Benno Hoffmann wurde am 30. Mai 1919 als Bernhard Adolf Bodmann im schleswig-holsteinischen Süderbrarup1) geboren und verbrachte dort auch seine Kindheit. Später lebte er – bedingt durch die zweite Ehe seiner Mutter – in Essen, wo er zwischen 1934 und 1936 ein Praktikum bei der "Friedrich Krupp AG"1) absolvierte. Seine Liebe galt jedoch dem Theater, er entschloss sich für eine künstlerische Laufbahn und ließ sich drei Jahre lang an der renommierten Essener "Folkwangschule"1) als Tänzer und Schauspieler ausbilden. Sein Debüt als Tänzer gab Hoffmann 1939 an den "Wuppertaler Bühnen"1), weitere Engagements als Tänzer und Ballettmeister führten ihn unter anderem an das "Landestheater Coburg"1), an das "Deutsche Theater"1) nach Göttingen sowie nach Bielefeld und Karlsruhe. Hoffmanns Karriere wurde durch den 2. Weltkrieg unterbrochen, da er ab 1941 bei der Marine seinen Dienst tun musste, konnte dann aber nach 1945 seine Laufbahn erfolgreich fortsetzen.
Ab 1948 war er für ein Jahr lang erster Solotänzer am "Staatstheater am Gärtnerplatz"1) in München und erst ab Anfang der 1950er Jahre arbeitete Hoffmann als Schauspieler. Schnell avancierte der Mann mit den markanten Gesichtszügen und der kraftvollen Bass-Stimme nicht nur bei Film und Fernsehen sondern auch auf der Theaterbühne zu einem gefragten und beliebten Darsteller. Er übernahm profilierte Nebenrollen in Stücken wie "Ein besserer Herr" von Walter Hasenclever1), man sah ihn in "Die Heiratsvermittlerin" von Thornton Wilder1) oder in der Brecht/Weill'schen "Die Dreigroschenoper"1). Hoffmann wirkte in etlichen Musicals und musikalischen Komödien mit, beispielsweise zur Spielzeit 1963/64 im "Theater des Westens" als Sitting Bull in "Annie get your gun"1). Er spielte in "Kiss me, Kate"1), "Das Feuerwerk"1) oder "Irma la Douce"1), mehr als tausend Mal begeisterte er das Publikum als singender Müllkutscher Alfred P. Doolittle in "My Fair Lady"1), unter anderem seit der Gala-Premiere (04.09.1975) am "Deutschen Theater"1) in München mit Paul Hubschmid als Professor Higgins und Monika Dahlberg als Eliza (Regie: Christian Wölffer; † 11.02.2015); zudem hatte Hoffmann dieses Musical im Verlaufe der Jahre selbst fünf Mal inszeniert.
  
Hoffmann stand für knapp 40 Kinoproduktionen überwiegend mit prägnanten Nebenrollen vor der Kamera, so erstmals als Gutsinspektor Barbknecht in Rolf Thieles Familiensaga "Die Barrings"1) (1955).  Georg Tressler1) gab ihm an der Seite von Protagonist Horst Buchholz kleinere Parts in den Streifen "Die Halbstarken"1) (1956) und "Endstation Liebe"1) (1957), beteiligte ihn zudem an der Regie. In Wolfgang Staudtes Drama "Kirmes"1) zeigte er sich 1960 als Wirt Balthausen und in Harald Reinls Wallace-Streifen "Zimmer 13"1) mimte er 1964 den "Blackstone-Edward". Bis Ende der 1970er Jahre folgten Rollen in Kinoproduktionen unterschiedlichsten Genres, etwa als Schmied in dem Historienspektakel "Die Nibelungen"1) (1966), als Kastellanssohn Schwarzer in Rudolf Noeltes Kafka-Adaption "Das Schloss"1) (1968) oder als Hausmeister Jawlonski in Bernhard Sinkels Tragikomödie "Lina Braake"1) (1974). In May Spils Anarcho-Komödie "Wehe, wenn Schwarzenbeck kommt"1) (1979) brillierte Hoffmann mit der Titelrolle des Schrotthändlers Schwarzenbeck neben Sabine von Maydell1) und Werner Enke1), von dem auch das Drehbuch stammte. Schon 1970 hatte Hoffmann als Kleinkrimineller Herbert Oehl in Enkes Kultfilm "Nicht fummeln, Liebling"1) mitgewirkt. Zuletzt hörten die Kinozuschauer den Schauspieler als Polizisten Bruno in "Werner – Beinhart!"1) (1990), "Werner – Das muss kesseln!!!"1) (1996) und "Werner – Volles Rooäää!!!"1) (1999), den mit Zeichentrickfilm-Sequenzen durchsetzen Filmen nach den erfolgreichen Comics "Werner"1) von "Brösel" alias Rötger Feldmann → Übersicht Kinofilme.
Szenenfoto aus dem Fernsehspiel "Der Kaiser vom Alexanderplatz" (1964), einem Berliner Volksstück bzw. Roman von Horst Pillau mit Rudolf Platte in der Titelrolle des Kneipenwirts Wilhelm Kaiser; Benno Hoffmann mimte den Schmidtchen, "Küchenbulle" in einer SS-Kaserne; Szenenfoto mit freundlicher Genehmigung von "Pidax film"

Die Fernsehzuschauer erlebten den Mann mit der kräftigen Figur und dem nahezu kahlen Schädel beispielsweise 1962 als Kriminalassistent Schröder in Falk Harnacks Fallada-Adaption "Jeder stirbt für sich allein"1) mit Alfred Schieske und Edith Schultze-Westrum als Ehepaar Quangel, im realen Leben die wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zum Tode verurteilten Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime Otto Hermann Hampel1) und Elise Hampel1).
In "Das Gespenst von Canterville"2) (1964), frei nach der Erzählung von Oscar Wilde1), tauchte er als Minister Otis, Botschafter aus den USA, auf, und in dem Durbridge-Straßenfeger "Die Schlüssel" machte er 1965 als Gangster Cliff Fletcher Furore. Mit dem von ihm in dieser Rolle getragenen schwarzen Lackmantel setzte er sogar einen Modetrend. Es erschienen Artikel in mehreren Zeitungen und Zeitschriften, in denen u. a. darauf hingewiesen wurde, dass Hoffmann privat nichts mit Cliff Fletcher gemein habe.3)

Szenenfoto aus dem Fernsehspiel "Der Kaiser vom Alexanderplatz"2) (1964),
einem Berliner Volksstück bzw. Roman von Horst Pillau1) mit
Rudolf Platte in der Titelrolle des Kneipenwirts Wilhelm Kaiser
Benno Hoffmann mimte den Schmidtchen, "Küchenbulle" in einer SS-Kaserne 
Szenenfoto mit freundlicher Genehmigung von "Pidax film", welche das Stück
Ende April 2018 auf DVD herausbrachte.

In den nächsten Jahren folgten mehr als 100 TV-Produktionen, Hoffmann mimte darin oft zwielichtige Gestalten, konnte aber auch mit komödiantischen Rollen überzeugen. Eine schöne Figur war die Sheriffs von Nottingham in dem Zweiteiler " Robin Hood, der edle Räuber"4) (1966) mit Hans von Borsody als Robin Hood1) oder der betrunkene Freier zweier Dirnen in Bernhard Sinkels mehrteiligen TV-Fassung von Thomas Manns "Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull"4) (1982). Unvergessen bleibt Hoffmann auch als Werbefigur Herr Kleinschmidt in unzähligen Spots für die "ARD-Glücksspirale", in denen er viele Jahre lang zusammen mit Helga Feddersen ein Lotterie spielendes Ehepaar mimte. In der Sitcom "6 Richtige"1) (1983/84) um die chaotische Familie Richtig, allen voran das Ehepaar Richtig (Corinna Genest/Horst A. Fechner1)), amüsierte er das Publikum als "Oppa" Richtig, in "Trautes Heim"5) (1990) als spießiger "Macho" Paul Patschke. "Die Patschkes sind so, wie sie heißen: ungeschickt und nervig. Vater Paul (Benno Hoffmann) ist ein Macho, Mutter Elfriede (Corinna Genest) geduldig, Tochter Suse (Stephie Kindermann) doof und Oma (Annemarie Marks-Rocke) anstrengend. Und nicht einmal Wellensittich Hansi hält die Klappe." notiert das "Fernsehlexikon". Zu seinen letzten Arbeiten für das Fernsehen zählten Episodenrollen in den Serien "Oppen und Ehrlich" (1992) und "Briefgeheimnis" (1995) → Übersicht TV-Produktionen.
 

Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax film"

DVD-Cover "Robin Hood, der edle Räuber";  Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax film"
Neben seiner umfangreichen Arbeit für Theater, Film- und Fernsehen machte sich Hoffmann als Synchronsprecher einen Namen. Er lieh beispielsweise so bekannten Kollegen wie Richard Boone1), Albert Dekker1), Clifton James1), Boris Karloff oder Jack Watson1) seine Stimme. In der Walt Disney-Produktion "Die Hexe und der Zauberer"1) (1963, "The Sword in the Stone") sprach er den Sir Hector, in "Cap und Capper"1) (1981, "The Fox and the Hound") den Jäger Amos Slade. Auch in der Trickfilmserie "Als die Tiere den Wald verließen"1) (1993–1995, "The Animals of Farthing Wood") war er vertreten, hier hörte man Hoffmann als den bösartigen Blaufuchs "Narbengesicht". Zuvor hatte er in 31 Folgen der Serie "Die Abenteuer des jungen Indiana Jones"1) (1992/93, "Young Indiana Jones Chronicles") George Hall (als alter Indiana "Indy" Jones1)) synchronisiert → mehr bei synchronkartei.de. Zudem stand er sporadisch im Hörspielstudio, eine Auswahl der bei der ARD Hörspieldatenbank gelisteten Produktionen findet man hier.
 
Der beliebte und vielseitige Künstler Benno Hoffmann starb am 9. März 2005 im Alter von 85 Jahren nach langer, schwerer Krankheit im österreichischen Vomp1) bei Kufstein (Tirol). Bereits 1994 hatte Hoffmann sich einer Darmoperation unterziehen müssen, nachdem die Ärzte einen Tumor diagnostiziert hatten. Die letzten Wochen lebte er aufgrund seiner fortschreitenden Krankheit in einem Pflegeheim in seinem österreichischen Wohnort Vomp. Hoffmann hinterließ seine Ehefrau, die Schauspielerin Anna Smolik1), mit der er seit 1964 in dritter Ehe verheiratet war, sowie zwei Söhne, Falco (geb. 1945) und Axel (geb. 1949). Die Beisetzung fand in aller Stille statt, die letzte Ruhe fand er auf dem Friedhof der Gralsgemeinde in Vomperberg, einem Ortsteil von Vomp → Foto der Grabstelle bei knerger.de.

"Benno Hoffmann war ein formidabler Komödiant, der in jeder noch so kleinen Rolle sofort die Szene beherrschte. Hoch von Wuchs, mit einem imposanten Kahlkopf und einer markanten Stimme ausgestattet, war er allzeit gleichermaßen präsent. … Vierschrötig und bodenständig, bullig und kraftstrotzend bewegten sich seine Charaktere immer irgendwo im weiten Feld zwischen kauzigem Unikum und bedrohlichem Schurken". notierte der "Film Dienst" (Ausgabe 17/2005). 

Siehe auch Wikipedia
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) Die Krimihomepage, 4) filmportal.de, 5) fernsehserien.de
Quelle: 3) Wikipedia (abgerufen 03.02.2012)
  
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: filmportal.de, Wikipedia, Die Krimihomepage, 
fernsehserien.de, whoswho.de, deutsches-filmhaus.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Fremde Links: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia)
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