Brigitte Krause gibt 1959 Autogramme anlässlich der Premiere des Films "Simplon-Tunnel" in Halle/Saale; Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild Bild 183-64981-0001; Fotograf: Schmiljun / Datierung: 14.06.1959 / Lizenz CC-BY-SA 3.0; Originalfoto und Beschreibung: Deutsches Bundesarchiv Bild 183-64981-0001 bzw. Wikimedia Commons Brigitte Krause wurde am 9. März 1929 in Berlin geboren, über den familiären Hintergrund ist derzeit nichts bekannt. Ab 1948 ließ sich "das junge, frische Mädel mit den dunklen Haaren", so Volker Wachter*), zwei Jahre lang am Nachwuchsstudio der DEFA1) ausbilden und gehörte dann fast 20 Jahre zum Ensemble des DDR-Filmunternehmen. Noch während des Studiums hatte sie in zwei Kinoproduktionen mitgewirkt, so als Studentin Christel bzw. Enkelin von Guste (Camilla Spira) in Kurt Maetzigs Klassiker "Die Buntkarierten"1) (1949) und in Wolfgang Staudtes Milieustudie "Rotation"1) (1949) als Hellmuth Behnkes Freundin Inge. Von der DEFA 1950 mit einem Anfängervertrag für weitere Filme verpflichtet, spielte sie nun meist "junge Mädchen voller Natürlichkeit und Einfachheit"*). Auch wenn ihr nur selten die ganz großen Hauptrollen vergönnt waren, mit denen sie nachhaltig in Erinnerung blieb, avancierte sie auf der Leinwand bald zum Publikumsliebling; eines ihrer Markenzeichen war das Akkordeonspiel. Hervorzuheben sind verschiedene Komödien, so mimte sie das Klingenthaler Mädchen Anna Hunzele in Konrad Wolfs Musikkomödie "Einmal ist keinmal"1) (1955), die Thea in Johannes Knittels heiteren Geschichte "Musterknaben"1) (1959) oder die Lore Fiedler, die von Werbechef Mauritius "Mauts" Halbermann alias Horst Drinda in "Das verhexte Fischerdorf"1) (1962) fest als seine Zukünftige eingeplant ist. An der Seite von "DEFA-Chefindianer" Gojko Mitić sah man sie beispielsweise als Wirtsfrau Jenny in dem Streifen "Die Söhne der großen Bärin"1) (1966), als Fee in der Märchenverfilmung "Dornröschen"1) (1971) oder, nun altersbedingt, als Mutter Walcher in Heiner Carows fiktivem Porträt "Karriere"1) (1971). Mehrfach präsentierte sie sich auch in der satirischen Kurzfilm-Reihe "Das Stacheltier"1).
 
Brigitte Krause gibt 1959 Autogramme anlässlich der
Premiere des Films "Simplon-Tunnel" in Halle/Saale
Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 183-64981-0001;
Fotograf: Schmiljun / Datierung: 14.06.1959 / Lizenz CC-BY-SA 3.0
Genehmigung des Bundesarchivs zur Veröffentlichung innerhalb
dieser Webpräsenz wurde am 11.10.2010 erteilt.
Originalfoto und Beschreibung: Deutsches Bundesarchiv Bild 183-64981-0001 bzw. Wikimedia Commons
Als das der "Deutsche Fernsehfunk"1) (DFF) ab Mitte Dezember 1951 sein "öffentliches Versuchsprogramm" startete, gehört die Künstlerin dort mit zu den "Pionieren der ersten Stunde" und arbeitete zu Beginn als Ansagerin. Seit Mitte der 1950er Jahre war sie dann in einer Vielzahl von TV-Produktionen vertreten, bediente auch hier anfangs den Typus des natürlichen Mädels. "Brigitte Krause – jung frisch und munter – in Richtung Herz mit Schnauze; lieb, lakonisch, frech und kratzbürstig. Aber nie böse, nie grotesk, nie clownesk, leider" schrieb 1984 der bekannte Theaterkritiker Reinhard Wengierek.**)
Später gelang ihr mühelos der Wechsel ins Mütterfach – patente Frauen mit dem Herz auf dem rechten Fleck waren nun ihre Domäne. Mehrfach war sie in der beliebten Krimiserie "Der Staatsanwalt hat das Wort" vertreten, auch beim Dauerbrenner "Polizeiruf 110" tauchte sie wiederholt auf – so bereits in der ersten Folge "Der Fall Lisa Murnau"1) (1971). Als echte Komödiantin erwies sie in den Silvester-Schwänken um das " Ferienheim Bergkristall"1), die in den 1980er Jahren alljährlich über den Bildschirm flimmerten. Vier Mal war sie 1983 bis 1985 sowie 1987 als "Stammgast" Charlotte Heimbold mit dabei, brachte mit ihren "gefährlichen" Hobbys (Rodeln, Eislaufen, Bergsteigen und Stricken) ihren Ehemann, den Tischlermeister Erwin Heimbold (Werner Senftleben1)) schier zur Verzweiflung – und die Zuschauer zum Lachen.
 
Doch die Arbeit von Brigitte Krause beschränkte sich nicht nur auf Film und Fernsehen, seit 1952 war sie an Bühnen in Altenburg und Halle zu sehen, später am Berliner "Theater der Freundschaft" (heute "Theater an der Parkaue"1)), wo sie zwischen 1963 und 1967 in der Inszenierung von "Was ihr wollt oder Die Schiffbrüchigen von Illyrien" auftrat, eine Musical-Version von Shakespeares "Was ihr wollt"1) von Günther Deicke1) (Text) und Klaus Fehmel (Musik). Bereits zur Spielzeit 1960/61 hatte sie an der Berliner "Volksbühne" in der Shakespeare-Komödie zur Besetzung gehört, ein weiteres Stück war Friedrich Wolfs Drama "Beaumarchais. Die Geburt des "Figaro" (Premiere: 21.12.1960); auch das "Hans Otto Theater" in Potsdam ist als Wirkungsstätte zu nennen.
Einen breiten Raum nahm seit Mitte der 1960er Jahre das Kabarett ein, von 1967 bis 1989 gehörte sie zum Ensemble des legendären Ost-Berliner Kabarett-Theaters "Distel"1) und spielte in über 20 Programmen mit → Foto-Galerie bei www.distel-berlin.de.
Daneben fand sie noch Zeit, um im Synchron-Studio zu stehen, ein weiteres "Standbein" war der Hörfunk. Hier ist vor allem die langlebige Erfolgsserie "Neumann, zweimal klingeln"1) zu nennen, wo sie in zahllosen Folgen als Mutter Marianne bzw. "bessere Hälfte" des Maschinenschlosser Vater Hans (Herbert Köfer) in Erinnerung geblieben ist. Zur Rundfunk-Familie gehörten noch Tochter Brigitte (Helga Piur1)) und Sohn Jan (Mario Müller) sowie die Oma (Helga Göring). Die "Neumanns" brachten es in ihrer Laufzeit von 1967 bis 1981 in "Radio DDR I"1) auf 678 Folgen und waren eine der beliebtesten Hörspielserien des DDR-Rundfunks. Eine weitere Dauerrolle hatte sie bis Ende der 1980er Jahre als Tante Christa Sommer in der Kurzhörspiel-Reihe "Waldstraße Nummer 7", die ab 14. Januar 1984 jeweils am Samstag um 20:00 Uhr ebenfalls von "Radio DDR I" gesendet wurde.

Ende der 1980er Jahre beendete Brigitte Krause weitgehend ihre schauspielerische Laufbahn und widmete sich ihren Hobbys, zu denen das Reisen in ferne Ländern gehörte. Ihr Ehemann, der Schauspieler Gerd Biewer1) war am 29. März 1981 mit nur 55 Jahren durch Freitod aus dem Leben geschieden, das Paar hatte sich während der Dreharbeiten zu der Komödie "Musterknaben" (1959) kennengelernt und wenig später geheiratet. Die 1964 geborene gemeinsame Tochter Maxi Biewer1) wurde ebenfalls Schauspielerin und ist als "Wetterfee" des Fernsehsenders RTL weithin bekannt.
 
Die Schauspielerin und Kabarettistin Brigitte Krause starb am 29. April 2007 im Alter von 78 Jahren in Berlin.

Quellen: (zum Teil) Volker Wachter*), "Lexikon der DDR-Stars"**),
Wikipedia sowie www.film-zeit.de
*) Artikel von Volker Wachter auf der ehemaligen Webseite defa-sternstunden.de → Memento bei web.archive.org sowie bei www.filmstadt-quedlinburg.de
**) "Lexikon der DDR-Stars" von F.-B. Habel und Volker Wachter (Ausgabe 1999, S. 181)
Fremde Links: 1) Wikipedia
   
Filme
Kinofilme / Stacheltier-Kurzfilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie
filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia, filmportal.de, defa-stiftung.de, fernsehenderddr.de)
Kinofilme Das Stacheltier (Kurzfilme) Fernsehen (Auszug)
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