Käte Jaenicke (mitunter auch Käthe Jaenicke) wurde am 22. März 1923 in Danzig (heute Gdańsk, Polen) geboren. Im Alter von 18 Jahren nahm sie Schauspielunterricht, und wenig später bzw. 1941 machte sie in Gießen erste Bühnenerfahrungen. Nach Kriegsende bzw. mit Beginn der 1950er Jahre kam sie nach Frankfurt an das "Kleine Theater am Zoo" (heute "Fritz Rémond Theater"1)) und dessen Gründer Fritz Rémond wurde einer ihrer wichtigsten Förderer. Später wirkte Käte Jaenicke auch in Berlin, übernahm Gastrollen am "Theater am Kurfürstendamm"1), am "Hebbel-Theater"1) und am "Renaissance-Theater"1); sie arbeitete mit Theatergrößen wie Erwin Piscator1) und Rudolf Noelte1) zusammen. Ab 1964 trat sie unter anderem zusammen mit Joachim Kemmer und Dieter Kursawe1) im Kabarett-Ensemble "Die Wühlmäuse"1) auf, außerdem sah man sie "Nationaltheater Mannheim"1).
Ab Ende der 1950er Jahre wurde die markante Schauspielerin zur festen Größe bei Film- und Fernsehen und agierte oft als Küchenhilfe oder Dienstbotin, gelegentlich mit ostpreußischem Dialekt.
Einen ihrer ersten Leinwandauftritte hatte sie als Italien-Urlauberin in der Heinz Erhardt-Komödie "Der letzte Fußgänger"1) (1959), ein Jahr später wirkte sie als Köchin in dem Millowitsch-Klamauk "Willy, der Privatdetektiv"1) (1960) mit, mimte die Elli Dörfler in dem Streifen "Unser Haus in Kamerun"1) (1961), neben Götz George und Johanna von Koczian.
In etlichen weiteren unterhaltsamen Produktionen der 1960er und 70er Jahre avancierte Käte Jaenicke mit ihrem hintersinnigen Grinsen und dem verschmitzten Humor zur unverzichtbaren Darstellerin für profilierte Nebenrollen, keine andere konnte so schön beleidigt sein wie sie. Erneut neben Heinz Erhardt tauchte sie in "Das kann doch unsren Willi nicht erschüttern"1) (1970) auf, aber auch anspruchsvolle Rollen wie die der Mutter Truczinski in der von Volker Schlöndorff1) gedrehten Oscar-gekrönten Grass-Adaption "Blechtrommel"-Verfilmung1) (1979) gehörten zu ihrem Repertoire. 1985 sah man die Schauspielerin als Anna in der von Agnieszka Holland in Szene gesetzten Romverfilmung "Bittere Ernte"1) zusammen mit Armin Mueller-Stahl. Zuletzt wirkte Käte Jaenicke 1989 in Walter Bannerts Verwechslungskomödie "Gummibärchen küsst man nicht"1) bei einer Kino-Produktion mit → Übersicht Kinofilme.

Käte Jaenicke (links als Frau Hübner) und
Edith Schultze-Westrum als Lydia Seip in "Der Sog" (1968),
gedreht von Theo Mezger nach dem Hörspiel von Johannes Hendrich
→ Info zum Hörspiel bei www.zeit.de
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services;  © SWR

Käte Jaenicke und Edith Schultze-Westrum in "Der Sog" (1968); Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services mit weiteren Infos zu dem Fernsehspiel; Copyright SWR
Käte Jaenicke in der 1. Folge von "Die Firma Hesselbach", "Das Dokument": Direktor Hesselbach (Wolf Schmidt) ist empört, ein wichtiges Dokument ist in seinem Büro verschwunden. Seine Sekretärinnen (Käte Jaenicke, Mitte), Helga (Helga Neuner) und Sohn Willi (Joost Siedhoff) haben keine Ahnung, wo es ist. Foto mit freundlicher Genehmigung des Hessischen Rundfunks; Foto: Copyright hr/Kurt Bethke; Text: hr Neben zahlreichen Gastauftritten in so beliebten Krimi-Serien wie "Der Alte", "Derrick" oder "Tatort" wurde Käte Jaenicke ab 1965 vor allem durch ihre Rolle des resoluten Faktotums Lenchen in der TV-Serie "Alle meine Tiere" den Fernsehzuschauern ein Begriff. Bereits in der legendären Familienserie "Familie Hesselbach" hatte sie Anfang der 1960er Jahre den Part der Sekretärin Fräulein Sauerberg übernommen, in der ganz auf Georg Thomalla zugeschnittenen Serie "Unser Pauker"2) (1965) kam sie als Gastwirtsfrau Hertha Janitz daher.
 
 
Käte Jaenicke (Mitte) in der 1. Folge von "Die Firma Hesselbach", "Das Dokument": Direktor Hesselbach (Wolf Schmidt1), rechts) ist empört, ein wichtiges Dokument ist in seinem Büro verschwunden. Seine Sekretärinnen
Fräulein Sauerberg (Käte Jaenicke), Helga (Helga Neuner1), links) und Sohn Willi (Joost Siedhoff) haben keine Ahnung, wo es ist.
 
Foto mit freundlicher Genehmigung des Hessischen Rundfunks
Foto: © hr/Kurt Bethke; Text: hr
Viele weitere Serien und Einzelproduktionen folgten in den nächsten Jahren, 1972/73 erfreute sie die Zuschauer in der Familienserie "Kleinstadtbahnhof"1) bzw. "Neues vom Kleinstadtbahnhof"2) als Serviererin Trudchen Dörfer und der Spitzname "Suppenhuhn" blieb auch privat an ihr hängen. 1978 beispielsweise gehörte sie in dem von Marvin J. Chomsky1) gedrehten, viel diskutierten US-amerikanischen Vierteiler "Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss"1), der im Januar 2019 in einigen 3. Programmen wiederholt wurde, als Frau Levy zur Besetzung, die zusammen mit Dr. Josef Weiss (Fritz Weaver1)) und Berta Weiss (Rosemary Harris1)) sowie ihrem Mann (George Rose1)) nach Auschwitz deportiert und von den Nazi-Schergen ermordet wird. Für Antonio Skármeta1) spielte sie die chilenische Großmutter in seiner Verfilmung "Abschied in Berlin" (1984), dem Porträt einer chilenischen Familie, deren drei Generationen in einer Berliner Wohnung zusammenleben – Tochter Anja Jaenicke gehörte als Christina ebenfalls zur Besetzung. Bei den kleinen Zuschauen punkten konnte Käte Jaenicke als Oma Anna Zwicknagel in den Geschichten um die "Spreepiraten"1) (1989), bis Anfang der 1990er Jahre folgen nur noch wenige Auftritte vor der TV-Kamera → Übersicht TV-Produktionen.
Auch als Synchronsprecherin war die Schauspielerin gefragt und lieh so berühmten Kolleginnen wie beispielsweise Angela Lansbury1), Carol Burnett1), Elsa Lancaster1) oder Giulietta Masina ihre Stimme mehr bei synchronkartei.de. Zudem stand sie wiederholt im Hörspielstudio, eine Auswahl der bei der ARD Hörspieldatenbank gelisteten Produktionen findet man hier. Erwähnenswert ist, dass Käte Jaenicke ein Kinderbuch mit dem Titzel "Kleines Mädchen zu verleihen" (1971) verfasste. "Der Roman schildert humorvoll die sozialen und kulturellen Unterschiede zwischen den Bewohnern eines Mietshauses. Dabei werden zeittypische Konflikte der bundesdeutschen Gesellschaft wie der Umgang mit Gastarbeitern oder langhaarigen Studenten beleuchtet." notiert Wikipedia.
  
Käte Jaenicke, die zuletzt in einem Münchner Altenheim lebte, starb dort am 1. November 2002 im Alter von 79 Jahren; die letzte Ruhe fand sie auf dem Münchener Ostfriedhof → Foto der Urnen-Grabstelle bei knerger.de. "Mit ihren Kulleraugen, der koboldhaft-resoluten Art, die mit einer rührenden Schutzbedürftigkeit verbunden war, hätte sie auch als Clown auftreten können." schrieb DER Spiegel in seinem kurzen Nachruf → www.spiegel.de.
Die am 9. Oktober 1963 geborene Tochter Anja Jaenicke1), aus der Beziehung ihrer Mutter mit dem türkischstämmigen Schriftsteller, Journalisten und Schauspieler Aras Ören1), ergriff ebenfalls den Schauspielerberuf, zog sich aber inzwischen weitgehend vom Filmgeschäft zurück und arbeitet vornehmlich als Autorin.
Siehe auch Wikipedia
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) fernsehserien.de
     
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia, Die Krimihomepage, filmportal.de, 
fernsehserien.de, deutsches-filmhaus.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Fremde Links: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia, tls.theaterwissenschaft.ch)
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de