Hilde Körber (Hildegard Gertrude Lilly Körber) wurde am 3. Juli 1906 als Tochter des Elektrotechnikers Karl Körber in Wien geboren und interessierte sich schon als kleines Mädchen für alles, was mit dem Theater zusammenhing. Mit neun Jahren beschloss sie, nachdem sie eine Aufführung von Schillers "Maria Stuart"1) gesehen hatte, Schauspielerin zu werden. Gegen den Willen der Eltern bewarb sie sich beim "Burgtheater" um Kinderrollen, war erfolgreich und stand mit Knaben- und Mädchenrollen auf der Bühne; mit vierzehn Jahren wurde sie dann, zwei Jahre vor dem üblichen Mindestalter, in die "Staatsakademie" aufgenommen, erlernte unter anderem bei Paula Wessely1) ihr schauspielerisches Handwerk und schloss ihre Studien mit sechzehn Jahren ab.
Danach ging sie bei einer württembergischen Wanderbühne in die "Lehre" und erhielt dann 1922 in Oldenburg ihr erstes Engagement. Weitere Verpflichtungen führten die junge Hilde Körber nach Stuttgart, Magdeburg und Zürich, 1924 kam sie nach Berlin, wo sie an fast allen Theatern spielte und sich ein breit gefächertes Rollenrepertoire aneignete. So glänzte sie bis Ende der 1930er Jahre beispielsweise in Carl Sternheims Drama "Das Fossil" oder in Bühnenstücken wie "Krankheit der Jugend"2) von Ferdinand Bruckner und "Das Dorf und die Menschheit" von Juliane Kay2), war in Nestroys Posse mit Gesang "Einen Jux will er sich machen"2) ebenso erfolgreich wie in Hebbels "Agnes Bernauer"2).

Porträtaufnahme Hilde Körber
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000082_004)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham Pisarek2) (1901–1983); undatiertes Foto
Quelle: www.deutschefotothek.de 
Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Porträtaufnahme Hilde Körber; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000082_004); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); undatiertes Foto; Quelle: www.deutschefotothek.de
Hilde Körber als Lady Macbeth in der Uraufführung der Oper "Macbeth" von Giuseppe Verdi am Berliner "Hebbel-Theater" im Oktober 1945;  Copyright: Deutsche Fotothek, (file: df pk 0000028 006); Urheber: Urheber: Abraham Pisarek (1901-1983);  Datierung: 1945.10 / Lizenz CC-BY-SA 3.0. Nach Ende des 2. Weltkrieges setzte Hilde Körber ihre Bühnenkarriere in Berlin, vor allem am "Hebbel-Theater" und "Renaissancetheater", ungebrochen fort. So glänzte sie beispielsweise als Shakespeare'sche "Lady Macbeth" , als Aline Solneß in Ibsens "Baumeister Solneß"2), als Grillparzers "Sappho"2), als Klara in Hebbels "Maria Magdalena"2) sowie erneut als dessen "Agnes Bernauer". Sie spielte beispielsweise in Arthur Millers "Tod eines Handlungsreisenden"2) oder in John Osbornes2) "Epitaph für George Dillon", insgesamt feierte Hilde Körber mit rund 200 Bühnenrollen Triumphe.
 
Für den Film wurde die Schauspielerin erst relativ spät entdeckt, eine erste Erfahrung vor der Kamera hatte sie zwar bereits 1930 in dem Episodenfilm "Die Jagd nach dem Glück"2) gemacht, doch erst ab Mitte der 1930er Jahre arbeitete sie regelmäßig für Kinoproduktionen. 1936 erschien sie mit der Titelrolle in Veit Harlans Melodram "Maria, die Magd"3) auf der Leinwand und wurde über Nacht nicht nur in Deutschland zum Star. Sie mimte auch beim Film unterschiedliche und vielseitige Frauenfiguren, weitere Hauptrollen blieb ihr jedoch meist versagt.
 
Foto: Hilde Körber als Lady Macbeth in der Uraufführung der Tragödie "Macbeth"2)
von William Shakespeare am Berliner "Hebbel-Theater" im Oktober 1945
mit Walter Franck1) in der Titelrolle; Regie: Karlheinz Martin2)
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df pk 0000028 006)
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Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983; Link Wikipedia)
Datierung: 1945.10 / Lizenz CC-BY-SA 3.0
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In "Fridericus"2), einem weiteren Historienspielfilm2) um die Person des preußischen Königs Friedrich II., sah man sie 1936 als Wilhelmine, der Schwester der Titelfigur Friedrich II. alias Otto Gebühr, im gleichen Jahr neben Lil Dagover in der Tolstoi-Adaption "Die Kreutzersonate"3) als Gruschenka, in dem bis heute als "Vorbehaltsfilm"2) geltenden Propagandastreifen "Mein Sohn, der Herr Minister"3) zeigte sie sich ein Jahr später als die Chansonette Betty Joinvlle neben Hans Brausewetter und Heli Finkenzeller. Es folgten Filme wie die Komödie "Brillanten"3) (1937), "Der Herrscher"2) (1937, Vorbehaltsfilm), "Der Spieler"3) (1938), nach dem Roman von Dostojewski, "Robert Koch, der Bekämpfer des Todes"3) (1939), "Salonwagen E 417"2) (1939), "Der singende Tor"4) (1939), "Ohm Krüger"2) (1941, Vorbehaltsfilm), "Der große König"2) (1942) oder "Ein Blick zurück" (1944),  die Knittel-Adaption "Via Mala"3) (1943/44) gelangte erst am 16.01.1948 zur Erstaufführung.
Gemäß dem Filmtitel "Das Leben geht weiter"4) (1945) blieb Maria Körber auch im deutschen Nachkriegsfilm eine vielbeschäftigte Darstellerin und stand für rund 20 Kinoproduktionen vor der Kamera . Man sah sie, meist mit prägnanten Nebenrollen, beispielsweise in "Morituri2) (1948), "Wenn die Abendglocken läuten"2) (1951), "Mein Herz darst du nicht fragen"4) (1952), "Sauerbruch – Das war mein Leben"2) (1953), "Ave Maria"2) (1953), "
Rittmeister Wronski"2) (1954), "Das Bekenntnis der Ina Kahr"4) (1954), "Die Toteninsel" (1955), "Teufel in Seide"4) (1956), "Heiße Ernte"2) (1956), "Mein Vater, der Schauspieler"4) (1956), "Anders als du und ich"2) (1957) und "Das Mädchen vom Moorhof"2) (1958); ihren letzten Leinwandauftritt hatte Hilde Körber 1958 in Veit Harlans Melodram "Ich werde Dich auf Händen tragen"4). Im Fernsehen erlebte man sie unter anderem in dem Stück "Herbert Engelmann" (1959) oder 1962 als Frau Mahnke in "Der Fünfzigste Geburtstag.
Hilde Körber als "Sappho" in dem gleichnamigen Drama von von Franz Grillparzer, 1946 am Berliner "Rheingau-Theater"; Regie: Hannes Dahlberg; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000053_024); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Datierung: 03.1946; Quelle: www.deutschefotothek.de Seit Kriegsende engagierte sich Hilde Körber auch in der Politik: So gehörte sie von 1946 bis 1951 dem Berliner Abgeordnetenhaus als CDU-Abgeordnete an und nahm in diesen Jahren an den heftigsten Kämpfen zwischen Ost und West, die sich im Berliner Stadthaus zeitweise konzentrierten, unmittelbar teil. Als sie eine Botschaft an General Clay, sich der Verfolgten in der Ostzone anzunehmen, im Jahre 1948 mit unterzeichnete, wurde sie von der DEFA aus ihrer Stellung als Nachwuchslehrerin entlassen.
1951 legte sie ihr Stadtverordnetenmandat nieder, um sich wieder ganz ihrer künstlerischen Tätigkeit zu widmen. Als das eigentliche Lebenswerk von Hilde Körber gilt die 1951 gegründete "Max-Reinhardt-Theaterschule" des Landes Berlin, welche 1965 in die "Hochschule für Musik" als "Abteilung für darstellende Kunst" eingegliedert wurde. Im Frühjahr 1969 trat Hilde Körber von der Leitung zurück, die Stadt Berlin würdigte die Leistungen der Künstlerin und Pädagogin durch die Verleihung des Titels "Staatsschauspielerin" sowie mit der Berufung als "Professor" für darstellende Kunst; bereits 1956 war Hilde Körbers Verdienste mit dem "Bundesverdienstkreuz 1. Klasse" gewürdigt worden.
 
Hilde Körber als "Sappho" in dem gleichnamigen Drama2) von
von Franz Grillparzer2), 1946 am Berliner "Rheingau-Theater"
Regie: Hannes Dahlberg
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0000053_024)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham Pisarek2) (1901–1983); Datierung: 03.1946
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
Neben ihrer umfangreichen Arbeit für Theater und Film sowie ihr politisches Engagement, hat sich Hilde Körber auch einen Namen als Schriftstellerin gemacht. So veröffentlichte sie, neben zahlreichen Aufsätzen in Berliner Zeitschriften, unter anderem 1946 den Gedichtband "Du meine Welt" sowie 1948 "Kindheit und Jugend der Gegenwart".
  
Hilde Körber starb am 31. Mai 1969 nach schwerer Krankheit kurz vor ihrem 63. Geburtstag; die letzte Ruhe fand die Schauspielerin in einem Ehrengrab auf dem Berliner Waldfriedhof Dahlem (Abt. 20B-1/2) → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Sie war in erster Ehe mit Walter Varndal2) (1901 – 1993), Schauspieler und Direktor einer Wanderbühne, verheiratet gewesen. Am 19. Februar 1929 heiratete sie wenige Stunden vor der Niederkunft des gemeinsamen Sohnes Thomas den Schauspielerkollegen und Regisseur Veit Harlan1) (1899 – 1964), nach nur neun Jahren wurde die Verbindung 1938 geschieden. Sohn Thomas Harlan2) (1929 – 2010) machte sich später einen Namen als Autor sowie auch als Filmregisseur, galt als scharfer Kritiker seines als Regisseur umstrittenen Vaters. Die 1930 aus der Ehe mit Harlan geborene Tochter Maria Körber1) hat sich ebenfalls einen Namen als bedeutende Schauspielerin gemacht, Tochter Susanne Christa Körber-Harlan, die als Susanne Körber vereinzelt mit kleineren Rollen vor der Kamera gestanden hatte, war mit dem 1964 verstorbenen jüdischen Fotografen Claude Jacoby verheiratet und konvertierte zum Judentum; die ausgebildete Tierärztin nahm sich nach einer schweren Erkrankung 1989 das Leben.
Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch
Fotos bei www.virtual-history.com
Link: 1) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia, 3) Murnau Stiftung, 4) filmportal.de
  
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de

(Link: filmportal.de, Wikipedia, Murnau Stiftung, defa-stiftung.de)
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