Friedrich Joloff, 1938 fotografiert von Fritz Eschen (1900–1964); Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_e_0053660); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Fritz Eschen; Urheber: Fritz Eschen; Datierung: 13.10.1938; Quelle: www.deutschefotothek.de Friedrich Joloff wurde am 14. Dezember 1908 als Friedrich Jolowicz in Berlin geboren. Nach seiner Ausbildung (1925–1927) an der Schauspielschule des "Deutschen Theaters" seiner Geburtsstadt – unter anderem bei Lothar Müthel1) (1896 – 1964) – trat der Nachkomme polnischer Einwanderer an verschiedensten Berliner Bühnen mit zunächst kleineren Rollen auf. Mit Beginn des Nazi-Regimes wurde er ab 1933 aus rassischen Gründen ("nicht arisch") mit einem Auftrittsverbot belegt*). Einige Quellen nennen auch seine Verbindung zu homosexuellen Kreisen.
Friedrich Joloff emigrierte nach Italien, wurde dort mit Beginn des 2. Weltkrieges zur Wehrmacht eingezogen. Erst nach Kriegsende und seiner Entlassung aus amerikanischer bzw. kanadischer Kriegsgefangenschaft konnte er ab 1947 seine Karriere als Schauspieler fortsetzen.
Am Theater sah man ihn in vielen klassischen Rollen, so beispielsweise als Maler Conti in Lessings "Emilia Galotti"1), als Sohn Arnold in Gerhart Hauptmanns "Michael Kramer"1) oder als Autor Trigorin in Tschechows "Die Möwe"1).

Friedrich Joloff, 1938 fotografiert von Fritz Eschen1) (1900–1964)
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_e_0053660)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Fritz Eschen
Urheber: Fritz Eschen; Datierung: 13.10.1938;
Quelle: www.deutschefotothek.de
Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Populär wurde Friedrich Joloff jedoch durch den Film – nicht zuletzt aufgrund seines markanten Äußeren, in zahlreichen, auch internationalen Streifen mimte er in prägnanten Nebenrollen den Bösewicht und Schurken. Sein Leinwanddebüt hatte er mit einem winzigen Part in Hans Schweikarts Melodram "Melodie des Schicksals"1) (1950) gegeben, nach der britischen Produktion "Desperate Moment" (1953, Sekunden der Verzweiflung) an der Seite von Dirk Bogarde folgte unter anderem die Rolle des Theo in Georg Tresslers "Die Halbstarken"1) (1956) an der Seite von Horst Buchholz. Mit Marion Michael spielte er in "Liane die weiße Sklavin"1) (1957), Veit Harlan besetzte ihn als Verführer Dr. Boris Winkler in seinem anti-homosexuellen Hetzstreifen "Anders als du und ich"1) (1957) und mit Hollywoodstar Ernest Borgnine stand er für den Thriller "Man on a String" (1960, Geheimakte M) vor der Kamera. In dem Wallace-Krimi "Die Tür mit den 7 Schlössern"1) (1962) mimte Joloff einen zwielichtigen Hausmeister, zwei Jahre später zeigte er sich in "Das Wirtshaus von Dartmoor"1) als der undurchsichtige, ehemalige Gefängniswärter Mr. Simmons, der in der Nähe des Zuchthauses Dartmoor ein Gasthaus betreibt. Yves Allégret gab ihm den Part des Aristopoulos in seiner spannenden Literaturverfilmung "Johnny Banco" (1967, Jonny Banco – geliebter Taugenichts) mit Horst Buchholz in der Titelrolle, in Wolfgang Beckers Thriller "Ich schlafe mit meinem Mörder"1) (1970) stand er dann mal auf der Seite der Guten und mimte einen Kommissar. Zu Joloffs letzten Arbeiten für das Kino zählen die Produktionen "Käpt'n Rauhbein aus St. Pauli"1) (1971) und "Dr. M schlägt zu"1) (1972).

Das Fernsehen bot dem Schauspieler mit den markanten Gesichtszügen ab den 1960er Jahren ein breites Betätigungsfeld. Neben Auftritten in so beliebten Krimi-Reihen wie "Derrick", "Der Alte" oder "Dem Täter auf der Spur" erlebte man Joloff beispielsweise 1963 in dem mehrteiligen Durbridge-Straßenfeger "Tim Frazer"2) als Kapitän Nikiyan, drei Jahre später erlangte Joloff mit seiner Rolle des Oberst Henryk Villa und Chef des Galaktischen Sicherheitsdienstes in "Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion"2) enorme Popularität. Durch das 2003 in die Kinos gekommene Film-Remake bzw. dem Zusammenschnitt aller sieben Folgen der Kultserie "Raumpatrouille Orion – Rücksturz ins Kino"1) war sein Name auch Jahre nach seinem Tod wieder in aller Munde.
Bis Mitte der 1970er Jahre folgten zahlreiche eindrucksvolle Nebenrollen: In Wolfgang Beckers mehrteiligem Krimis "Der Tod läuft hinterher"2) (1967) und "Babeck"2) (1968) wirkte er ebenso mit wie in Harald Vocks "Ein Sarg für Mr. Holloway" (1968). In Herbert Reineckers dreiteiligem TV-Krimi "11 Uhr 20"2) (1970) sah man Joloff als "Leiche" Dr. Arnold Vogt – einer seiner letzten Fernsehauftritte. Danach wurde es still um den beliebten Schauspieler.
  
Neben seiner umfangreichen Arbeit als Schauspieler war Friedrich Joloff vor allem in den 1950er Jahren ein vielbeschäftigter Synchronsprecher. So lieh er beispielsweise Orson Welles, Vittorio Gassman, Richard Basehart, James Mason, Peter Cushing, Christopher Lee, John Barrymore, Jack Palance und Vincent Price seine Stimme. Auch in zahlreichen Hörspielen wirkte er seit Ende der 1940er Jahre mit → Übersicht bei Wikipedia bzw. www.synchronkartei.de. Seine Arbeit als Sprecher für das Hörspiel ist ebenfalls beachtlich → Wikipedia (Auswahl)
Im Fernsehen war Joloff – ein drahtig-sehniger Mann von asketischer Erscheinung, ausgestattet mit einem kantig-schmalen Charakterkopf – seit den ausgehenden 60er-Jahren auf mächtige Bösewichter, undurchsichtige Drahtzieher und sinistre Dunkelmänner abonniert. (…) Seit 1967 lebte Friedrich Joloff in seinem Retirium in Djerba (Tunesien) und kehrte nur noch für die eine oder andere Film- und Fernsehrolle in die Bundesrepublik zurück.*)

Friedrich Joloff starb am 4. Januar 1988 im Alter von 80 Jahren im niedersächsischen Verden an der Aller. Die letzte Ruhe fand er in einem anonymen Grab auf dem Friedhof von Bruchhausen-Vilsen (Ortsteil Martfeld) bei Verden.
Siehe auch Wikipedia
*) Quelle: Kay Weniger: Zwischen Bühne und Baracke. Lexikon der verfolgten Theater-, Film- und Musikkünstler 1933 bis 1945 (Metropol, Berlin 2008, S. 196)
Link: 1) Wikipedia, 2) Beschreibung innerhalb dieser HP
  
Filme
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(Fremde Links: Wikipedia, Die Krimihomepage)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
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