Marianne Kiefer wurde am 3. September 1928 als Tochter eines Künstlerehepaares – ihre Eltern waren Varieté-Conférenciers – in Dresden geboren. Schon früh entschied sie sich für "die Bretter, die Welt bedeuten", nach privatem Schauspiel- und Ballettunterricht begann sie 1945 in ihrer Geburtsstadt am "Ballhaus Watzke"1) als Tanzsoubrette. Es folgten Stationen in Köthen und Eisleben sowie verschiedene Tourneen durch die DDR, seit 1968 trat sie am Berliner Revue-Theater "Friedrichstadtpalast"1) auf. Ende der 1960er Jahre wurde sie Mitglied des "Deutschen Fernsehfunks"1) (DFF) und erlangte vor allem mit ihren komödiantischen Rollen rasch eine ungeheure Popularität. In zahlreichen Lustspielen und Schwänken konnte die nur 1,54 große Künstlerin mit ihrem unschlagbaren Humor punkten, war Partnerin von Publikumslieblingen wie Herbert Köfer, Günter Schubert, Gerd E. Schäfer1) oder Ingeborg Krabbe und handelte sich die Bezeichnung "Ulknudel des Ostens" ein. Eine ihrer Paraderollen war die der Tante Paula Zipfel in der "Maxe-Baumann"1)-Lustspielreihe mit dem Urberliner Gerd E. Schäfer als schrulligem Rentner Maxe Baumann. Zur Hochform lief sie in der 7-teiligen Reihe "Drei reizende Schwestern"1) auf, ebenfalls heitere Geschichten, die von 1984 bis 1991 (bis auf eine Folge) jeweils im Dezember über den Bildschirm flimmerten. Hier war sie als Olga Knopf eine der drei "reizenden" Titelheldinnen, die zusammen mit ihren Schwestern Irmgard Schulze-Knopf (Ingeborg Krabbe) und Mathilde Lehmberg (Helga Göring1)) für ungebremste Heiterkeit sorgt. "Ihre Fans liebten sie für ihr loses Mundwerk und ihren unverwechselbaren Humor." notierte DER SPIEGEL (→ www.spiegel.de) in einem Nachruf.
Auf der "großen Leinwand" konnte man die Vollblut-Komödiantin nur ein Mal erleben, in dem ganz auf Erwin Geschonneck zugeschnittenen Streifen "Mensch, mein Papa …!"2) (1988) mimte sie die Frau des von Fred Delmare dargestellten Försters Wilhelm.
 
Nach der so genannten "Wende" blieben TV-Angebote zunächst aus, den Zuschauern in den alten Bundesländern wurde sie dann 1992 durch einen Auftritt in der Talkshow "Boulevard Bio"1) bekannt. Anschließend folgten vereinzelt Aufgaben in einigen Serien, unter anderem 1993 in der Episode "Sun-City"3) aus der ProSieben-"Traumschiff"-Variante "Glückliche Reise"3) und ein Jahr später in zwei Folgen der Serie "Immenhof"1). Sie widmete sich nun wieder verstärkt der Arbeit am Theater, in verschiedenen Aufführungen der "Comödie Dresden"1), aber auch anderer Bühnen zeigte sie ihr komödiantisches Talent. 2004/2005 trat sie in dem Stück "Du bist nur zweimal jung", einem Lustspiel aus der Feder von Ron Aldrige, das von der von Herbert Köfer gegründeten "Köfers Komödiantenbühne" präsentiert wurde, mit der Figur der lebenslustigen Rosie in ihrer letzten großen Theaterrolle auf – an der Seite von Herbert Köfer alias Witwer Brucksie → Lausitzer Rundschau.
Zudem moderierte sie als "Wirtin Charlotte" Anfang der 1990er Jahre die NDR-Unterhaltungsreihe "Freut Euch des Nordens" und knüpfte damit an ihre Erfahrungen zu DDR-Zeiten an, fünf Mal hatte sie die Gastgeber der Samstagabend-Show "Ein Kessel Buntes"1) unterstützt. Auch war sie ein gern gesehener Gast in der von Herbert Köfer moderierten monatlichen Nostalgie-Show "Das blaue Fenster"3) (1982–1990) gewesen, die an TV-Erfolge aus früheren Tagen erinnerte.
 
Die zu DDR-Zeiten beliebte Volksschauspielerin Marianne Kiefer starb am 4. Januar 2008 in Alter von 79 Jahren in der "Klinik Bavaria"1) im sächsischen Kreischa1) an den Folgen einer langjährigen, schweren Diabetes-Erkrankung. Ihr letztes Lebensjahr hatte die stets unverheiratet gebliebene Künstlerin in einer Seniorenresidenz am Zeuthener See (Brandenburg) verbracht; beigesetzt wurde sie auf dem Friedhof von Zeuthen → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Ihre von Alex Wolf aufgezeichneten Erinnerungen hatte sie 1996 unter dem Titel "Das wäre doch gelacht" veröffentlicht und erzählt darin von ihrem künstlerischen Werdegang, der großen Zeit der DDR-Unterhaltung, aber auch von den beruflichen Schwierigkeiten nach dem Fall der Mauer.
Quellen: Wikipedia sowie "Das große Lexikon der DDR-Stars"*)
Siehe auch den Nachruf bei www.spiegel.de

*) F.-B. Habel und Volker Wachter: "Das große Lexikon der DDR-Stars. Schauspieler aus Film und Fernsehen" (Schwarzkopf und Schwarzkopf, Ausgabe 1999, S. 163)
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) filmportal.de, 3) fernsehserien.de

       
Filme
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(Link: filmportal.de, Wikipedia, fernsehenderddr.de, fernsehserien.de)
Kinofilm Fernsehen (Auszug)
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