Eugen Klöpfer wurde am 10. März 1886 als Eugen Gottlob Klöpfer und Sohn eines Land- bzw. Gastwirts im schwäbischen Talheim geboren. Die Eltern ermöglichten ihrem Sohn den Besuch der Lateinschule in Lauffen sowie des Karlsgymnasiums in Heilbronn, anschließend machte Klöpfer in München eine Holzkaufmannslehre. Schon früh interessierte er sich für das Theater und so nahm er bereits während der Ausbildung heimlich Schauspielunterricht. Anschließend tingelte er durch die bayerische Provinz, spielte unbedeutende Rollen an kleinen Bühnen, übernahm alle Arbeiten, die beim Theater so anfielen. Ein erstes festes Engagement in Landshut war nicht gerade das, was sich der angehende Schauspieler vorgestellt hatte, er durchlief eine lange und schwere Lehre, lernte von der Pieke auf das Theaterhandwerk und musste gegen so manches Missgeschick ankämpfen. Es wird berichtet, dass ihm einmal auf offener Bühne das Haar abbrannte und er völlig kahlköpfig da stand.
Doch Klöpfer biss sich durch, ab 1909 begann seine Theaterkarriere mit Engagements in München, Colmar, Erfurt, Bonn und Frankfurt. 1918 kam er nach Berlin, wo er zwei Jahre später Mitglied des "Deutschen Theaters"1) wurde und auch auf Tourneen im Ausland Erfahrungen sammeln konnte. Schon bald gehörte er zu den Lieblingsschauspielern im Ensemble von Max Reinhardt, machte sich einen Namen vor allem durch seine Interpretation kraftvoller Charaktere.

Foto: Eugen Klöpfe 1927
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: Wikipedia; Ross-Karte Nr. 1077/1 (Ausschnitt)
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Eugen Klöpfe 1927; Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: Wikipedia; Ross-Karte Nr. 1077/1 (Ausschnitt); Lizenz: Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei.
1934 wurde der Nazisympathisant Klöpfer zum Intendanten der "Volksbühne Berlin"1) berufen und zum "Staatsschauspieler" ernannt, ein Jahr später zum Vizepräsidenten der "Reichstheaterkammer"1). Zum Spielplanbeginn 1936/37 bestimmte Goebbels den Schauspieler – als Typus des volkstümlichen Komöden ein markanter Gegenpol zu Heinz Hilpert1), Gustaf Gründgens2) und Heinrich George2) – zum Generalintendanten der drei Berliner Volksbühnentheater. Obwohl sich Klöpfer, der 1937 der NSDAP beitrat, als Theaterrepräsentant des Nationalsozialismus vereinnahmen ließ, verweigerte er sich dennoch weitgehend der Durchsetzung nationalsozialistischer Dramaturgie. Weiterhin war er Präsidialratsmitglied der "Reichsfilmkammer"1) (seit 1933) und "Reichskultursenatsmitglied" sowie Vorsitzender der "Dr.-Goebbels-Spende Künstlerdank" und Mitglied des UFA-Verwaltungsrates.
Eugen Klöpfer als Kleinbürger und Aud Egede Nissen als Dirne in dem Stummfilm "Die Straße" von Karl Grune (1923; Produktion: Max Schach für die Berliner "Stern-Film"); Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pos-2006-a_0000863) aus "Vom Werden deutscher Filmkunst/1. Teil: Der stumme Film" von Dr. Oskar Kalbus (Berlin 1935, S. 74 bzw. Bilder aus dem Sammelwerk Nr. 10); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Unbekannter Fotograf; Quelle: www.deutschefotothek.de Schon zu Stummfilmzeiten hatte Klöpfer sporadisch Rollen in Streifen wie "Die Arche"1) (1919), und der Fortsetzung "Die letzten Menschen"1) (1919) übernommen, unter der Regie von F. W. Murnau spielte er in den Filmen "Sehnsucht"1) (1920), "Der brennende Acker"1) (1922), "Schlagende Wetter"1) (1923) und "Die Austreibung"1) (1923), Hans Kyser besetzte ihn mit der Titelrolle in seinem Historienepos "Luther – Ein Film der deutschen Reformation"1) (1928).
Der Tonfilm erweitert die Möglichkeiten des Charakterdarstellers, Klöpfer spielte nun Hauptrollen im Heldenfach, verkörperte Persönlichkeiten jedweder Art. Bedingt durch seine kraftvolle Erscheinung spielte er oft geschichtliche Größen und bürgerlich-proletarischen Kraftkerle. Er konnte "die dumpfe Gequältheit eines tierhaft verhaltenen Menschen glaubhaft machen und ließ in Kleinbürger-Abgründe blicken" – so der Publizist und Schriftsteller Kurt Pinthus1). In Richard Oswalds "1914, die letzten Tage vor dem Weltbrand"1) (1931) mimte er den Kaiser Franz Josef I.1), in Erich Engels Shaw-Adaption "Pygmalion" (1935), mit Gustaf Gründgens als Professor Higgins und Jenny Jugo als Eliza, den Alfred Doolittle. Carl Froelich besetzte ihn als kraftvollen Kurfürsten Karl Ludwig1) und Vater der Titelheldin1) in "Liselotte von der Pfalz"3) (1935), Herbert Maisch als trotzigen württembergischen Volksdichter Schubart1) in dem Schiller-Biopic1) "Friedrich Schiller – Der Triumph eines Genies1) (1940), neben Horst Caspar2) in der Titelrolle und Heinrich George2) als Herzog Karl Eugen von Württemberg1).
 
Eugen Klöpfer als Kleinbürger und Aud Egede Nissen2) als Dirne in dem Stummfilm
"Die Straße"1) von Karl Grune1) (1923; Produktion: Max Schach für die Berliner "Stern-Film")
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pos-2006-a_0000863) aus
"Vom Werden deutscher Filmkunst/1. Teil: Der stumme Film" von Dr. Oskar Kalbus (Berlin 1935, S. 74)
bzw. Bilder aus dem Sammelwerk Nr. 10
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Unbekannter Fotograf
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
Die Dickköpfigkeit seiner Figuren besaß Klöpfer selbst, so ließ er sich gegen jede Vernunft auch vor den Karren der NS-Propagandafilme spannen. Beispielsweise wirkte er in Veit Harlans perfiden antisemitischem Hetz-Streifen "Jud Süß"1) (1940) mit, erneut unter der Regie Harlans in "Die Goldene Stadt"1) (1942), wo er den strengen Vater der weiblichen Hauptfigur Anna (Kristina Söderbaum) spielte. In "Friedemann Bach"1) (1941) verkörperte er den Komponisten Johann Sebastian Bach1), dessen begabter Sohn Friedemann1) (Gustaf Gründgens) an der Größe seines Vaters zerbricht, weiterhin zu nennen ist seine Hauptrolle in Hans Schweikarts "Der unendliche Weg"3) (1943), einem heroisierenden biographischen Film um den Nationalökonomen Friedrich List1) (1789 – 1846). Zu Klöpfers weiteren Filmen bis Kriegsende zählen unter anderem Hans Steinhoffs Literaturverfilmung "Gabriele Dambrone"3) (1943, nach einem Theaterstück des Autors Richard Billinger1)), Herbert Maischs historischer Unterhaltungsstreifen "Die Zaubergeige"1) (1944) mit Will Quadflieg und Gisela Uhlen, Paul Verhoevens Musikfilm "Die Philharmoniker"1) (1944) und Werner Klinglers Melodram "Solistin Anna Alt"1) (1945). Seine letzten Leinwandauftritte hatte der Schauspieler als Mühlenbesitzer Karst in Gerhard Lamprechts Milieudrama "Die Brüder Noltenius"3) (1945) mit Willy Birgel in der Hauptrolle, sowie in dem Heimatfilm "Der Erbförster"3) (1945), wo Klöpfer die Titelfigur mimte. Alfred Brauns Film "Der Puppenspieler"1) (1945), nach der Novelle "Pole Poppenspäler"1) von Theodor Storm, wurde ebenso wie der Albers-Krimi "Shiva und die Galgenblume"1)  (1945) nicht mehr vollendet.

Nach Kriegsende wurde Eugen Klöpfer wegen seiner zweifelhaften Karriere während des Nazi-Regimes zunächst mit einem Auftrittsverbot belegt, musste auch zwei Monate in Haft. Nur zögernd wurde er entnazifiziert, 1948 entlastete ihn ein Spruchkammerverfahren von dem Vorwurf, für den Selbstmord des Schauspielers Joachim Gottschalk2) (1904 – 1941) mitverantwortlich gewesen zu sein.
 
Nur noch kurze Zeit übte Klöpfer nach Kriegsende seinen Schauspielerberuf aus, spielte ab Anfang 1949 mit einem eigenen Ensemble wieder Theater. Eugen Klöpfer starb am 3. März 1950 in Wiesbaden – wenige Tage vor seinem 64. Geburtstag – an einer Lungenentzündung; die letzte Ruhe fand er auf dem Südfriedhof in Wiesbaden → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Klöpfer war nie verheiratet, jedoch mit der Schauspielerin Flockina von Platen1) (1905 – 1984) liiert. 
Textbausteine des Kurzportraits aus:
"Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 194);
sowie www.cyranos.ch
Siehe auch Wikipedia, www.deutsche-biographie.de 
Fotos bei www.virtual-history.com
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) Murnau Stiftung
Lizenz Foto Eugen Klöpfer (Urheber Alexander Binder): Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei.
 
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie
frühe Stummfilme bei www.earlycinema.uni-koeln.de
(Link: Murnau Stiftung, filmportal.de, Wikipedia)
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