Rolf Hoppe 01; Copyright Virginia Shue Rolf Hoppe wurde am 6. Dezember 1930 als Sohn eines Bäckers in Ellrich (Harz) geboren. Schon als Schüler war er vom Theater begeistert, arbeitete nach der Schule bis 1948 zunächst als Kutscher auf einem landwirtschaftlichen Gut sowie nach einer Bäckerlehre in diesem Beruf, trat jedoch schon in Laienspielgruppen der FDJ auf. Nach einem Schauspielstudium am Staatlichen Landeskonservatorium in Erfurt sammelte er dort an den Städtischen Bühnen als Profi erste Theatererfahrungen. 1950 erkrankte er an einer Stimmlippenlähmung und musste seine Schauspielerlaufbahn zunächst abbrechen. Er hielt sich mit verschiedenen Jobs über Wasser, arbeitete unter anderem Tierpfleger beim Leipziger Zirkus "Aeros"1).
 
Ein Jahr später hatte er nach einer Therapie am "Institut für Sprechkunde" an der "Martin-Luther-Universität" in Halle-Wittenberg die Krankheit überwunden und startete erfolgreich einen erneuten Anlauf als Schauspieler, interpretierte im Verlauf der nächsten Jahre fast alle klassischen und komischen Figuren der Weltliteratur, von Schiller, Shakespeare, Kleist, Lessing bis hin zu Brecht und Dürrenmatt, avancierte bald zu einem der meistbeschäftigten Darsteller der ehemaligen DDR.
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
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Über das Kindertheater "Theater der jungen Garde" in Halle/Saale sowie Greifswald kam Hoppe 1953 nach Leipzig an das "Theater der Jungen Welt"1), dem er bis 1955 verbunden blieb, anschließend wechselte er bis 1961 nach Gera. Dann wurde für viele Jahre das "Staatstheater Dresden"1) seine künstlerische Heimat, 1970 und 1975 gehörte er zum Ensemble des "Deutschen Theater"1) in Berlin, dann kehrte Hoppe bis 1984 wieder nach Dresden zurück. Zwischen 1983 und 1990 gehörte Hoppe dem DEFA-Ensemble an, seither ist er als frei schaffender Schauspieler tätig.
Auch bei den "Salzburger Festspielen" konnte man Hoppes meisterliche Kunst mehrfach bewundern, in Ernst Haeussermans "Jedermann"-Inszenierung1) brillierte er zwischen 1983 und 1989 in der Rolle des "Mammon" an der Seite von Klaus Maria Brandauer als "Jedermann; außerdem gab Hoppe Gastspiele in der Schweiz, Italien und China.
→ Mehr zum Theaterwirken bei Wikipedia.
 
 

Foto: Rolf Hoppe als "Mammon" in "Jedermann"
bei den Salzburger Festspielen
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Rolf Hoppe als MAMMON in JEDERMANN; Copyright Virginia Shue
Seit Anfang/Mitte der 1960er Jahre trat Hoppe in zahlreichen DEFA-Filmen auf und verstand es gleichermaßen, kleinen wie großen Rollen Leben einzuhauchen. Er spielte die verschiedensten Charaktere, war beispielsweise der Lehrer Klein in "Die Besten Jahre" (1964), SS-Mann in "Lebende Ware"1) (1966) oder Etappenmajor in Konrad Wolfs preisgekröntem Film "Ich war Neunzehn"1) (1967). Weitere prägnante Nebenrollen hatte er beispielsweise in "Hauptmann Florian von der Mühle"1) (1968) neben Protagonist Manfred Krug, in dem Kinderstreifen "Mohr und die Raben von London"1) (1969) oder in der Literaturverfilmung "Jungfer, Sie gefällt mir"1) (1969). Hoppe gab Könige wie 1971 den Spanier Karl den IV. in Konrad Wolfs Lion Feuchtwanger-Adaption "Goya – oder Der arge Weg der Erkenntnis" oder 1973 in dem berühmten Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel"1), ebenfalls 1973 sah man ihn mit der Titelrolle in der Komödie "Die Hosen des Ritters von Bredow"1) sowie als Göttervater Jupiter in der opulenten Offenbach-Verfilmung "Orpheus in der Unterwelt"1). Ein Jahr später glänzte Hoppe als Puppenspieler und Erfinder Meister Röckle in dem Märchenfilm "Hans Röckle und der Teufel"1) (1974) sowie als Goldsucher Shorty in Konrad Petzold Abenteuer "Kit & Co. – Lockruf des Goldes"1) (1974), gedreht nach den Jack Londons Romanen "Alaska-Kid" und "Kid & Co". In "Das Licht auf dem Galgen"1) (1976) nach der gleichnamigen Erzählung von Anna Seghers zeigte er sich als Pfarrer Clark, in dem Abenteuer "Unterwegs nach Atlantis"1) (1977) als englischer Wissenschaftler Alexander Grey, der angeblich das sagenumwobene Atlantis entdeckt haben will und nun den Berliner Archäologen Professor Bohmann (Carl Heinz Choynski) zu einer gefährlichen Expedition veranlasst.
Besondere Popularität erlangte Hoppe ab den späten 1960er Jahren auch im Ausland als Bösewicht in den Indianerfilmen der DEFA wie beispielsweise als Schurke James Bashan bzw. Gegenspieler von Gojko Mitić in "Spur des Falken"1) (1968) und "Weiße Wölfe"1) (1969) oder – erneut an der Seite von Gojko Mitić – als Ölmagnat Mike Allison in "Tödlicher Irrtum"1) (1969), als Offizier Captain Burton in "Apachen"1) (1973) und "Ulzana"1) (1974). "Keiner war von so abgefeimter Brutalität, so feister, aber leiser Gefährlichkeit. Dieses offene Grinsen konnte eine ehrliche Haut schon in Weißglut versetzen und bei seinem dämonischen Lachen läuft es einem kalt den Rücken herunter" (Zitat Habel, 1997).
Rolf Hoppe 02; Copyright Virginia Shue Die Bandbreite seines schauspielerischen Talents bzw. die Darstellung differenzierter Persönlichkeiten, die Hoppe mit artistischer Behendigkeit und mimischer Vielseitigkeit3) zu gestalten weiß, zeigte er mit den unterschiedlichsten Figuren. So sah man ihn beispielsweise 1975 in Klaus Gendries melancholischer TV-Komödie "Jede Woche Hochzeitstag", wo Hoppe als Standesbeamter seine rührenden Bekehrungsversuche bei einer leidenschaftlichen Scheidungsrichterin einsetzte. Rollen in so erfolgreichen TV-Serien bzw. Mehrteilern wie "Polizeiruf 110" oder "Daniel Druskat" (1976) ließen den Schauspieler zur festen Größe auf dem Bildschirm werden.
Weltbekannt wurde Hoppe dann 1981 mit seiner Verkörperung des Nazi-Ministerpräsidenten Göring, dem Gegenspieler von Hendrik Höfgen alias Klaus Maria Brandauer in István Szabós Meisterwerk "Mephisto"1). Es war die Verfilmung eines Schlüsselromans von Klaus Mann1) (1906 – 1949), der in seinem Werk unverhohlen auf die Karriere von Gustaf Gründgens2) (1899 – 1963) im Nazireich anspielt und das zwischen 1966 und 1981 in Deutschland nicht verbreitet werden durfte. Nicht zuletzt wegen Hoppes brillanter darstellerischer Leistung wurde der Film mit einem "Oscar" ausgezeichnet. "Er (Hoppe) ist großtuerisch und leutselig, geschmeidig und aalglatt, hinterhältig und heuchlerisch. In seiner Harmlosigkeit offenbart er eine verschleierte Brutalität, die unberechenbar ausbrechen kann, und vereint Blendung und Grauen des Faschismus in einer Person. Der Mimen gelingt die Darstellung eines faschistischen Machthabers aufs Genaueste …"3)
 
 
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Fortan konnte Hoppe sich seine Rollen aussuchen, wirkte als einer der wenigen DDR-Künstler regelmäßig in internationalen Produktionen mit; allein bis zur Wiedervereinigung 1990 weist seine Filmografie rund 160 Film- und Fernsehproduktionen auf.
Bemerkenswert war 1983 seine Darstellung des alten, ehrgeizigen Friedrich Wiek1), der seine Tochter Clara, gespielt von Nastassja Kinski, in Peter Schamonis hochgelobtem und preisgekröntem Schumann-Film "Frühlingssinfonie"1) eifersüchtig liebt. In Bernhard Wickis "Die Grünstein-Variante"1) war er 1986 der Gefängnisdirektor, unter Franz Antel wirkte er ebenfalls 1986 in der internationalen Produktion "
Johann Strauss – Der König ohne Krone"1) mit und zeigte sich neben Protagonist Oliver Tobias1) als Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg-Gotha1), 1989 sah man ihn als Tresorknacker Bruno Markward in der Krimikomödie "Der Bruch"1) neben Otto Sander und Götz George.
 

Foto: © Werner Bethsold1)
Das Foto entstand 1993 während einer Hörspielproduktion.

Rolf Hoppe; Copyright Werner Bethsold
Lorenz im Land der Lügner; Copyright Einhorn-Film In den 1990er Jahren setzte Hoppe seine Filmkarriere erfolgreich fort, war beispielsweise Gefangener bzw. Nazi-Opfer in Jerzy Kawalerowicz' Drama "Bronsteins Kinder"1) (1990) nach dem gleichnamigen Roman von Jurek Becker, der Nazi-Fabrikant Karl Lentz in Helmut Dietls großartigen Satire "Schtonk!"1) (1992), der machtverliebte Präfekt Angiolieri in "Mario und der Zauberer"4) (1994), nach der gleichnamigen Erzählung von Thomas Mann mit Klaus Maria Brandauer in der Titelrolle, oder beeindruckte als dämonischer Gauleiter Julius Streicher in Joseph Vilsmaiers "Comedian Harmonists"1) (1997). Im gleichen Jahr hatte man ihn als "König" in Jürgen Brauers preisgekrönten Kinderfilm "Lorenz im Land der Lügner" (1997) erleben können → www.deutsches-filmhaus.de, filmportal.de.
 
Foto mit freundlicher Genehmigung von Einhorn-Film
© Einhorn-Film/Weltlichtspiele Kino GmbH
Eine wunderschöne Rolle war 2004 die des Rabbi Ginsberg  in Dani Levys preisgekrönten, unorthodox-witzigen Geschichte "Alles auf Zucker!"1): Dem schlitzohrigen Zocker Jaeckie Zucker (Henry Hübchen) steht das Wasser bis zum Hals – seine Frau (Hannelore Elsner) droht ihm mit der Scheidung, der Gerichtsvollzieher mit dem Knast. Letzte Hoffnung des Ex-DDR-Sportreporters: das Erbe seiner Mutter. Doch die verlangt in ihrem Testament, dass Jaeckie sich mit seinem Bruder Samuel (Udo Samel) versöhnt, einem orthodoxen Juden. Welten prallen aufeinander, als Samuel mit seinem ganzen Familienclan in Jaeckies chaotischem Haushalt anrückt – doch die beiden verfeindeten Sturköpfe haben keine Wahl: Sie müssen sich zusammenraufen…5) Rabbi Ginsberg ist verantwortlich für die strengen jüdischen Begräbnisregeln und wacht – nicht ganz uneigennützig – über die Einhaltung der Testamentsbedingungen. Rolf Hoppe zeigt mit dieser authentisch gespielten Rolle einmal mehr seine darstellerische Vielseitigkeit.
Danach stand Hoppe für Robert Glinski bzw. die deutsch-polnische Produktion "Ich, Tomek"1) vor der Kinokamera, Premiere in Deutschland war der 10. Juni 2010. Rolf Hoppe mimt in der deutsch-polnischen Koproduktion den gutmütigen Herrn Weber, einen ehemaligen NVA-Offizier, der mit deutschen und polnischen Jugendlichen ein Observatorium aufbaut. Eine kleine Rolle für den 77-Jährigen, aber für den Film eine wichtige. Dafür sind nicht viele Schauspieler in Frage gekommen, sagt Goreczka.*) "Dass Rolf Hoppe die Rolle übernommen hat, ist für uns eine große Ehre." Eine Ehre, die dem Film auf den Festivals auch einige Aufmerksamkeit bescheren dürfte. (…) Zurzeit läuft die Bewerbung für die Berlinale im Februar. (Quelle: www.drefa.de; *) Anmerkung: Eike Goreczka ist einer der Produzenten.). Hoppe gehörte als äußerlich freundlicher, aber perfider Stasi-Offizier Oberst Seler zur Besetzung von Toke Konstantin Hebbelns Kinodebüt "Wir wollten aufs Meer"1), einem Polit-Drama angesiedelt in der DDR zwischen 1983 und 1991; Kinostart war der 13. September 2012. Danach zeigte er sich als Hans in Alexandre Powelz' Regiedebüt "Ohne Dich". Das Drama mit Katja Riemann und Charly Hübner in den Hauptrollen feierte seine Weltpremiere Ende Juni 2014 beim "Festival des deutschen Films" in Ludwigshafen und ging am 4. September 2014 an den allgemeinen Kinostart → www.ohnedich-film.de, filmportal.de.
Zuletzt präsentiert sich Rolf Hoppe mit dem kleinen Part des Professors Norkus in der von Chris Kraus in Szene gesetzten Tragikomödie "Die Blumen von gestern"1), die am 25. Oktober 2016 im Rahmen der "Hofer Filmtage" als Eröffnungsfilm dem Publikum vorgestellt wurde; als Kinostart in Deutschland wird der 12. Januar 2017 genannt → www.swr.de.
 
Für das Fernsehen übernahm der Schauspieler viele eindrucksvolle Rollen und gehört bis heute zu den unverzichtbaren Größen auf dem Bildschirm. Schon in etlichen DFF-Produktionen hatte Hoppe in verschiedensten TV-Filmen geglänzt, als Höhepunkte seiner TV-Leistungen gilt unter anderem sein barocker Kurfürst Friedrich August von Sachsen in dem Sechsteiler "Sachsens Glanz und Preußens Gloria"1) (1985)3).
Auf dem Gesamtdeutschen Bildschirm erlebte man den Charaktermimen und Pferdeliebhaber Hoppe neben prägnanten Auftritten in so beliebten Krimi-Serien wie "Tatort", "Wilsberg", "Donna Leon" oder "Der Bulle von Tölz" unter anderem 1993 mit der Rolle des Pferdezüchters Jakob Eicke in der Familienserie aus der Welt der Reiter und Pferdehändler "Alles Glück dieser Erde", 1995 als Partner von Witta Pohl in dem ARD-Vierteiler "Im Zweifel für …", 1997 als Zuchthausdirektor in Frank Beyers Neuverfilmung "Der Hauptmann von Köpenick"1) sowie als "Pate von Dresden" Heinz Baranowski in dem dreiteiligen SAT 1-Krimi "Sardsch – Die Jagd beginnt"4), wofür er gemeinsam mit Hannes Jaenicke und Nina Franoczek den "Adolf Grimme Preis" erhielt.
 

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Rolf Hoppe 03; Copyright Virginia Shue
1998 überzeugte Hoppe mit der Rolle des Raimund Kaschke in "Mörderisches Erbe – Tausch mit einer Toten", 1999 mit der Hauptrolle des Georg Mosbacher in Gert Steinheimers SAT 1-Thriller "Sterben ist gesünder" an der Seite von Ulrich Mühe, 2003 sah man ihn als Musiklehrer Kirnberger in dem Mehrteiler "Trenck – Zwei Herzen gegen die Krone"4) – um nur einige der vielen TV-Produktionen zu nennen, in denen der vielseitige Charakterschauspieler mit der leise vibrierenden Stimme mitwirkte. In den letzten Jahren mimte er beispielsweise den Erwin Kuhn in dem Krimi "Wilsberg – Tod einer Hostess"4) (2003) sowie den Dr. Paul Knödgen in "Tatort – Der schwarze Troll"1), eine weitere schöne Figur war auch die des Ferdinand Hansen bzw. Paul Freeman in dem romantischen Abenteuer "Am Kap der Liebe" (2004). Eine große Aufgabe übernahm Hoppe in der ZDF-Reihe "Giganten" und fesselte Ostern 2007 in diesem mit Spielszenen durchsetzten Doku-Drama die Zuschauer als gealterter Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe. Regisseur Günther Klein thematisierte in "Goethe – Magier der Leidenschaft" die letzte Liebe des Universalgenies zu der 19-jährigen Ulrike von Levetzow (Teresa Weißbach) bzw. Goethes Aufbäumen gegen die verlorene Jugend. Eine kleine, dennoch prägnante Figur, die des pensionierten Gerichtsmediziners Galvano, verkörperte er in den "Commissario Laurenti"-Krimis1) mit Henry Hübchen, so in "Tod auf der Warteliste"4) (EA: 20.12.2007), "Der Tod wirft lange Schatten"4) (EA: 10.01.2008) und "Totentanz"4) (EA: 08.01.2009).
Als die ARD anlässlich des 70. Geburtstages von Christiane Hörbiger am 13. Oktober 2008 die Ausnahmeschauspielerin mit der Titelrolle in der Neuverfilmung von Friedrich Dürrenmatts tragischer Komödie "Der Besuch der alten Dame"1) ehrte, gehörte auch Rolf Hoppe zur hochkarätigen Besetzungsriege. In dem behutsam modernisierten Klassiker gab er unter der Regie von Nikolaus Leytner den pensionierten Schulrektor und ehemaligen Lehrer der Multimilliardärin Claire Zachanassian, die nach über 40 Jahren zurückkehrt, um auf makabre Weise Rache an ihrem ehemaligen Geliebten Alfred Ill (Michael Mendl) zu nehmen. Sie macht den Bürgern der bankrotten Provinzstadt Güllen ein unmoralisches, zutiefst verwerfliches Angebot, bietet eine horrende Geldsumme – falls Alfred "stirbt". Hoppe verlieh dem alten Mann, der die verlogene Moral seiner Mitbürger durchschaut hat, aber erkennen muss, dass er selbst nicht besser ist, authentische Züge. 
→ siehe auch www.dieterwunderlich.de
 
Weitere Arbeiten vor der Fernsehkamera waren das Melodram "Eine Liebe in St. Petersburg"4) (EA: 29.10.2009) sowie die bewegend-anspruchsvolle Entwicklungsgeschichte einer ungewöhnlicher Frauenfreundschaft mit dem Titel "Hand in Hand"4) von Regisseur Thomas Berger, mit Corinna Harfouch und Margarita Breitkreiz in den Hauptrollen und unter anderem Hoppe als ehemaligem Geigenlehrer Professor. Stockeby. Das Drama, zu dem Justus Pfaue das Drehbuch geschrieben hatte, wurde erstmals im Rahmen des Internationalen Filmfestes in Hamburg (24.09. bis 03.10.2009) gezeigt, die Erstausstrahlung im ZDF erfolgte am 15. August 2011; siehe auch die Filmkritik bei www.spiegel.de. In der bis auf die kleinste Nebenrolle prominent besetzten ARD-Komödie "So ein Schlamassel"1) gehörte Hoppe neben Publikumslieblingen wie beispielsweise Michael Mendl und Marianne Sägebrecht ebenfalls zur Schauspielerriege und spielte herrlich den alten Mosche 'Zaide' Pulver. Auch dieser Fernsehfilm, produziert von Dr. Alice Brauner (Tochter von Filmmogul Artur Brauner), wurde vorab präsentiert und erntete bei den Hofer Filmtagen (27.10. bis 01.11.2009) gute Kritiken; die Ausstrahlung in der ARD war am 29. Januar 2010.
Abgedreht hatte Hoppe die von Karola Hattop in Szene gesetzte heitere ARD-Romanze "Linda geht tanzen"4) (EA: 04.11.2011), in der er den Restaurantgründer Wilhelm bzw. Vater von Frank (Roland Koch) mimt, der gemeinsam mit Ehefrau Linda (Julia Jäger) einen Gourmet-Tempel betreibt und sich nun unbedingt, wie sein Vater, einen Stern erkochen möchte. Vater Wilhelm ist jedoch nicht so ganz von den Kochkünsten seines Sohnes überzeugt, setzt vielmehr auf seinen Enkel Jan (Tim Morten Uhlenbrock), der jedoch wegen der Sturheit seines Vaters andere Ambitionen hat. Turbulenzen sind vorprogrammiert, nicht zuletzt weil wegen Franks Ehrgeiz auch seine Ehe auf dem Spiel steht.
In "Eine tödliche Legende"4) (EA: 01.10.2012), der vierten spannenden Geschichte aus der ZDF-Reihe "Spreewaldkrimi" mit dem eher spröden Kriminalkommissar Thorsten Krüger (Christian Redl), agierte Hoppe als alter, dementer Hermann Stein, der als ehemaliger DDR-Parteisekretär in korrupte Deals im Rahmen der Enteignung von Grundstücken einstiger Republikflüchtlinge verwickelt war. Angesiedelt in Lübbenau und Umgebung, geht es in dem in sich verschachtelten, vielschichtigen Thriller um alte Legenden bzw. das sorbische Volksmärchen vom Schlangenkönig, projiziert auf die neuere Geschichte der "Wende"-Zeit. Neben Redl zeigten sich unter der Regie von Torsten C. Fischer weitere so hervorragende Schauspieler(innen) wie Rüdiger Vogler, Muriel Baumeister und Ulrike Krumbiegel sowie in einer kleinen Rolle Hermann Beyer. Hoppe, der sich in letzter Zeit auf dem Bildschirm rar machte, präsentierte sich zuletzt als undurchsichtiger, ehemaliger DDR-Betriebsarzt Otmar Koplin in dem ganz auf den smarten Rechtsanwalt Joachim Vernau alias Jan Josef Liefers zugeschnittenen ZDF-Krimi "Die letzte Instanz"4) (EA: 20.01.2014) und entpuppte sich schließlich als Strippenzieher für anfangs mysteriöse Morde. "Roman- und Drehbuchautorin Elisabeth Herrmann hat sich in "Die letzte Instanz" den Existenzen zerstörenden Sünden der Treuhand genähert. Der ZDF-Fernsehfilm von Carlo Rola bleibt ein Krimi. (…)" notiert unter anderem  www.tittelbach.tv. In dem von Christian Schwochow in Szene gesetzten ZDF-Zweiteiler "Die Pfeiler der Macht"1) (EA: 25./27.01.2016) nach dem gleichnamigen Roman1) von Ken Follett erlebte man Hoppe nach längerer Zeit mal wieder auf dem Bildschirm. In der opulenten Geschichte vom Aufstieg und Fall des fiktiven Londoner Bankhauses Pilaster in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts spielte er im ersten Teil den gestrengen Seniorchef Seth Pilaster, der das mächtige Bankhaus zusammen mit seinen Neffen Joseph (Thorsten Merten) und Samuel (Axel Milberg) leitet → tittelbach.tv.
Foto: Rolf Hoppe auf der Berlinale 2009; Urheber: Thore Siebrands (Siebbi); Quelle: www.ipernity.com bzw. Wikimedia Commons/Wikipedia; Lizenz CC-BY-SA 3.0. Neben seiner umfangreichen Arbeit für Film- und Fernsehen hält Rolf Hoppe literarische Programme und Lesungen mit Märchen, Balladen und Geistergeschichten auch im "Theater auf Schloss Weesenstein" bei Dresden ab, einem Kulturzentrum, das vor allem durch sein unermüdliches Engagement entstanden ist; darüber hinaus konzentriert er sich in den letzten Jahren verstärkt auf ambitionierte Audio-Produktionen. Bereits seit den 1970er Jahren wirkte Hoppe in Hörspielen mit, eine Auswahl der in der ARD-Hörspieldatenbank aufgeführten Produktionen mit Rolf Hoppe findet man hier am Ende des Artikels.
  
Seine ganze Liebe gehört auch dem "Hoftheater Dresden", gemeinsam mit Hans-Jürgen Behr, Bürgermeister der Gemeinde Schönfeld-Weißig, gründete er 1995 den Kultur- und Kunstverein Schönfelder Hochland, kaufte einen geeigneten Bauernhof und so entstand unter anderem ein Kammertheater in der ehemaligen Scheune mit rund 100 Plätzen; im Im Sommer 2002 wurde mit dem regelmäßigen Spielbetrieb begonnen. Darüber hinaus bietet das "Hoftheater" eine exzellente Kulisse für Jubiläen oder sonstige Feiern, so beging auch Prinzipal Rolf Hoppe 2005 seinen 75. Geburtstag in diesem außergewöhnlichen Ambiente → siehe auch www.hoftheater-dresden.com. Das er auch dort immer wieder auf der Bühne steht wie beispielsweise 2007 mit dem Zweipersonenstück "Vater Wiecks Liebe", einem szenischen Monolog über die Beziehung des Klavierpädagogen Friedrich Wieck1) zu seiner Tochter Clara1) (am Klavier Claudia Pätzold) und ihrem Mann Robert Schumann1), war selbstverständlich.
 
 
Foto: Rolf Hoppe auf der Berlinale 2009
Urheber: Thore Siebrands (Siebbi)
Quelle: www.ipernity.com bzw. Wikimedia Commons/Wikipedia
Lizenz CC-BY-SA 3.0
Rolf Hoppe wurde im Verlaufe seiner Karriere mit unzähligen Preisen geehrt: so erhielt er unter anderem 1971 den "Nationalpreis der DDR 1. Klasse für Kunst und Literatur", 1981 den Preis der Film- und Fernsehkritik des ungarischen Journalisten-Verbandes für seine Leistung in "Mephisto", 1995 den " Sächsischen Staatspreis für Literatur und Theater", den sogenannten "Lessingpreis"1). 1998 folgte wie erwähnt der "Adolf-Grimme-Preis" für seine Darstellung des Heinz Baranowski in dem mehrteiligen TV-Film "Sardsch – Die Jagd beginnt", 2005 wurde Hoppe die "Goldene Henne"1) für sein Lebenswerk überreicht, 2007 erfolgte mit dem "Kunstpreis der Landeshauptstadt Dresden"1) eine weitere Auszeichnung. Am 16. März 2010 konnte Hoppe in Dresden aus der Hand des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich das "Bundesverdienstkreuz 1. Klasse" entgegen nehmen. Der damals 79-Jährige "habe mit seinen Theater- und Filmrollen national und international Bekanntheit und Anerkennung gefunden, stehe noch im hohen Alter vor der Kamera und setze sich für das Theater ein", teilte die Staatskanzlei in Dresden zur Begründung mit. Aus der Hand seines Kollegen Jan Josef Liefers erhielt Hoppe am 8. Februar 2015 anlässlich der "Berlinale" den "Paula"-Preis des "Progress-Filmverleihs". Stifter des Preises war, wie schon in den vergangenen Jahren, die Berliner "Industrie- und Handelskammer" (IHK), mit der die IHK die Bedeutung der Filmwirtschaft für die Bundeshauptstadt unterstreicht. Am 29. Mai 2015 kam mit dem Ehrenpreis des "Deutschen Schauspielerpreises"1) eine neuerliche Würdigung für Hoppes Lebenswerk dazu, die Laudatio anlässlich der Verleihung im Berliner "Zoo Palast" hielt der Regisseur István Szabó1), für den Hoppe bei "Mephisto" (1981) vor der Kamera gestanden hatte → Übersicht der Auszeichnungen bei Wikipedia.

Seine Lebenserinnerungen veröffentlichte der Schauspieler 1996 unter dem Titel "Der Schauspieler Rolf Hoppe. Von Dresden in die Welt." Hoppe, inzwischen mehrfacher Großvater, lebt mit seiner Frau Friederike in Weißig bei Dresden, 1962 hatte das Paar geheiratet. Aus der Verbindung stammen die beiden Töchter Josephine und Christine. Die 1968 geborene Christine Hoppe1) hat sich inzwischen ebenfalls einen Namen als renommierte Schauspielerin gemacht und ist seit 1991 festes Ensemblemitglied des Staatsschauspiels Dresden. Auch Hoppes älteste Tochter, die Sprachwissenschaftlerin Josephine Hoppe, zieht es auf die Bühne, sie ist beispielsweise am "Hoftheater Dresden" mit musikalisch-literarischen Programmen zu erleben → siehe auch www.josephinehoppe.de
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de;
Rolf Hoppe bei der Agentur Tatsch
Siehe auch Wikipedia, www.film-zeit.de, DEFA-Stiftung, filmportal.de
 Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 4) www.prisma.de
Quellen: 3) www.defa.de, 5) www.zucker-derfilm.de
Stand: Januar 2017
    
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de
(Fremde Links: filmportal.de, Wikipedia, defa-stiftung.de, prisma.de, 
fernsehenderddr.de, fernsehserien.de, deutsches-filmhaus.de, tittelbach.tv)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
   
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Fremde Links: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia (deutsch/englisch))
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