Ingeborg Krabbe und Gerhard Linke von der Leipziger "Pfeffermühle" bei ihrem 1. Programm im "Weißen Saal"; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_roe-neg_0006611_039); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek; Urheber: Roger Rössing1) (1929–2006) / Renate Rössing1) (1929–2005); Datierung: 21.03.1954 / Lizenz CC-BY-SA 3.0; Originalfoto und Beschreibung: Wikimedia Commons Ingeborg Krabbe wurde am 13. Juni 1931 als Tochter eines Schlossers in Leipzig geboren und wuchs mit drei Geschwistern auf. Ihre künstlerische Ausbildung erhielt sie ab 1949 an der "Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst" ihrer Geburtsstadt, wo sie anschließend an den "Städtischen Bühnen" engagiert wurde. Rasch machte sie sich vor allem als Komödiantin einen Namen und auch als Kabarettistin – sie gehörte zu den Mitbegründern des Leipziger Kabaretts "Pfeffermühle"1) – feierte sie Erfolge. Außerdem tat sie sich mit anderen kabarettinteressierten jungen Schauspielern des "Theaters der Jungen Welt" zusammen und gründete ein eigenes Ensemble.
 
Ingeborg Krabbe und Gerhard Linke von der Leipziger
"Pfeffermühle" bei ihrem 1. Programm im "Weißen Saal"
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_roe-neg_0006611_039)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek
Urheber: Roger Rössing1) (1929–2006) / Renate Rössing1) (1929–2005)
Datierung: 21.03.1954 / Lizenz CC-BY-SA 3.0
Originalfoto und Beschreibung: Wikimedia Commons
1952 ging Ingeborg Krabbe nach Berlin, stand rund zehn Jahre lang am "Theater der Freundschaft" (heute "Theater an der Parkaue"1)) auf der Bühne, spielte viele Rollen des Charakterfachs. So erlebte man sie beispielsweise als Karin Krüger in dem Jugendstück "Leistungskontrolle" (1960) von Hedda Zinner1), als Klawdia Kalitina in der deutschen Erstaufführung von Tatjana Sytinas "Erste Begegnung" (1962, → www.parkaue.de) oder als "Große Bärin" Ursona in "Dem Jungen in der zweiten Reihe" (1963) von Alecu Popovici → www.parkaue.de.
Etwa Anfang der 1960er Jahre begann die Karriere beim Film, vor allem beim DFF avancierte sie rasch zu einer der beliebtesten Darstellerinnen des DDR-Fernsehens. Zunächst überwiegend im Fach der heiteren Dramatik besetzt, zeigte sie auch auf dem Bildschirm, wie beispielsweise in der politischen Satirereihe "Tele-BZ", ihr kabarettistisches Talent, stand in den kommenden Jahren für viele Schwänke und Lustspiele vor der Kamera. Besonders populär wurde die Schauspielerin Ende der 1970 Jahre als Marlene Kleinschmidt in den heiteren Episoden um den Ur-Berliner "Maxe Baumann"1), gespielt von Gerd E. Schäfer, als eine der "Drei reizenden Schwestern"1) kletterte sie ab 1984 dann auf der Beliebtheitsskala noch weiter nach oben: Sieben Episoden lang durchlebten die in die Jahre gekommenen Schwestern Irmgard (Ingeborg Krabbe), Olga Knopf (Marianne Kiefer2)) und Mathilde Lehmberg (Helga Göring2)) so manches Abenteuer, sorgten mit ihrem losen Mundwerk für ungebremste Heiterkeit und zogen alle Register ihres komödiantischen Talents.

Das Foto (auch Hintergrundfoto) wurde mir freundlicherweise von der Schauspieleragentur
MARC ROSENBERG MANAGEMENT zur Verfügung gestellt.
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Ingeborg Krabbe; Foto zur Verfügung gestellt von MARC ROSENBERG MANAGEMENT
Zu nennen sind auch Ingeborg Krabbes Rollen in Gegenwartsserien wie "Bereitschaft Dr. Federau"1) (1988) oder "Mit Herz und Robe" (1991), mehrfach tauchte sie in dem Quotenrenner "Polizeiruf 110"1) auf; bis zum Ende des DFF wirkte Ingeborg Krabbe in mehr als 200 Produktionen mit.
Dem Fernsehen blieb Ingeborg Krabbe auch nach der "Wende" treu, in Krimiserien wie "Der Bulle von Tölz", "Siska" und natürlich "Polizeiruf 110" wie 2007 in der Folge "Gefährliches Vertrauen"1) blieb sie nach wie vor auf dem Bildschirm präsent. Sie agierte unter anderem als Gemeindedienerin "Muttchen Bollmann" in der Folge "Heiliger Birnbaum"1) (2008) aus der Reihe "Pfarrer Braun", war wiederholt im Quotenrenner "In aller Freundschaft"1) zu sehen, wo sie in der Episode "Vergiss mein nicht" (EA: 16.02.2016) als Patientin Christel Wusthoff, die nach einer fortgeschrittenen Krebserkrankung ihrem Leben gemeinsam mit ihrem Mann Fritz (Herbert Köfer) ein Ende setzen möchte, einen letzten TV-Auftritt absolvierte → www.mdr.de.
Sie betätigte sich zudem als Sprecherin in vielen Hörspielen, unter anderem in der Hörspielreihe "Neumann, zweimal klingeln"1) (1968; als Frau Albrecht), sowie als Synchronsprecherin, so 1973 in der DDR-Synchronfassung des sowjetischen Märchenfilms "Der Hirsch mit dem goldenen Geweih"1) – sie lieh ihre Stimme der Köchin Kikimora, die im Original von Wera Altaiskaja1) gesprochen wurde → Auswahl der Hörspiele bei Wikipedia, Synchron-Rollen bei www.synchronkartei.de.
  
Vornehmlich konzentriert sich Ingeborg Krabbe in den letzten Jahrzehnten auf ihre Arbeit beim Theater. Hier sind es die heiteren Boulevardstücke, in denen die Schauspielerin immer wieder begeisterte, und auch mit ihren humorvollen Soloprogrammen (z. B. "Wie reizend sind die Frauen") feierte sie deutschlandweit Erfolge. In Komödien wie "Der Witwenklub" (mit Maria Sebaldt2)), "Zwei ahnungslose Engel" (mit Elisabeth Wiedemann2)), "Balduin der Geisterseher" (mit Herbert Köfer2) und Helga Piur1)) oder "Ach du lieber Geist" (mit Claus Biederstaedt2)) begeisterte die Volksschauspielerin nicht nur bei Tourneen das Publikum, an der Berliner "Komödie am Kurfürstendamm" oder dem Hamburger "Winterhuder Fährhaus" gehörte die nur 1,60 Meter große Vollblutkomödiantin zum "Stammpersonal".
In jüngerer Zeit brillierte Ingeborg Krabbe auf der Bühne mit der Rolle der "Marion" an der Seite von Peter Fricke2) in dem von Curth Flatow1) geschriebenen, unterhaltsamen Volksstück "Der Mond von Malibu"; die Familienkomödie mit Witz und Tiefgang hatte am m 5. November 2004 am Berliner "Hansa-Theater" Premiere und wurde anschließend während einer Tournee in vielen deutschen Städten gezeigt. 
Seit der vielbeachteten Weltpremiere des Musicals "Ich war noch niemals in New York"1) mit den über 20 größten Hits des österreichischen Komponisten und Musikers Udo Jürgens2) am 2. Dezember 2007 im "Hamburger Operettenhaus" konnte sich auch Ingeborg Krabbe über den enormen Erfolg der Aufführungen freuen. Sie spielte rührend die Mutter der karriereerpichten TV-Moderatorin Lisa alias Kerstin Marie Mäkelburg, die zusammen mit ihrem Freund Otto (Horst Schultheis1)) aus dem tristen Seniorenheim verschwindet, um sich einen Lebenstraum zu erfüllen – einmal nach Amerika und unter der Freiheitsstatue heiraten; bis 26. September 2010 stand Ingeborg Krabbe mit dieser Rolle am "Hamburger Operettenhaus" auf der Bühne.
Ingeborg Krabbe am 8. Juni 2012 als Gast in der "NDR Talk Show"; Urheber: Udo Grimberg (Wikipedia-Benutzer Chester100); Lizenz: CC-BY-SA 3.0 DE; Quelle: Wikimedia Commons Danach begeisterte die beliebte Künstlerin 15 Vorstellungen lang in Joseph Kesselrings unsterblichem Krimi-Klassiker "Arsen und Spitzenhäubchen" das Publikum im Theater "Grüne Zitadelle" in Magdeburg, wo am 17. Februar 2011 Premiere gefeiert wurde. Nach einem Unfall Krabbes Ende 2010 musste die Produktion zunächst verschoben werden, doch dann konnte die Schauspielerin nach ihrer Genesung mit der Wunschrolle der reizend-mörderischen Tante Abby brillieren. An der "Comödie Dresden" feierte sie seit Herbst 2011 zusammen mit Herbert Köfer als Elvira Rosendorf in dem Volksstück "Rentner haben niemals Zeit" Erfolge. Die amüsante Geschichte nach der gleichnamigen, zum Klassiker gewordenen 20-teiligen DDR-Fernsehserie1) (1978/79) wurde nun von Herbert Köfer und Christian Kühn auf die Bühne gebracht, schon in der Serie mimte Köfer den Rentner, der "niemals Zeit hat". Von Mitte bis Ende Juni 2012 standen weitere Aufführungen, die im Rahmen einer Tournee in verschieden Städten gezeigt wurden, auf dem Spielplan  der "Comödie Dresden" → www.comoedie-dresden.de.
Seit der Premiere am 16. März 2013 machte Ingeborg Krabbe am Berliner "Schlosspark Theater" mit der Rolle der alten Witwe Mrs. Wilberforth in der schwarzen Krimikomödie "Ladykillers" Furore, der Bühnenversion des unverwüstlichen Kinoklassikers1) aus dem Jahre 1955 u.a. mit Alec Guinness2) als genialem Gauner Professor Marcus und Katie Johnson1) als ahnungslose alte Dame Mrs. Wilberforth → "Schlossparktheater Kanal" (YouTube).
 

Ingeborg Krabbe am 8. Juni 2012 als Gast in der "NDR Talk Show"1)
Urheber: Udo Grimberg (Wikipedia-Benutzer Chester100)
Lizenz: CC-BY-SA 3.0 DE; Quelle: Wikimedia Commons

Die Vollblut-Mimin erlag am 17. März 2017 im Alter von 85 Jahren in Berlin ihrem Krebsleiden.
Privat war Ingeborg Krabbe seit vielen Jahren mit ihrem Lebensgefährten Kurt Müller liiert, am 7. April 2010 gaben sich beide nach elf Jahren "wilder Ehe" in Brandenburg auch offiziell das Ja-Wort; das Paar lebte in Berlin. In erster Ehe war die mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin über 30 Jahre lang mit dem Buchlektor Eberhard Simmich verheiratet; aus dieser 1984 geschiedenen Verbindung stammen zwei Töchter.
Siehe auch Wikipedia sowie den Nachruf bei www.mdr.de
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP
   
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