttheater in Hildesheim, dann wechselte er bis 1964 an das "Mannheimer Nationaltheater". Nach kurzen Engagements in Wiesbaden und Düsseldorf stand er seit 1966 am "Württembergischen Staatstheater" in Stuttgart auf der Bühne, ist seit 1998 Ehrenmitglied des Ensembles und gehört dort inzwischen zu den "dienstältesten" Schauspielern. Seit 1976 war er zudem Lehrbeauftragter an der "Hochschule für Musik und darstellende Kunst" in Stuttgart und machte sich um die Nachwuchsförderung verdient.
Rasch hatte sich Höper sowohl in klassischen als auch modernen Bühnenstücken einen Namen als wandlungsfähiger Charakterdarsteller gemacht, brillierte beispielsweise als Malvolio in Shakespeares "Was ihr wollt" und als Sultan Saladin in Lessings "Nathan der Weise", interpretierte den Dr. Relling in Ibsens "Die Wildente" ebenso beeindruckend wie den Möbius in Dürrenmatts "Die Physiker". 
 
 
Foto: Wolfgang Höper als Zechendirektors Alfons Krechting in der TV-Serie
"Die Pawlaks – Eine Geschichte aus dem Ruhrgebiet" (1982)
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Auftritte bei wie 1994 bei den Salzburger Festspielen als Lepidus in Peter Steins Shakespeare-Inszenierung "Antonius und Cleopatra" gehören ebenfalls zu Höpers langjährigem Schaffen, seine zahlreichen Rollen, die sich hier kaum alle aufzählen lassen, beinhalten auch Opern- und Operettenfiguren wie der Bassa Selim in Mozarts "Die Entführung aus dem Serail" oder der Leopold in Benatzkys "Im Weißen Rössl". In dem Solo-Stück "Das letzte Band" von Samuel Beckett mimte er aktuell den vereinsamten Schriftsteller Krapp, der sein Leben anhand alter Tonbänder Revue passieren lässt. Hier lauschte Höper den eigenen Aufzeichnungen seiner früheren Jahre, fast zwei Jahrzehnte zuvor hatte er den Krapp schon einmal gespielt.

Neben seiner umfangreichen Arbeit für das Theater machte Wolfgang Höper immer mal sporadisch Ausflüge vor die Fernsehkamera und übernahm Aufgaben in ambitionierten TV-Spielen. So erlebte man ihn unter anderem 1967 als Oberstleutnant Eugen Ott in Rainer Wolffhardts Dokumentation "Das Attentat – Schleicher: General der letzten Stunde" oder als Karl in Vojtech Jasnys Böll-Adaption "Nicht nur zur Weihnachtszeit"1) (1970). Imo Moszkowicz besetzte ihn als John in der Satire "Die Auserwählten" (1970), Heinz Schirk in der Martin Sperr-Adaption "Koralle Meier" (1971) und Michael Braun als Inspektor Gracht in dem Krimi "Ein Toter stoppt den 8 Uhr 10" (1971). Gemeinsam mit Maria Schell und O. W. Fischer agierte er unter der Regie von Rolf von Sydow in der Romanze "Teerosen" (1977), war der General Grumbkow in Oswald Döpkes zweiteiligem TV-Film "Der Thronfolger"3) (1979). Eine seiner seltenen Serien-Auftritte hatte Höper in Wolfgang Staudtes "Die Pawlaks – Eine Geschichte aus dem Ruhrgebiet"2) (1981), in Imo Moszkowiczs "Weltuntergang" (1984) trat er als Kaiser Wilhelm in Erscheinung. Weitere Arbeiten für das Fernsehen waren unter anderem Alfred Kirchners "Über allen Gipfeln ist Ruh" (1984, nach Thomas Bernard), Rolf von Sydows "Die schöne Wilhelmine"2) (1984), Ulrich Heisings "Das Verschwinden der Harmonie" (1984) sowie 1987 die Tatort-Episoden "Eine Million Mäuse" und "Spiel mit dem Feuer". Letztmalig zeigte sich der Schauspieler in der "Schwarz Rot Gold"-Folge "Stoff" (1991) auf dem Bildschirm. Danach konzentrierte sich Höper ausschließlich auf seine Arbeit am Theater.

Nicht nur als Darsteller beeindruckt der 1976 zum "Staatsschauspieler" ernannte Wolfgang Höper, mit Lesungen hat er seit Jahren als Rezitator großen Erfolg. So begeistert er immer wieder mit literarischen "Kleinoden", beispielsweise mit der Reihe "Dichter in Stuttgart", deren Texte er in fast fünfzig Vorstellungen zu Gehör brachte. Mehrfach trat er mit den Asperger Kammersolisten auf, rezitierte unter anderem im April 2006 zwischen den einzelnen Quartett-Sätzen aus den Meditationen von Luise Rinser zu den sieben Sonaten von Haydn, die 1987 veröffentlicht wurden. Ausgewählte Texte des Schriftstellers Kästner bringt er dem Publikum mit seinem Programm "Kurzgefasster Lebenslauf" nahe, mit seinem im Plauderton vorgetragenen Anekdoten und Gedichten über "Schiller und die Frauen" fand er einmal mehr eine gebannte Zuhörerschaft. Weitere Lesungen hat Höper beispielsweise mit Eduard Mörikes "Mozart auf der Reise nach Prag" gestaltet, Texte von Victor Hugo, Jean Paul, Lars Gustafsson und Hans Magnus Enzensberger hat er ebenfalls in seinem reichhaltigen Repertoire.
Darüber hinaus wirkt der Künstler seit vielen Jahren als Mitarbeiter des Südwestrundfunks bei zahlreichen Hörspielen mit und engagiert sich für Audio-Produktionen. So erlebt man ihn als Sprecher in Peter Ustinovs "Der alte Mann und Mister Smith ", auf CD ist seine "Geschichte der deutschen Lyrik in Beispielen" erschienen.
 
Der in Stuttgart lebende Staatsschauspieler und inzwischen emeritierte Professor Wolfgang Höper ist verheiratet und Vater zweier Kinder.
Ende September 2013 wurde Höper, seit 1998 Ehrenmitglied des "Württembergischen Staatstheater", von Ministerpräsident Winfried Kretschmann die "Staufermedaille"3) des Landes Baden-Württemberg für seine künstlerischen Verdienste als Schauspieler und Rezitator verliehen. "Wolfgang Höper hat sich als wandlungsfähiger Charakterdarsteller auf der Bühne einen Namen gemacht – sowohl in klassischen als auch modernen Bühnenstücken, bis hin zu Opern- und Operettenfiguren." sagte Kunststaatssekretär Jürgen Walter unter anderem in seiner Laudatio. → www.baden-wuerttemberg.de
 
Link: 1) deutsches-filmhaus.de, 2) Beschreibung innerhalb dieser HP, 3) Wikipedia Stand November 2014
Siehe auch Wikipedia; Filmografie bei der Internet Movie Database
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